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Anwesenheitsprämie (Verringerung Krankenstand)

Lea302

Mitglied seit
21.06.2017
Beiträge: 550
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Hallo,

wir überlegen aufgrund unseres derzeit hohen Krankenstandes eine Art "Anwesenheitsprämie" (hauptsächl. Produktionsmitarbeiter mit Festgehalt) zu zahlen.

Wird dies ggf. bei Euch bereits in irgendeiner Art und Weise so gehandelt?

Welche Möglichkeiten werden in Euren Unternehmen genutzt, um einem hohen Krankenstand entgegen zu wirken. (Die Kranken sind zu 90 % an Grippe bzw. Magen-Darm-Virus erkrankt, womit eine Arbeitsplatzanalyse entfällt)

Danke für Euer Input.

Gruß,
Lea

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Hallo Lea,

in der Firma, in der ich früher gearbeitet hatte (auch mit Produktion), wurde das im gewerblichen Bereich so gehandhabt:

Nur die MA, die nicht mehr als x Tage "krankgefeiert" haben, haben das volle Weihnachtsgeld bekommen. Ansonsten wurde staffelweise das W-Geld gekürzt. Das kann bei MA, die wirklich aus Faulheit "krankfeiern" gut wirken. Aber gegen Virus-Krankheiten ist man ja machtlos. Da können die MA ja nicht wirklich was dafür, dass sie krank sind.... Wo will man da die Grenze ziehen? Und wenn man z.B. wirklich so eine Magen-Darm-Grippe hat, kann man nicht arbeiten gehen, selbst wenn man wollte

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Pinkie

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15.09.2007
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...also, ich habe bis vor 1,5 Jahren in NL gearbeitet, da braucht man generell keinen "gelben Schein" im Krankheitsfall. Da bei den deutschen Mitarbeitern (einige Abteilungen sind nach NL verlagert worden mit niederländischem Arbeitsvertrag, keine Produktion, Verwaltung und EDV) der Krankenstand in einigen Abteilungen recht hoch war, hat man das so geregelt: Bei einzelnen Fehltagen wurde ein bestimmter Prozentsatz vom Tagesbruttogehalt einbehalten (ist nach NL-Recht möglich, ich weiss allerdings nicht mehr genau, wieviel das genau war), dieses Geld wurde in Maßnahmen zur Arbeitsplatzoptimierung gesteckt (besseres Mobiliar, Licht, Empfehlungen zur Rückengymnastik, bezuschusster Besuch im Fitness-Center). Wenn man keine Fehltage aufgrund von Krankheit hatte gab es eine Nettoprämie von € 150,00, die mit der Januar-Abrechnung ausgezahlt wurde. Bei chronisch Kranken, Sonderfällen (Herzinfakt, Lungenentzündung, also alles was länger dauert und eine Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess erfordert) gab es Sonderregelungen.

Aufgrund dieser Maßnahmen sind die sog. "blauen Montage" sprunghaft zurückgegangen.

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Pommerle

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18.05.2005
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Ich glaube, das bringt nichts und verärgert die Leute nur. Denn wer wirklich krank ist, wird ja damit auch geschädigt. Er würde vielleicht gerne eine Prämie haben, aber hat keine Chance, weil er nicht resistent gegen einen Virus war.
Viel besser ist mal Ursachenforschung zu betreiben, z. B. eine Mitarbeiterumfrage und dann herauszufinden mit was die MA unzufrieden sind. Solche Dinge dann weitgehend zu beheben, bringt viel mehr, um Krankmacher einzuschränken.

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Pinkie

Mitglied seit
15.09.2007
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.. ich hab das, als ich in NL gearbeitet habe, auch immer als "zweischneidiges Schwert" gesehen. Allerdings ist so etwas in NL durchaus üblich. UND, was ich ganz gut fand, man wurde von einem sog. Vertrauensarzt betreut, der zuhause angerufen hat, besonders wenn man häufige Fehlzeiten durch Krankheit hatte, und nicht nur nach dem Gesundheitszustand fragte, sondern sich als "Mittler" zwischen AG und AN nahm, wenn z. B. Fehlzeit aufgrund psychischer oder sonstiger mit dem Arbeitsplatz zusammenhängender Ursachen vermutet wurde. Bei längerer Krankheit wurde dann mit ihm zusammen ein sog. Wiedereingliederungsplan erstellt, d. h. man ist zunächst mit reduzierter STundenzahl, abhängig von der Krankheit, wieder angefangen und hat das dann langsam gesteigert.

Ggf. wurde übrigens auch der Krankheitsfall durch einen Hausbesuch des Vertrauensarztes kontrolliert (allerdings nur, wenn man seinen Wohnsitz in NL hat, wir Deutschen wurden in der Regel nur angerufen).

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Antje1

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23.10.2003
Beiträge: 218
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Ich halte von solcher Prämie gar nichts. Wer krank ist, ist krank.

Was ihr mit der Prämie vielleicht auslöst ist, dass kranke Mitarbeiter sich auf Arbeit schleppen, nur um dieses Geld nicht einzubüßen. Und das Ende vom Lied ist, die Kranken stecken die Gesunden noch an :!:

Das Thema "Blaufeiern" ist damit vielleicht etwas geregelt, aber die wirklich Kranken (und ich gehe davon aus, dass die Mehrheit wirklich krank ist) werden damit bestraft.

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Sharon-le

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26.09.2007
Beiträge: 9
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Hallöchen,
So eine Prämie finde ich ziemlich daneben. Was soll sie denn bringen? Die Kranken, kommen dann vielleicht auf Arbeit, aber verschleppen die Krankheit, stecken noch andere an - das Betriebsklima wird bescheiden.

Bei uns in der Firma gibt es sogenannte oK-Tage (3 Tage im Jahr /ohne Krankenschein). Das ist ganz gut, denn da muss man nicht gleich zum Arzt (z.B.
bei Migräne oder Kreislaufprobs - da hilft schon mal ein Tag im Bett und schon ist man wieder fit.

Ich wünsche ein schönes WE

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jaegerin

Mitglied seit
26.04.2005
Beiträge: 127
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[quote="starlight"]
Nur die MA, die nicht mehr als x Tage "krankgefeiert" haben, haben das volle Weihnachtsgeld bekommen.
[/quote]

So, und wie habt ihr festgestellt wer krankfeiert und wer wirklich krank ist? Das kann sich ja wirklich nur eine kleine Klitsche erlauben, ohne Betriebsrat. Also ich find sowas echt daneben, und alle die solch eine Regelung gut finden, mögen niemals krank werden

[img:bd7f01c9a6]http://www.cosgan.de/images/midi/boese/s010.gif[/img:bd7f01c9a6]

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Alleinzuhaus1

Mitglied seit
05.08.2005
Beiträge: 303
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In einer ehemaligen Firma (Konzern) gab es auch sehr große Probleme mit dem Krankenstand. Einige waren ständig nicht da und andere immer. Als dann eine Anwesenheitsprämie von 1.000,- € im Jahr eingeführt wurde, ging der Krankenstand schlagartig zurück.

Das System funktionierte so. Bis zu einer Woche Krankheit wurden prozentual pro Tag Beträge von den 1.000,- € abgezogen (1. Tag 10 %, 2. Tag 20 %, 3. Tag 20 % 4. Tag 25 % und 5. Tag 25 % = gar nichts mehr). Für diesen Zweck gab es einen speziellen Topf im Unternehmen, der nur als Prämie in Sachen Krankheitsvermeidung eingesetzt wurde. Das bedeutete, dass alle, die Anspruch auf einen Betrag hatten, mehr Geld bekamen, wenn viele Mitarbeiter keinen Anspruch durch Krankheitstage mehr hatten. Somit kamen dabei am Ende des Jahres leicht mal 1.500,- € raus, wenn man keine Fehlzeiten hatte. Die Firma hatte Gleitzeit und es gab keine Regelung, dass man nicht einige Tage hintereinander zu Hause bleiben durfte. Wer also kleine Unpestlichkeiten über Gleitzeit regelte, bekam somit auch die Prämie. Es ist übrigens nie jemand auf die Idee gekommen, wegen schwerer Erkrankung nicht zum Arzt zu gehen, nur weil man die Prämie wollte.

Dieses System fanden eigentlich alle gut. Der Arbeitgeber hatte keine besonders hohen Kosten durch Krankheit und für die Mitarbeiter lohnte es sich, auch mal einen Gleittag für eine Krankheit einzusetzen.

LG
Alleinzuhaus

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Nur für Dich zur Info, Jägerin: es war keine kleine Klitsche, ein mittelst. Unternehmen mit 150 MA (davon knapp 100 gewerbliche MA) UND Betriebsrat... Natürlich konnte man das nicht auseinander halten, wer wirklich krank war und wer nicht. Deshalb hab ich ja auch geschrieben, dass ich sowas nicht gut finde, denn die wirklich Kranken werden ja damit auch bestraft. Aber so wurde das dort geregelt und der Betriebsrat hat dieser Regelung zugestimmt.

Die Frage von Lea war, ob jemand von uns Erfahrungen damit hat und nicht, wie wir das finden. Dass wohl die meisten von uns hier solche Regelungen daneben und unmenschlich finden, ist wohl logisch, oder?

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