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Angst vor Jahresgespräch - wer hat einen Rat

Sidney

Mitglied seit
30.03.2006
Beiträge: 18
Hilfreich: 0

Hallo zusammen,

ich habe momentan ein Problem im Job und bin dankbar für jeden Rat.

Ich arbeite seit ca. 7 Jahren als Sekretärin in einem mittelgroßen Unternehmen. Seit einem Jahr habe ich einen neuen Chef. Ca. ein halbes Jahr, nachdem er angefangen hatte, hatten wir das erste kleine Personalgespräch. Er sagte mir, dass er mit meiner Arbeit an sich zufrieden sei, jedoch nicht mit meinem Auftreten. Ich würde immer "so traurig" an meinem Schreibtisch sitzen, es käme "keine Fröhlichkeit rüber", am Telefon sei ich immer so kurz angebunden usw. Ich hatte immer schon Angst meinen Job zu verlieren, aber seit diesem Gespräch ist sie noch viel größer. Anfang 2008 wird es wieder Mitarbeitergespräche geben und ich weiß genau, was er mir dann vorwerfen wird: dass ich mich nicht genügend geändert habe. Gut, ein paar Dinge habe ich schon geändert: ich melde mich z. B. am Telefon jetzt mit Vor- und Nachname (früher nur mit Nachnamen), weil er das besser findet und noch ein paar andere Kleinigkeiten. Ich befürchte nur, dass ihm das nicht reicht. Ich weiß überhaupt nicht, was ich ihm in dem Gespräch sagen soll, ich weiß nicht, was er von mir will und bin ehrlich gesagt auch ziemlich genervt von dem Vorwurf, dass ich ja so traurig wirke. Ich bin nun mal so wie ich bin, mir wurde das auch schon von mehreren Leuten in meinem Leben gesagt, dass ich eben so wirke. Aber was soll ich denn machen? Klar würde ich gerne anders wirken, aber da müsste ich mich ja permanent verstellen und am besten den ganze Tag grinsen. Hat vielleicht jemand einen Rat, wie ich mich bei dem Gespräch verhalten soll? Meine größte Angst ist, dass ich vor lauter Verzweiflung wieder anfange zu heulen bei dem Gespräch, wie beim letzten Mal. Das war sowas von peinlich. Leider habe ich nah am Wasser gebaut und kann in solchen Situationen meine Tränen nicht zurückhalten Was kann ich tun, damit ich dieses Gespräch heil überstehe?

Bin für jeden Rat dankbar!

Eure Sidney

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iroli

Mitglied seit
16.07.2007
Beiträge: 10
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Hallo Sidney,

ich kann Deine Angst und Deinen Frust sehr gut verstehen. Ich hatte ähnliche Probleme.
Als ersten Rat möchte ich Dir sagen: Bleibe so wie Du bist und verstelle Dich nicht. Ansonsten bist Du nicht mehr Du selbst. Wenn Du Deine Arbeit gemäß den Anforderungen und den Unternehmensinteressen erledigst, wird Dich niemand entlassen, weil Du traurig wirkst. Es ist auch nicht schlimm, wenn Du weinst. Das gehört zu Dir - wie andere Rot werden, schwitzen oder zittern.

Meinen zweiten Rat an Dich: Frage Deinen Chef vorher doch mal, was er von Dir in dem Gespräch erwartet. Dann kannst Du Dich mental und schriftlich darauf vorbereiten und in Deine Notizen Skizzen, Aufkleber, Motivationstexte oder ähnliches einfügen, damit Du hin und wieder ein Lächeln in Dein Gesicht zauberst. Probiere das doch mal am Spiegel zu Hause aus.

Vielleicht hilft es Dir bei Telefonaten, wenn Du Dir ein Schild o.ä. sichtbar anbringst oder hinlegst mit der Aufschrift "Lächeln" oder etwas anderes, was Dich zum Schmunzeln bringt .

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen für das Gespräch. Glaube an Dich selbst :!: .

Viele Grüße und viel Erfolg beim Gespräch wünscht iroli

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jaegerin

Mitglied seit
26.04.2005
Beiträge: 127
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Stell dir deinen Chef in Unterhosen vor, dann klappt das schon

[img:bd7f01c9a6]http://www.cosgan.de/images/midi/boese/s010.gif[/img:bd7f01c9a6]

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Zicke

Mitglied seit
11.08.2002
Beiträge: 1132
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Ich mag mich den anderen Kommentaren nicht anschliessen. Es gibt einen Unterschied zwischen „verstellen“ und „veraendern“.

Da sagt dir jemand wie du wirkst. Anstatt das als Anregung zu nehmen und darueber nachzudenken fuehlst du dich gleich unfair behandelt und sagst, du willst dich nicht verstellen....Deine Wirkung auf andere kannst du sehr wohl beeinflussen und das hat nichts mit verstellen zu tun.

Die Frage, die du dir stellen solltest, ist doch ob du so wirken willst. Moechtest du als traurig oder schlecht gelaunt oder missmutig oder maulig wahrgenommen werden? Wenn nicht, nimm doch Chefs Kommentare als konstruktive Kritik. Wenn du das naechste Telefonat annimmst, dann laechle – dein Gegenueber am anderen Ende kann das hoeren!

Du kannst dich trainieren haeufiger zu laecheln, dein Laecheln wird dadurch nicht unecht. Kleb dir einen Smiley auf deine Schreibtischunterlage, an deinen Computer, in deine Bleistiftablage und nimm diese als Erinnerung, dass du haeufiger laecheln wolltest 

Gruss aus London
Zicke

~ Change is the spice of life ~

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Lämmle

Mitglied seit
26.09.2007
Beiträge: 19
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Hallo,

ich tendiere zu beiden Richtungen.
Zickes Ratschläge sind die längerfristige Variante, die du angehen solltest. Und vor allem stellt sich mir eine Frage: Warum wirkst Du traurig? Bist Du traurig??? Und wenn ja, warum? Warum hast Du Angst, Deinen Job zu verlieren? Mangelndes Selbstvertrauen? Das solltest Du herausfinden, damit Du Dich besser fühlen und damit auch nach außen Zufriedenheit ausstrahlen kannst.
Kurzfristig - also für Dein Gespräch mit Deinem Chef - rate ich Dir dringend zur Unterhosen-Variante! Wenn Du wieder anfangen musst zu weinen, geht Dein Selbstvertrauen wieder noch drei Etagen tiefer! Kopf hoch! Er hat doch gesagt, dass er prinzipiel mit Dir zufrieden ist. Du bist was und Du kannst was! Konzentrier Dich auf das positive und nimm das negative als Anregung an. Und sag ihm, was Du denkst! Das hilft auch ihm, Dich zu verstehen.

Ich wünscht Dir Kraft dazu!
Lämmle

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Highheel

Mitglied seit
18.01.2007
Beiträge: 1042
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Hallo Sidney,

so, wie Du die Basis zwischen Dir und Deinem Chef beschreibst ist er sehr menschlich und kann auch mit Emotionen umgehen. Und so kann ich mir auch vorstellen, daß er Verständnis für Deine Ängste hat, wenn Du ihn damit konfrontierst, es vielleicht auch an Beispielen aus der Vergangenheit erklärst, wo die Angst herkommt. Und ansonsten würde ich in dem Gespräch auch sagen, wie Dein Naturell ist.

Das gleiche mit dem Weinen; daß Du in der Situation sagst: Man, ich will jetzt hier nicht rumheulen ... Du glaubst gar nicht wie das befreit. Dann ist der Knoten geplatzt und es geht besser. Und das Du offen bist für konstruktive Kritik hast Du doch gezeigt und auch umgesetzt.

Und wie Iroli schon schreibt, bereite Dich schriftlich vor und frage ihn, was er erwartet, dann ist Dir eine Last genommen und die Möglichkeit,daß Du etwas vergißt gering.

Ich drück' Dir die Daumen und wünsche Dir ganz viel Kraft für's nächste Gespräch.

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Chefin

Mitglied seit
13.01.2005
Beiträge: 20
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Hallo Sidney,

darf ich dich fragen wie du dich kleidest?

Vielleicht kann man dein Problem ja bereits mit "optischen Tricks" lösen?
Wenn eine Person nicht gerade der "überschäumende Typ" ist und dann auch noch die meiste Zeit in gedeckten Farben anzutreffen ist, wirkt sie traurig. Ein rotes Jackett zur dunklen Hose oder dunkelblau mit weiß und rot kombiniert wirkt Wunder, auch bei klassischem Kleidungsstil. Oder farbige Shirts zum Anzug.

Dann brauchst du dich nicht "innerlich" zu verändern oder zu verstellen.

Wie sieht denn dein Büro aus?
Kann es sein, dass der Raum an sich langweilig oder traurig, kurz etwas angestaubt, aussieht?
Wie wäre es dann mit einer schönen Pflanze oder einem Blumenstrauss auf dem Tisch? Sozusagen als Rahmen für dich?

Der erste Eindruck ist meist ein Gesamteindruck, das heißt du und dein Umfeld.
Ändere jetzt etwas, damit dein Chef eine Veränderung noch vor dem Gespräch bemerkt. Männer sind sowieso meist visuell veranlagt. Du weißt schon besser gucken als den...
Visuelle Änderungen wird er wahrnehmen, wobei ich natürlich nicht weiß ob er bereits mitbekommen hat, dass du dich nun anders meldest.

Denk mal darüber nach und denk dran, bangemachen gilt nicht!

Konrad Adenauer:
Es gibt zwei Arten von Menschen: die einen kennen mich, die anderen können mich!

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Sidney

Mitglied seit
30.03.2006
Beiträge: 18
Hilfreich: 0

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Einschätzungen. Ihr habt mir ein bißchen die Angst genommen. Ich werde bei dem Gespräch versuchen offen zu sein und noch etwas mehr an mir zu arbeiten.

Viele Grüße

Sidney

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