Menu

abmahnung, was muss rein?

amiwe

Mitglied seit
29.01.2004
Beiträge: 138
Hilfreich: 0

haben jetzt das erste mal die situation, dass wir nen "dämpfer" verteilen müssen. damit das ganze rechtlich auch hinhaut, meine frage an die profis: was muss rein, was darf nicht?

danke im voraus,

lg

amiwe

Wenn Frauen wüssten, was Sekretärinnen von ihren Chefs denken, hätten sie eine Sorge weniger.

Danny Kaye - US-Schauspieler und Oscarpreisträger

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Krawallo

Mitglied seit
25.10.2001
Beiträge: 18
Hilfreich: 0

Hallo! habe dir mal aus 'unseren Vorschriften 'rauskopiert!

vG
Krawallo

Hinweise zur Erstellung einer Abmahnung

Die Abmahnung ist gesetzlich nicht geregelt.
Eine Abmahnung ist ein Verweis des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer verbunden mit dem Hinweis (Warnung), dass im Wiederholungsfall der Bestand des Arbeitsverhältnisses gefährdet ist. Eine Abmahnung muss konkret angeben, welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen, in der Regel die Kündigung, der Arbeitgeber sich vorstellt, wie z.B. den Satz: "...müssen Sie mit einer Kündigung Ihres Arbeitsverhältnisses rechnen."
Nach der Rechtsprechung des BAG wird für eine ordentliche oder außerordentliche regelmäßig verhaltensbedingte Kündigung eine vorherige Abmahnung vorausgesetzt. Demnach hat eine Abmahnung eine dreifache Funktion zu erfüllen:

1. Dokumentationsfunktion
Eine Abmahnung kann grundsätzlich formlos erteilt werden. Sie kann auch mündlich erteilt werden. Da eine Abmahnung in einem späteren Kündigungsprozess von dem Arbeitgeber als Kündigungsvoraussetzung zu beweisen ist, wird sie in der Regel schriftlich erteilt und dem Arbeitnehmer sicher zugehen.

2. Hinweisfunktion
Die Vorfälle, die abgemahnt werden sollen, müssen präzise erfasst sein, d.h. es muss Datum, möglichst Uhrzeit, genaue Beschreibung des Fehlverhaltens in der Abmahnung enthalten sein. Pauschale Vorwürfe wie ?Sie haben den Betriebsfrieden stark gestört? sind nicht ausreichend und führen zu einer juristisch nicht haltbaren, d.h. ungültigen Abmahnung. Ein einziger pauschaler Vorwurf macht die gesamte Abmahnung ungültig. Es bleibt dem Arbeitgeber jedoch vorbehalten, die anderen präzisen Fälle in einer anderen (gültigen) Abmahnung zu rügen.

3. Warn- und Androhungsfunktion
Die Abmahnung muss konkret die arbeitsrechtlichen Konsequenzen angeben, z.B. die Kündigung, die den Arbeitnehmer im Wiederholungsfall erwartet. Aus der Formulierung muss sich für den Arbeitnehmer eindeutig ergeben, dass im Wiederholungsfall der Bestand seines Arbeitsverhältnisses gefährdet ist. Der Satz ?behalten wir uns arbeitsrechtliche Konsequenzen vor? genügt nicht für eine Abmahnung; sie ist dann lediglich eine Ermahnung, die allerdings auch in die Personalakte aufgenommen werden kann.

Gliederung der Abmahnung
Eine Abmahnung (wie auch verhaltensbedingte Kündigung) muss verfasst sein wie eine Anklageschrift:
· Das vom Arbeitgeber kritisierte Verhalten des Arbeitnehmers:
Die Abmahnung muss Ort, Zeit(raum) und Umstände des vorgeworfenen Verhaltens so detailliert wie möglich schildern und wenn möglich auch Beweise angeben. Der Arbeitnehmer muss in die Lage versetzt werden erkennen zu können, welche seiner Handlungen er in Zukunft unterlassen oder korrigieren soll. Pauschale Vorwürfe genügen nicht, wie ein Hinweis auf ungenaue Arbeitsweise, Betriebsfriedenstörung, Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit etc. Speziell für "Arbeitsverweigerung" oder "Störung des Betriebsfrieden" müssen konkrete Vorfälle geschildert werden.
Voraussetzung für eine Abmahnung ist, dass das beanstandete Verhalten eine vertragliche Relevanz entweder aufgrund der Schwere oder der Häufigkeit des Vorfalls hat.
Das BAG hat in seiner Entscheidung vom 18.1.1980 auf die Warn- und Ankündigungsfunktion hingewiesen. Diese kündigungsrelevante Hinweis- und Warnfunktion kann nämlich die Abmahnung grundsätzlich nur dann erfüllen, wenn der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer gegenüber genau bezeichnete Leistungsmängel beanstandet.
Gleichzeitig sollte angegeben werden, gegen welche konkreten Vorschriften der Arbeitnehmer verstoßen hat (allgemeine vertragliche Haupt- oder Nebenpflicht (Treue-, Leistungs- oder Aufklärungspflichten, Schutzpflichten, konkrete Dienstanweisungen, Richtlinien etc.)
· Verhalten, das der Arbeitgeber in Zukunft erwartet:
Eine Abmahnung muss eine Aufforderung enthalten, das Fehlverhalten zu ändern, z.B. ?Wir fordern Sie in Ihrem eigenen Interesse auf, dieses Fehlverhalten zukünftig zu unterlassen.?
· Sanktion die eintritt, wenn der Arbeitnehmer sein Verhalten zukünftig nicht ändert:
Die arbeitsrechtlichen Konsequenzen müssen in einer Abmahnung konkret angegeben werden, z.B. die Kündigung, die den Arbeitnehmer im Wiederholungsfall erwartet. Aus der Formulierung muss sich für den Arbeitnehmer eindeutig ergeben, dass im Wiederholungsfall der Bestand seines Arbeitsverhältnisses gefährdet ist. Der Satz ?behalten wir uns arbeitsrechtliche Konsequenzen vor? genügt nicht für eine Abmahnung; sie ist dann lediglich eine Ermahnung, die allerdings auch in die Personalakte aufgenommen werden kann.

Inkorrekte Abmahnung
Fehlt eine der oben angegebenen Funktionen (Präzisierung oder fehlende Anhörung) ist die Abmahnung juristisch nicht haltbar. Es liegt allenfalls eine Rüge oder Ermahnung vor. Werden mehrere Pflichtverletzungen abgemahnt, ist die gesamte Abmahnung ungültig, wenn nur eine der Pflichtverletzungen nicht zutrifft. Daher empfiehlt sich bei komplexen Vorgängen, mehrere Abmahnungen zu erteilen.

Checkliste Abmahnung
Evtl. Anhörung des Arbeitnehmers
Schriftliche Verfassung der Abmahnung (Beweis), wobei deutlich sein muss, dass es sich bei dem Schreiben um eine Abmahnung handelt(deutliche Bezeichnung)
Möglichst konkrete Beschreibung des zu beanstandenden Leistungsmangels oder des Fehlverhaltens des Mitarbeiters (Datum, Uhrzeit, Verstoß gegen welche Vorschriften), zur Gewährleistung einer korrekten Abmahnung und damit der Mitarbeiter erkennt, was er falsch gemacht hat und wie er sich zukünftig richtig verhält
Androhung der arbeitsrechtlichen Konsequenz im Wiederholungsfalle (Kündigung)
Keine Sammel-Abmahnungen (besser: jedes Fehlverhalten einzeln abmahnen)
Bestätigung des Erhalts der Abmahnung durch den Mitarbeiter
Durchschrift der Abmahnung in die Personalakte legen, ggf. Stellungnahme des Arbeitnehmers dazulegen
Mitbestimmung durch Betriebsrat, wenn die Abmahnung einen über den Warnzweck hinausgehenden Sanktionscharakter hat

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Sabrina2101

Mitglied seit
20.03.2006
Beiträge: 220
Hilfreich: 0

Bei Wikipedia steht einiges zum Thema:
http://de.wikipedia.org/wiki/Abmahnung

Ansonsten habe ich hier noch was gefunden:
https://shop.personalverlag.de/shop/s950192

Das, was vor uns liegt und das was hinter uns liegt, ist nichts, verglichen mit dem, was in uns liegt.

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

uschi68

Mitglied seit
16.06.2006
Beiträge: 37
Hilfreich: 0

Schau mal in
http://www.formblitz.de
und suche nach Abmahnung -> da bekommst einige Beispiele angezeigt:

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

amiwe

Mitglied seit
29.01.2004
Beiträge: 138
Hilfreich: 0

ich danke euch, mal schaun, was sich daraus basteln lässt

Wenn Frauen wüssten, was Sekretärinnen von ihren Chefs denken, hätten sie eine Sorge weniger.

Danny Kaye - US-Schauspieler und Oscarpreisträger

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.
Hinweis: Sie müssen sich einloggen um antworten zu können. Noch kein Login? Hier registrieren.