Schwerbehinderung bei Vorstellungsbereich

esbe

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1146
Hilfreich: 0

Hallo,

wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche und bitte Euch direkt um einen Ratschlag.

Wie Ihr wisst, suche ich eine neue Stelle und bewerbe mich auch dementsprechend. Und??

Am Dienstag habe ich ein Vorstellungsgespräch!

In der Bewerbung stand jedoch nichts von meinem GdB von 50%!
Mir stehen damit 5 Tage mehr Urlaub und ein höherer Kündigungsschutz zu. Und nun? Was mache ich, wenn der potentielle Arbeitgeber mich nicht fragt oder nicht sieht, dass ich ein Hörgerät trage und kaputte Knie habe?

Bietet man schon stundenweise Arbeit an? Da ich ja Kurzarbeit und eine Kündigungsfrist habe, könnte ich ja kostenlos einige Stunden in meiner Freizeit dort den Einstieg finden, oder?

Könnt Ihr mir kurzfristig ein paar Tipps geben?

Drückt mir bitte die Daumen!!!

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Melsi

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1222
Hilfreich: 1

Hallo Esbe,

hey ... cool mit dem Vorstellungsgespräch *freu*. Siehst Du, es geht voran

Wegen der GdB von 50 % würde ich an Deiner Stelle auf jeden Fall im Gespräch davon erzählen. Es ist sicherlich auch Deine Pflicht, den AG darüber in Kenntnis zu setzen, gerade weil Du ja auch einen \\\"Sonderstatus\\\" (wegen Urlaub und Kündigungsfrist) inne hast. Ich würde mich also nicht darauf verlassen, ob mein Gegenüber mein Hörgerät sieht oder nicht - in die Offensive gehen, das würde ich Dir raten.

Der Vorschlag mit dem Probearbeiten finde ich super. Wir vereinbaren das mittlerweile auch mit unseren neuen/potentiellen Mitarbeitern. Das wird von beiden Seiten gerne gesehen

Also nur Mut. Lege ihm die Karten offen dar und sprich ihn auch wegen der Probearbeit an

Viel Erfolg und gutes Gelingen, Melsi

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Suse

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 4732
Hilfreich: 1

Hallo liebe esbe,

Glückwunsch zur Einladung!! Das ist ja schon mal eine große Hürde, die Du da genommen hast.
Deine Frage wegen der Pflicht zur Angabe des Grads der Behinderung finde ich sehr interessant und habe mal gegoogelt. Was soll ich sagen, ich bin nicht schlauer als vorher..Es gibt die unterschiedlichsten Beiträge z.B. aus Foren zu diesem Thema und die einen sagen, Du mußt es sagen, die anderen sagen, Du brauchst es nicht sagen, genauso wie man eine Schwangerschaft nicht erwähnen muß. Dieses hin und her scheint aber auch daher zu rühren, dass es wohl mal eine Gesetzesänderung gegeben hat, so habe ich das zumindest verstanden.
Besondere Regelungen scheint es bei öffentlichen Einrichtungen zu geben, wenn die sich nicht exakt an die Vorgaben halten, kann man sie verklagen.. Finde das sehr verwirrend und denke, da muß eine Fachauskunft her.
Hier bei der Stadt gäbe es dafür eine Beauftragte, das wäre meine erste Idee. Vielleicht kann die IHK oder die Kammer auch jemanden benennen. Ich würde mich auf jeden Fall noch mal schlau machen, esbe, und nicht so ins Blaue hinein da hingehen.
Und für morgen viel, viel Glück und Erfolg meine Liebe!!!

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Suse

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 4732
Hilfreich: 1

Das steht zum Beispiel bei wikipedia:

Fragerecht bei Einstellung – Offenbarung einer Schwerbehinderung [Bearbeiten]Ob eine anerkannte Schwerbehinderung bei einer Einstellung unaufgefordert zu offenbaren bzw. auf Nachfrage etwa in einem Personalbogen oder bei Vorstellungsgesprächen anzugeben ist, war früher umstritten. Nach ganz überwiegender Auffassung in der neueren Fachliteratur sowie der neueren obergerichtlichen Rechtsprechung ist aber jedenfalls seit der gesetzlichen Neuregelung des Antidiskriminierungsrechts durch § 81 Abs. 2 Satz 2 SGB IX n.F. in Verbindung mit dem AGG die „tätigkeitsneutrale“ Frage nach einer Schwerbehinderung (entgegen der früheren Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zur alten Rechtslage vor dem 1. Juli 2001) unzulässig bzw. diskriminierend und darf daher, wenn sie gestellt wird (ähnlich wie die Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft), ohne Rechtsfolgen auch dann verneint werden, wenn formell die Schwerbehinderteneigenschaft amtlich festgestellt ist. Zulässig bleiben aber weiterhin konkrete arbeitsplatzbezogene Fragen, die sich auf die gesundheitliche Eignung eines Stellenbewerbers für eine bestimmte Stelle und die damit ggf. verbundenen besonderen gesundheitlichen Anforderungen beziehen. Da aber dann zukünftig ein Arbeitgeber nicht mehr erfahren würde, ob und wie viele schwerbehinderte oder gleichgestellte behinderte Menschen er beschäftigt und deshalb (bei jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen) verpflichtet bliebe, die gesetzliche Ausgleichsabgabe zu bezahlen, obwohl er die gesetzliche Beschäftigungsquote tatsächlich erfüllt, wird vereinzelt in der Fachliteratur eine Verpflichtung der Arbeitnehmer angenommen, die Tatsache ihrer anerkannten Schwerbehinderung jedenfalls nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit, nach der der besondere Kündigungsschutz greift, dem Arbeitgeber zu offenbaren.

Einige Begriffe sind verlinkt, vielleicht könnte Dir das noch weiterhelfen. Gegoogelt habe ich nach Schwerbehindertengesetz und dann erscheint der Eintrag gleich an 3. Stelle.

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Su0811

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 664
Hilfreich: 0

Hallo Esbe,

da ich auch eine SBA habe habe ich mich schon öfter mit dieser Frage beschäftigt. Allerdings bin ich zur Zeit (Gottseidank) nicht in Not mir einen neuen Job zu suchen. Dieser Artikel ist recht gu:

http://www.faz.net/s/Rub8EC3C0841F934F3ABA0703761B67E9FA/Doc~EA61D03FFFCB24A2B9420167A8DC589D2~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Man muss es nicht sagen, sofern es den Job nicht betrifft.....

LG + viel Glück

Su0811

„Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben.“
(Eleanor Roosevelt)

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

heddix

Mitglied seit
16.11.2006
Beiträge: 3372
Hilfreich: 0

Hi esbe,

ich wünsche dir viel Glück für dein Vorstellungsgespräch!

Zu deiner Frage:
Wenn du deine Behinderung nicht erwähnst und die wollen dich einstellen, dann kommt das spätestens bei der arbeitsmedizinischen Untersuchung durch den Betriebsarzt raus. Bei uns ist diese Untersuchtung Voraussetzung für das Zustandekommen des Arbeitsvertrages.

Also, mit der Wahrheit lebt sich\'s besser ...

Lieben Gruß
heddix

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

esbe

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1146
Hilfreich: 0

Hallo,

sicher möchtet ihr wissen, wie es weitergeht????

Das Vorstellungsgespräch war sehr locker, habe im Moment ein noch sehr gutes Bauchgefühl, aber der AG möchte noch eine Nacht darüber schlafen. Es passt eigentlich alles, aber...

Als es zu dem Thema \"neue Telefonanlage ist in Planung\" kam, habe ich mich getraut, auf mein Hörgerät hinzuweisen und das ich bei der Behinderung im Vorfeld geforscht hätte, dass es über BA bzw. Landschaftsverband WL Zuschüsse bei der Einstellung Schwerbehinderter gäbe. Hoffe, dass er das in die richtige Kehle bekommen hat. Er hat auch gefragt, ob ich mit meiner Arthrose denn auch noch Gänge zur Sparkasse machen kann! Selbstverständlich, Laufen ist dabei doch nicht das Problem, eher das Aufstehen nach längeren Sitzphasen und die dann zu erfolgenden ersten Schritte.

Sein kleiner Hund mochte mich jedenfalls auf Anhieb, ließ sich streicheln und setzte sich auf meinen linken Fuß. Falls dies ein Test war, war er für mich jedenfalls positiv.

Also drückt auf alle Fälle weiterhin die Daumen , halte Euch auf dem Laufenden.
Steige jetzt in den Badeanzug und strampele mich bei Aquafitness fit

liebe Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

EGE76

Mitglied seit
08.05.2007
Beiträge: 374
Hilfreich: 0

Hallo esbe,

toll, dass das Vorstellungsgespräch so gut gelaufen ist. Ich drücke Dir ganz fest die Daumen und wünsche Dir viel Glück!!

Viele Grüße
EGE76

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

esbe

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1146
Hilfreich: 0

Hallo,

kurze Info an Euch:

Gestern Abend kam eine Mail, dass ich nächste Woche Probearbeiten kommen soll, um das Team besser kennen zu lernen und mir den Arbeitsplatz ansehen kann. 2 Tage habe ich auf eine Antwort gewartet und gezittert, jetzt müsst ihr noch eine Woche weiter die Däumchen drücken, denn dann muss ein Vertrag gemacht werden, damit ich in der alten Firma kündigen kann.

Bis später

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.

Melsi

Mitglied seit
08.11.2006
Beiträge: 1222
Hilfreich: 1

Hallo Esbe,

das ist ja SUUUUUUUUUUUUUUPER! Ich freue mich jedenfalls sehr darüber

Alles wird gut!!!

Ein schönes Wochenende und LG, Melsi

Dieser Beitrag wurde 0 mal als hilfreich markiert.
Hinweis: Sie müssen sich einloggen um antworten zu können. Noch kein Login? Hier registrieren.