Auswärtstätigkeit: Fahrt von zu Hause aus

annemann

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Hallo,
folgende steuerrechtliche Frage:
Ich bin in unserer Abteilung für die Abrechnung von Reisekosten zuständig.
Seit einiger Zeit wird es bei uns so gehandhabt, dass bei Auswärtstätigkeiten die Kilometergelderstattung um die Distanz Wohnort-Arbeitsstätte gekürzt wird, wenn die Reise von zu Hause aus angetreten wird.
Jetzt kommt ein Mitarbeiter zu mir und fordert zum Ende des Jahres eine Übersicht über seine getätigten Reisen, da er sich die vom Arbeitgeber gekürzten km vom Finanzamt zurückholen will. Das verstehe ich nicht!
Er kann doch - gerade WEIL wir die Fahrtkosten kürzen - alle Kilometer von zu Hause zur Arbeit in der Steuererklärung angeben, oder sehe ich das falsch? Was will er???
Danke vorab für Feedback.
annemann

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Melsi

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Hallo Annemann,

also was ich nicht verstehe:

Wenn ein Arbeitnehmer von zu Hause aus eine Dienstreise antritt ... warum kürzt Ihr da überhaupt die km-Pauschale um die Fahrt von Wohnort zur Arbeit?

Bei uns ist es so, dass in solchen Fällen alle Kilometer gezahlt werden. Schließlich fährt der Mitarbeiter ja nicht erst zur Arbeit und von dort aus zum Kunden etc., sondern er startet von zu Hause. Also werden dann auch alle km von uns gezahlt.

Bei der Steuererklärung kann der Arbeitnehmer allerdings alle km von zu Hause zur Arbeit steuerlich geltend machen. Das ist korrekt.

Warum führt der Arbeitnehmer denn diese Liste nicht selbst? Warum musst Du ihm das überhaupt zur Verfügung stellen? Da würde ich die Angestellten in die Pflicht nehmen - zumindest mache ich das so. Ich bin nicht für deren private Einkommenssteuererklärung zuständig. Die müssen bei uns ihre Listen mit Dienstreise etc. selbst pflegen. Ich mache lediglich die Reisekostenabrechnungen - der Rest ist mir Wurst

Ansonsten würde ich ihm die Reisekostenabrechnungen drucken und in die Hand drücken. Den Rest wird er dann ja wohl noch selbst hin bekommen

LG, Melsi

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Kirsten

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Hallo,

m. E. ist das nicht rechtmäßig, was ihr da tut:

Wenn ein Arbeitnehmer eine Dienstreise tut, dann macht er das im Firmenauftrag. Warum also sollte sich dieser Arbeitnehmer die Kosten vom Finanzamt (=Staat) wiederholen, also letztlich - platt ausgedrückt - warum soll ICH dafür zahlen, dass ihr euren Mitarbeitern auf Reisen schickt?!

Sollte dieser Arbeitnehmer also jetzt hergehen und diese Kosten beim Finanzamt geltend machen und sollte er diesen Grund dazu noch in epischer Breite darlegen, könntet ihr euch mächtig ins eigene Firmen-Knie schießen.

Ist das wirklich rechtlich wasserdicht oder hat da ein kleiner Geschäftsführer nach Sparpotenzial gegraben? Bei uns wäre eine solche "Kürzung" undenkbar - und mein Arbeitgeber zahlt mit Sicherheit nicht freiwillig mehr als er gesetzeshalber muss.

Seeeeeeehr skeptische Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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annemann

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Hallo,
erst einmal danke für eure Beiträge.

Dass es absolut legal ist - wenn auch nicht allgemein üblich -, die km um die Differenz Wohnort/Arbeit zu kürzen, haben wir natürlich schon sichergestellt (von Steuerexperten bestätigt). Und dass es von Arbeitgeberseite her sinnvoll ist, liegt doch auf der Hand: der Arbeitnehmer "spart" sich ja an dem betreffenden Tag die Fahrt zur Arbeitsstätte. Insofern bekommt er nur den reinen Mehraufwand, den er durch die Reise hat, erstattet.

@Melsi: Du schreibst: "Bei der Steuererklärung kann der Arbeitnehmer allerdings alle km von zu Hause zur Arbeit steuerlich geltend machen. Das ist korrekt."
Aber das ist es in eurem Fall, wenn ihr schon die km alle steuerfrei erstattet, ja eben NICHT! Dann kassiert er ja sozusagen doppelt. Eure Mitarbeiter müssten dann eigentlich bei der Steuererklärung alle Fahrten angeben, die sie bereits vom Arbeitgeber erstattet bekommen haben.

@Kirsten: Das mit dem Schießen ins eigene Firmenknie ist ja schon durch meine obige Erklärung (Legalität) ausgeschlossen. Außerdem schreibst du: "Sollte dieser Arbeitnehmer also jetzt hergehen und diese Kosten beim Finanzamt geltend machen...": Falls du - wie ich - von den Kosten der Fahrten zur Arbeitsstätte sprichst, ist das doch völlig legal. Die Pendlerpauschale kann ja schließlich für alle Fahrten von der Wohnung zum Arbeitsort als Werbungskosten abgesetzt werden (für jeden Arbeitstag und jeden vollen Kilometer der einfachen Entfernung zwischen dem Arbeitsort und der Wohnung 30 Cent). Hast du mich da vielleicht falsch verstanden?

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass der Kollege nicht verstanden hat, dass er gerade WEGEN der Tatsache, dass wir die Distanz Wohnung/Arbeitsstätte von den gefahrenen Kilometern abziehen, kein Problem mehr damit haben dürfte, seinen Arbeitsweg für jeden Arbeitstag des Jahres in der Steuererklärung geltend zu machen... Morgen werde ich mit ihm darüber sprechen und das klären.

Trotzdem nochmal vielen Dank.

Gruß

annemann

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Melsi

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08.11.2006
Beiträge: 1225
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Hallo Annamann,

jetzt hast Du mich falsch verstanden oder ich habe mich unverständlich ausgedrückt.

Ich meinte:

Jeder Arbeitnehmer, der morgens zur Arbeit fährt, kann diese Kosten über seine Steuererklärung geltend machen (also Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte). Und zwar für jeden einzelnen Tag, an dem er auch zur Arbeit gefahren ist.

Wir zahlen unseren Mitarbeitern diese Aufwände nicht und insofern wird hier auch der Staat nicht doppelt zur Kasse gebeten.

Wir zahlen lediglich die Dienstreisen mit dem privaten PKW und unsere Mitarbeiter können hier jeden einzelnen km (auch bei Reiseantritt von zu Hause aus) zum Einsatzort über die Reisekostenabrechnung bei uns abrechnen. Wir kürzen da gar nichts und wir verlangen auch nicht von den Mitarbeitern, dass sie vorher bei uns im Büro vorbeikommen.

Es wird alles so abgerechnet, wie es sich aus unserer Sicht auch richtig verhält. Jeder dienstlich gefahrene km kann vom Mitarbeiter über Reisekosten bei uns eingereicht werden - schließlich war er ja auch für uns unterwegs. Und da zählt für uns eben jeder einzelne Kilometer.

Was der Mitarbeiter dann tatsächlich in seiner Steuererklärung an km abrechnet, interessiert mich nicht die Bohne und das muss er dann selbst verantworten, wenn er den Staat beschei***.

Ich habe allerdings noch nie zuvor gehört, dass man den Leuten die km-Pauschale einfach wegkürzt, wenn man ihnen den Umweg ins Büro vor Reiseantritt erspart. Das ist m. E. n. nicht üblich, aber ich werde hierzu mal irgendwann mein Steuerbüro befragen.

In diesem Sinne. Ich starte jetzt ins lange Wochenende, packe mein kleines Köfferchen und sag mal lieb Tschüss

LG, Miriam

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suwi

Mitglied seit
10.06.2013
Beiträge: 2
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Bei uns werden auch die km von der Wohnung zur Arbeit gekürzt, wenn die Dienstreise von zu Hause aus beginnt. Ist so rechtens, da es bei uns in unerem Landes-Reisekostengesetz so steht. Wie es in adneren steht, weiß ich nicht.

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