Nehmen und geben - bin ich kleinlich??

Suse

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Im Kollegenkreis ist es üblich, dass wir uns zu Geburtstagen beschenken und das Geburtstagskind je nach Gusto was ausgibt (Kuchen backen oder Frühstück mitbringen). Meist sitzen wir zusammen und frühstücken, was allen gut gefällt.
1x die Woche kommt seit gut 2 Jahren eine Aushilfe (Tochter einer Angestellten) für 8 Stunden, immer montags. Nun sind ganz viele Geburtstagsleckerein im letzten Jahr montags gewesen und die Aushilfe hat von uns aus natürlich immer mit dabei gesessen. Dieses Jahr hatte sie nun selber an einem Montag Geburtstag, was ich aber jetzt erst erfahren habe. Gebe zu, ich habe mich bisher nicht um ihren Geburtstag gekümmert. Passiert ist von ihr aus nichts, gratuliert hat halt auch keiner, von uns wußte bis dato keiner ihren Geburtstag. Uns könnte man also schlagen, weil wir desinteressiert waren. Aber wie ist es denn von ihrer Seite aus, wenn ich immer schön mitgenieße, komme ich da nicht auch mal auf die Idee, etwas mitzubringen? Jetzt steht wieder ein Frühstück an, wieder an einem Montag.. Bin ich dreist, wenn ich sie dann mal frage, wann sie eigentlich Geburtstag hat? Ich weiß von der Asche, die ich auf mein Haupt zu streuen habe, die Gründe dahinter sind ja erstmal egal, aber unabhängig davon reibe ich mich an diesem Schmarotzertum auf. Wie seht Ihr das? Würdet Ihr was sagen? Danke für Eure Meinung.

Suse

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heddix

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Hi Suse,

muss gerade schmunzeln. Du bist mit deinen Gedanken und Empfindungen sicherlich nicht alleine. Das hat schon so ein \\\"Geschmäckl\\\", wenn man sich immer hinten draufstellt bei den Anderen und selbst ...

Naja, an dem Spruch \\\"Frech gewinnt\\\" ist wohl was Wahres dran.

Ich gehe mal davon aus, dass du von der Aushilfe in keinerster Weise \\\"abhängig\\\" bist - also in Ungnade fallen könntest. Deshalb sei auch frech und frage sie nach ihrem Geburtstag. Wahrscheinlich ist die dann noch so dreist und versteht den Wink mit dem Zaunpfahl gar nicht - oder will nicht verstehen.

Freue mich schon auf deinen Bericht

Lieben Gruß und noch einen schönen Nachmittag

heddix

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Melsi

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Hallo Suse,

ich würde sie direkt mal auf ihren Geburtstag ansprechen
Warum denn auch nicht? Fragen darf man als Kollegin ja mal *fg*.

Allerdings würde ich die \\\"Hoffnung\\\" begraben, dass sie auf ihren Geburtstag noch was ausgibt. Es gibt immer wieder sog. Schmarotzer, die gerne bei anderen mitstopfen, selbst aber nie einen ausgeben wollen.

Ich hasse sowas wie die Beulenpest

Wir hatten in unserer Firma auch mal so einen Kollegen. Der hat bei jedem ordentlich mitgegessen, gerne auch noch mal nen Nachschlag geholt, selbst aber nie was gemacht. Irgendwann habe ich dann meinen Geburstag gefeiert. Mein Frühstück stand in der Küche und wer kam als erster die Türe rein, um sich zu bedienen? Der nette Schmarotzer-Kollege mit dem Freibier-Gesicht. Dem Kameraden habe ich dann direkt gesagt, das ich ihn nicht mit einkalkuliert habe und für ihn kein Frühstück habe. In einem Nebensatz habe ich dann noch höflich gesagt, dass er seinen Geburtstag ja auch nicht mit uns \\\"gefeiert\\\" hat.

Der hat vielleicht blöd geglotzt
Aber mir war das egal - er war der Blamierte, nicht ich.

Geändert hat das jedoch an seinem Verhalten gar nichts.

LG, Melsi

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Chili

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08.11.2006
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Hi Suse,

also mal von Kaiserin zu Kaiserin...
Jaja, solche Kollegen gibt es immer und überall!!!! Wir haben auch so zwei Exemplare... Grässlich. Bisher hat sie niemand drauf angesprochen, weil sie \"intimus\" von Obercheffe sind... Da will man ja nicht auffallen...
Ich guckte immer, dass er nicht anwesend ist, wenn ich was gebe...
Was Melsi geschrieben hat - das finde ich gut! So weiß er Bescheid und ist selbst der Blamierte! Klasse!!!
Schade nur, dass diese Typen niemals aussterben...

Vielleicht ist eure Aushilfe einfach nur \"gierig\" oder denkt, weil sie nur 8 St. kommt, braucht sie sich nicht anzupassen... Sie wird wohl denken, sie erhält auch weniger Lohn...
Jetzt denke ich aber daran: Du schreibst, sie ist die Tochter einer Kollegin. Wie ist die Kollegin denn? Macht sie mit? Kannst du sie nicht mal ansprechen? Die Aushilfe muss ja nicht \"soviel\" spendieren wie ihr, ein Fladen halt oder was in der Art?
Vielleicht ist sie einfach nur dreist... Da ist jetzt die Detektivin in dir gefragt...

Wobei du schon recht hast, dass ihr vielleicht auch mal ein bisschen Interesse hättet zeigen können am Geburtstag der Aushilfe...
Aber vielleicht war ihr das wiederum recht????

Den Spruch von Melsi finde ich jedenfalls gut und würde ich anwenden.

Viel Erfolg.

Schönen Feierabend an alle - wo hat sich die Sonne versteckt??????
Chili

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Melsi

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Hi Ihr Lieben,

also Chili hat mich da jetzt doch noch auf einen Denkanstoß gebracht

Die Dame ist ja eine Aushilfe, hat evtl. auch wirklich nicht viel Geld zur Verfügung - da kann man natürlich niemand verurteilen und nötigen, einen auf den Geburtstag auszugeben.

Unsere Azubis z. B. geben auch nicht immer was aus. Meist bringen sie auch nur eine Kleinigkeit (selbstgebackenen Kuchen etc.) mit.

Bei Azubis und Aushilfen finde ich den \"Geiz\" auch nicht schlimm. Wer nicht viel hat, der muss meiner Meinung nach auch nicht viel tun. Allerdings würde ich mich dann in dem Moment auch nicht überall durchfuttern, wenn meine Kollegen was ausgeben

Mein netter Kollege jedoch hat echt eine Menge an Gehalt bekommen und sich immer durchgestopft, wenns was für umme gab. Bei solchen Kandidaten werde ich echt sauer!

Meine Erfahrungen jedoch waren meist so, dass diejenigen Kollegen, die nicht viel Geld haben, mehr ausgegeben haben als die Großverdiener.

LG, Melsi

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Suse

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08.11.2006
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Danke für Eure Meinungen. Dass wir auch nicht ganz astrein sind, weil wir uns für ihren Geburtstag nicht interessiert haben, hatte ich ja schon geschrieben. Dass sie als Aushilfe nicht so viel verdient und deswegen keine großen Sprünge machen kann, ist uns natürlich auch klar. Mir geht es eher so um das Grundsätzliche. Um die Geste. Und da wäre ein Blechkuchen z.B. genauso nett wie ein Teller mit Schokolade und Keksen oder irgendwie sowas.
Ihre Mutter werde ich keinesfalls ansprechen, das kann nur böse Folgen haben, da ist ganz viel Fingerspitzengefühl angesagt. Von Chili besagte Büropolitik.
Ich werde die Frage im Hinterkopf haben für das nächste Frühstück und wenn es sich paßt, flutscht die von ganz alleine raus, kenne mich doch .
Auch wenn es hier Kollegen gibt, die wie ich denken, bin ich doch auch froh zu lesen, dass Ihr es auch nicht korrekt findet, ich mir die Sorge mit der Kleinlichkeit also nicht machen muß.
Wenn es was Neues gibt, gebe ich Info.

Schönen Tag für Euch, hier schneit es mal wieder (

Suse, die gerne Frühling hätte

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Susanne1

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Hallo Suse,

ich persönlich vertrage kein Weizen, d. h. nehme am Geburtstagsfrühstück oder -kuchen meiner Kollegen nicht teil. Trotzdem gebe ich an meinem Geburtstag Kuchen oder Süßigkeiten (Mars, Twix, Snickers etc.) aus.

Ich denke, keiner würde von einer Aushilfe ein \"Festmenü\" erwarten, aber wenn sie gern an Geburtstagssachen teilnimmt / mit isst, sollte sie auch eine Kleinigheit machen.

Aber Anstand kann man niemanden beibringen!

Gruß

Susanne

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Nachtelfe

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Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Ja, ich finde das extrem kleinlich!

Allein schon die Tatsache, dass jemand Listen darüber führt (wenn auch nur im Kopf) wer, wem was \"schuldig\" ist bringt mich auf die Palme. Wie furchtbar!

Ich bin froh, dass ich in einer Firma arbeite, wo jemand was mitbringt, wenn er Lust hat und sonst eben nicht - unabhängig davon wie oft er schon bei irgendwem ein Kuchenstück mitgegessen hat. Und keiner muß sich schuldig fühlen, weil er ein Stück von meinem Kuchen isst, ohne sich binnen Jahresfrist dafür zu revanchieren.

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. (Mahatma Gandhi)

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Melsi

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08.11.2006
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Hallo Nachtelfe,

ich denke, darum geht es doch gar nicht.

Mal im Ernst: Es ist doch schon irgendwie \\\"unkollegial\\\", wenn jemand immer bei anderen mitisst und selbst nichts ausgibt.

Ich persönlich bin der Meinung, dass man auch einen ausgeben kann, wenn man Geburtstag hat und nicht immer nur dann als erster beim Buffet ist, wenn andere dafür zahlen. Ein paar Kleinigkeiten für die Mannschaft hinzustellen hat noch niemandem das Genick gebrochen.

Ich bin weiß Gott nicht kleinlich oder zähle mit, wie oft sich wer an was bedient. Aber immer nur auf Kosten anderer zu Essen, finde ich persönlich echt daneben. Für mich sind das alles Freibier-Gesichter.

Ich gebe gerne mal eine Kleinigkeit im Büro aus, auch außer der Reihe - das kann doch jeder halten wie er will. Wenn ich was außer der Reihe mache, dann ist das meine Sache und hier schaue ich gewiss nicht darauf, ob andere das auch machen.

Aber es gibt z. B. auch Menschen, die sich an Sammelaktionen für Geburtstage etc. auch nur mit 1,- Euro beteiligen und dann aber für 20,- Euro stopfen. Auch das kommt vor und gerade bei den sogl. Großverdienern ist das häufig der Fall.

Ich schweife grad vom Thema ab, ich weiß. Aber auch das sollte mal gesagt sein. Mit Kleinlichkeit hat das für mich nix zu tun - es geht doch vielmehr auch um die \\\"Wertschätzung\\\" der Kollegen, wenn jemand zu irgendwelchen Anlässen auch mal einen ausgibt und der Mannschaft damit \\\"Danke schön\\\" sagt.

Eine sehr hitzige Diskussion

LG, Melsi

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Suse

Mitglied seit
08.11.2006
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Hallo Nachtelfe,

so wie Du es schreibst, klingt es wirklich furchtbar. Aber wie auch Melsi grad noch mal sagte, mir geht es nicht um die 100%-ige Deckung, sondern um die Geste. Freibiergesicht ist ein böses Wort, aber ich würde es hier wohl jetzt auch verwenden.
\"Listen\" schreiben ist unschön, da gebe ich Dir recht, aber wenn ich ehrlich bin, gibt es immer wieder Situationen, wo das passiert. Beispielsweise auch, wenn ich immer einer Freundin hinterher telefonieren muß, damit wir uns treffen können. Wartet man da nicht auch als Zeichen von Wertschätzung auf eine Aktion der Gegenseite? Diese Beziehung lebt auch vom Geben und Nehmen. Und so sehe ich die Beziehung hier im Büro auch.
Aber ganz klar, jeder hat seine eigene Meinung und das ist okay. Und ich finde es gut, dass Du sie zum Ausdruck bringst.

Sonnige Grüße an Dich,

Suse

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