Erst Zu- dann Absage

schnusu

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Ich bin ganz unten, obwohl ich ein wirklich positiver Mensch bin, aber das ist nach vielen Jahren im Beruf meine erste Erfahrung in dieser Form. Ich habe gestern Abend (ich "hing" gerade mit beiden Armen im Kochtopf), nach einem zweiten Gespräch, was aber eine Arbeitsprobe war, eine mündliche telefonische Zusage bekommen. Da das erste Gespräch sehr kurz war und das zweite verschiedene Fragen an mich waren (wie gehen Sie damit um, wie mit diesem Umstand, wo finden Sie im -fremden- PC das und das) und ich wenig bis keine Chance hatte, meinerseits verschiedene Fragen zu klären, habe ich das gestern telefonisch versucht. Z. B. zum Schluss, wie er den Urlaub gehandhabt haben möchte. Meine erste Frage war, warum er sich für mich entschieden hat (3. Wahl möchte ich nicht sein) und ich hätte noch gern gewusst, wie er sich selbst als Chef charakterisieren würde (ich möchte vorher gern wissen, für wen ich mich entscheide). Das hatte er nur sehr ungern beantwortet und auch nicht wirklich und meinte dann, ich könne ja bis morgen überlegen und mich dann zu einer bestimmten Uhrzeit melden. Heute dann hat er in dem Anruf, bei dem ich eingangs sein Angebot angenommen habe, rumgedruckst, dass er die Fragen verstehen könnte, aber das mit dem Urlaub hätte ich ja vorher klären können und dann noch meine Bitte um Aufschub bis heute, da wäre er nicht mehr sicher.

Ich habe dann deutlich gemacht, dass ich im zweiten Gespräch keine Chance hatte zu weiteren Fragen, da die zweite Bewerberin kommen sollte. Und in einem ersten Gespräch finde ich das unmöglich.

Dazu muss ich sagen, dass ich jetzt schon mehrfach Vorstellungsgespräche hatte und jetzt dreimal unter den ersten drei war, aber ich bin 50 und mache mir, trotz durchweg 1-er Zeugnissen, keinerlei Illusionen, dass es langsam verdammt eng wird. Ich bin zuhause und nicht arbeitslos gemeldet, lange darf der Zustand aber nicht mehr dauern.

Kann mich jemand aufrichten. Oder darf ich obige Fragen nicht stellen?

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schnusu

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Schade, dass niemand antwortet, wahrscheinlich, weil ich nicht zuerst "Hallo, ich bin neu hier und überfalle Euch hier mit folgendem Problem" gesagt hatte. Das täte mir leid, wenn es so wäre, aber ich hatte gestern den Kopf nur mit der Geschichte voll.

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Melsi

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Hallo schnusu,

herzlich Willkommen im Forum.

Jede von uns versucht zu helfen, wo es nur geht. Manchmal kann oder will auch niemand ein Posting beantworten. Das kann viele Gründe haben, wie z. B.:

a) man hat keine Zeit
b) man hat zum Posting einfach nichts zu sagen oder bei zu tragen

Also Geduld wäre schon auch angemessen, zumal wir auch nicht ständig Zeit haben im Forum die Postings zu beantworten

Ein nettes "Hallo" in die Runde oder ein paar Grüße am Ende eines Postings sind auch nicht verkehrt und werden von uns allen auch gerne gesehen. Die Höflichkeit und Form sollte schon gewahrt werden.

Zu Deinem Posting:

Fragen zu "wie ist das mit dem Urlaub geregelt" würde ich persönlich NIE am Telefon stellen - hierzu bietet sich Gelegenheit im persönlichen Gespräch, z. B. bei Vertragsunterzeichnung, oder man bittet eben noch einmal um ein persönliches Gespräch (sollte man überhaupt in die engere Wahl kommen).

Fragen wie "wie schätzen sie sich charakteristisch als Chef ein" finde ich komplett unangemessen. a) sagt sowieso kaum ein Mensch die Wahrheit und b) liegt sowas auch immer im eigenen Ermessen. Mit dem einen Chef kann man sehr gut, mit dem anderen sehr schlecht.

Ob eine Zusammenarbeit klappt, stellt sich sowieso erst in der Arbeitswelt heraus. Es ist nicht immer alles Gold, was glänzt.

Sorry für die offenen Worte. Das ist meine Sicht zu Deinem Posting.

LG, Melsi

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schnusu

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Hallo Melsi,

Hui, das war deutlich, in jeder Hinsicht. Aber das habe ich zu akzeptieren, wenn ich öffentlich poste. Trotzdem vielen Dank für die ehrliche Einschätzung.

Zu den einzelnen Punkten: das man in einer nicht so tollen Verfassung evtl. ein bisschen schneller auf Reaktionen hofft, müsste man verstehen können. Und ich hatte schon einige gesehen, die seit gestern meinen Beitrag gelesen hatten. Und viele, die bei anderen Themen innerhalb von Minuten antworten. Ok.

Den Vorgang an sich sehe ich, sorry, komplett anders. Ich bin heute froh, dass ich gefragt hatte, denn so eine Zusammenarbeit möchte ich nicht haben und das kenne ich in vielen Jahren in meinem Beruf auch komplett anders. Das Leben ist kein Wunschkonzert, ok, aber ohne diese Fragen bzw. die Reaktion darauf wäre ich komplett ins Messer gelaufen.

Komisch, dass 4 mir ganz nah stehende Menschen, die im Berufsleben auch viel mit Einstellungen zu tun haben, gesagt haben, dass die Fragen absolut in Ordnung waren, auch genau zu diesem Zeitpunkt und ich froh sein soll, dass ich vor Antritt der Stelle herausgefunden habe, dass das kein gutes Ding wird.

Und erst zuzusagen um in einem weiteren Gespräch bzw. bei Vertragsunterzeichnung noch weitere Fragen zu klären, finde ich zu spät. Damit wäre meinen Mitbewerberinnen bereits abgesagt worden, das (!) fände ich sehr unfair, ganz abgesehen, von dem AG, der dann wieder von vorne anfangen kann.

Übrigens: im ersten Gespräch wurde mir eine unzulässige Frage gestellt (wurde so formuliert und dennoch gestellt). Bitte, was habe ich denn davon zu halten. Das geht doch alles in die gleiche Richtung: Vogel friss oder stirb.

DAS ist in der Gänze in Ordnung? Dann ade du schöne Arbeitswelt...

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Melsi

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Hallo schnusu,

hätte ich das erste Vorstellungsgespräch dort gehabt, dann hätte ich mich schon etwas gewundert, wenn man mich extra dazu einlädt und sich dann für mich keine Zeit nimmt, statt dessen im Nachhinein ein Telefonat mit mir führt.

Ich habe bei mir in der Firma auch viel mit Einstellungen zu tun, aber wenn wir Bewerbergespräche führen, dann nehmen wir uns dafür auch die Zeit und bügeln die Kandidaten nicht in einem darauffolgenden Telefonat ab.

Nach dem Motto: Persönlich haben wir keine Zeit für sie, aber wir telefonieren und beantworten dann auch gerne weitere Fragen. Sowas wäre mir schon zuwider und ich hätte dann auch schon direkt den "Kanal voll".

Unzulässige Fragen im Vorstellungsgespräch stellen oder nicht stellen. Darüber kann man sich vermutlich auch streiten. Ist wohl das gleiche Thema, wie bei den Arbeitszeugnissen - in die darf man auch nichts negatives schreiben, die Dinge werden "schlichtweg schöner dargestellt", als sie tatsächlich waren.

Warum soll ein AG nicht auch eine Frage stellen dürfen, ob erlaubt oder nicht erlaubt? Du musst darauf schließlich nicht antworten

Im Gegenzug fände ich die Frage eines Bewerbers nach meinen "charakterlichen Zügen/Eigenschaften" auch nicht gerade angemessen. Hier würde ich mir denken: Du darfst zwar alles fragen, aber noch lange nicht alles wissen!

Meine Antwort auf Dein Posting sollte nicht negativ rüber kommen. Ich möchte einfach nur, dass man hier auch höflich und freundlich, heißt mit einem "Hallo" ein neues Thema beginnt und vielleicht auch mal einen Gruß verschickt. Schließlich möchte man hier ja Hilfe in Anspruch nehmen und dann gehört sowas für mich einfach dazu. Wir sind hier ja nicht auf dem Bau, wo man sein Gegenüber einfach nur anraunzt

Ein paar Leute haben sich hier auch schon über meine direkte Art aufgeregt. Aber ich lüge den Leuten nicht ins Gesicht, rede die Dinge nicht schön und ich rede schon gar niemandem nach dem Mund. Meine Postings beinhalten nicht immer das, was die Damen/Herren hier lesen wollen. Aber ich sage meine Meinung zu den Dingen - offen und ehrlich
Auch das verstehe ich als Hilfe.

In diesem Sinne: Einen schönen Feierabend und LG, Melsi

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schnusu

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Hallo Melsi,

nein, nein, dass ist absolut in Ordnung, ich bin ebenso für ein offenes Wort! Das mache ich exakt genauso, ich bin nur momentan etwas dünnhäutig.

Nochmal der Ablauf, weil ich denke, da liegt ein Missverständnis vor:

1. Gespräch, entspannte, gute Atmosphäre (1/2 Stunde)
2. Gespräch, was ein Probe"arbeiten" war (1/2 Stunde), danach kam eine weitere Bewerberin, die man sich auch noch ansehen wollte (deshalb keine weitere Zeit für Fragen), Aussage: es würde aber auf mich herauslaufen.
3. Telefonat, in dem mir verkündet wurde, dass man sich für mich entschieden hat. Nach meinen Fragen Angebot vom Gesprächspartner, dass ich die Antworten noch überschlafen könne.
4. Telefonat mit Fallrückzieher

Übrigens wurde mir gesagt, dass die ersten Fragen vollkommen nachvollziehbar und in Ordnung waren, aber die Frage nach der Handhabung des Urlaubes hätte ich vorher (!!) stellen sollen. Und dann hätte ich noch um Bedenkzeit gebeten, das hätte ausgedrückt, dass ich mir nicht sicher wäre. Und das war faktisch falsch, da dies ja mir angeboten wurde.

Und ich Idiot hatte mich am gestrigen Vormittag noch um Möglichkeiten der finanziellen Förderung für die Einarbeitungszeit gekümmert...

Ok, wahrscheinlich kommt diese Antwort nach Gang in den Feierabend. Trotzdem einen schönen solchen!!

LG
schnesu

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Kirsten

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Hallo schnusu,

es tut mir Leid, dass es mit dem Job nicht geklappt hat - aber wer weiß, vielleicht ist es tatsächlich besser so, ganz wie es auch Melsi schreibt. Ihr seid offensichtlich sehr unterschiedlich unterwegs mit eurer Erwartungshaltung bzgl. Offen- und Direktheit und auch dem Gedanken an Gleichberechtigung. Es gibt Vorgesetzte, die damit durchaus umgehen können, aber eben auch solche, die nicht..

Eigentlich sollte man Vorstellungsgespräche mit zeitlichem Puffer planen
und nicht so, dass sich die Kandidaten beinahe oder tatsächlich begegnen. Wenn du also die Zeit im 1. Gespräch nicht selber über Gebühr strapaziert hast, wurde hier einfach zu knapp kalkuliert. Aber jede Terminplanung des Vorgesetzten ist nur so gut wie die Sekretärin, die dafür verantwortlich zeichnet.

Für mich klingt das gesamte Vorgehen komisch - wo gibt es denn noch Arbeitsproben? Eine Arbeitsprobe ist doch ohnehin nur eine Momentaufnahme; zudem hätte ich da das Gefühl, dass die mir durch Zeugnisse attestierten Leistungen angezweifelt würden. Schon das hätte mich aufhorchen lassen; vermutlich hätte ich das erst gar nicht gemacht. Aber wenn du zu Hause bist und dringend auf eine neue Option wartest, schluckst du sicherlich eher so eine Kröte.

Ich finde ehrlich gesagt auch, dass keine deiner Fragen für ein Telefonat und auch zu diesem Zeitpunkt wirklich passend war. Und du solltest dich wirklich fragen, welchen Sinn diese Fragen hatten:

Die Urlaubsfrage: Wolltest du gleich mit Urlaub in den Job starten? Wohl kaum - also warum hast du damit nicht gewartet, bis du im Job bist und mit ihm ein erstes Gespräch über das alltägliche Miteinander führst? Seine Denke: Sie hat noch keinen Handschlag getan, fragt aber schon nach Urlaub....

Warum hat er sich für dich entschieden? Die Antwort liegt auf der Hand: Weil er denkt, dass du die gestellten Anforderungen erfüllst und ins Team zu passen scheinst. Selbst wenn er vorher von 25 anderen Kandidatinnen eine Absage bekommen hätte - meinst du, das hätte er dir gesagt? Also: Fishing for compliments.. die braucht wohl immer Bestätigung?!

An deiner Stelle, die du unbedingt einen Job haben möchtest, hätte ich nichts gemacht, was auch nur ansatzweise außerhalb der Regel liegt. Und dazu gehören definitiv Fragen nach dem Wesen des Vorgesetzten, erst recht am Telefon. Eine Frage nach der Arbeitsweise wäre noch okay gewesen, aber hast du tatsächlich den Begriff Charakter benutzt? Ich gebe Melsi hier 100%ig Recht, dass so etwas gar nicht geht. Chef und Assistentin sind auf hierarchisch unterschiedlichen Ebenen - was der Chef darf, das darf die Assistentin noch lange nicht. Ungeschriebenes Bewerbergesetz!

Du hast ihn zudem auf dem falschen Fuß erwischt, d. h. er hat nicht ansatzweise mit einer solchen Frage rechnen müssen. Du hast ihn überrumpelt und es wundert mich nicht, dass er darauf nicht antworten wollte. Für dich als Bewerberin hingegen ist selbstverständlich, dass solche Fragen kommen können. Du bist also darauf vorbereitet - er nicht!

Im ersten Gespräch hätte ich übrigens nicht unmöglich gefunden, eine Frage zu seiner Arbeitsweise zu stellen. Aber sach- und nicht personenbezogen und gespiegelt auf dich als Sekretärin: Was erwarten Sie von mir? Befürworten Sie eher selbstständiges Arbeiten oder nach genauen Vorgaben? Habe ich Entscheidungsfreiheiten oder ist hier alles streng reglementiert? Damit wärst du ihm bei weitem nicht so auf die Füße getreten und hättest problemlos sein Wesen als Chef daraus ableiten können.

Es tut mir also Leid, wenn auch ich deinen Freundinnen widersprechen muss. M. E. war dein Vorgehen unglücklich.

Ich bin übrigens ähnlich wie Melsi unterwegs und sage auch offen meine Meinung. Und ich finde das viel wertvoller als den Postern zum Mund zu reden, damit sie sich in ihrer Position weiden können.

Fürs nächste Mal dir viel Glück - ich glaube, dass es heutzutage schwierig ist, mit jenseits der 50 noch einen Job zu finden. Möglich ist es aber dennoch. Also Kopf hoch - auch wenn der Hals dreckig ist.

Liebe Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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schnusu

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Hallo Kirsten,

erst einmal herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Deine und Melsi´s Antworten haben mich gestern noch intensiv nachdenken lassen, da ich nicht so eingestellt bin, dass ich über den Dingen schwebe.

Das gesamte Vorgehen, was Dir und auch mir komisch vorkam, da mir vor dem zweiten Termin im Anruf ein weiteres Gespräch angekündigt wurde und keine Arbeitsprobe.
Aber sollte ich in dem Moment die Segel streichen, wo ich da sitze und getestet werde? Ich hatte meinem Mann abends gesagt, dass ich das schon "nett" gefunden hätte, mir das anzukündigen. Dann hätte ich mich exakt darauf vorbereiten können.

So wie letztens in einer Behörde, die für eine Schulsekretärinnenstelle, einen breit angelegten Test schriftlich angekündigt hatte. Darauf habe ich mich dann umfassend 1 Woche vorbereitet (und bestanden). Der darauf stattfindende Vorstellungstermin ging im 1/4 Stunden Takt und eine Bewerberin nach der anderen gab sich die Klinke in die Hand. Jetzt bist Du dran...

Wenn ich jetzt anfangen würde, von meinen letzten Vorstellungsterminen zu erzählen, auweia, die Erfahrungen sind breit gefächert und wenige Leutchen bedecken sich da mit Ruhmesblättern. Und entschuldige Kirsten, die Erfahrungen nimmst Du doch mit, das schiebst Du doch nicht alles zur Seite.

Übrigens habe ich keine Freundinnen, mit denen ich so etwas besprechen kann, die gehen bei 8 Umzügen kreuz und quer in der Republik verloren. Das hält man über Distanz selten aufrecht.

Meine Ratgeber kommen aus der Familie, die mich sehr gut kennen und mir mehr als ehrlich sagen, was ok ist und besonders: was nicht!!
Und auf das Urteil dieser Menschen, von denen 2 selber Vorgesetzte sind (einer Leiter HR) und in großen Firmen arbeiten, kann ich zählen. Nochmal: die wissen auch um meine Schwachstellen, nämlich sich z. B. bis zur Schmerzgrenze selber für den Job aufzugeben. Arbeit ständig mit nach Hause zu nehmen / alles möglich zu machen / selten Grenzen zu setzen etc. etc.

Trotzdem wollte ich von meinen Fachkolleginnen eine außenstehende Meinung hören.

Mein Mann hatte das abendliche Telefonat mitbekommen und danach den Daumen nach oben gemacht. Übrigens war meine genaue Formulierung: wie würden Sie sich als Chef beschreiben...

Mein letzter Chef hätte das locker und mit Bravour gemeistert.

Ich lese das gerade nochmal mit dem Urlaub. Nach seiner Aussage hätte ich das ja sogar vorher klären sollen
Ich habe lediglich gefragt, ob es festgesetzte Zeiten gibt (und die gab es - in den Schulferien - und wir haben keine schulpflichtigen Kinder mehr) zu denen Urlaub genommen werden soll. Mein Mann muss sich mit vielen Kollegen abstimmen, die noch schulpflichtige Kinder haben und ich würde schon gerne 2 Wochen im Jahr mit meinem Mann Urlaub haben. Wenn es mein Traumjob wäre, bestimmt kein Ausschlusskriterium, aber damit eine Kröte, die ich hätte schlucken müssen.

Und bitte, ich hätte schon, wie im ersten Telefonat angekündigt eine kleine Bezahlung, weil ÖD, geschluckt.
Gegenleistung: top Kraft (das ist nicht überheblich gemeint, aber ich weiß, das ich einen guten Job mache).
Ja, und verdammt, das möchte ich dann zur Hölle auch hören.

Trotzdem, was von Euch richtig angemerkt ist: ich werde es in Zukunft geschickter machen und wenn es DER Job ist, werde ich sowieso nichts fragen, sondern nur zusagen!! Ich will hoffen, dass die Freude dann die Probezeit überstehen kann...

LG
schnusu

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schnusu

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Nochmal ich:

die Frage, ob ich die Zeit über Gebühr strapaziert habe, möchte ich wie folgt beantworten:

Nach 15 Minuten im ersten Gespräch steht mein Gesprächspartner auf und fragt mich, ob ich noch Fragen hätte, wenn nein, ginge es jetzt zum zweiten Gesprächspartner.

Habe ich dann noch Fragen?? NEIN

Eine einzige Frage konnte ich vorher stellen. Ob es gewünscht ist und eine gute Idee, dass ich vor Ende der bisherigen Kraft noch eine Zeitlang "mitlaufen" soll um einen möglichst nahtlosen Übergang zu gewährleisten.

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Kirsten

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Hallo schnusu,

ich wollte mit meinem Beitrag sicherlich nicht schönreden, was du während deiner Bewerbungsaktivitäten so alles erlebt hast. Wenn du schon länger im Forum unterwegs wärst, dann hättest du hier auch die Erzählungen von esbe miterleben dürfen, die uns alle hier an ihren Erlebnissen hat teilhaben lassen. Sie ist ebenfalls ein älteres Semester und eine Zeitlang auf Jobsuche gewesen, und so manches Mal konnte man kaum glauben, was ihr alles widerfahren ist.

Darum geht es aber auch gar nicht, denn natürlich hast du alles Recht der Welt, den Kopf zu schütteln und auch ein Stückweit zu verzweifeln. Das streift niemand vollends ab und geht jedesmal wieder guten Mutes in neue Gespräche. Und manchmal ist man dann erstaunt, dass immer noch Steigerungen ins Negative möglich sind.. leider.

Was aber die Fragen gegenüber diesem Vorgesetzten betrifft, so bleibe ich dabei, dass du eine Grenze übertreten und auch Fragen gestellt hast, die einfach zum jetzigen Zeitpunkt nicht passten.

Ja, und es gibt in der Tat Vorgesetzte, die das vermutlich weggesteckt hätten. Vielleicht sogar welche, die das gut gefunden hätten. Aber ganz sicher auch welche, die mit so etwas gar nicht umgehen können, und an so einen bist du geraten.

Weißt du, wenn du bei uns den HR Leiter fragen würdest, ob man einem Chef in spe eine solche Frage stellen dürfte, würde der sicherlich auch nicken. Und auch dieser Vorgesetzte würde das gleiche tun.. nach außen hin - wir haben nämlich Regeln für Führungskräfte, die einen offenen und fairen Umgang mit dem Mitarbeiter propagieren. Und doch sieht die Realität bei vielen anders aus - da herrscht ein Hierarchiedenken vor, von dem man partout nicht abrücken will. Und beim Vorstellungsgespräch ist dann auch der HR Leiter nicht dabei, also tobt der Vorgesetzte sich aus. Ich schrieb - glaube ich - schon, dass ich seit fast 30 Jahre im Job bin, habe mit allen Hierarchiestufen zusammengearbeitet und bin jetzt selber im Personalbereich tätig. Du kannst mir also ganz sicher glauben, dass dieser Vorgesetzte, an den du da geraten bist, nicht wirklich so ein Exot ist. Die Denke, nach der sich die Assistentin unterzuordnen, zu kuschen und bitte keine Forderungen zu stellen hat, ist deutlich weiter verbreitet als du denkst.

Es ist blöd, dass dir die Zeit im Nacken sitzt, ganz relaxed nach einer neuen Herausforderung Ausschau zu halten. Allerdings denke ich, wenn du erst einmal den Fuß in einem Unternehmen hast, selbst wenn der Job dich erst einmal nicht glücklich macht, kannst du aus dieser entspannten Situation heraus immer noch nach dem Paradies auf Erden Ausschau halten.

Ich wünsche dir viel Glück bei der weiteren Suche
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.

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