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Werde ich überwacht?

Eileen_P.

Mitglied seit
12.12.2017
Beiträge: 2
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Guten Tag,

ich habe die starke Vermutung, dass ich von meinem Arbeitgeber überwacht werde.
Kurz zur Geschichte: Ich bin seit einiger Zeit immer mal wieder wegen Depressionen und Burn Out krank geschrieben gewesen. Da ging einfach nichts mehr.

Bei dem 4. Mal jetzt habe ich bemerkt, dass ich beim Einkaufen verfolgt wurde. Als ich das mit einer Kollegin besprach, hat sie angedeutet, dass es schon Gerüchte gäbe über mich....

Ist das rechtens? Ich meine, wenn das wirklich stimmt, dann wird das wohl ein riesige Sache und ich werde aufs Schlimmste vorbereitet sein müssen.
Oder vielleicht suche ich doch erst das Gespräch mit dem Chef? Aber wenn er mich nicht überwacht, habe ich das fettnäpfchen genau getroffen!

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Y_vi

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23.04.2014
Beiträge: 84
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Hallo Eileen,

ich gehe davon aus, dass dies rechtens ist, dass ein Arbeitgeber Privatdetektive beauftragen darf um sich ein Bild zu machen.

Hast Du mal mit Deinem Arzt wegen einer Kur gesprochen? Vielleicht bekommst Du dann Deine Depressionen / Burn Out wieder in Griff, wenn Du über einen längeren Zeitraum in Behandlung bist.

Wenn dies Dein Arzt auch so sieht, sprich Deinen Arbeitgeber an, dass Du in eine Kur gehen wirst um danach wieder verlässlich arbeiten zu können (ohne viele Krankheits-Fehltage).

Ich wünsche Dir viel Erfolg und gute Besserung

Gruß

Yvi

Im Leben geht es nicht darum zu warten, dass das Unwetter vorbeizieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen. (Autor unbekannt)

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roflzucjek

Mitglied seit
26.04.2015
Beiträge: 26
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Hallo,

leider ist es rechtens, dass er einen Detektiv auf dich ansetzt. Und das Schlimme ist: Findet der Detektiv heraus, dass es gerechtfertigt war, bzw. dass du blau machst / krank feierst, dann musst du den auch noch bezahlen (zusätzlich zu der Strafe, wenn alles vor Gericht geht). Da du aber einen Krankschein hast, gehe ich davon aus, dass in diese Richtung nichts passieren kann.
Dazu ein Artikel aus der Welt mit dem entsprechenden Urteil: https://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article137631850/Chef-darf-Detektive-auf-Krankgeschriebene-ansetzen.html

Hast du mit deinem Chef mal über deine Krankheit gesprochen? Wenn er keine Ahnung hat, was da vor sich geht, kann ich verstehen, dass er skeptisch ist. Es geht da um Lohnfortzahlungsbetrug: "Eine Überwachung bei Arbeitsunfähigkeit ist dann nötig und angemessen, wenn ein Mitarbeiter sehr häufig bei anderen Aktivitäten gesichtet wird und sich nicht an die Vorschriften bei Arbeitsunfähigkeit hält. In solchen Fällen sollten Sie nicht untätig bleiben, sondern von unseren Detektiven eine Überprüfung des Mitarbeiters in Auftrag geben." (von der Detektei Recaudo: https://www.detektei-recaudo.de/wirtschaftsdetektei/lohnfortzahlung-im-krankheitsfall-arbeitsunfaehigkeit/) Ein schwerwiegender Vorwurf.

Ich würde an deiner Stelle offen das Gespräch suchen. Vielleicht nichts von deiner Vermutung erzählen, sondern mit offenen Karten spielen.

Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich klein.

Friedrich von Logau (1604-55), dt. Dichter d. Barock

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mina30

Mitglied seit
23.06.2018
Beiträge: 19
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Schon möglich das dich dein Arbeitgeber überwachen lässt, ob das legal ist? Vermutlich ist es eine Gradwanderung, was das rechtliche angeht, wirklich verboten ist es offenbar nicht.

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schnuffeline

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14.11.2011
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So blöd das klingt, aber sobald der Arbeitgeber einen BERECHTIGTEN Verdacht hat, darf er das. Das ist legal. Eine Gratwanderung ist halt immer die Definition von "berechtigter Verdacht". Gerade wenn es um psychische Erkrankungen geht. Ich hatte bei einem ehemaligen Arbeitgeber jedoch auch mal mitbekommen, dass ein Kollege wegen "Burnout" krankgeschrieben war, es ginge ihm angeblich ja so schlecht. Und dann sind netterweise in den Sozialen Medien jede Menge Partybilder aufgetaucht, auf denen es ihm auf einmal gar nicht mehr "so schlecht" ging. Da brauchte es noch nichtmal einen Detektiv für eine fristlose Entlassung, denn der Mann konnte vorm Arbeitsgericht auch nicht glaubhaft erklären, wie das zusammengeht. Leider ist es mittlerweile so, dass manche Arbeitnehmer eine psychische Erkrankung nur vorgaukeln. Davon gehe ich bei Dir jetzt mal nicht aus, aber Du siehst, es ist wirklich ein recht heißes Eisen.

Vielleicht kannst Du ja Deinen Arbeitgeber konkret drauf ansprechen, dass Du Dich beobachtet fühlst und ihn fragen, ob er das veranlasst hat und warum. Dann muss er Dir ja seinen konkreten Verdacht benennen. Tut er das nicht bzw. ist der Verdacht nicht ausreichend, würde ich an Deiner Stelle einen Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren. Vielleicht kann man die Sache auch bei einem klärenden Gespräch lösen, vielleicht muss der Anwalt der Firma aber auch einen netten Brief schreiben.

Und ich würde mir dann auch überlegen, ob ich bei dieser Firma noch arbeiten möchte, denn eine Vertrauensbasis ist augenscheinlich ja nicht mehr vorhanden.

Muss nur noch kurz die Welt retten....

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schnuffeline

Mitglied seit
14.11.2011
Beiträge: 99
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Zitiert von: roflzucjek
Da du aber einen Krankschein hast, gehe ich davon aus, dass in diese Richtung nichts passieren kann.

Naja, Krankenschein ist oft kein wirklicher "Beweis" für eine psychische Krankheit. Wenn Du Dir ein Bein gebrochen hast, ja dann ist es natürlich offensichtlich. Aber heutzutage kann ja jeder zum Doktor gehen und sagen "Ich hab Burnout". Es gibt so viele Ärzte, denen reicht ein kurzes Beratungsgespräch und wenn sich der Mitarbeiter dort gut "verkauft", hat er ganz schnell einen Gelben Schein über mehrere Wochen. Da kann man auch nichts drauf geben. Papier ist geduldig. Es wird leider immer mehr ausgenutzt, das ist das Problem. Schlimmstenfalls wird im Streitfall ein Gutachten angefordert, dann gibt es wieder Gegengutachten usw. Die Sache ist nicht ohne...

Muss nur noch kurz die Welt retten....

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Darko2

Mitglied seit
07.02.2018
Beiträge: 35
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Eins kann ich dir laut sagen, und zwar, dass du etwas falsch machst.

Ich persönlich bin ein Arbeitgeber und wenn ein Miterbeiter sich nicht korrekt benimmt, dann überwache ich ihm etwas mehr als die anderen. Solche Dinge passieren am meisten, wenn die Mitarbeiter aus Urlaub zurückkommen. Da geht das ein oder andere Wissen rund um die Arbeit schon mal in Vergessenheit, doch alles hat sein Grenzen. Ich gebe mir wirklich viel Mühe, dass alles in Ordnung wird, deswegen gibt es bei uns ständig Unterweisungen die daran hinweisen, wie man sich benehmen sollte und wie man wieder alles auf Vordermann bringt. Auf https://www.unterweisung-plus.de/wichtige-unterweisungsinhalte-die-du-1-mal-im-jahr-ansprechen-musst/ fand ich letztens sehr viele Tipps zu diesem Thema, was vollkommen hilfreich war.

Ich hoffe, du hast es gecheckt.
Finde heraus, was du falsch machst.

Grüß!

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Jen.and.Fips

Mitglied seit
26.11.2018
Beiträge: 3
Hilfreich: 0

Jetzt habe ich gerade gesehen, dass dein Beitrag selbst schon aus dem August ist. Magst du uns ein kleines Update geben? Wie geht es dir und hat sich dein Verfolgungsgefühl bewahrheitet? Wie bist du weiter vorgegangen?
Meinen geschriebenen Text lasse ich gerne stehen, befürchte allerdings, dass er überholt sein könnte.

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Leider sind psychische Erkrankungen oft nicht kurzfristig heilbar, vor allem, wenn sich die Krankheit bereits über Jahre hinweg entwickeln konnte. Es kommt deshalb häufig zu Ausfallzeiten für den Arbeitgeber. Leider nicht nur die Ausfallzeiten für die Erkrankung an sich, leider auch für alle daraus resultierenden, psychosomatischen Erkrankungen wie Erkältungen, Magen-Darm, Verspannungen im Rücken, Migräne... was auch immer. Dies kostet den Arbeitgeber natürlich oft viel Geld und je kleiner die Organsiationseinheit ist, desto mehr ist der Arbeitgeber auf den Mitarbeiter angewiesen.

Dies veranlasst viele Arbeitgeber dazu, die Krankheitszeiten zu hinterfragen. Das blöde an den psychischen Erkrankungen ist, dass die Krankheitsverläufe individuell sind und eben nicht klar zu diagnostizieren sind wie Herzinfarkt oder Beinbruch.

Bist du aktuell in Therapie? Seit wann krank geschrieben? Vll. ist es möglich dich wirklich ersteinmal aus dem Arbeitsalltag rauszuhalten und eben tatsächlich länger krankschreiben zu lassen mit ein und der selben Diagnose. Dann ist zwar das Krankengeld dran, aber deinem Arbeitgeber ist erstmal Wind aus den Segeln genommen und du kannst dich darum kümmern, dass du wieder Arbeitsfähig bist.

Tagesklinik, Kur, ambulante Therapie was auch immer, besprich dich mit deinem behandelnden Arzt/ TherapeutIn. Vll. kann dir der Sozialpsychiatrische Dienst auch weiter helfen. In der Regel haben die ein gutes Beratungsangebot und stehen einen in schweren Zeiten beratend zur Seite.

Wichtig finde ich, lass dich von deinem Arbeitgeber nicht einschüchtern. Es ist ein arbeitsrechtlicher Prozess. (meistens wirds gemacht, um einen unbequemen/lästigen MItarbeiter los zu werden) Eine Kündigung muss immer gut vorbereitet sein, wenn man so wenig Abfindung wie möglich zahlen will. Schlaue Arbeitgeber zahlen dem Mitarbeiter faires Geld, bescheuerte Arbeitgeber gehen leider den anstrengenden Weg, wie in deinem Fall möglich ist. Eine Beratung bei einem Fachanwalt würde ich dir auf jeden Fall empfehlen. Du solltest jetzt genau wissen, was deine Rechte und Pflichten sind, damit du da nicht in irgendwelche Fallen gerätst.

Ich wünsche dir alles Gute und vor allem eine gute Genesung!

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