Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Assistant

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26.07.2012
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Hallo liebe Leidensgenossinnen,

es gibt ja viele Threads zur Unterforderung, aber ich möchte euch mal mein Problem schildern.

Ich arbeite seit knapp 4 Monaten in einem Unternehmen und bin mehr als unglücklich. Ich muss dazu sagen ich habe ein abgeschlossenes Studium. Ich dachte super kurz nach dem Studium ein Job als Projektassistentin, super Einstieg und man kennt mich in der Branche. Im Vorstellungsgespräch wurde mir so einiges Versprochen, Unternehmen auf Messen repräsentieren, an Projekten arbeiten und später eigene Projekte erhalten, ach ja und ein Masterstudiengang wurde mir auch versprochen (bin nur Bachelor, berufsbegleitend weiterstudieren).

Alles klang mehr als super. Ach ja und ich habe viel zu tun mit internationalen Unternehmen, hieß es zumindest.

Ich mache aber nichts weiter außer faxen, kopieren, Konferenzräume eindecken, mal im Hotel anrufen und sagen der Chef kommt später. Gut zu Beginn dachte ich, die müssen dich erstmal kennenlernen, aber niemand nimmt mich ernst. Ich darf die Post holen, aber nicht öffnen.
Ich bin dafür da das Telefon entgegenzunehmen, wenn alle mal nicht im Büro sind und meine anderen Kollegen schließen mich mal mehr mal weniger aus. Kommunikation läuft gar nicht und ich erhalte die Infos immer als letzte. Ich bin die letzten Wochen mit so einer miesen Laune zur Arbeit gekommen, weil ich genau weiß das ich von meinen eigentlichen 8Std mind. 6Std rumsitze und meist noch Überstunden mache, weil irgendwer kurz vor Feierabend noch eine Formatierungsaufgabe für mich hat.
Bin übrigens meist die erste morgens im Büro und eine der letzten die geht und ich warte dann meist noch gut eine Std. bis meine Kollegen kommen und sagen, was man so tun könnte .

Die Sympathie zwischen mir und meinem Chef stimmt auch nciht wirklich. Ich habe eine Person die mir immerhin halbwegs mal zuhört, aber zur Zeit mehr als schlechte Laune hat (sitze mit ihr in einem Büro).

Also alles was versprochen wurde, wird nicht eingehalten, auf die nächste Messe komme ich auch nicht, weil mein Chef das nciht möchte.

Innerlich habe ich schon gekündigt, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass es sich bessert. Bis vor kurzem bin ich immer zu meinen Kollegen gegangen und gefragt ob ich ihnen helfen kann, aber zur Zeit kann ich mich nicht überwinden. Ich will wirklich arbeiten und helfen, aber auch qualitativ höherwertige Tätigkeiten.

Was meint ihr? Probezeit durchhalten oder anfangen sich neu zu bewerben?
Brauche euren Rat.

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Julia

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08.04.2009
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Hallo Assistant,

das hört sich gar nicht gut an. Deine Frustration kann ich sehr gut nachempfinden.

Wie sieht es denn bei Deinen Kollegen aus? Es könnte ja sein, dass es momentan einfach wegen der allgemeinen Urlaubszeit etwas ruhiger ist und wichtige Projekte später starten. Wenn es allgemein weniger zu tun gibt, lässt sich wenig Arbeit abgeben ... andererseits wäre Zeit genug für eine gründliche Einarbeitung da.

Irgendwie versuche ich, noch etwas Positives zu finden denn eigentlich hört sich Dein Posting für mich so an, als hättest Du Deine Entscheidung schon getroffen und zwar gegen schlechte Laune und Frustration und hin zu motivierender Arbeit.

Drücke Dir beide Daumen für Deinen Weg!

Grüße
Julia

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Assistant

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26.07.2012
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Hallo Julia,

meine Kollegen jammern den ganzen Tag, dass sie so viel zu tun haben, ständig in einer Tour. Entweder es kommt \"Nein, danke du kannst mir dabei nicht helfen\" oder noch besser \"ich will dich damit nicht belasten\". Irgendwann kommt dann doch noch ein Kollege an und ich darf eine Excelliste sortieren oder fertig geschriebene Briefe wegschicken oder ich erhalte ein Dokument und darf es formatieren.

Das größte Problem ist die Antipathie mit meinem Chef. Da er viele GF in der Stadt kennt und ich gern in dieser Branche weiterarbeiten möchte, ist es grad schlecht wenn ich mich in der Probezeit woanders bewerbe.

Es ist echt furchtbar und ich weiß im Moment nicht mehr, was ich noch tun soll. Ich habe mich damals so über die Zusage gefreut, weil ich dachte einen besseren Einstiegsjob gibt es gar nicht.

LG

Ach nochmal zu meiner Person ich bin 26 Jahre alt und habe Abitur, Fremdsprachenausbildung und ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

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Melsi

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08.11.2006
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Hallo,

also ich würde sagen \"Angriff ist die beste Verteidigung\".

Du solltest einfach mal mit Deinem direkten Vorgesetzten über die Sache sprechen. Vielleicht ist es ihm gar nicht bewußt, dass Du unterfordert bist und Dich nicht wohlfühlst.

Evtl. saß auf Deinem Platz auch vor Dir eine Kollegin, die schon mit diesen Arbeiten restlos überfordert war und nur gejammert hat, wie viel sie doch zu tun hat.

Beispiel:

Ich habe vor 13 Jahren in meiner jetzigen Firma angefangen und meine Vorgängerin sagte mir, dass ich mit allen Arbeiten auf diesem Platz für 6 Stunden mindestens ausgelastet sei. Pustekuchen. Ich habe meine to do\'s nämlich in 1,5 Stunden erledigt! Dann saß ich da, hatte nichts zu tun und Langeweile bzw. Frust machten sich breit.

Mein Glück war, dass ich ganz alleine im Büro saß - meine Chefs und Kollegen waren immer unterwegs. So habe ich dann nach und nach alles an mich gerissen, was auch nur annähernd nach Arbeit aussah. Dann war ich glücklich und meine Chefs mehr als zufrieden, weil ich sie entlasten konnte Meine Vorgängerin hätte das so nie und nimmer geschafft. Die war schon mit kopieren und Postbearbeitung überfordert.

An Deiner Stelle würde ich wirklich mit dem Chef sprechen, den Ist-Zustand kundtun und abklären, wie es zukünftig weitergehen soll. Schließlich hast Du eine sehr gute Ausbildung genossen und solltest nicht mit solchen lapidaren Arbeiten versorgt werden.

Ich würde auch ganz offen sagen, dass Du (sofern dieser Zustand sich nicht ändert) auch wieder Bewerbungen schreiben wirst. Entweder nimmt Dein Chef Dich ernst oder nicht.

LG und gutes Gelingen, Melsi

PS: Halte uns mal auf dem Laufenden.

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Julia

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08.04.2009
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Hallo Assistant,

Melsi hat da einen sehr guten Aspekt mit eingebracht, der mir gar nicht eingefallen ist. Dabei habe auch ich schon ähnliche Situationen erlebt.

Wenn Dein Chef bisher tatsächlich nur solche Mitarbeiterinnen hatte, die ein langsameres Arbeitstempo hatten oder schnell überfordert waren, dann ging er natürlich von einer ganz anderen Situation aus. Da hilft es tatsächlich, miteinander zu reden.

Im Gespräch würde ich auch einfließen lassen, dass Du Deine Kollegen unterstützt hast oder wolltest. Mit Blick darauf, noch weiter in dem Unternehmen zu arbeiten und hoffentlich anspruchsvollere Tätigkeiten auszuführen, würde ich jedoch versuchen, die Kollegen nicht allzublöd dastehen zu lassen. So nach dem Motto: Ich war mir nicht zu schade, Formatierungsarbeiten oder Kopien für die Kollegen anzufertigen, könnte aber viel qualifizierter und besser unterstützen, wenn ich meine Fertigkeiten und Kenntnisse ausschöpfen könnte.

Bisher bin ich immer am besten damit gefahren, wenn ich die positiven Aspekte für das Unternehmen, für die Abteilung herausgestrichen habe.

Viel Erfolg!

Lass Dich nicht unterkriegen.

Liebe Grüße
Julia

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Terra

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15.05.2012
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Hallo Assitant,

jeder is für sein Glück selbst verantwortlich - deshalb fang jetzt schon an dich zu bewerben - es kann doch nur besser werden.

Kopf hoch - es gibt leider immer wieder solche Chefs und Firmen, die viel versprechen und nichts halten. Lass dich dadurch nicht entmutigen.

So wie du schreibst, steckt viel Power in dir - nutze diesen und lass dich gern haben!

Viel Erfolg und drück dir die Daumen bei deinen Bewerbungen!

Herzliche Grüße
Terra
___________________________________

... genieße jeden Tag in vollen Zügen!

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Melsi

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08.11.2006
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Hallo Terra,

ich gebe Dir ein Stück weit recht. Aber mal ganz ehrlich: Schmeißt Du sofort die Flinte ins Korn, wenn mal was hakt und nicht rund läuft?

In jedem Unternehmen gibt es Dinge, die einem nicht schmecken. Aber deswegen immer gleich kündigen bzw. sich einen neuen Job suchen? Ich finde das ein wenig übertrieben.

Viele Firmen setzen in der heutigen Zeit Stellenanzeigen in die Zeitung (oder ins www), mit Qualifikationen, Kenntnissen und Voraussetzungen, dass es einem die Fußnägel hochkräuselt. Eigentlich ist es doch so, dass man selbst als Putzfee oder ein Müllmann (*) Abitur, Studium, Fremdsprachenkenntnisse und 60 Jahre Erfahrung in diesem Beruf braucht. Nach dem Motto: Lieber hoch gestapelt, als sich mit Ottonormalos auseinander zu setzen.

(*) Ich meine das mit der Putzfee und dem Müllmann nicht abwertend - also versteht mich bitte nicht falsch. Damit möchte ich nur deutlich machen, dass viele Firmen schlichtweg eine eierlegende Wollmilchsau suchen - egal, ob das für die ausgeschriebene Stelle erforderlich ist oder nicht.

Sorry, aber dazu musste ich jetzt einfach mal Stellung nehmen

LG, Melsi

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Assistant

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26.07.2012
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Hallo ihr Lieben,

danke für eure aufmunternden Worte .
Das mit dem reden, habe ich ansatzweise bei meiner Vorgesetzten versucht, aber das ist leider nichts zu holen, weil der Chef alles leider immer sofort abblockt.

Er zeigt mir halt ständig durch die Blume, dass er damals eine andere Bewerberin bevorzugt hatte. Von daher wird er meine Probleme nicht verstehen, sondern höchstens sagen, dass ich meine anderen Kollegen nach Aufgaben fragen muss. Ich bin ja schon froh, dass ich mittlerweile die Reisekostenabrechnungen von einigen Kollegen machen darf, dass z. B. habe ich durch meine Vorgesetzte durchsetzen können.

Nach anderen Stellen schaue ich ständig, aber ich hab auch mit Freunden geredet die zu mir meinten ich solle nicht die Flinte ins Korn werfen .
Der beste Witz der letzten Tage war, dass ich bei einer Organanisation einer Veranstaltung helfe und das einzige was ich da mache sind vorgeschriebene E-Mails verschicken und Namensschilder basteln .

Die Stelle ist ganz neu, d. h. es gab keine Vorgängerin. Vor allem schaffen meine Kollegen ihre Arbeit in der Arbeitszeit nicht, weil sie ständig am quatschen, Kaffee trinken oder telefonieren sind. Dann ist plötzlich wieder Hektik angesagt! Wenn ich dann etwas versuche zu verbessern oder einfach mal meine Vorgesetzte an etwas rechtzeitig zu erinnern, wird mir nicht zugehört und mit einem \"ja..ja\" abgestempelt. Dann ist wieder ne Woche vorher Panik. Es gibt keine richtige Organisation hier.

Danke nochmal für eure Ratschläge, ich werde nochmal versuchen das Gespräch zu suchen und meinen Kollegen weiter unterstützen mit kopieren, faxen etc.

LG Assistant

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Melsi

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08.11.2006
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Hallo Assistant,

herzlichen Glückwunsch

Ich sehe es nach Deinem Posting wirklich positiv. Deine Stelle ist neu, heißt die gab es vor Dir nicht. Du hast alle Möglichkeiten, Deine Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Wie ich schon geschrieben hatte, war meine Arbeit damals nach wenigen Stunden erledigt und ich hatte nichts zu tun. Ich habe mir die Arbeit gesucht und nach und nach mehr an mich gerissen. Es gibt immer was zu tun.

Mein früherer Chef sagte immer: Die Arbeit sucht nicht Dich, sondern Du suchst die Arbeit

Wenn Du natürlich nur auf Deinem Stuhl sitzt und wartest, bis Dir jemand Kopierarbeiten etc. in die Hand drückt, dann wirst Du bei diesem Arbeitgeber nicht glücklich werden. Dann ist es doch klar, dass Du nur die ungeliebte Arbeit Deiner Kollegen auf den Tisch bekommst.

Du solltest versuchen vorausschauend zu arbeiten. Denke mit, überlege, was Du tun kannst - den Kollegen immer einen Schritt voraus. Du wirst sehen, dass Du Dein Tätigkeitsfeld ausbauen kannst

LG, Melsi

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pegattac

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10.06.2009
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Hallo Assistant,

auch ich möchte dir Mut zusprechen. Versuche über deine Vorgesetzte an weitere Aufgaben zu kommen, denn sie schein ja hiner dir zu stehen.

Bei deinem Chef brauchst du vielleicht einen etwas längeren Atem. Du schreibst, dass er eigentlich eine andere Bewerberin vorgezogen hatte, sich damit aber offensichtlich nicht durchsetzen konnte - also eine Niederlage einstecken musste.

Eventuell schmollt er deshalb (nach 4 Monaten) noch immer und lässt es dich gerade ausbaden. Eine ähnliche Situation hatte ich hier auch mal und da hat es etwas länger als 1/2 Jahr gedauert, bis sich die entsprechende Führungskraft \"eingekriegt\" hat.

Ich habe damals immer, wenn er besonders laut gejammert hat, was er alles nicht schafft mit einem Augenzwinkern daran erinnert, dass er auch gern etwas abgeben kann. Nach und nach wurde es dann besser.

Ich drücke dir die Daumen, dass es auch bei dir besser wird.

Liebe Grüße
Peggy

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