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Interkulturelle Fettnäpfchen: Was bei internationalen Geschäftsessen zu beachten ist

Ein Geschäftsessen mit internationalen Partnern steht an? Vorsicht, Fettnäpfchen! Nirgendwo zeigen sich die Unterschiede zwischen den Kulturen so deut-lich wie bei den Mahlzeiten. Katarina Lerch, Leiterin der Abteilung Interkulturelles Training bei den gemeinnützigen Carl Duisberg Centren, weiß, worauf es ankommt.

Interkulturelle Fettnäpfchen

Planung ist das A und O

Ein internationales Geschäftsessen will gut vorbereitet sein. Zum Beispiel sind Uhrzeit und Dauer des Essens von großer Bedeutung. So gehen Japaner meist direkt nach der Arbeit in ein Restaurant und danach oft noch in eine Karaoke-Bar, während Spanier nicht vor 22 Uhr zu Abend zu essen. Und in Belgien kann sich eine Mahlzeit über Stunden hinziehen. Wie lassen sich die wichtigsten Fallstricke vermeiden? Ein erster Schritt besteht in der Wahl des richtigen Restaurants. Ein guter Gastronom empfiehlt die landesüblichen Speisen, das richtige Besteck sowie die passenden Getränke. Tipp: Klären Sie, ob nach dem Essen ein Beiprogramm sinnvoll ist oder erwartet wird.

Die Sitzordnung: Nichts dem Zufall überlassen

Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Sitzordnung. In vielen Ländern wie etwa in China oder Japan ist es von entscheidender Bedeutung, dass „der Chef" auf einer besonderen Position sitzt oder sich eine gewisse Hierarchie in der Sitzordnung und auch in der Anordnung der Tische widerspiegelt. Hier empfehlen sich manchmal Tischkarten. In den USA etwa gilt es als unhöflich, sich einfach einen Platz zu suchen, hier heißt es: „Wait to be seated“. Tipp: Der Gastgeber sollte immer so sitzen, dass er direkten Kontakt zum Servicepersonal aufnehmen kann. Von ihm werden die Gäste erwarten, dass er für Ihr Wohlbefinden sorgt.

Sekt oder Selters?

In manchen Ländern oder Religionen finden sich besondere Tabus bei der Auswahl von Speisen und Getränken: Einige Inder essen kein Rindfleisch, Moslems kein Schweinefleisch und für gläubige Juden müssen bestimmte Zubereitungsregeln eingehalten werden. Andere Religionen verbieten Alkohol und manche Kulturen sogar alle diese Dinge zugleich. In Japan gilt es als Tabubruch, Reis übrig zu lassen, denn Reis ist den Japanern heilig. Auch beim Nachtisch kann jede Menge danebengehen: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu trat buchstäblich ins Fettnäpfchen, als er bei einem festlichen Abendessen dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe den Nachtisch in künstlerischen Skulpturen in Schuhform servierte. Aus Sicht seines Gastes ein schwerer Affront, da Schuhe in Japan als abstoßend gelten. Tipp: Beschäftigen Sie sich vorab mit der Symbolik des jeweiligen Landes!

No-Go oder Must-Have?

Auch das, was gute Sitten beim Essen ausmachen, sehen verschiedene Kulturen sehr unterschiedlich. Während in China Essgeräusche, Rauchen und Telefonieren während des gemeinsamen Mahls kein Ausdruck schlechter Erziehung darstellen, sind etwa in Frankreich die ‚königlichen Sitten‘ ein absolutes Muss und Schlürfgeräusche beim Genuss der Suppe ein No-Go. In allen islamischen Ländern, aber auch in Indien gilt die linke Hand als unrein – Speisen sollten daher nicht von ihr serviert werden. Gut zu wissen: In manchen Kulturen ist es auch von Bedeutung, wer einschenkt oder das Essen auflegt. Stellen Sie sich darauf ein, das gutes Benehmen kulturab-hängig ist. Das, was für Sie schlechte Manieren sind, ist andernorts der Erfolg guter Erziehung.

Essen ist nicht gleich Essen

Je nach Kultur unterscheidet sich auch die Funktion des gemeinsamen Essens. Dient das gemeinsame Mahl in erster Linie dem Aufbau der persönlichen Beziehung? Dann haben an dieser Stelle im Extremfall geschäftliche Belange nichts zu suchen. In vielen Kulturen dagegen fließen erst beim gemeinsamen Geschäftsessen die wirklich wichtigen Informationen. Hier heißt es: Gut zuhören und auch mal zwischen den Zeilen lesen. Tipp: Informieren Sie sich auch darüber, welche Small Talk Themen geeignet, welche besser vermieden werden sollten. Und planen Sie generell viel Zeit für das Essen ein!

Der perfekte Gastgeber

Was von einem guten Gastgeber erwartet wird, variiert je nach Kultur. In Russland etwa wird garantiert jeder satt! Hier füllt der Gastgeber ständig unaufgefordert nach, was auf dem Teller verbraucht wurde – alles aufzuessen oder auszutrinken ist daher unmöglich. Einen solchen Service werden viele russische Gäste auch von ihrem Gastgeber im Ausland erwarten. Je nachdem, aus welchem Land Ihre Gäste kommen, empfiehlt es sich, mehrmals zu fragen, ob ein Nachschlag gewünscht ist. In Indien gilt es als unhöflich, beim ersten oder zweiten Nachfragen sofort zuzustimmen. Übrigens: Auch wenn es Ausnahmen wie die Niederlande gibt, so zahlt in den meisten Kulturen in der Regel der Gastgeber die Rechnung.

Informationen zu Interkulturellem Training finden Sie hier.

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