Homeoffice: So zeigen Sie, was Sie leisten
„Treten Sie bei Online-Meetings als Expertin für ein bestimmtes Themengebiet auf. Belegen Sie diese Expertise mit Gesprächsbeiträgen und, bei passender Gelegenheit, mit einer PowerPoint-Präsentation“, rät Uta Michels, Michels & Ruppert, Kompetenz in Karriere.

Homeoffice: So zeigen Sie, was Sie leisten

Das Homeoffice ist das New Normal. Doch was dort geleistet wird, bedarf der besonderen Vermittlung, damit Vorgesetzte und das Team es wahrnehmen. Eine Expertin erklärt, wie Sie Ihren Einsatz und Ihre Arbeitsergebnisse virtuell präsentieren.

Plötzlich unsichtbar: Dieses Gefühl kann sich durchaus einstellen, wenn man pandemiebedingt ins Homeoffice wechseln musste. Doch wer von zu Hause aus arbeitet, sollte darauf achten, dass auch dort das eigene Engagement und die eigene Leistung von Kollegen und Vorgesetzten wahrgenommen werden. Sonst setzt spätestens beim nächsten Feedback-Gespräch die große Enttäuschung ein, weil Einsatz und Erfolge nicht gesehen und deshalb nicht honoriert werden.

LEISTUNG SICHTBAR MACHEN

Drei Tipps hat die Frankfurter Karrieretrainerin Uta Michels, Mitinhaberin der Coaching-Agentur Michels & Ruppert parat, um die eigene Leistung auch von zu Hause aus sichtbar zu machen. Zu den Basics gehört: Sich selbst bei allen Formen der Online-Kommunikation, also bei Zoom- und Teams-Konferenzen wie auch bei Video-Telefongesprächen, optimal zu präsentieren. „Diese erste Regel sollte eigentlich selbstverständlich sein, wird aber im Homeoffice immer wieder vernachlässigt“, weiß Uta Michels. Dabei ist es gerade hier wichtig, die Sichtbarkeit im wörtlichen Sinn zu erhöhen.

Es gilt, optisch präsent zu sein. Deshalb sollte immer auf genügend Helligkeit geachtet werden. Deckenlampen gewährleisten beispielsweise, dass das Gesicht gut erkennbar ist. Ebenfalls von Bedeutung ist die Aufnahmeperspektive. „Positionieren Sie die Kamera so, dass sie sich auf Augenhöhe befindet“, rät Uta Michels. Dann kommt es nicht zu seltsam wirkenden Verzerrungen. Und: Nicht nur der Kopf, auch der Oberkörper sollte zu sehen sein. „Sie geben Ihrem Gesprächspartner damit die Möglichkeit, zusätzlich zur Mimik, Ihre Gestik und Ihre Körpersprache zu sehen und zu bewerten. Das trägt viel zum gegenseitigen Verständnis bei“, erklärt Uta Michels. Denn bei der Online-Kommunikation gehen sonst zu viele Nuancen eines persönlichen Gesprächs verloren, die für die Interpretation des Gesagten von Bedeutung sind.

Eine professionelle Online-Präsenz beinhaltet ebenfalls, dass die Kleidung angemessen ist. Im Homeoffice geht es zwar weniger formell zu, aber allzu lässig sollte das Outfit nicht wirken, und das Äußere sollte selbstverständlich gepflegt sein.  Denn das Styling spiegelt die innere Haltung, also die Einstellung zum Job wieder. Aus der Masse der Online-Meeting-Teilnehmer herauszustechen, gelingt ganz einfach: Ein auffälliges Accessoire oder ein Kleidungsstück in einer kräftigen Farbe werden zu Eyecatchern. Der Bildhintergrund dagegen sollte immer dezent und aufgeräumt erscheinen.

DA SEIN, WENN DER CHEF ONLINE IST

Die optimale Selbstpräsentation nutzt natürlich nur dann etwas, wenn das Publikum stimmt, das heißt, wenn der Vorgesetzte ebenfalls online ist. Deshalb empfiehlt es sich, die eigenen Arbeitszeiten, soweit machbar, denen des Chefs anzupassen. So kann man auch zeitnah auf alle Anfragen eingehen, und ein direktes Gespräch, beispielsweise per Video-Chat, ist möglich. Grundsätzlich sind im Homeoffice klare Absprachen zur Präsenzzeit ratsam. Niemand muss vierundzwanzig Stunden täglich erreichbar sein. Aber zu den vereinbarten Kernzeiten sollte eine Rückmeldung schnell erfolgen, und sei es nur der kurze Hinweis, dass erst später eine längere Antwort geschickt wird.

Regel Nummer Zwei für die Sichtbarkeit im Homeoffice ist es, die Kommunikation zu intensivieren. Denn das Arbeiten auf Zuruf des Vorgesetzten, der Smalltalk in der Kaffeeküche und der Austausch mit Kollegen vor und nach Büromeetings fallen komplett weg. Damit geht die Möglichkeit verloren, ganz nebenbei von den eigenen Arbeitsergebnissen und Erfolgen zu berichten. Das gilt es zu kompensieren.

Hier schaffen Abteilungschats über Messenger-Dienste, gelegentliche Telefonate oder auch ein verabredeter virtueller Kaffeeplausch mit Kollegen Abhilfe. „Neben der Pflege der sozialen Kontakte im Unternehmen ist ebenso das externe Netzwerken, beispielsweise in Berufsverbänden oder Frauennetzwerken, für die Sichtbarkeit und damit für die Karriereentwicklung von Bedeutung“, weiß Uta Michels. Auch vom Homeoffice aus ist eine Teilnahme an Online-Treffen problemlos möglich.  

Mit drei Schritten im Homeoffice sichtbarer werden

1. Schritt: Online-Präsenz optimieren

  • grundsätzlich: klare Absprachen zur persönlichen Erreichbarkeit und Arbeitszeit treffen
  • auf Anfragen schnell reagieren
  • arbeiten, wenn auch der Vorgesetzte online ist
  • optisch professionell präsent sein: genügend Helligkeit dank guter Beleuchtung
  • Kameraperspektive auf Augenhöhe
  • Kopf und Oberkörper im Bild zeigen
  • gepflegte Kleidung, aufgeräumter Hintergrund

2. Schritt: Kommunikation intensivieren

  • mit dem Vorgesetzten drei bis fünf Top-Prioritäten für die Woche festlegen und aktualisieren, falls erforderlich
  • wöchentliches Update, d. h. Ergebnisse und neue Prioritätenliste, für den Vorgesetzten auf einem Kommunikationskanal seiner Wahl, beispielsweise per E-Mail, Statusanzeige oder Messenger-Nachricht bereit stellen
  • Updates und Arbeitsergebnisse der Top-Prioritäten zum Nachweis archivieren, z. B. für spätere Feedbackgespräche
  • Initative zeigen und aktiv nach neuen Aufgaben und Projekten fragen

3. Schritt: Expertenstatus präsentieren

  • Expertenstatus für ein Themengebiet aufzeigen
  • Expertise bei Online-Meetings durch Wortbeiträge und PowerPoint-Präsentationen belegen    


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