7 Tipps, wie Sie im virtuellen Raum überzeugend auftreten
Digitale Rhetorik lässt sich üben.

7 Tipps, wie Sie im virtuellen Raum überzeugend auftreten

Bei Präsenz-Besprechungen und -Präsentationen professionell zu agieren, haben viele längst gelernt. Aber wie gelingt das bei Online-Meetings? Eine Expertin gibt Ihnen 7 Tipps, wie Sie im virtuellen Raum überzeugend auftreten und reden.

Achtzig Prozent der persönlichen Wirkung geht bei der Online-Kommunikation verloren, sagt Andrea Heitmann, Coach für Kommunikation und Auftrittskompetenz. Das ist schade, bedeutet es doch, dass Ausstrahlung und Redegewandtheit – zwei Faktoren, mit denen im persönlichen Gespräch gepunktet wird – bei virtuellen Besprechungen nicht vollständig zur Geltung kommen. Aber das lässt sich ändern. Es müssen eben die verbleibenden zwanzig Prozent optimal genutzt werden. Andrea Heitmann kennt den Schlüssel zum überzeugenden Online-Auftritt: Rhetorik und Selbstdarstellung müssen auf die Anforderungen der Online-Kommunikation abgestimmt werden. In 7 Tipps verrät sie, wie die eigene Persönlichkeit im digitalen Talk optimal rüberkommt.

1. Den Blick direkt in die Kamera richten

Wer regelmäßig an Online-Meetings teilnimmt, weiß, wie verführerisch es ist, den Blick über die Kacheln mit den Profilbildern der Anderen schweifen zu lassen. Manchmal kann man auch nicht widerstehen und betrachtet sich selbst. Ebenso verlockend ist der Blick auf die Bildschirm-Präsentation oder aus dem Fenster. Fazit: Wir schauen meist überall hin, nur nicht direkt in die Kamera. Dabei wäre genau das erforderlich, damit die anderen Meeting-Teilnehmer sich wahrgenommen fühlen und eine echte Gesprächsatmosphäre aufkommt.

Andrea Heitmann rät, sich mit einem kleinen psychologischen Trick zu behelfen: Werden Bastel-Augen links und rechts von der Kamera aufgeklebt oder wird sie mit einem kleinen Pappkarton-Gesicht versehen, verwandelt sie sich vom technischen Gerät in eine „Person“. Dann fällt es leichter, während des Redens den Blick auf die Kamera zu richten. Doch dieser Kniff allein genügt nicht. Expertin Andrea Heitmann empfiehlt, sich nicht auf eine eingebaute Kamera zu verlassen. Denn neben der in der Regel eher schlechten Qualität ist es vor allem die ungünstige Aufnahmeperspektive, die dagegen spricht. Bei einer im Laptop installierten Kamera schaut der Nutzer von oben ins Objektiv und damit auf die anderen Teilnehmer herab. Genau so wird diese eher unfreiwillige Haltung dann auch von den Gesprächspartnern wahrgenommen.

Um das zu vermeiden, sollte eine externe Webcam mit Schwanenhalshalterung verwendet werden. Sie wird vor dem Monitor platziert, sodass der Sprechende immer, auch wenn er seine Präsentation auf dem Laptop- Bildschirm im Blick hat, direkt zu den Zuhörern spricht. Mit der flexiblen Schwanenhalshalterung lässt sich die Kamera optimal ausrichten. Ist noch keine externe Kamera verfügbar, kann der Laptop auch auf einen Stapel Bücher gestellt werden, um die richtige Perspektive herzustellen.

2. Sofort Nähe und Sympathie herstellen

Beim Start ins Meeting ist es wichtig, eine positive Stimmung zu schaffen und die Teilnehmer emotional einzubinden. „Nur, wenn es Ihnen gelingt, gleich zu Beginn Sympathie und Interesse aufzubauen, sichern Sie sich die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer und Sie können sie aktiv einbinden“, erklärt Andrea Heitmann. „Holen Sie Ihre Mitstreiter dort ab, wo sie stehen und stellen Sie eine Beziehung her.“ Das klappt am besten, wenn das Topic des Meetings zunächst außen vor bleibt und es zuerst darum geht, eine sichere Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Kennen sich die Teilnehmer einer Online-Konferenz beispielsweise nicht, ist es ein guter Einstieg, mit einer „Drei-Fakten-über-mich“-Vorstellungsrunde zu beginnen. Diese drei Fakten können Stichworte wie Working Mum, Yoga-Fan und Kaffee-Süchtige sein. „Kommen Gemeinsamkeiten zutage, schafft dies Sympathie“, weiß Andrea Heitmann. Ist es Montagmorgen acht Uhr, kann es mit einer Smiley-Abfrage losgehen. Alle posten also ein Smiley zur eigenen Stimmungslage in den Gruppenchat. Zeigt das Ergebnis, dass noch keiner so richtig wach ist, hilft eine kleine gemeinsame Fitnessübung vor dem Bildschirm, die Teilnehmer zu wecken und ein Gemeinschaftserlebnis zu kreieren.

3. Mit der Stimme stimulieren

Um die Aufmerksamkeit der Zuhörer langfristig zu fesseln, muss ein besonderes Instrument virtuos eingesetzt werden: die eigene Stimme. „Sie ist online das stärkste rhetorische Werkzeug, über das wir verfügen“, meint Andrea Heitmann. Deshalb sollte der Stimme auch besondere Aufmerksamkeit gelten. Wichtig ist, die Modulation bei der Online-Kommunikation drastisch zu verstärken. Denn die elektronische Übertragung schluckt Betonungen und Sprachmelodien regelrecht. Die Folge: Schnell wirkt ein Vortrag übers Mikrofon monoton. Üben lässt sich das ganz leicht.

Andrea Heitmann empfiehlt, sich eigene Sprachnachrichten, zum Beispiel aus WhatsApp-Chats, anzuhören. Auch die Memo-Aufnahmefunktion des Handys eignet sich für diesen Zweck. „So bekommen Sie einen realistischen Eindruck davon, wie Ihre Stimme über elektronische Wege wirkt“, erläutert Andrea Heitmann. „Fragen Sie sich, ob Sie dieser Person gerne zuhören würden. Ist das nicht der Fall, fangen Sie an, mit Ihrer Stimme zu spielen und probieren Sie eine unterschiedliche Modulation und Tonhöhe.“

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office. Bestellen Sie hier Ihr kostenloses Probeabo.