Neue Tools schaffen neue Rollen: Vielversprechende Impulse für den Assistenzberuf
Videokonferenzen anstelle von realen Meetings oder gar Geschäftsreisen sind Teil einer neuen Normalität.

Neue Tools schaffen neue Rollen: Vielversprechende Impulse für den Assistenzberuf

In vielen Unternehmen wird die Zusammenarbeit im Zuge der Digitalisierung zunehmend dezentraler. Das verändert individuelle Arbeitsstile, vor allem aber Führungs- und Organisationsstrukturen. Dem Wandel der Assistenzberufe gibt das neue und auch vielversprechende Impulse.

Teamwork hat heute viele Gesichter: Eines davon ist, sich eben kaum noch face-to-face in einem Raum gegenüber zu sitzen. Nicht erst seit der Corona-Pandemie bestimmen Projekte und verteilte Zuständigkeiten rund um den Globus die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten. Möglich macht das die zunehmende Digitalisierung, deren Bedeutung aktuell Hochkonjunktur hat. Homeoffice-Erfahrungen als Konsequenz des Lockdowns haben auch in digital eher schwerfälligen Ländern wie Deutschland gezeigt, was alles möglich ist – und auch, woran es vielerorts noch fehlt, um von einer reibungslosen digitalen Zusammenarbeit sprechen zu können.

Monatelang verwaiste Firmenbüros zeigten vor allem eines: Teams müssen auch funktionieren, wenn keiner guckt – also weder Teamleiter noch Chef oder Chefin als Kontrollinstanzen ein Auge auf die Mitarbeiter haben. „Digital Leadership“ war nicht länger nur eine Zukunftsvision, sondern von einem Tag auf den anderen reale Herausforderung – mit zum Teil erstaunlichen Ergebnissen. „Es klappt“, hieß es vielerorts, und die Verwunderung war deutlich herauszuhören. Dabei hing der Erfolg oft maßgeblich davon ab, wie weit eine Firma die digitale Transformation bereits vorangetrieben hatte, zumindest theoretisch. Tools, die oft immerhin schon vorhanden waren, kamen nun plötzlich vermehrt zum Einsatz.

DIGITALE FÜHRUNG BRAUCHT DIGITALE ASSISTENZ

Die Einstellung „Ich möchte lieber nicht“ war keine Option mehr, Videokonferenzen anstelle von realen Meetings oder gar Geschäftsreisen sind seitdem Teil einer neuen Normalität. Die Umsetzung von digitaler Führung stand auf vielen Agenden ohnehin weit vorn, wie eine Umfrage der Initiative „Digital Transformer of the Year“ aus dem vergangenen Jahr ergab (also vor der Corona-Pandemie). Danach befragt, worin sie die größten Chancen der digitalen Transformation für das eigene Unternehmen sahen, nannten knapp über 70 Prozent die „Modernisierung von Unternehmenskultur/Führungsstil“ – ein Wechsel scheint also durchaus erwünscht.

Längst vollzogen haben diesen Wechsel meist die Firmen, die von der digitalen Technologie leben und entsprechende Trends setzen, wie Cisco Systems beispielsweise. Das Technologieunternehmen aus den USA entwickelt und vertreibt seit Mitte der 80er Jahre Netzwerkarchitektur und mittlerweile auch Hard- und Software für webbasierte Videokonferenzen, weltweit beschäftigt es rund 75 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Eine davon ist Carola Kaurisch, 53, seit mittlerweile zwölf Jahren ist sie dabei, aktuell als Assistant und Project Manager am Standort Hamburg. Ihre Chefin Petra Ahlert, Director of Marketing for Germany, sieht sie im Jahr drei, vier Mal, ansonsten trifft man sich virtuell, bei Cisco über die firmeneigene mobile Videokonferenz-Anwendung WebEx.

Für die Diplom-Sozialpädagogin mit Zweitstudium im Personalmanagement ist die virtuelle Kollaboration zu einem Lieblingsthema geworden. Gemeinsam mit Silke Nevermann, Organisationsberaterin für effiziente Office-Arbeit, gibt sie Trainings und Coachings im Bereich virtual collaboration. Beide sehen eine wesentliche Aufgabe bei der digitalen Transformation im Assistenzbereich, denn digitale Führung braucht eben auch eine digitale Assistenz. „Da kommt eine Aufgabe mit viel Verantwortung dazu“, sagt Silke Nevermann, „die muss man sich aber auch nehmen wollen.“

Neue Spielräume nutzen, so lautet auch die Empfehlung von Assistentin Carola Kaurisch, die den nächsten Entwicklungsschritten hin zu virtual and augmented Reality mit Spannung entgegen sieht: „Ich würde das sofort ausprobieren.“ Vorn dran sein, Bescheid wissen und für möglichst reibungslose Abläufe sorgen, darin sieht sie ihre wichtigste Aufgabe: „Technik fängt ja erst dann an, Spaß zu machen, wenn man sie eigentlich gar nicht spürt.“

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