Das schaffe ich!
Gerade in Stresssituationen hilft ein kluger Gedanke, um wahre Energieschübe freizusetzen: Stellen Sie sich die schlichte Frage "Muss ich das jetzt tun?"

Das schaffe ich!

Zu oft hadern und zaudern wir und kommen nicht weiter, zum Beispiel, wenn es um eine wichtige Entscheidung geht. Wie können wir aus solchen lähmenden Prozessen ausbrechen? working@office hat mit Businesscoach Monika Scheddin gesprochen und gibt Tipps für die Tagesorganisation.

Das kann ich nicht! Das schaffe ich nicht! Das geht doch nicht! Das bringt doch nichts! Mit solchen Sätzen blockieren wir unser Denken, unser Verhalten, unsere Möglichkeiten. Manchmal über Stunden, manchmal auch Wochen oder Jahre – und meist, ohne dass uns das überhaupt bewusst ist. Während die inneren Saboteure am Werk sind, nehmen Arbeitsbelastung und Druck immer weiter zu. Nicht erledigte Aufgaben türmen sich auf, plötzlich ist alles dringend. Wir geraten in Panik. Der Blick auf das Große und Ganze, auf wichtige Dinge und auf kreative Lösungen ist vernebelt.

Gewohnheiten hinterfragen

Mit den Jahren hat sich jeder Mensch bestimmte Verhaltensweisen angewöhnt, die bei Stress automatisch zum Einsatz kommen. Der Grund für diese in der Regel unbewusst antrainierten Routinen: Sie sollen schützen. Aber tun sie das wirklich? Ist es tatsächlich eine gute Lösung, bei Stress immer mehr zu arbeiten, sich keine Pausen zu gönnen, alles allein, sofort und am besten noch perfekt machen zu wollen? Bringen uns diese oftmals unbewussten Verhaltensweisen und Gewohnheiten wirklich näher zu unseren Zielen und Wünschen?

„Es gibt nur einen Menschen, der Ihre Wünsche wahrmachen kann, nämlich: SIE!“, lautet ein Credo von Monika Scheddin, Businesscoach, Rednerin und Autorin. Wie sich die eigenen Ziele schneller und leichter erreichen lassen, gibt sie seit über 25 Jahren bei Vorträgen, Coachings, Seminaren und in ihren Büchern weiter. Sie lehrt Networking an der Ludwig-Maximilians-Universität München – und erlebt dabei immer wieder: „Das, was uns vertraut ist, wollen wir nicht ändern, selbst wenn das Vertraute nicht gut für uns ist. Vertrautheit gibt uns vermeintliche Sicherheit. Das hält uns von Veränderung ab.“ Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Ein Großteil unseres Verhaltens läuft unbewusst ab und wird durch Gewohnheiten, Rituale und Routinen gesteuert. Wichtig ist, diese zu erkennen.

Mit 5 Fragen raus aus der Blockade

„Gerade in Stresssituationen hilft ein kluger Gedanke, um Blockaden zu lösen und wahre Energieschübe freizusetzen“, sagt Scheddin und rät: „Stellen Sie sich die schlichte Frage, ‚Muss ich das jetzt tun?‘ fünf Mal hintereinander und betonen Sie jeweils ein anderes Wort:

1. Muss ich das jetzt tun – oder will ich es?

2. Muss ich das jetzt tun – oder kann es mir jemand abnehmen?

3. Muss ich das jetzt tun – oder reicht es auch eine Nummer kleiner?

4. Muss ich das jetzt tun – oder kann ich es vertagen?

5. Muss ich das jetzt tun – oder kann ich es auch lassen?

Mit diesen fünf Fragen kommt mehr als nur Ordnung in die Gedanken: Wer sich bewusst für eine bestimmte Handlung entscheidet, übernimmt Verantwortung. Der Satz „Ich will das machen“ motiviert viel mehr als ein „Muss“. Auch die zweite Frage schafft Klarheit darüber, wer eine Aufgabe übernimmt. Ist es überhaupt meine Aufgabe, muss sie von mir erledigt werden? Gibt es jemanden, der mir dabei hilft oder mir die Aufgabe abnimmt? Vielleicht ist es auch eine gute Idee, diese Aufgabe im Team abwechselnd abzuarbeiten oder nach außen zu geben. Interessant ist auch die dritte Frage zur Aufgabe an sich und den Arbeitsumfang: Erfülle ich Erwartungen, die gar nicht gestellt wurden? Will ich damit besonders gut, nett oder hilfsbereit wirken, und bringt mich das weiter? Auch die vierte und fünfte Frage kann viel Freiraum und Zeit schaffen, nämlich die entscheidende Frage, wie dringend die Aufgabe ist und ob sie überhaupt erfüllt werden muss. Und siehe da, schon ist der zunächst schier unüberwindbare Aufgabenberg viel leichter zu meistern. Geht doch! 

Den vollständigen Artikel lesen Sie in working@office.