Beruflich und Privat: Das ist im Office erlaubt

Meistens sind private Kleinigkeiten am Arbeitsplatz ganz schnell erledigt: Zu Hause anrufen, ob alles in Ordnung ist, ein Paket direkt zur Arbeitsstelle liefern lassen oder für den privaten Gebrauch Kopien anfertigen...

Was ist davon eigentlich erlaubt und ab wann können Sie sogar Ihren Arbeitsplatz riskieren? Michaela Rast, Juristin der D.A.S. Rechtsschutz Leistungs-GmbH, gibt Ihnen einen Überblick.

Private Handynutzung

Das Privatleben lässt sich in bestimmten Situationen nicht immer während der Arbeitszeit völlig außen vorlassen. Wenn zum Beispiel das Kind krank daheim im Bett liegt, ist für viele ein Anruf zu Hause ebenso selbstverständlich wie Bescheid zu geben, wenn plötzlich Überstunden anfallen und man deshalb eine Verabredung verschieben oder absagen muss.


In diesem Fall erläutert Rechtsexpertin Michaela Rassat: „Wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern die Nutzung privater Handys nicht untersagt hat, sind kurze Anrufe oder Nachrichten erlaubt“.
Jedoch ist ein Handyverbot seitens des Arbeitgebers möglich –  beispielsweise im Großraumbüro, in dem sich Kollegen durch Privatgespräche gestört fühlen könnten. Dafür braucht der Arbeitgeber allerdings die Zustimmung des Betriebsrates (lt. Arbeitsgericht München (Az. 9 BVGa 52/1).
Die Nutzung des Mobiltelefons darf auch zeitlich eingeschränkt werden, ca. auf 30 Minuten pro Arbeitstag. In den unbezahlten Pausenzeiten können Sie Ihr privates Mobiltelefon generell trotz eines Verbots nutzen.
Wenn Sie sich nicht an die Vorgaben des Unternehmens zur Handynutzung halten, müssen Sie mit einer Abmahnung und im Wiederholungsfall gar mit einer Kündigung rechnen.

Paketlieferungen zum Arbeitsplatz

Viele kennen das Problem bei Paketbestellungen: Diese werden in der Regel tagsüber geliefert, während sie am Arbeitsplatz sind. Folglich müssen die Lieferungen nach der Arbeit bei der Poststelle abgeholt werden, die natürlich auch begrenzte Öffnungszeiten hat. Deshalb lassen sich viele Arbeitnehmer ihre Pakete an den Arbeitsplatz zustellen.  Michaela Rassat rät in diesem Fall: „Fragen Sie Ihren Vorgesetzten im Vorfeld, ob das in Ordnung geht. Bedenken Sie, dass durch die Annahme des Pakets Ihre Arbeitszeit oder die Ihrer Kollegen am Empfang oder der Poststelle verloren geht. Schließlich handelt es sich hier um eine Privatangelegenheit.“ Generell hat der Arbeitgeber das Recht, den Empfang privater Lieferungen im Unternehmen komplett zu verbieten oder auf Ausnahmefälle zu beschränken. Wird gegen das Verbot verstoßen, kann dies eine Abmahnung zur Folge haben.

Nutzung von Betriebsmitteln für private Zwecke

„Wenn Sie Ihr privates Handy mal kurz während der Arbeitszeit aufladen oder einen gebrauchten ausrangierten Ordner mit nach Hause nehmen, sind das alles sogenannte Betriebsmittel. Diese dürfen Arbeitnehmer ohne Einwilligung des Arbeitgebers nur für betriebliche Zwecke nutzen“, erklärt Michaela Rassat.
Das gilt auch für die Nutzung des Kopierers. Wer mal eben schnell die Unterlagen für den geplanten Wochenendtrip ausdruckt, verwendet betriebliche Ressourcen für den privaten Gebrauch.
Im Falle einer Bürokraft, die mehr als hundertmal den Drucker an ihrem Arbeitsplatz für private Zwecke nutzte, endete dies sogar mit dem Jobverlust. Das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein entschied hier zu Gunsten des Arbeitgebers. Die Juristin sagt dazu: „Es spielt keine Rolle, wie hoch der Wert des Gegenstandes ist, den ein Mitarbeiter für private Zwecke mitnimmt oder verwendet, es handelt sich um Diebstahl. Deshalb müssen Sie auch bei diesen „Kleinigkeiten“ mit einer Abmahnung oder gar der Kündigung rechnen.

Geburtstagsfeiern und Jubiläen

Wenn kein generelles Alkoholverbot im Dienst gegeben ist, ist ein Gläschen Sekt zum Geburtstag oder zum Jubiläum erlaubt. Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiter danach noch in der Lage sein, ihrer Arbeit nachzugehen.
Der Arbeitgeber kann im Rahmen seiner Fürsorgepflicht allerdings auch ein Verbot verhängen, z. B. bei Tätigkeiten in der Produktion, bei der das Arbeiten unter Alkoholeinfluss zu einer Gefahr für den Mitarbeiter werden könnte.
Jedoch ist ein generelles Alkoholverbot unabhängig von der Art der Tätigkeit im Unternehmen möglich. Deshalb lautet die Empfehlung hier, vor einem geplanten Umtrunk den Vorgesetzten um Erlaubnis zu fragen. Vielleicht mag er ja mit anstoßen.

Quelle: ERGO Group



beruflich, privat, Office, Handynutzung, Arbeitsplatz, Paketanlieferungen, Betriebsmittel, Geburtstagsfeiern
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