Thema: befürchte Kündigung nach Beschwerde wegen Belästigung


Newcomer
(2 Beiträge)
von Moneypenny2 am 10.01.2015 um 15:38 zitieren

Guten Tag

Möglicherweise kann mir niemand einen Tipp geben, aber vielleicht darf ich euch trotzdem mein Problem schildern?

Ich (bald 49) arbeite seit über 10 Jahren als Assistentin in "meiner" Firma. Nach einem Vorgesetztenwechsel vor 3 Jahren haben die Probleme angefangen. Erst wollte er sich bei mir ausgiebig über eine Mitarbeiterin, eine Abteilungsleiterin unterhalten, sie schikaniere und mobbe ihn. Dann hatte ich das Gefühl "er wolle was von mir", aber seine Signale waren so diffus, dass ich nicht reagieren konnte, ausser dass ich seine Signale eben ignoriert habe. (Z. B. Anrede "Honey" oder Hand auf die Schultern legen"). I Ganz sicher habe ich ihn nie (!!) ermuntert. Ich habe für nichts Zeugen oder Beweise, nur Indizien. Z.B. bin ich sicher und auch einige meiner beteiligen Kollegen, dass er eine Dienstreise unternommen hat einzig zum Zweck, noch etwas mit mir zusammen zu sein. (Es ging ihm wohl nie um Sexuelles, da hat er nie physische Annährungen gemacht, eher darum, dass ich ihm zuhöre, dass er meine Aufmerksamkeit hat, dass er mich verunsichern konnte, um Macht und Kontrolle, darum, zu sehen, wie ich auf seine Avancen reagiere.)

Als er auch noch angefangen hat, mir zu erzählen, wie er als Kleinkind von seinen Eltern (der Mann ist 55!!) misshandelt wurde, wurde es mir zu viel, ich habe ihm gesagt, ich würde mich von ihm belästigt fühlen, sei aber bereit (ich hatte ja keine Beweise), alles zu vergessen, wolle aber keine (!) privaten Gespräche mehr mit ihm führen. Er war erleichtert, einverstanden, wir haben zwei Monate gut zusammengearbeitet.

Dann kam das alljährliche Qualifikationsgespräch, welches merklich schlechter war als im ersten Jahr. Dann fing das Mobbing an und als ich mich beim Personaldienst beschwert und um Versetzung gebeten habe, kam heraus, dass er sich schon lange inoffiziell über meine Leistungen beschwert hatte (das ist aber nicht der richtige Weg, wenn man bei uns jemanden entlassen will).

Ich habe dann um Versetzung unter einen anderen Vorgesetzten gebeten, aber es gibt extrem wenig Stellen bei uns für mein Profil. Die Personalchefin glaubt mir aber, es gibt kaum jemanden, der mir nicht glaubt im Betrieb, ich bin etwas das dritte "Mobbingopfer" meines aktuellen VG. Trotzdem bange ich um meine Stelle. Ich bin seit Monaten freigestellt, die offizielle Version lautet "Burnout" und ich weiss nicht mehr weiter. Natürlich bewerbe ich mich, aber bisher habe ich halt nur Absagen bekommen. An meine alte Stelle zurück könnte ich nicht, selbst wenn ich wollte. Die Personalleiterin darf mich "aus Gründen der Fürsorgepflicht des AG" nicht mehr da arbeiten lassen und mein VG möchte mich auch nicht mehr in seinem Team haben, ich hätte ihn ja angeschwärzt. Dummerweise gibt es kaufmännische Stellen nur in seinem Bereich und er sagt, er da arbeitet.

Der Gewerkschaftsvertreter meinte, es könne sein, dass es in einem halben Jahr zur Kündigung komme, man nenne dies dann eben Umstrukturierung.

Hat jemand noch eine Idee? Besteht die Chance, in meinem Alter (bald 49) noch eine neue Stelle zu finden?

Liebe Grüsse

Moneypenny


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