Thema: Arbeitnehmer - Amateursportler


Komet
(91 Beiträge)
von schnuffeline am 22.08.2014 um 12:42 zitieren

Liebe alle,

und schon wieder habe ich ein „Spezialthema“. Ein Kollege ist in einem Sportverein und seit geraumer Zeit auch recht erfolgreich auf Wettkämpfen unterwegs. Nun möchte er gern mehr trainieren und braucht dafür auch entsprechend mehr Zeit. Er wollte nun darum bitten, sich entsprechend von unserem Arbeitgeber freistellen zu lassen. Er meinte, so 1-2 Stunden weniger Arbeitszeit pro Tag wäre seine Vorstellung. Leider kann ich sehr schwer einschätzen, was Cheffe dazu sagen wird, wenn mein Kollege das Thema an ihn ran trägt. Wahrscheinlich wird er mich wieder fragen, wie der Sachverhalt allgemein ist. Nun habe ich mit sowas ja keinerlei Erfahrung. Ist es denn gang und gäbe, dass sich Arbeitnehmer freistellen lassen? Wird das Gehalt in der Regel normal weiterbezahlt? Ich meine, soviele Arbeitnehmer, die für Sport viel Zeit aufwenden, mag es zwar geben, aber nicht alle sind erfolgreich unterwegs. Da könnte ja jeder Hinz und Kunz kommen. Denn eigentlich ist es ja sein privater Freizeitspaß, wenn er nicht grad in irgendeinem Bundeskader ist. Wenn jemand weniger Arbeit will, würde ich eher sagen, ist die normaler Reduzierung von Arbeitszeit angesagt, also Teilzeit. Aber damit einhergehend gibt’s dann auch entsprechend weniger Lohn. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass Chefs da jubelnd zustimmen, wenn Ihr Arbeitnehmer danach verlangt.

Habt Ihr Erfahrungen mit sowas? Wenn ja, wie wurde das in Eurer Firma geregelt?

Die sich kopfschüttelnd wundernde
schnuffeline

Muss nur noch kurz die Welt retten....


Antwort: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Supernova
(115 Beiträge)
von gitti am 22.08.2014 um 15:46 zitieren

Hallo Schnuffeline,

also ich gestehe, das Ansinnen, wegen Sport weniger zu arbeiten bei weiterhin gleicher Bezahlung - das halte ich für ein wenig gewagt. Es sei denn, er rangiert wirklich schon bei den Top-Sportlern. Allerdings muss er da ja auch irgendwie hinkommen.... ich werde gerade nachdenklich..

Bei meinem alten Arbeitgeber (mehrere 100 Beschäftigte) gab es einen Kollegen bei der freiwilligen Feuerwehr, also wirklich etwas Wichtiges und für alle letztlich eine gute Sache. Dem AG wurde das aber auf Dauer zuviel, und alle Feuerwehr-Einsätze gingen dann irgendwann zu Lasten seines Zeitkontos, die Zeit hat der AG nicht mehr getragen.

Ich kann nur vermuten, dass ein AG ziemlich zugeknöpft reagieren wird.
Aber ich bin gespannt auf andere Erfahrungen hier.
Gitti


Antwort: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 22.08.2014 um 16:04 zitieren

Hallo Schnuffeline,

also mein AG würde dem Mitarbeiter vermutlich ins Genick springen.

Ich persönlich finde, dass sowas nicht zu Lasten des AG gehen darf. Will der Mitarbeiter mehr Sport machen, dann sollte er eben einen Teilzeitvertrag vereinbaren oder sich einen ganz anderen Job suchen.

Wie kommt man als Mitarbeiter auf den Gedanken "ich arbeite pro Tag 1 bis 2 Stunden weniger und behalte mein aktuelles Vollzeitgehalt". Hä?! Das ist ja schon dreist

Also ich mache auch drei Mal pro Woche Sport - NACH meiner Arbeitszeit und am Wochenende. Meinen Chef (und Lebensgefährten) interessiert das überhaupt nicht, wann ich den Sport mache und er würde mich dafür definitiv nicht früher von der Arbeit "entlassen". Ich habe einen 40-Stunden-Vertrag und den muss ich erfüllen. Es ist schließlich mein Privatvergnügen, wenn ich mich sportlich so engagiere. Ich komme teilweise abends erst um 19:30 Uhr nach Hause und pfeife dann aus dem letzten Loch. Trotzdem gehe ich regelmäßig um 20 Uhr auf mein Laufband und trabe 45 bis 60 Minuten. Viel Freizeit habe ich dadurch eben auch nicht. Aber es ist meine Entscheidung und ich kann von meinem AG nicht erwarten, dass er mich bei weniger Wochenarbeitszeit voll entlohnt und mich somit früher von meinen Pflichten entbindet.

Das fände ich auch gegenüber meiner Kollegen unverschämt, die vielleicht keinen Sport machen und ihren Vertrag voll erfüllen müssen. Da hätte ich persönlich ein Problem.

Wie geschrieben, mein Chef ist auch mein Lebensgefährte und sicherlich genieße ich hierdurch auch ein paar Vorteile. Aber was meinen Vertrag betrifft, so gibt es hier für mich keine Kompromisse. Ich bin Angestellte und muss (wie jeder andere hier auch) dieser Pflicht nachkommen. Sonderlocken gehen nicht!

Genau das würde ich Deinem Kollegen vermutlich auch ins Gesicht sagen

LG und ein schönes Wochenende, Melsi


Antwort: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Rose
(38 Beiträge)
von pegattac am 22.08.2014 um 17:25 zitieren

Hallo Schnuffeline,

ja ich seh´s wie die anderen - Stundenreduzieren mit entsprechend weniger Gehalt. Auch wenn er erfolgreich ist als Amateursportler ist es sein Privatvergnügen.

Einzige Ausnahme wäre vielleicht, wenn es eine Art Betriebssportverein ist, der dann bei den Wettkämpfen ein Trikot mit eurem Firmenloge trägt - also Werbung für eure Firma macht. Dann könnte es Sinn machen, das Training ein wenig auf diese Weise zu "unterstützen". Aber das ist nur meine Meinung - bin kein Fachmann bei so etwas.

LG Peggy


Antwort: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Komet
(91 Beiträge)
von schnuffeline am 25.08.2014 um 09:54 zitieren

Guten Morgen ihr Lieben,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich sehe es genauso wie Ihr. Wenn der Kollege intensiv Sport macht, ist das sein Privatvergnügen. Wäre ich AG, würde ich ihm wohl auch nen Vogel zeigen, wenn er mit sowas um die Ecke käme. Weniger arbeiten bei gleichem Gehalt... Man kann es auch übertreiben. Das käme für mich nur in Frage, wenn er wirklich gut wäre und bei sowas wie Olympia starten würde. Aber dann wäre er ja eh im Profisport und müsste - Sponsoren und Preisgelder sei Dank - wohl auch gar nicht regulär arbeiten!
Er meinte, er hätte mal ne Reportage im Fernsehen gesehen, wo einer von dessen Chef extra für seinen Sport freigestellt wird bzw. weniger arbeiten muss bei gleicher Bezahlung. Ja, solche netten Einzelfälle mag es geben, aber die sind nun wirklich sehr rar!
Ich glaube, es ist keine gute Idee, Cheffe sowas zu fragen. Also ich finde es schon sehr dreist. Das werde ich dem Kollegen unter vier Augen auch nochmal durch die Blume sagen. Wenn er es dann immernoch versuchen will und nen Rüffel kassiert, kann ich wenigstens sagen "Ich hab's Dir doch gleich gesagt."

Einen schönen Start in die Woche wünscht
schnuffeline

Muss nur noch kurz die Welt retten....


Antwort: Re: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Kaiserin
(4152 Beiträge)
von heddix am 25.08.2014 um 16:33 zitieren
Zitat von schnuffeline:

Guten Morgen ihr Lieben, vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Ich sehe es genauso wie Ihr. Wenn der Kollege intensiv Sport macht, ist das sein Privatvergnügen. Wäre ich AG, würde ich ihm wohl auch nen Vogel zeigen, wenn er mit sowas um die Ecke käme. Weniger arbeiten bei gleichem Gehalt... Man kann es auch übertreiben. Das käme für mich nur in Frage, wenn er wirklich gut wäre und bei sowas wie Olympia starten würde. Aber dann wäre er ja eh im Profisport und müsste - Sponsoren und Preisgelder sei Dank - wohl auch gar nicht regulär arbeiten! ;-) Er meinte, er hätte mal ne Reportage im Fernsehen gesehen, wo einer von dessen Chef extra für seinen Sport freigestellt wird bzw. weniger arbeiten muss bei gleicher Bezahlung. Ja, solche netten Einzelfälle mag es geben, aber die sind nun wirklich sehr rar! Ich glaube, es ist keine gute Idee, Cheffe sowas zu fragen. Also ich finde es schon sehr dreist. Das werde ich dem Kollegen unter vier Augen auch nochmal durch die Blume sagen. Wenn er es dann immernoch versuchen will und nen Rüffel kassiert, kann ich wenigstens sagen "Ich hab's Dir doch gleich gesagt." :-) Einen schönen Start in die Woche wünscht schnuffeline

Hi schnuffeline,

sowohl in deinen als auch in den Einschätzungen/Meinungen der Forumsteilnehmerinnen bin ich ganz bei euch!

Aber, lass' den Kollegen doch eine schriftliche Anfrage bei eurem Chef einreichen. Dann bist du raus (wirklich entscheiden kannst du das eh nicht) und der Kollege fängt sich die passende Antwort eures Chefs ein.

Gruß
heddix

P.S.
Die Antwort deines Chef bitte hier einstellen


Antwort: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Kaiserin
(456 Beiträge)
von Julia am 27.08.2014 um 14:27 zitieren

Hallo Schnuffeline,

da habe ich ja eine interessante Frage verpasst ... Gibt es denn schon die Rückmeldung?

Ehrlich gesagt hätte ich die Frage dem Kollegen und seinem Verhandlungsgeschick überlassen. Möglich, dass der Arbeitgeber sich auf ein Sponsoring einlässt und eine Arbeitszeitreduzierung (vielleicht nicht ganz die geforderte) einlässt.

Mir persönlich erscheint das Ansinnen dreist. Eine solche Reduzierung der Arbeit aus einem rein privaten Grund bedingt ja, dass jemand anderes die anfallende Arbeit übernehmen muss. Das dürfte den Kollegen sicher keine Jubelschreie entlocken. Lässt sich die Arbeitszeitreduzierung bewerkstelligen, ohne einen Überhang an Arbeit, dann muss sich der sportelnde Kollege fragen lassen, was er bisher in den täglichen 1 - 2 Stunden gemacht hat (sportliche Däumchen gedreht?).

Ich kenne Fälle, in denen Menschen auch sportlich ambitioniert sind und das Freizeitvergnügen insofern mit der Arbeit kombiniert haben, dass sie beispielsweise den Weg zur Arbeit einbezogen haben und dann am Arbeitsort die Möglichkeit zum Duschen und Umziehen hatten (allerdings immer noch auf "Freizeit"). Auch das muss mit dem Arbeitgeber abgestimmt sein.

Bitte berichte uns doch, wie das Thema bei euch weitergegangen ist.

Liebe Grüße
Julia


Antwort: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Komet
(91 Beiträge)
von schnuffeline am 02.09.2014 um 12:20 zitieren

Hallo Ihr Lieben,

jetzt komme ich auch endlich mal zum Nachtrag. Ich hatte ja mit dem Kollegen kurz in der Kaffeeküche unter vier Augen gesprochen, dass ich es an seiner Stelle lassen würde. Anscheinend hielt sich der Gute aber für den absoluten Profisportler, dessen Talent ja nur entdeckt werden müsste. Er ließ meinen Rat im Raum stehen und gab keine große Antwort drauf.

Nun, auf ein persönliches Gespräch bei Cheffe hat der Kollege verzichtet und sein Ansinnen „dummerweise“ in einer E-Mail formuliert. Ich habe es ja schon in seinem Posteingang gesehen, aber unbearbeitet drin gelassen. Cheffe hat es dann gelesen und ziemlich laut seinen Unmut
kundgetan.
Der Kollege durfte dann nochmal in persona antreten. Ich habe zwar nichts direkt mitbekommen, aber soweit ich weiß, hat er freundlich aber bestimmt seinen Rüffel bekommen. Hinterher meinte mein Chef zu mir „Also wenn der unbedingt weniger arbeiten will, soll er sich nen anderen Job suchen. Wir sind hier nicht die Heilsarmee.“ Ich kann nicht sagen, ob er nun bis ans Lebensende „versch….“ hat, zumindest war er mit seinem Wunsch nicht erfolgreich. Bin mal gespannt, wann der Nächste mit irgendeinem Sonderfurz um die Ecke kommt.

Liebe Grüße,
schnuffeline

Muss nur noch kurz die Welt retten....


Antwort: Re: Re: Arbeitnehmer - Amateursportler

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 02.09.2014 um 12:56 zitieren
Zitat von schnuffeline:

Hallo Ihr Lieben, jetzt komme ich auch endlich mal zum Nachtrag. Ich hatte ja mit dem Kollegen kurz in der Kaffeeküche unter vier Augen gesprochen, dass ich es an seiner Stelle lassen würde. Anscheinend hielt sich der Gute aber für den absoluten Profisportler, dessen Talent ja nur entdeckt werden müsste. Er ließ meinen Rat im Raum stehen und gab keine große Antwort drauf. Nun, auf ein persönliches Gespräch bei Cheffe hat der Kollege verzichtet und sein Ansinnen „dummerweise“ in einer E-Mail formuliert. Ich habe es ja schon in seinem Posteingang gesehen, aber unbearbeitet drin gelassen. Cheffe hat es dann gelesen und ziemlich laut seinen Unmut kundgetan. :wuetend: Der Kollege durfte dann nochmal in persona antreten. Ich habe zwar nichts direkt mitbekommen, aber soweit ich weiß, hat er freundlich aber bestimmt seinen Rüffel bekommen. Hinterher meinte mein Chef zu mir „Also wenn der unbedingt weniger arbeiten will, soll er sich nen anderen Job suchen. Wir sind hier nicht die Heilsarmee.“ Ich kann nicht sagen, ob er nun bis ans Lebensende „versch….“ hat, zumindest war er mit seinem Wunsch nicht erfolgreich. Bin mal gespannt, wann der Nächste mit irgendeinem Sonderfurz um die Ecke kommt. ;-) Liebe Grüße, schnuffeline

Hallo Schnuffeline,

vielen Dank für die Rückmeldung

Es ist doch immer wieder erstaunlich, was sich manche Kollegen denken. Bei uns in der Firma läuft das ähnlich ab. Die Mitarbeiter haben sämtliche Freiheiten und niemand kann sich beklagen. Es können Überstunden ohne Probleme abgefeiert werden, alle haben ein tolles Büro mit neuen Möbeln, jeder kann Kaffee/Tee/Wasser etc. auf Firmenkosten trinken, sie erhalten ein wirklich sehr gutes Gehalt, es gibt zwei Mal im Jahr eine richtig schöne Firmenfeier (im Sommer u. a. mit den Frauen und Kindern der Kollegen) und generell hat sich niemand zu beklagen. Wir haben sogar für die Raucher eine gemütliche Lounge mit bequemen Möbeln auf dem Balkon geschaffen ... aber es ist NIE genug und ständig hat einer noch was zu meckern.

Die sollten sich doch alle mal in anderen Betrieben umschauen, wie es da so abgeht. Manche Menschen sind ohne Arbeit, leben ggf. von Hartz-IV usw.! Und die Bagage hat Arbeit und es geht ihnen sensationell gut und trotzdem wollen sie immer mehr und mosern an allem herum!

Ich bin da wirklich sprachlos und wundere mich nur noch über solche Menschen!

Immerhin hat Dein Chef gut reagiert und vermutlich wird er sich auch die Dreistigkeit Deines Kollegen merken. Sowas vergisst ein Chef sicherlich nicht so schnell

LG und weiterhin lustiges Arbeiten, Melsi

PS:
Ich hatte gestern 15-jähriges Firmenjubiläum und habe von meinem Chef einen riiiiiiieseeeeeengroooooßen Blumenstrauß bekommen!


Antwort: @Melsi: Glückwunsch zum 15. - n. T.

Kaiserin
(456 Beiträge)
von Julia am 02.09.2014 um 15:55 zitieren


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