Thema: Interner Wechsel - wie macht man\'s richtig?


Komet
(95 Beiträge)
von schnuffeline am 24.09.2012 um 13:20 zitieren

Hallo ihr Lieben,

meine jüngere Schwester und ich saßen gestern beim Kaffee und da meinte sie, sie würde in ihrer Firma gern intern die Position wechseln. Bisher ist sie noch als Teamassistentin angestellt. Nun sucht einer ihrer GF eine Assistentin, die nur ihm zuarbeitet.

Sie würde sich gern intern um die Stelle bewerben, denn GF-Assistenz ist ihr angestrebtes Karriereziel. Andererseits fühlt sie sich in ihrer bisherigen Abteilung sehr wohl und kommt auch mit ihrem dortigen Abteilungsleiter sehr gut klar.

Sie möchte erstmal gern vorab schauen, ob die Stelle was für sie wäre, ohne dass es groß Wellen in der Firma schlägt. Sie ist sich sehr unsicher, denn eigentlich möchte sie ihren jetzigen Chef nicht verletzen, falls die neue Stelle was für sie wäre und sie tatsächlich genommen werden sollte. Außerdem kennt sie den GF nur von Fotos und mal kurz Hallo auf dem Flur sagen, kann ihn daher nicht wirklich einschätzen, ob sie mit ihm gut askäme (was ja als PA wichtig ist).

Meine Schwester hat mich also um Rat gebeten, aber ehrlich gesagt wüsste ich auf die Schnelle auch nicht so recht, was ich in ihrer Situation machen würde.

Mein Vorschlag wäre, sie soll erstmal mit der Personalabteilung ein vertrauliches Gespräch machen. Vielleicht ist es auch sinnvoll, eine der anderen GF-Assistentinnen dort ins Vertrauen zu ziehen, um mehr über ihren potentiellen neuen Chef herauszufinden.

Was meint ihr, wäre so ein Vorgehen klug?

Liebe Grüße,
schnuffeline

Muss nur noch kurz die Welt retten....


Antwort: Wie ich das machen würde...

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 24.09.2012 um 14:18 zitieren

Hallo Schnuffeline,

ohne es böse zu meinen: Das ist mal wieder typisch Frau, niemanden verletzen zu wollen. Würde ihr jetziger Chef sich wohl dieselben Gedanken machen, wenn er sich beruflich verändern wollte? Wohl kaum!
Wenn sie geht, kann sie dann immer noch herausstellen, dass es ihr schwer fällt, ein solch nettes Team verlassen zu müssen. Wer da sauer ist, sorry, der hat den Schuss nicht gehört.

Ein Vorabgespräch würde ich weder mit der PA noch mit irgendwelchen anderen Personen führen - sie soll sich bewerben und fertig. Schließlich sind die Aufgaben sicherlich schon grob beschrieben, so dass es nicht die großen Überraschungen geben würde. Wenn sie zur Vorstellung eingeladen wird, kann sie immer noch ihre Fragen stellen und sollte das sogar tun. Sie sollte sich also gut vorbereiten und auch das ansprechen, was sie wissen will. Bei dieser Gelegenheit kann sie dann auch die Chemie abchecken. Wobei ein so kurzer Moment natürlich auch zu einer Fehleinschätzung führen kann, aber da würde auch kein weiteres Vorabgespräch helfen.

Für ihr Vorhaben regelrecht abträglich hielte ich den Plausch mit der aktuellen Stelleninhaberin oder anderen Mitarbeitern aus dem direkten Umfeld. Das ist wenig souverän, hat ein Stückweit etwas von Heimlichtuerei und Getratsche. Abgesehen davon sind die Äußerungen der befragten Mitarbeiter auch immer gefärbt durch deren eigene subjektiven Erfahrungen - was also, wenn es zwischen Chef und Assistentin Konflikte gab?!

Eine Zusammenarbeit ist immer etwas Individuelles - das kann mit der einen Assistentin klappen, mit der nächsten überhaupt nicht. Sie soll sich unvoreingenommen also ihr eigenes Bild machen und sich nicht von Gerede beeinflussen lassen. Diese Eigenschaft ist auf einer solchen Position ohnehin gefordert.

In meinem Berufsleben habe ich so viel Gequatsche über vermeintlich superblöde Kollegen gehört - und die entpuptten sich dann einfach nur als nett, während der Urteilsgeber nämlich derjenige war, der Dreck am Stecken hatte.

Sie soll ihre Unterlagen gut vorbereiten, sich bewerben und wenn sie dann eingeladen wird, sich ihre eigene Meinung über Job und Chef bilden. Und dann entscheiden, ob sie diesen Job will. Es ist nämlich so, dass auch sie das Recht hat, nein zu sagen - selbst wenn der GF ihr eine Zusage gibt. Das scheint sie bei der ganzen Aufregung völlig zu vergessen.

Viele Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Interner Wechsel - wie macht man\\\'s richtig?

Kaiserin
(1288 Beiträge)
von Melsi am 24.09.2012 um 14:29 zitieren
Zitat von schnuffeline:

Hallo ihr Lieben, meine jüngere Schwester und ich saßen gestern beim Kaffee und da meinte sie, sie würde in ihrer Firma gern intern die Position wechseln. Bisher ist sie noch als Teamassistentin angestellt. Nun sucht einer ihrer GF eine Assistentin, die nur ihm zuarbeitet. Sie würde sich gern intern um die Stelle bewerben, denn GF-Assistenz ist ihr angestrebtes Karriereziel. Andererseits fühlt sie sich in ihrer bisherigen Abteilung sehr wohl und kommt auch mit ihrem dortigen Abteilungsleiter sehr gut klar. Sie möchte erstmal gern vorab schauen, ob die Stelle was für sie wäre, ohne dass es groß Wellen in der Firma schlägt. Sie ist sich sehr unsicher, denn eigentlich möchte sie ihren jetzigen Chef nicht verletzen, falls die neue Stelle was für sie wäre und sie tatsächlich genommen werden sollte. Außerdem kennt sie den GF nur von Fotos und mal kurz Hallo auf dem Flur sagen, kann ihn daher nicht wirklich einschätzen, ob sie mit ihm gut askäme (was ja als PA wichtig ist). Meine Schwester hat mich also um Rat gebeten, aber ehrlich gesagt wüsste ich auf die Schnelle auch nicht so recht, was ich in ihrer Situation machen würde. Mein Vorschlag wäre, sie soll erstmal mit der Personalabteilung ein vertrauliches Gespräch machen. Vielleicht ist es auch sinnvoll, eine der anderen GF-Assistentinnen dort ins Vertrauen zu ziehen, um mehr über ihren potentiellen neuen Chef herauszufinden. Was meint ihr, wäre so ein Vorgehen klug? Liebe Grüße, schnuffeline

Hallo Schnuffeline,

ich stimme Kirsten zu und würde auch direkt eine Bewerbung schicken.

Ohne viel Tamtam und ohne Rücksprache mit PA oder sonst wem.

Bei einem meiner früheren Arbeitgeber habe ich mich auch intern auf eine ausgeschriebene Stelle beworben - und habe sie bekommen. Ich habe weder mit der PA, noch mit dem Betriebsrat geschweige denn mit der vorherigen Stelleninhaberin gesprochen.

Eine schöne Bewerbung, abschicken und gut

Im Vorstellungsgespräch habe ich damals mit dem Chef gesprochen und ihn so auch etwas kennengelernt. Das Gespräch blieb vertraulich bis ich das OK vom neuen Chef hatte. Erst dann habe ich meinen alten Chef darüber informiert und gut.

So würde ich es grundsätzlich immer handhaben.

Ein anderes Beispiel:

Würde Deine Schwester denn ihren Chef vorab informieren, wenn sie sich extern irgendwo bewirbt?

Wenn sie die Frage mit \\\"nein\\\" beantwortet, dann ist sicherlich Dein Posting auch schon längst beantwortet

GGLG, Melsi


Antwort: Re: Re: Interner Wechsel - wie macht man\\\\\\\'s richtig?

Komet
(95 Beiträge)
von schnuffeline am 24.09.2012 um 15:01 zitieren
Zitat von Melsi:

Hallo Schnuffeline, ich stimme Kirsten zu und würde auch direkt eine Bewerbung schicken. Ohne viel Tamtam und ohne Rücksprache mit PA oder sonst wem. Bei einem meiner früheren Arbeitgeber habe ich mich auch intern auf eine ausgeschriebene Stelle beworben - und habe sie bekommen. Ich habe weder mit der PA, noch mit dem Betriebsrat geschweige denn mit der vorherigen Stelleninhaberin gesprochen. Eine schöne Bewerbung, abschicken und gut :-) Im Vorstellungsgespräch habe ich damals mit dem Chef gesprochen und ihn so auch etwas kennengelernt. Das Gespräch blieb vertraulich bis ich das OK vom neuen Chef hatte. Erst dann habe ich meinen alten Chef darüber informiert und gut. So würde ich es grundsätzlich immer handhaben. Ein anderes Beispiel: Würde Deine Schwester denn ihren Chef vorab informieren, wenn sie sich extern irgendwo bewirbt? Wenn sie die Frage mit \\\"nein\\\" beantwortet, dann ist sicherlich Dein Posting auch schon längst beantwortet :-) GGLG, Melsi

Danke Mädels, so betrachtet habt ihr wirklich recht. So hatte ich es auch noch garnicht gesehen.

Ich werde meiner Schwester sagen, dass sie sich einfach mal bewerben soll. Alles andere wird sich dann wahrscheinlich auch so ergeben. Sie soll halt den Ball flach halten, dann bekommts keiner intern mit und wenn es tatsächlich positiv für sie ausfallen sollte, bekommen es die Beteiligten ja eh früh genug gesagt.

Danke für Euren Rat, hat mir sehr geholfen!

LG
schnuffeline

Muss nur noch kurz die Welt retten....


Antwort: Re: Interner Wechsel - wie macht man\\\'s richtig?

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 24.09.2012 um 16:33 zitieren

Hallo Schnuffeline,

ich kann Kirsten und Melsi nur zustimmen. Kommt aber auf die Firma drauf an. Bei uns z. B. wird eine interne Stellenausschreibung per Mail verteilt und dort steht dann meist auch direkt der Ansprechpartner und einer von Personal drin - statt eine Bewerbung zu schreiben, gehen die Leute meist direkt mit dem ins Gespräch, der die Stelle anbietet - selbst der GF ist da keine Ausnahme. Aber das liegt sicher eher an unserer Firmenkultur...

Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur sagen & deiner Schwester raten: wenn es in der Firma die Möglichkeit eines internen Aufstiegs gibt, soll sie den nutzen. Denn keiner stellt mal eben jemanden zur Vertretung deiner Schwester ein, weil sie evtl. in 1-2 Jahre aufsteigen will - und wie Melsi und Kirsten richtig gesagt haben: der Chef würde bei seinem Aufstieg auch keine Rücksicht auf deine Schwester nehmen bzw. sie würde ihn auch nicht um Erlaubnis fragen, wenn sie sich extern bewerben würde

LG,
TraumSekki


Antwort: Re: Re: Interner Wechsel - wie macht man\'s richtig?

Komet
(95 Beiträge)
von schnuffeline am 26.09.2012 um 12:45 zitieren
Zitat von TraumSekki:

Hallo Schnuffeline, ich kann Kirsten und Melsi nur zustimmen. Kommt aber auf die Firma drauf an. Bei uns z. B. wird eine interne Stellenausschreibung per Mail verteilt und dort steht dann meist auch direkt der Ansprechpartner und einer von Personal drin - statt eine Bewerbung zu schreiben, gehen die Leute meist direkt mit dem ins Gespräch, der die Stelle anbietet - selbst der GF ist da keine Ausnahme. Aber das liegt sicher eher an unserer Firmenkultur... Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur sagen & deiner Schwester raten: wenn es in der Firma die Möglichkeit eines internen Aufstiegs gibt, soll sie den nutzen. Denn keiner stellt mal eben jemanden zur Vertretung deiner Schwester ein, weil sie evtl. in 1-2 Jahre aufsteigen will - und wie Melsi und Kirsten richtig gesagt haben: der Chef würde bei seinem Aufstieg auch keine Rücksicht auf deine Schwester nehmen bzw. sie würde ihn auch nicht um Erlaubnis fragen, wenn sie sich extern bewerben würde ;-) LG, TraumSekki

Hallo Mädels,

meine Schwester wird sich nun doch auf die Stelle bewerben. Ich habe nochmal mit ihr gesprochen.

Sie möchte einerseits gern die Aufstiegschance nutzen, immerhin winkt ja auch mehr Gehalt, ein Firmenhandy etc.

Andererseits hat sie Bedenken, dass ich jetziger Vorgesetzer sauer auf sie sein könnte. Immerhin vestehen sie sich super, sind ein eingespieltes Team und eigentlich hatte er wohl vor, sie als PA mitzunehmen, wenn er intern oder extern die Stelle wechselt.

Ich habe sie trotzdem nochmal in ihrem Vorhaben bestärkt, denn die Aufgaben sind von ihren jetzigen gar nicht so unterschiedlich. Und den GF würde sie ja eh im persönlichen Gespräch kennenlernen und dann kann sie ja auch nochmal die Chemie prüfen und was er sich so unter der Arbeit vorstellt.

Ja mein liebes Schwesterlein gehört echt nicht zu den entscheidungsfreudigsten Menschen. Wahrscheinlich liegt\'s am Alter... Sie hofft darauf, dass sie nur die Vorteile der neuen Stelle bekommt (mehr Geld, Firmenhandy etc) und möglichst wenig Nachteile (Überstunden, ständig für den GF erreichbar sein...) Aber GF-Assistentin sein ist nicht immer nur Leben auf dem Ponyhof (meines Erachtens).

Naja, erstmal schauen, was bei der Bewerbung rauskommt. Externe können sich wohl auch bewerben.

Liebe Grüße,
schnuffeline

Muss nur noch kurz die Welt retten....


Antwort: Re: Re: Re: Interner Wechsel - wie macht man\\\'s richtig?

Kaiserin
(1288 Beiträge)
von Melsi am 26.09.2012 um 13:28 zitieren
Zitat von schnuffeline:

Hallo Mädels, meine Schwester wird sich nun doch auf die Stelle bewerben. Ich habe nochmal mit ihr gesprochen. Sie möchte einerseits gern die Aufstiegschance nutzen, immerhin winkt ja auch mehr Gehalt, ein Firmenhandy etc. ;-) Andererseits hat sie Bedenken, dass ich jetziger Vorgesetzer sauer auf sie sein könnte. Immerhin vestehen sie sich super, sind ein eingespieltes Team und eigentlich hatte er wohl vor, sie als PA mitzunehmen, wenn er intern oder extern die Stelle wechselt. :beschaemt: Ich habe sie trotzdem nochmal in ihrem Vorhaben bestärkt, denn die Aufgaben sind von ihren jetzigen gar nicht so unterschiedlich. Und den GF würde sie ja eh im persönlichen Gespräch kennenlernen und dann kann sie ja auch nochmal die Chemie prüfen und was er sich so unter der Arbeit vorstellt. Ja mein liebes Schwesterlein gehört echt nicht zu den entscheidungsfreudigsten Menschen. 8-) Wahrscheinlich liegt\'s am Alter... Sie hofft darauf, dass sie nur die Vorteile der neuen Stelle bekommt (mehr Geld, Firmenhandy etc) und möglichst wenig Nachteile (Überstunden, ständig für den GF erreichbar sein...) Aber GF-Assistentin sein ist nicht immer nur Leben auf dem Ponyhof (meines Erachtens). :engel: Naja, erstmal schauen, was bei der Bewerbung rauskommt. Externe können sich wohl auch bewerben. Liebe Grüße, schnuffeline

Hallo Schnuffeline,

super, dass Deine Schwester sich nun traut und sich bewirbt. Es kann ihr ja auch nichts passieren

Freie Stellen müssen immer extern ausgeschrieben werden. In der Regel ist es aber so, dass dies nur \\\"proforma\\\" passiert, weil die Betriebsräte das so wollen und fordern (das gilt natürlich nur für Unternehmen, die auch gewerkschaftlich etc. engagiert sind bzw. einen BR haben).

Allerdings werden solche Positionen auch lieber mit internen Leuten belegt, weil die das Unternehmen bereits kennen und somit nur den neuen Arbeitsbereich \\\"erlernen\\\" müssen.

Deine Schwester hat sicherlich gute Chancen

LG, Melsi


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