Thema: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin


Newcomer
(6 Beiträge)
von Assistant am 26.07.2012 um 13:21 zitieren

Hallo liebe Leidensgenossinnen,

es gibt ja viele Threads zur Unterforderung, aber ich möchte euch mal mein Problem schildern.

Ich arbeite seit knapp 4 Monaten in einem Unternehmen und bin mehr als unglücklich. Ich muss dazu sagen ich habe ein abgeschlossenes Studium. Ich dachte super kurz nach dem Studium ein Job als Projektassistentin, super Einstieg und man kennt mich in der Branche. Im Vorstellungsgespräch wurde mir so einiges Versprochen, Unternehmen auf Messen repräsentieren, an Projekten arbeiten und später eigene Projekte erhalten, ach ja und ein Masterstudiengang wurde mir auch versprochen (bin nur Bachelor, berufsbegleitend weiterstudieren).

Alles klang mehr als super. Ach ja und ich habe viel zu tun mit internationalen Unternehmen, hieß es zumindest.

Ich mache aber nichts weiter außer faxen, kopieren, Konferenzräume eindecken, mal im Hotel anrufen und sagen der Chef kommt später. Gut zu Beginn dachte ich, die müssen dich erstmal kennenlernen, aber niemand nimmt mich ernst. Ich darf die Post holen, aber nicht öffnen.
Ich bin dafür da das Telefon entgegenzunehmen, wenn alle mal nicht im Büro sind und meine anderen Kollegen schließen mich mal mehr mal weniger aus. Kommunikation läuft gar nicht und ich erhalte die Infos immer als letzte. Ich bin die letzten Wochen mit so einer miesen Laune zur Arbeit gekommen, weil ich genau weiß das ich von meinen eigentlichen 8Std mind. 6Std rumsitze und meist noch Überstunden mache, weil irgendwer kurz vor Feierabend noch eine Formatierungsaufgabe für mich hat.
Bin übrigens meist die erste morgens im Büro und eine der letzten die geht und ich warte dann meist noch gut eine Std. bis meine Kollegen kommen und sagen, was man so tun könnte .

Die Sympathie zwischen mir und meinem Chef stimmt auch nciht wirklich. Ich habe eine Person die mir immerhin halbwegs mal zuhört, aber zur Zeit mehr als schlechte Laune hat (sitze mit ihr in einem Büro).

Also alles was versprochen wurde, wird nicht eingehalten, auf die nächste Messe komme ich auch nicht, weil mein Chef das nciht möchte.

Innerlich habe ich schon gekündigt, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass es sich bessert. Bis vor kurzem bin ich immer zu meinen Kollegen gegangen und gefragt ob ich ihnen helfen kann, aber zur Zeit kann ich mich nicht überwinden. Ich will wirklich arbeiten und helfen, aber auch qualitativ höherwertige Tätigkeiten.

Was meint ihr? Probezeit durchhalten oder anfangen sich neu zu bewerben?
Brauche euren Rat.


Antwort: ... ein Schrecken ohne Ende?

Kaiserin
(457 Beiträge)
von Julia am 26.07.2012 um 14:39 zitieren

Hallo Assistant,

das hört sich gar nicht gut an. Deine Frustration kann ich sehr gut nachempfinden.

Wie sieht es denn bei Deinen Kollegen aus? Es könnte ja sein, dass es momentan einfach wegen der allgemeinen Urlaubszeit etwas ruhiger ist und wichtige Projekte später starten. Wenn es allgemein weniger zu tun gibt, lässt sich wenig Arbeit abgeben ... andererseits wäre Zeit genug für eine gründliche Einarbeitung da.

Irgendwie versuche ich, noch etwas Positives zu finden denn eigentlich hört sich Dein Posting für mich so an, als hättest Du Deine Entscheidung schon getroffen und zwar gegen schlechte Laune und Frustration und hin zu motivierender Arbeit.

Drücke Dir beide Daumen für Deinen Weg!

Grüße
Julia


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(6 Beiträge)
von Assistant am 26.07.2012 um 15:29 zitieren

Hallo Julia,

meine Kollegen jammern den ganzen Tag, dass sie so viel zu tun haben, ständig in einer Tour. Entweder es kommt \"Nein, danke du kannst mir dabei nicht helfen\" oder noch besser \"ich will dich damit nicht belasten\". Irgendwann kommt dann doch noch ein Kollege an und ich darf eine Excelliste sortieren oder fertig geschriebene Briefe wegschicken oder ich erhalte ein Dokument und darf es formatieren.

Das größte Problem ist die Antipathie mit meinem Chef. Da er viele GF in der Stadt kennt und ich gern in dieser Branche weiterarbeiten möchte, ist es grad schlecht wenn ich mich in der Probezeit woanders bewerbe.

Es ist echt furchtbar und ich weiß im Moment nicht mehr, was ich noch tun soll. Ich habe mich damals so über die Zusage gefreut, weil ich dachte einen besseren Einstiegsjob gibt es gar nicht.

LG

Ach nochmal zu meiner Person ich bin 26 Jahre alt und habe Abitur, Fremdsprachenausbildung und ein abgeschlossenes Hochschulstudium.


Antwort: Re: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(1288 Beiträge)
von Melsi am 30.07.2012 um 12:18 zitieren
Zitat von Assistant:

Hallo Julia, meine Kollegen jammern den ganzen Tag, dass sie so viel zu tun haben, ständig in einer Tour. Entweder es kommt \"Nein, danke du kannst mir dabei nicht helfen\" oder noch besser \"ich will dich damit nicht belasten\". Irgendwann kommt dann doch noch ein Kollege an und ich darf eine Excelliste sortieren oder fertig geschriebene Briefe wegschicken oder ich erhalte ein Dokument und darf es formatieren. Das größte Problem ist die Antipathie mit meinem Chef. Da er viele GF in der Stadt kennt und ich gern in dieser Branche weiterarbeiten möchte, ist es grad schlecht wenn ich mich in der Probezeit woanders bewerbe. Es ist echt furchtbar und ich weiß im Moment nicht mehr, was ich noch tun soll. Ich habe mich damals so über die Zusage gefreut, weil ich dachte einen besseren Einstiegsjob gibt es gar nicht. LG Ach nochmal zu meiner Person ich bin 26 Jahre alt und habe Abitur, Fremdsprachenausbildung und ein abgeschlossenes Hochschulstudium.

Hallo,

also ich würde sagen \"Angriff ist die beste Verteidigung\".

Du solltest einfach mal mit Deinem direkten Vorgesetzten über die Sache sprechen. Vielleicht ist es ihm gar nicht bewußt, dass Du unterfordert bist und Dich nicht wohlfühlst.

Evtl. saß auf Deinem Platz auch vor Dir eine Kollegin, die schon mit diesen Arbeiten restlos überfordert war und nur gejammert hat, wie viel sie doch zu tun hat.

Beispiel:

Ich habe vor 13 Jahren in meiner jetzigen Firma angefangen und meine Vorgängerin sagte mir, dass ich mit allen Arbeiten auf diesem Platz für 6 Stunden mindestens ausgelastet sei. Pustekuchen. Ich habe meine to do\'s nämlich in 1,5 Stunden erledigt! Dann saß ich da, hatte nichts zu tun und Langeweile bzw. Frust machten sich breit.

Mein Glück war, dass ich ganz alleine im Büro saß - meine Chefs und Kollegen waren immer unterwegs. So habe ich dann nach und nach alles an mich gerissen, was auch nur annähernd nach Arbeit aussah. Dann war ich glücklich und meine Chefs mehr als zufrieden, weil ich sie entlasten konnte Meine Vorgängerin hätte das so nie und nimmer geschafft. Die war schon mit kopieren und Postbearbeitung überfordert.

An Deiner Stelle würde ich wirklich mit dem Chef sprechen, den Ist-Zustand kundtun und abklären, wie es zukünftig weitergehen soll. Schließlich hast Du eine sehr gute Ausbildung genossen und solltest nicht mit solchen lapidaren Arbeiten versorgt werden.

Ich würde auch ganz offen sagen, dass Du (sofern dieser Zustand sich nicht ändert) auch wieder Bewerbungen schreiben wirst. Entweder nimmt Dein Chef Dich ernst oder nicht.

LG und gutes Gelingen, Melsi

PS: Halte uns mal auf dem Laufenden.


Antwort: andere Ausgangssituation vor Augen

Kaiserin
(457 Beiträge)
von Julia am 30.07.2012 um 12:48 zitieren

Hallo Assistant,

Melsi hat da einen sehr guten Aspekt mit eingebracht, der mir gar nicht eingefallen ist. Dabei habe auch ich schon ähnliche Situationen erlebt.

Wenn Dein Chef bisher tatsächlich nur solche Mitarbeiterinnen hatte, die ein langsameres Arbeitstempo hatten oder schnell überfordert waren, dann ging er natürlich von einer ganz anderen Situation aus. Da hilft es tatsächlich, miteinander zu reden.

Im Gespräch würde ich auch einfließen lassen, dass Du Deine Kollegen unterstützt hast oder wolltest. Mit Blick darauf, noch weiter in dem Unternehmen zu arbeiten und hoffentlich anspruchsvollere Tätigkeiten auszuführen, würde ich jedoch versuchen, die Kollegen nicht allzublöd dastehen zu lassen. So nach dem Motto: Ich war mir nicht zu schade, Formatierungsarbeiten oder Kopien für die Kollegen anzufertigen, könnte aber viel qualifizierter und besser unterstützen, wenn ich meine Fertigkeiten und Kenntnisse ausschöpfen könnte.

Bisher bin ich immer am besten damit gefahren, wenn ich die positiven Aspekte für das Unternehmen, für die Abteilung herausgestrichen habe.

Viel Erfolg!

Lass Dich nicht unterkriegen.

Liebe Grüße
Julia


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(10 Beiträge)
von Terra am 30.07.2012 um 14:35 zitieren

Hallo Assitant,

jeder is für sein Glück selbst verantwortlich - deshalb fang jetzt schon an dich zu bewerben - es kann doch nur besser werden.

Kopf hoch - es gibt leider immer wieder solche Chefs und Firmen, die viel versprechen und nichts halten. Lass dich dadurch nicht entmutigen.

So wie du schreibst, steckt viel Power in dir - nutze diesen und lass dich gern haben!

Viel Erfolg und drück dir die Daumen bei deinen Bewerbungen!

Herzliche Grüße
Terra
___________________________________

... genieße jeden Tag in vollen Zügen!


Antwort: Re: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(1288 Beiträge)
von Melsi am 30.07.2012 um 16:01 zitieren
Zitat von Terra:

Hallo Assitant, jeder is für sein Glück selbst verantwortlich - deshalb fang jetzt schon an dich zu bewerben - es kann doch nur besser werden. Kopf hoch - es gibt leider immer wieder solche Chefs und Firmen, die viel versprechen und nichts halten. Lass dich dadurch nicht entmutigen. So wie du schreibst, steckt viel Power in dir - nutze diesen und lass dich gern haben! Viel Erfolg und drück dir die Daumen bei deinen Bewerbungen!

Hallo Terra,

ich gebe Dir ein Stück weit recht. Aber mal ganz ehrlich: Schmeißt Du sofort die Flinte ins Korn, wenn mal was hakt und nicht rund läuft?

In jedem Unternehmen gibt es Dinge, die einem nicht schmecken. Aber deswegen immer gleich kündigen bzw. sich einen neuen Job suchen? Ich finde das ein wenig übertrieben.

Viele Firmen setzen in der heutigen Zeit Stellenanzeigen in die Zeitung (oder ins www), mit Qualifikationen, Kenntnissen und Voraussetzungen, dass es einem die Fußnägel hochkräuselt. Eigentlich ist es doch so, dass man selbst als Putzfee oder ein Müllmann (*) Abitur, Studium, Fremdsprachenkenntnisse und 60 Jahre Erfahrung in diesem Beruf braucht. Nach dem Motto: Lieber hoch gestapelt, als sich mit Ottonormalos auseinander zu setzen.

(*) Ich meine das mit der Putzfee und dem Müllmann nicht abwertend - also versteht mich bitte nicht falsch. Damit möchte ich nur deutlich machen, dass viele Firmen schlichtweg eine eierlegende Wollmilchsau suchen - egal, ob das für die ausgeschriebene Stelle erforderlich ist oder nicht.

Sorry, aber dazu musste ich jetzt einfach mal Stellung nehmen

LG, Melsi


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(6 Beiträge)
von Assistant am 01.08.2012 um 09:08 zitieren

Hallo ihr Lieben,

danke für eure aufmunternden Worte :).
Das mit dem reden, habe ich ansatzweise bei meiner Vorgesetzten versucht, aber das ist leider nichts zu holen, weil der Chef alles leider immer sofort abblockt.

Er zeigt mir halt ständig durch die Blume, dass er damals eine andere Bewerberin bevorzugt hatte. Von daher wird er meine Probleme nicht verstehen, sondern höchstens sagen, dass ich meine anderen Kollegen nach Aufgaben fragen muss. Ich bin ja schon froh, dass ich mittlerweile die Reisekostenabrechnungen von einigen Kollegen machen darf, dass z. B. habe ich durch meine Vorgesetzte durchsetzen können.

Nach anderen Stellen schaue ich ständig, aber ich hab auch mit Freunden geredet die zu mir meinten ich solle nicht die Flinte ins Korn werfen ;).
Der beste Witz der letzten Tage war, dass ich bei einer Organanisation einer Veranstaltung helfe und das einzige was ich da mache sind vorgeschriebene E-Mails verschicken und Namensschilder basteln .

Die Stelle ist ganz neu, d. h. es gab keine Vorgängerin. Vor allem schaffen meine Kollegen ihre Arbeit in der Arbeitszeit nicht, weil sie ständig am quatschen, Kaffee trinken oder telefonieren sind. Dann ist plötzlich wieder Hektik angesagt! Wenn ich dann etwas versuche zu verbessern oder einfach mal meine Vorgesetzte an etwas rechtzeitig zu erinnern, wird mir nicht zugehört und mit einem \"ja..ja\" abgestempelt. Dann ist wieder ne Woche vorher Panik. Es gibt keine richtige Organisation hier.

Danke nochmal für eure Ratschläge, ich werde nochmal versuchen das Gespräch zu suchen und meinen Kollegen weiter unterstützen mit kopieren, faxen etc.

LG Assistant


Antwort: Re: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(1288 Beiträge)
von Melsi am 01.08.2012 um 10:28 zitieren
Zitat von Assistant:

Hallo ihr Lieben, danke für eure aufmunternden Worte :). Das mit dem reden, habe ich ansatzweise bei meiner Vorgesetzten versucht, aber das ist leider nichts zu holen, weil der Chef alles leider immer sofort abblockt. :-( Er zeigt mir halt ständig durch die Blume, dass er damals eine andere Bewerberin bevorzugt hatte. Von daher wird er meine Probleme nicht verstehen, sondern höchstens sagen, dass ich meine anderen Kollegen nach Aufgaben fragen muss. Ich bin ja schon froh, dass ich mittlerweile die Reisekostenabrechnungen von einigen Kollegen machen darf, dass z. B. habe ich durch meine Vorgesetzte durchsetzen können. Nach anderen Stellen schaue ich ständig, aber ich hab auch mit Freunden geredet die zu mir meinten ich solle nicht die Flinte ins Korn werfen ;). Der beste Witz der letzten Tage war, dass ich bei einer Organanisation einer Veranstaltung helfe und das einzige was ich da mache sind vorgeschriebene E-Mails verschicken und Namensschilder basteln :-/ . Die Stelle ist ganz neu, d. h. es gab keine Vorgängerin. Vor allem schaffen meine Kollegen ihre Arbeit in der Arbeitszeit nicht, weil sie ständig am quatschen, Kaffee trinken oder telefonieren sind. Dann ist plötzlich wieder Hektik angesagt! Wenn ich dann etwas versuche zu verbessern oder einfach mal meine Vorgesetzte an etwas rechtzeitig zu erinnern, wird mir nicht zugehört und mit einem \"ja..ja\" abgestempelt. Dann ist wieder ne Woche vorher Panik. Es gibt keine richtige Organisation hier. Danke nochmal für eure Ratschläge, ich werde nochmal versuchen das Gespräch zu suchen und meinen Kollegen weiter unterstützen mit kopieren, faxen etc. LG Assistant :blume:

Hallo Assistant,

herzlichen Glückwunsch

Ich sehe es nach Deinem Posting wirklich positiv. Deine Stelle ist neu, heißt die gab es vor Dir nicht. Du hast alle Möglichkeiten, Deine Kenntnisse und Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Wie ich schon geschrieben hatte, war meine Arbeit damals nach wenigen Stunden erledigt und ich hatte nichts zu tun. Ich habe mir die Arbeit gesucht und nach und nach mehr an mich gerissen. Es gibt immer was zu tun.

Mein früherer Chef sagte immer: Die Arbeit sucht nicht Dich, sondern Du suchst die Arbeit

Wenn Du natürlich nur auf Deinem Stuhl sitzt und wartest, bis Dir jemand Kopierarbeiten etc. in die Hand drückt, dann wirst Du bei diesem Arbeitgeber nicht glücklich werden. Dann ist es doch klar, dass Du nur die ungeliebte Arbeit Deiner Kollegen auf den Tisch bekommst.

Du solltest versuchen vorausschauend zu arbeiten. Denke mit, überlege, was Du tun kannst - den Kollegen immer einen Schritt voraus. Du wirst sehen, dass Du Dein Tätigkeitsfeld ausbauen kannst

LG, Melsi


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Rose
(38 Beiträge)
von pegattac am 01.08.2012 um 11:42 zitieren

Hallo Assistant,

auch ich möchte dir Mut zusprechen. Versuche über deine Vorgesetzte an weitere Aufgaben zu kommen, denn sie schein ja hiner dir zu stehen.

Bei deinem Chef brauchst du vielleicht einen etwas längeren Atem. Du schreibst, dass er eigentlich eine andere Bewerberin vorgezogen hatte, sich damit aber offensichtlich nicht durchsetzen konnte - also eine Niederlage einstecken musste.

Eventuell schmollt er deshalb (nach 4 Monaten) noch immer und lässt es dich gerade ausbaden. Eine ähnliche Situation hatte ich hier auch mal und da hat es etwas länger als 1/2 Jahr gedauert, bis sich die entsprechende Führungskraft \"eingekriegt\" hat.

Ich habe damals immer, wenn er besonders laut gejammert hat, was er alles nicht schafft mit einem Augenzwinkern daran erinnert, dass er auch gern etwas abgeben kann. Nach und nach wurde es dann besser.

Ich drücke dir die Daumen, dass es auch bei dir besser wird.

Liebe Grüße
Peggy


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(6 Beiträge)
von Assistant am 22.08.2012 um 12:15 zitieren

Hallo ihr Lieben,

also mittlerweile ist es so, sobald sie rumjammern stehe ich da und frage ob ich helfen kann, Antwort ist immer: NEIN.
Die besten Sprüche die zur Zeit kommen, sind das sie keine Zeit haben, mir etwas beizubringen.
Also Entschluss gefasst, habe einige Bewerbungen laufen und mal sehen was passiert, aber eins steht fest, hier werde ich nicht mehr lange sein.

LG Assistant


Antwort: Wechsel der Stelle

Kaiserin
(457 Beiträge)
von Julia am 22.08.2012 um 15:31 zitieren

Hallo Assistant,

ich muss gestehen, dass ich das Argument auch schon mal verwendet habe.
Manchmal, wenn alles brandeilig ist und es auf \"altes Wissen\" ankommt, dann ist es für den/die Neue sehr frustrierend, aber schneller selbst gemacht. Bisher habe ich es immer geschafft, solche Situationen auf ein Minimum zu Beschränken (sofern ich Einfluss nehmen konnte) und habe die Erläuterungen nachgeschoben bzw. mir über die Schultern schauen lassen und versucht dabei \"laut zu denken\". Glücklicherweise ist es insgesamt nicht oft vorgekommen.

Wenn jedoch der Arbeitsalltag nur noch aus solchen Erlebnissen besteht, dann ist das mehr als frustrierend. Deinen Entschluss kann ich daher sehr gut nachvollziehen. Deine Kenntnisse und Deine Motivation verkümmern ja vollkommen.

Deswegen drücke ich Dir fest die Daumen, damit Du schnell eine bessere Stelle bekommst, bei der Du Dich einbringen kannst. Viel Erfolg!

Ganz liebe Grüße
Julia


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Rose
(38 Beiträge)
von pegattac am 22.08.2012 um 16:17 zitieren

Hallo Assistant,

du hast offensichtlich alle Möglichkeiten genutzt, um an Aufgaben zu kommen.

Daher kann ich deinen Entschluss jetzt auch gut verstehen. Ich drücke dir auch ganz fest die Daumen, dass eine deiner Bewerbungen dich zu einem neuen, besseren Job führt.

Liebe Grüße
Peggy


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 22.08.2012 um 20:46 zitieren
Zitat von Assistant:

Hallo liebe Leidensgenossinnen, es gibt ja viele Threads zur Unterforderung, aber ich möchte euch mal mein Problem schildern. Ich arbeite seit knapp 4 Monaten in einem Unternehmen und bin mehr als unglücklich. Ich muss dazu sagen ich habe ein abgeschlossenes Studium. Ich dachte super kurz nach dem Studium ein Job als Projektassistentin, super Einstieg und man kennt mich in der Branche. Im Vorstellungsgespräch wurde mir so einiges Versprochen, Unternehmen auf Messen repräsentieren, an Projekten arbeiten und später eigene Projekte erhalten, ach ja und ein Masterstudiengang wurde mir auch versprochen (bin nur Bachelor, berufsbegleitend weiterstudieren). Alles klang mehr als super. Ach ja und ich habe viel zu tun mit internationalen Unternehmen, hieß es zumindest. Ich mache aber nichts weiter außer faxen, kopieren, Konferenzräume eindecken, mal im Hotel anrufen und sagen der Chef kommt später. Gut zu Beginn dachte ich, die müssen dich erstmal kennenlernen, aber niemand nimmt mich ernst. Ich darf die Post holen, aber nicht öffnen. Ich bin dafür da das Telefon entgegenzunehmen, wenn alle mal nicht im Büro sind und meine anderen Kollegen schließen mich mal mehr mal weniger aus. Kommunikation läuft gar nicht und ich erhalte die Infos immer als letzte. Ich bin die letzten Wochen mit so einer miesen Laune zur Arbeit gekommen, weil ich genau weiß das ich von meinen eigentlichen 8Std mind. 6Std rumsitze und meist noch Überstunden mache, weil irgendwer kurz vor Feierabend noch eine Formatierungsaufgabe für mich hat. Bin übrigens meist die erste morgens im Büro und eine der letzten die geht und ich warte dann meist noch gut eine Std. bis meine Kollegen kommen und sagen, was man so tun könnte :-(. Die Sympathie zwischen mir und meinem Chef stimmt auch nciht wirklich. Ich habe eine Person die mir immerhin halbwegs mal zuhört, aber zur Zeit mehr als schlechte Laune hat :-( (sitze mit ihr in einem Büro). Also alles was versprochen wurde, wird nicht eingehalten, auf die nächste Messe komme ich auch nicht, weil mein Chef das nciht möchte. Innerlich habe ich schon gekündigt, weil ich mir kaum vorstellen kann, dass es sich bessert. Bis vor kurzem bin ich immer zu meinen Kollegen gegangen und gefragt ob ich ihnen helfen kann, aber zur Zeit kann ich mich nicht überwinden. Ich will wirklich arbeiten und helfen, aber auch qualitativ höherwertige Tätigkeiten. Was meint ihr? Probezeit durchhalten oder anfangen sich neu zu bewerben? Brauche euren Rat.

Hallo Assistant,

bislang habe ich ja noch nichts zu Deinem Thema gesagt. Ich habe selber sehr viele Jobs ausprobiert und bin oft vom Regen in die Traufe gekommen. Ich glaube, dass Du jetzt den richtigen Weg einschlägst. Wenn die Chemie nicht stimmt, kann man auch nichts schön reden! Aber vielleicht solltest Du mal den berühmten Blick in den Spiegel wagen und Dich fragen, ob es immer nur an den anderen liegt. Wie kommt Dein Typ bei den anderen Mitarbeitern und auch beim Chef an? Es müssen ja nicht gravierende Dinge sein, aber diese \"Makel\" kann man vielleicht ganz schnell abstellen und sie würden in einer neuen Firma dann kein Hindernis sein. Wie würde meine alte Mutter sagen? \"Mädchen geh mal in Dich!\"

Liebe Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(6 Beiträge)
von Assistant am 23.08.2012 um 11:21 zitieren

Hallo ihr Lieben,

vielen Dank. Wie gesagt, ich bin mir der Situation bewusst, dass ich als Berufsanfänger nciht sofort die Megaverantwortung erhalte, aber dennoch möchte ich mich auch beweisen können und nicht warten, dass ich wieder die Datenbank aufräumen kann oder ein Protokoll anfertige.

Ich habe alles versucht, sobald gejammert wurde stand ich neben meinen Vorgesetzten, doch die antwortet hieß \"Nein Sie können uns nicht helfen.\".

@esbe:
Ich habe vorher immer gute Erfahrungen gemacht im Job. Ich durfte an Projekten arbeiten und auch mal was völlig eigenständiges Bearbeiten und meiner Kreativität freíen Lauf lassen. Und ja ich habe schon selbst in mich hineingeschaut und mich gefragt, ob es an mir liegt. Allerdings habe ich mit einem früheren Kollegen (Praktikum) gesprochen, der meinte das nicht immer alles an dir liegt und wenn du keine Möglichkeit hast dich zu beweisen, wird sich auch nichts mehr ändern. Aber auf Dauer wird es schwierig, wenn man ständig gegen Wände redet und du nicht zu Veranstaltungen gehen darfst, die dich mal wirklich brennend interessieren.


Ich danke euch allen für eure Unterstützung und für euren Rat.

LG Assistant


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 28.08.2012 um 09:36 zitieren

Hallo,

ich war eine ganze Weile nicht hier, habe mich daher erst jetzt durch diesen Thread gelesen.

Also.. ich glaube, es gibt hier 2 separat voneinander zu betrachtende Probleme:

Zum einen ist da der Chef, bei dem es mit der Sympathie nicht so recht hinhauen will und der für deine Ansprüche an den Job keinen rechten Kopf zu haben scheint (oder ihn schlichtweg nicht haben will).

Und dann ist da eine bestehende Gruppe von Sekretärinnen, die es dir offensichtlich schwer machen, Bestandteil dieser Gemeinschaft zu werden.

Ich kann mir vorstellen, dass diese beiden Probleme in Summe dazu führen, dass du die Lust verlierst, um Akzeptanz (als Arbeitskraft und Kollegin) zu kämpfen.

Zur Chefsicht: Melsi hat einen wichtigen Punkt genannt, den ich auch sehe und der mir zur Zeiten der Suche nach einem neuen Job ebenfalls begegnet ist. Die geforderten Qualifikationen passen oftmals nicht zur vakanten Position. Da man aber Selektionskriterien braucht, und für den \'gemeinen Deutschen\' das vermeintlich Beste gerade gut genug ist, verlangt man nach mehr als man eigentlich braucht. Überqualifikation wird dann schöngeredet mit dem Hintergedanken, dass sich alles schon irgendwie fügen wird. Dass solch ein Ungleichgewicht zur Unzufriedenheit führen kann, wird unter den Teppich gekehrt.

Ich war mal in einer ähnlichen Situation - hatte mich für einen Geschäftsführungsjob bei Siemens beworben und offen gesagt, was ich von diesem Job erwarte. Die Geschäftsführer mussten eingestehen, dass der Job dies nicht hergäbe, und so sind wir nicht zusammengekommen, obwohl die Sympathie und Wertschätzung auf beiden Seiten stimmte. Sie haben das ganz offen angesprochen und mich gefragt, ob ich auch mit weniger zufrieden wäre. War ich nicht, denn ich wusste durch meine Berufserfahrung, was ich für mich brauche, um glücklich zu sein. Das waren wirklich gute Führungskräfte, denn sie haben vorausschauend erkannt, wozu Unzufriedenheit führen würde. Wenn also dein Chef lieber eine andere Mitarbeiterin gehabt hätte, war er gedanklich vielleicht gar nicht so falsch unterwegs?! Vielleicht hätte das wirklich besser gepasst?! Und nun soll er diesem \'Murks\' (= Fehlentscheidung anderer) ausbaden? Ein Stückweit verständlich, dass er sich dem verschließt, oder?

Ich kann mir beim beten Willen nicht vorstellen, dass du mit einem pupsnormalen Sekretärinnenjob zufrieden sein wirst. Denn der beinhaltet definitiv nicht das, was du in deinem Eingangsposting beschreibst. Und ich denke, dass das auch deine Kolleginnen spüren: Die fühlt sich wohl zu etwas Höherem berufen! Vielleicht sprichst du es nicht aus; es ist aber gut möglich, dass du das sogar unbewusst ausstrahlst. Und deshalb kommst du auch in diese Gemeinschaft nicht hinein. Man lässt dich quasi am langen Arm verhungern. Das ist sicherlich alles andere als kollegial. Aber viele Assistentinnen leiden unter der Arroganz anderer Kollegen (dass es einen Begriff \"Tippse\" gibt, sagt ja eigentlich schon alles), warum also sollten sie sich \'so einer\' öffnen?!

Allein in diesem Thread hast du schon zweimal dein Hochschulstudium erwähnt. Das brauchst du für einen Sekretärinnenjob ganz gewiss nicht. Wenn du so willst, ist er in diesem Berufsbild noch nicht einmal etwas wert. Von den Kolleginnen könntest du sogar als Bedrohung empfunden werden und schon allein deshalb lassen sie dich nicht in die Interna einblicken.

Summasummarum denke ich, dass du gut daran tust, dich anderweitig umzuschauen. Es gibt zu viele Widerstände und auch eine Erwartungshaltung ist nicht stimmig zu den Gegebenheiten, die du vorfindest. Allerdings würde ich mich an deiner Stelle dann weniger auf Assistentinnen-, sondern auf Junior Management Jobs bewerben. Dort bist du allemal besser aufgehoben und wirst auch die Akzeptanz finden, nach der du dich sehnst.

Viele Grüße, vor allem aber viel Glück
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 28.08.2012 um 10:50 zitieren

pruuuuuuuuuuust
Ich habe mich natürlich damals nicht für einen Geschäftsführungsjob, sondern einen GeschäftsführungsASSISTENTINNENjob beworben.

Das kommt davon, wenn man etwas abschickt, ohne es noch einmal Korrektur gelesen zu haben. Wer weitere Fehler findet, darf sie also gerne behalten.

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Re: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(10 Beiträge)
von Terra am 28.08.2012 um 14:17 zitieren
Zitat von Melsi:

Hallo Terra, ich gebe Dir ein Stück weit recht. Aber mal ganz ehrlich: Schmeißt Du sofort die Flinte ins Korn, wenn mal was hakt und nicht rund läuft? In jedem Unternehmen gibt es Dinge, die einem nicht schmecken. Aber deswegen immer gleich kündigen bzw. sich einen neuen Job suchen? Ich finde das ein wenig übertrieben. Viele Firmen setzen in der heutigen Zeit Stellenanzeigen in die Zeitung (oder ins www), mit Qualifikationen, Kenntnissen und Voraussetzungen, dass es einem die Fußnägel hochkräuselt. Eigentlich ist es doch so, dass man selbst als Putzfee oder ein Müllmann (*) Abitur, Studium, Fremdsprachenkenntnisse und 60 Jahre Erfahrung in diesem Beruf braucht. Nach dem Motto: Lieber hoch gestapelt, als sich mit Ottonormalos auseinander zu setzen. (*) Ich meine das mit der Putzfee und dem Müllmann nicht abwertend - also versteht mich bitte nicht falsch. Damit möchte ich nur deutlich machen, dass viele Firmen schlichtweg eine eierlegende Wollmilchsau suchen - egal, ob das für die ausgeschriebene Stelle erforderlich ist oder nicht. Sorry, aber dazu musste ich jetzt einfach mal Stellung nehmen :-) LG, Melsi

Hallo Melsi,

natürlich kann man nicht immer sofort die Flinte ins Korn schweißen und davon laufen.

Meiner Meinung nach ist die Kommunikation sehr schlecht, dann darf sie auch nicht mit zur Messe fahren, weil der Chef das so möchste und von 8 Stunden Arbeit ist 6 Stunden nichts zu tun!!!!

So eine Arbeit kann auf Dauer auch krank machen und und ist dann genauso schlimm wie eine Überlastung.

Es war auch von mir nur ein Ratschlag - ich denke es ist immer gut, Augen und Ohren offen zu halten - um zu sehen, was es noch gibt.

Und ich muss dir recht geben, die Anforderungen in Stellenanzeigen sind immer mehr als hoch, vorallem wenn man dann sieht, was dahinter steht und eigentlich gesucht wird.

In diesem Sinne noch einen schönen Nachmittag!

Herzliche Grüße
Terra
___________________________________

... genieße jeden Tag in vollen Zügen!


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(2 Beiträge)
von Krischa am 04.09.2012 um 14:53 zitieren

Hallo zusammen,

ich bin seit heute neu hier. Durch Zufall bin ich auf dieses Forum gestoßen, da ich ein Problem mit Bore OUt habe.
Kurz zu mir:
Im nächsten Jahr bin ich 20 Jahre bei der Firma, eine kleine Softwarefirma. Ich bin als Sekretärin beschäftigt. Bis vor 5 Jahren war eigentlich alles ganz ok, bis auf die Tatsache, dass es nicht so viel zu tun gab für mich. Irgendwie ging es aber trotzdem noch. Dann kam die Tochter vom Chef in die Firma. Stand ohne Job auf der Straße (Krankenschwester) und Papi meinte, sie könnte uns in der Firma behilflich sein und evtl. später die Firma sogar mal übernehmen. Also machte sie eine Ausbildung, Fachrichtung Informatik, die sie nach einem halben Jahr umändern ließ, da sie keine Lust auf programmieren hat. Wir brauchen Programmierer! Die Ausbildung ging dann ins kaufmännische (also eher mein Bereich). Die Prüfung hat sie mehr schlecht als recht abgeschlossen und nach den 3 Jahren stand für alle Mitarbeiter fest, sie kann nichts und sie will nichts machen. Mein Chef ist aber total begeistert von ihrem Dasein und gibt ihr immer mehr Aufgaben, die dann im SAnd verlaufen, und ich habe nun gar nichts mehr zu tun. Sagt man was gegen die Tochter, geht er direkt hoch und ist wütend. Mittlerweile geht es mir an die Gesundheit, denn niemand der das nicht mitgemacht hat, hat eine Vorstellung davon, wie schlimm rumsitzen sein kann. Wie hier auch schon mal beschrieben wurde, gibt es viele Symptome, wie Lustlosigkeit, keine Lust auf gar nichts, das Selbstbewusstsein schwindet, man kommt sich nutzlos vor, der nächste Schritt geht in die Depression. Ich war nun schon ein paar mal krankgeschrieben, weil ich den Weg ins Büro nicht mehr mache konnte. Gespräche über mehr Arbeit gab es genug, ich bekomme zu hören, es gibt keine Arbeit, was aber nicht stimmt, da die Tochter Arbeit bekommt, die sie dann aber nicht macht! Ich bin jetzt 50 J. und kann nicht mal eben sagen, ich suche mir einen neuen Job. Die Tochter macht nichts anderes als stundenlang Videos ansehen und im Internet surfen. Mittlerweile versteckt sie das noch nicht einmal mehr, weil sie weiß, sie hat Rückendeckung von ihrem Vater. Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll.


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Rose
(38 Beiträge)
von pegattac am 04.09.2012 um 17:17 zitieren

Hallo Krischa,

man sagt Eltern ja generell nach, dass sie im Hinblick auf ihre Kinder hin und wieder ein \"Wahrnehmungsproblem\" haben, aber dein Chef scheint ja besonders stark betroffen zu sein.

Merkt er denn wirklich nicht, das Aufgaben, die er seiner Tochter gegeben hat, nicht erledigt werden?

Vielleicht solltest du mal eine ganz andere Taktik probieren:

Auch wenn es schwer fällt, aber sprich doch mal mit der Tochter und biete ihr Unterstützung an, bei den Aufgaben, die sie gar nicht mag oder kann. Z.B. Buchhaltung oder Rechnungen schreiben, wenn sie kein Zahlenmensch ist. Nach deiner Beschreibung ist sie vielleicht sogar dankbar dafür und bittet selbst ihren Vater, dir diese Aufgaben zu übertragen .

Wie du die Situation beschrieben hast, kostet das sicher viel Überwindung aber einen Versuch ist es vielleicht wert.

Ich wünsch dir alles Gute und dass du schnell dein Selbstbewusstsein wieder etwas aufbauen kannst.

LG Peggy


Antwort: Re: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(9 Beiträge)
von Cosima am 05.09.2012 um 09:15 zitieren
Zitat von Assistant:

Hallo ihr Lieben, vielen Dank. Wie gesagt, ich bin mir der Situation bewusst, dass ich als Berufsanfänger nciht sofort die Megaverantwortung erhalte, aber dennoch möchte ich mich auch beweisen können und nicht warten, dass ich wieder die Datenbank aufräumen kann oder ein Protokoll anfertige. Ich habe alles versucht, sobald gejammert wurde stand ich neben meinen Vorgesetzten, doch die antwortet hieß \"Nein Sie können uns nicht helfen.\". @esbe: Ich habe vorher immer gute Erfahrungen gemacht im Job. Ich durfte an Projekten arbeiten und auch mal was völlig eigenständiges Bearbeiten und meiner Kreativität freíen Lauf lassen. Und ja ich habe schon selbst in mich hineingeschaut und mich gefragt, ob es an mir liegt. Allerdings habe ich mit einem früheren Kollegen (Praktikum) gesprochen, der meinte das nicht immer alles an dir liegt und wenn du keine Möglichkeit hast dich zu beweisen, wird sich auch nichts mehr ändern. Aber auf Dauer wird es schwierig, wenn man ständig gegen Wände redet und du nicht zu Veranstaltungen gehen darfst, die dich mal wirklich brennend interessieren. Ich danke euch allen für eure Unterstützung und für euren Rat. LG Assistant :blume:

Hallo,

Deine jetzige Situation verstehe ich sehr gut, da ich selbst auch einmal in einem solchen Unternehmen gearbeitet habe. Wenn Gespräch nicht zielführend sind und auch sonstige Maßnahmen von Deiner Seite keine Früchte tragen ist es in meinen Augen Zeit zu wechseln. Sicher darf man nicht immer gleich die Flinte ins Korn werfen, aber es kommt eben ein Punkt ab dem man sich entscheiden muss, ob man sie weiter machen möchte und wie groß die Möglichkeiten sind, dass sich für Dich etwas verändert. Von daher würde ich mich auch nach einer neuen Position umsehen.

VG
Cosima


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(6 Beiträge)
von Assistant am 05.09.2012 um 21:18 zitieren

Hallo Krischa,

das dein Chef so reagiert ist ja furchtbar. Vielleicht solltest du wirklich mal anfangen mit der Tochter zu sprechen. Aber ihr Vater (dein Chef) muss es doch merken, dass die Aufgaben nicht erledigt werden und das sie die ganze Zeit nur im Internet surft?
Das ist schrecklich, also dieses rumsitzen aus allem rausgehalten werden. Ich wünsche dir alles Gute, dass es sich vielleicht bei dir noch ändert. Ich meine nach 20 J. in dem Unternehmen, muss er doch deine Arbeit schätzen.
Viel Erfolg und lass den Kopf nicht hängen :)!

Ich habe jetzt sogar die Verantwortung für eine Azubine, weil sich um sie niemand kümmert. Das ist furchtbar und sie tut mir echt Leid und ich versuche ihr einiges zu geben, damit sie nicht auch noch so ewig rumsitzt und die Decke anstarrt. Die Kommunikation und die ganze Organisation in meinem Unternehmen ist furchtbar und jetzt wurde mir noch mitgeteilt, dass ich demnächst ein Mitarbeitergespräch haben werde. Wahrscheinlich wird etwas zu meiner Lustlosigkeit gesagt. Aber ganz ehrlich, wenn man keine Perspektive hat und für jeden Scheiß gleich angepampt wird für den man nichts kann, dann vergeht einem echt alles. Bin mittlerweile auch schon am überlegen, ob ich mich auch krankschreiben lasse.

LG Assistant


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Newcomer
(2 Beiträge)
von Krischa am 06.09.2012 um 11:11 zitieren

Hallo,

es wäre vielleicht ein Ansatz mit ihr zu reden, aber ihre hochnäsige und arrogante Art machen es einem wirklich sehr sehr schwer. Mein Chef verschließt vor vielen Dingen einfach die Augen, das ist meine Meinung, ich kann auch nicht nachvollziehen, dass er nicht endlich mal Einsicht zeigt. Ich bin ihm schon wichtig, dass sagt er ja so ab und an mal, aber ich stehe nun mal trotzdem unter seiner Tochter, was ja auch nur natürlich ist. Doch seine Affenliebe zu ihr geht hier in der Firma entschieden zu weit Ich kann nur hoffen, dass sie irgendwann in absehbarer Zeit heiratet und Kinder bekommt, dann ist sie weg und wird wohl auch erst mal nicht wieder hier erscheinen. Leider traut sich niemand hier, seine Meinung mal zu äußern, dies kann ich, nach meiner Erfahrung damit, auch gut verstehen. Im Grunde genommen habe ich nur eine Möglichkeit: Augen zu und durch , wie auch immer. Gut aber zu wissen, dass es auch vielen anderen so geht. Man wird ja doch des Öfteren belächelt, wenn man sagt, ich habe nichts auf der Arbeit zu tun. \"Ach, freu dich doch, dann kannst du viele private Dinge erledigen und kannst im Internet surfen\", solche Sprüche will man nun wirklich nicht hören, denn sie sind völlig realitätsfremd.
Laut meiner Ärztin könnte ich eine Reha beantragen, und wäre dann erst mal 4 Wochen weg, aber dann sitzt sie sicher ganz an meinem Schreibtisch und übernimmt auch noch den letzten winzigen Rest meiner Arbeit und will mir vorschreiben, wie ich was zu erledigen habe. Ne, das kann ich mir gar nicht vorstellen!!!!!


Antwort: Re: Unterforderung, Langeweile als Projektassistentin

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 06.09.2012 um 14:59 zitieren

Hallo Krischa,

ich denke mal, dass dein Chef aus reiner Hilflosigkeit und Ohnmacht die Augen vor der Mangelleistung seiner Tochter verschließt oder bei Kritik an ihr an die Decke geht. In beiden Fällen löst er zwar nicht das eigentliche Problem, umgeht aber die aktive Auseinandersetzung. Eine dauerhafte Strategie wird das allerdings nicht sein können, denn auf diese Weise vergrätzt man schlimmstenfalls wertvolle Mitarbeiter (wie z. B. dich); je nach Folgenschwere der Fehlentscheidungen/der Untätigkeit kann ihn das die Existenz kosten. Wahrscheinlich ist das Maß für ihn aber noch nicht so voll, dass er die Kraft/Lust dazu hat, eine andere Lösung zu finden.

Für dich ist das nachvollziehbar unbefriedigend. Da ich deinen Chef nicht kenne, vermag ich nicht einzuschätzen, ob ein geplantes und strategisch wohlaufbereitetes Gespräch nicht doch Erfolg haben könnte.

Es wird nichts bringen, in Einzelfällen die Tochter anzuschwärzen oder ihre Fehler/ihre Untätigkeit herauszustellen. Damit bringst du ihn zwangsläufig in die Defensive und er reagiert wie oben beschrieben. Und ein Stückweit ist das auch verständlich und menschlich, wenngleich es natürlich in der Sache nicht weiter bringt.

Ich denke, er hat einfach gehofft, dass seine Tochter durch eine vorgeschaltete Ausbildung eine erfolgreiche berufliche Laufbahn einschlägt, die sich praktisch alle Eltern für ihre Kinder wünschen. Oft ist die Firma - sofern im Privatbesitz - ja auch Lebens- und Generationenwerk. Es ist doch toll zu wissen, dass sie es auch zukünftig bleiben wird. Man kann ihm diese Hoffnung also wirklich nicht verübeln.

Fakt ist allerdings, dass er das völlig falsch angeht. Die Frage ist nur, wer in der Position ist und das menschliche Strickmuster hat, ihm das zu vermitteln. Nach deinen Schilderungen bist du da definitiv nicht die Richtige. Viel zu sehr bist du Betroffene, der ja durch die Tochter das Wasser abgegraben wird. In der Sache bist du also nicht neutral, kannst nicht neutral sein.

Wie würde es denn weiterlaufen, wenn du dich zurücklehnst und sie machen lässt?! Fügt sie dem Unternehmen Schaden zu? Bleiben Vorgänge liegen? Kostet ihre Unfähigkeit die Firma Geld? Wenn der Laden auch so gut weiterläuft, dann wirst du m. E. nichts ausrichten können. In diesem Fall wäre mein Tipp dann aussitzen bis das Mädel sich ausgetobt hat, Kinder kriegt, ein neues Prinzessinnen-Hobby findet oder oder oder. Auf Dauer im Internet zu surfen wird ihr auch nicht die Erfüllung bringen und irgendwann geht sie. Bis dahin musst du die Zähne zusammenbeißen und sie machen lassen. Ich würde dann aber auch nichts mehr auffangen oder retten, sondern sie ins offene Messer laufen lassen. Protegierst du sie, zieht sich das Drama unnötig in die Länge. Sie muss auf die Nase fallen.

Leidet das Unternehmenjetzt schon spürbar darunter, hast du m. E. gute Chancen, dass sich etwas ändert. Allerdings würde ich mir zum Transportieren dieser Botschaft eine andere Person ausgucken. Du sagst ja, dass es auch den anderen schon aufgefallen ist. Gibt es nicht einen, der schon ganz lange dabei ist und der eine Vertrauensposition inne hat? Tausch dich doch mit dem mal aus und entwickelt gemeinsam einen ARgumentationsleitfaden, der dazu führt, dass sich die Situation ändert. Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Tochter wegkommt. Allerdings kann das von ernsten Krisengesprächen über eine ausgereifte Fortbildung ihrer Person reichen bis hin zu veränderten Tätigkeiten für euch.

In deinem speziellen Fall würde ich vermutlich in die Offensive gehen: Die Tochter macht deinen Job, also soll er bitte sagen, welche Aufgaben du für die nächste Zeit übernehmen sollst, da du auch einen Wertbeitrag leisten möchtest. Und dann ist er am Zug. Wenn du PROJEKTassistentin ist, dann lass dir ein neues Projekt zuweisen. Gibt es vielleicht etwas, was du immer schon mal in Angriff nehmen wolltest für die Firma oder die Kollegen? Stimme mit deinem Chef ab, ob er dir nun die Zeit dafür gibt - Vorteil wäre, dass der Konflikt zwischen der Principessa und dir für diese Zeit entschärft wird. Denn nun hast du die Zeit dazu. In der Zwischenzeit schaufelt Töchterlein dann weiter am eigenen Grab. Die Blöße, mit ihr auf Konfrontationskurs zu gehen, würde ich mir nicht geben. Sitz die Chose aus!

Viele Grüße und viel Erfolg

Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


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