Thema: findungsphase im irrenhaus


Newcomer
(1 Beiträge)
von skywalkerin am 02.07.2012 um 22:15 zitieren

hallo ihr lieben,

ich bin seit kurzem in einer zeitarbeitsfirma und bin in einem großen unternehmen in der oberen manager ebene als sekretärin eingesetzt.

die arbeit macht mir großen spaß. mein vorgesetzter ist ein ganz netter und ich arbeite gerne für ihn. die aufgaben die er mir aufgetragen hat konnte ich in der ersten woche nicht komplett mache, weil mein arbeitsplatz nicht richtig eingerichtet war. ich hatte keine ahnung wie schwer es ist in einem unternehmen eine arbeitsplatz eingerichtet zu bekommen. ich kenne mich nicht in dem unternehmen aus und komme mir vor wie heinblöd. klar die einfachen dinge waren auf dem rechner, aber keine anmeldungen.

nun die dame für die ich vertretung mache und mich einarbeitet - weil sie an einer anderen stelle eingesetzt wird - versucht mir so sehr ihr verhaltensmuster aufzudrücken. sie ist zwar ganz nett und gibts sich viel mühe. aber sie läßt mich immer spüren - ach die kommt doch nur von einer zeitarbeitsfirma und hat eh nichts drauf - vor allem kein geld. also mensch zweiter klasse.

ich habe schon in mehreren firmen in der geschäftsleitung gearbeitet. es hat nie probleme gegeben. weder mit meinem verhalten noch mit meiner arbeitsweise. ich passe mich gut an. ich bin immer gerne gekommen und wurde von allen als kollegin voll amgenommen. es wurde weniger zeit für zwischenmenschliches investiert als in arbeit. wir haben uns bei der arbeit gut verstanden und so eine beziehung zu einander aufgebaut. wer weiß was über welche bereiche? wer kann mir wo wann helfe? wer unterschreibt was? wichtige dinge eben?.. aber privates war nicht an erster stelle. ich habe kein interesse an privaten dingen. wer hat wie viele kinder? wer wohnt wo? wer fährt welches auto? wer hat welches handy? wer hat welchen lebenslauf? ist es schlimm das ich mich für so was nicht interessiere? oder weil ich bisher nur in mittelständigen oder sozialen unternehmen gearbeitet habe?

jetzt komme ich mir wieder vor wie ne azubine. wie kann man volle arbeit leisten, wenn man keine zugänge für die programme hat in denen man arbeiten soll? und wenn man eingearbeitet werden soll funktioniert nichts warum ist man dann nicht in der lage den sägeblattefeckt zur seite zu räumen und sich um die wichtigen dinge zu kümmern? arbeitet man in sehr großen unternehmen weniger und verbringt einfach nur mehr zeit im unternehmen, weil diese viel viel viel geld in soziale aktivitäten für mitarbeiter stecken als \"kleine\" unternehmen?

ich will doch nur gute arbeit leisten und viel lernen...

ich brauche neue blickwinkel und denkansätze.

danke


Antwort: Re: findungsphase im irrenhaus

Rose
(38 Beiträge)
von Roberta am 03.07.2012 um 19:39 zitieren

Liebe skywalkerin,

das klingt ja ganz schön frustriert! Aller Anfang ist schwer! Ich habe noch nie bei einer Zeitarbeitsfirma gearbeitet, stelle es mir jedoch wirklich nicht so einfach vor, so häufig wieder bei 0 anzufangen. Oder ist es eher so, dass man jedesmal wieder neu mit ganz viel Schwung durchstartet? Eigentlich fängt man ja auch nicht bei \"0\" an, man ist jedes Mal um einige Erfahrungen reicher.
Die Kollegin, die du vertreten musst, und die dich einarbeiten muss, ist mit ihrer \"Oben-Herab-Art\" ja bald nicht nehr da. Da kannst du schon mal im Stillen aufatmen, und die Zeit bis dahin einfach so gut wie möglich durchhalten. Sieh dich nicht als Opfer, du kannst etwas, sonst hätte dich die Zeitarbeitsfirma nicht in einer GL-Postion eingesetzt! Wo liegen die Schwierigkeiten genau, sprich es bei deinem Vorgesetzten an, dass du ohne funktionierende Arbeitsgeräte und eingerichteten Arbeitsplatz nicht arbeiten kannst. Vielleicht ahnt er nichts davon, vielleicht möchte da auch jemand unersetzlich sein und legt dir absichtlich ein paar Steine in den Weg? Alles schon vorgekommen Vielleicht kommst du über eine freudlichere andere Kollegin die notwendige Unterstützung?
Mut und Freude für deinen morgigen Arbeitstag !
wünscht dir
Roberta


Antwort: Re: findungsphase im irrenhaus

Kaiserin
(456 Beiträge)
von Julia am 04.07.2012 um 13:23 zitieren

Liebe skywalkerin,

Roberta hat es schon sehr gut ausgedrückt. Das kann ich nur bekräftigen.

Du kannst was, Du weißt was und Du hattest die Gelegenheit über den Tellerrand zu schauen, weil Du in anderen Unternehmen vergleichbare Positionen bekleidet hast. Lass Dir diesen Vorteil aus der Arbeit mit der Zeitarbeitsfirma von niemanden nehmen oder madig machen.

Was in meinen Augen gar nicht geht: jemanden zur Unterstützung ins Haus holen und dann \\\"am ausgestreckten Arm verhungern lassen\\\". Zugänge zu allen Programmen, Unterlagen, Materialen usw., die zur Erfüllung Deiner Arbeit erforderlich sind, die sind unerlässlich. Wenn die einarbeitende (weggehende) Kollegin dafür zuständig ist und an dieser Stelle nicht kooperiert, musst Du das an anderer Stelle klären (sei es bei einer anderen Kollegin oder beim Vorgesetzten).

So sehr ich Deine Einstellung nachvollziehen kann: erst die Arbeit, dann das Private/Zwischenmenschliche, so kann es doch sein, dass es für Dich in diesem Fall hilfreich sein könnte zu wissen warum die Kollegin den Arbeitsplatz wechselt.

Bei einem Wechsel aus eigenem Antrieb (egal welcher Art), sollte sie ja froh sein, dass sie die Verantwortung für ihren alten Job in gute Hände geben kann und professionell genug sein, ihren Beitrag zu einer bewährten Qualität zu leisten. Das heißt nicht, dass eine andere Art Dinge anzugehen falsch ist!

Bei einem unfreiwilligen Wechsel (versetzt, weggelobt, ...) fällt ihr der Wechsel sicher schwerer. Leider bekommst Du das ab.

Dir kann dieser kleine Unterschied jedoch helfen, Dich von dieser Art zu distanzieren, es nicht persönlich zu nehmen.

Kopf hoch!
Alles Gute!

Julia


Antwort: Re: findungsphase im irrenhaus

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 05.07.2012 um 09:23 zitieren

Hallo Skywalkerin,

ich arbeite in einer Firma, in der es auch viele Externe gibt - nicht direkt Zeitarbeit, aber Personaldienstleister. Menschlich gesehen machen wir da auch keinen Unterschied, aber bei den Zugängen haberts da manchmal auch... das ist nich böse gemeint, hat aber was mit der Politik intern-extern zu tun...

Klar ist das erstmal unbefriedigend - evtl. gibt es aber auch in deiner Firma Guidelines die besagen, dass du erst eine interne Schulung absolviert haben musst um Zugang zum Programm XY zu bekommen!?

Ich an deiner würde die Punkte auch sammeln und an deinen Chef adressieren - ist ihm an Ende gar nicht bewusst, besonders nicht, dass es dich so frustriert.

Kopf hoch, du schaffst das schon!

LG,
TraumSekki


Zurück zur ÜbersichtSie müssen sich einloggen zum Antworten