Thema: Entgeltsicherung


Kaiserin
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von esbe am 08.02.2012 um 12:46 zitieren

Hallo,

mir schwillt mal wieder der Kamm!

Schlechte Nachricht für Ü50, die arbeitslos geworden sind. Eine Dame vom Arbeitgeberservice hat mich gerade angerufen und mir mitgeteilt, dass die Entgeltsicherung für AN jetzt stillschweigend und ohne Veröffentlichung gestrichen worden ist und ich damit einen Arbeitgeber verärgern oder verunsichern würde, wenn ich in einer Bewerbung darauf hinweisen würde! Es betrifft zwar meine Person, denn der Arbeitgeber würde weiterhin einen Eingliederungszuschuss erhalten, aber eigentlich ist das für mein Empfinden eine Unverschämtheit.

Ich soll bereit sein, für weniger Geld arbeiten zu gehen und schneide mir damit bei der Rente, Arbeitslosengeld etc. dann ins eigene Fleisch? Und soll für eine Teilzeitstelle (20 Std./Woche) und einem Stundenlohn von 11 Euro 30 km bis XXX fahren? Ich habe meine Bewerbung zurückgezogen, auf Putzfrauenniveau gehe ich nicht arbeiten.

frustige und frostige Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Entgeltsicherung - Bahnhof Kofferklauen?

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 09.02.2012 um 11:12 zitieren

Hallo esbe,

also erst einmal ein Drückerchen für dich, dass du dich schon wieder über etwas ärgern musst. Als wäre das ganze Drumherum nicht schon mistig genug..

Aber ehrlich gesagt verstehe ich bei deinem Beitrag nur Bahnhof Kofferklauen. Wovon sprichst du? Nicht jeder ist in den Themen um arbeitslos und Ü50 so tief drin wie du. Ein bisschen mehr Erläuterung wäre schon hilfreich.

Oder geht das nur mir so?

LG
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Entgeltsicherung

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 09.02.2012 um 12:49 zitieren
Zitat von esbe:

Hallo, mir schwillt mal wieder der Kamm! :wuetend: Schlechte Nachricht für Ü50, die arbeitslos geworden sind. Eine Dame vom Arbeitgeberservice hat mich gerade angerufen und mir mitgeteilt, dass die Entgeltsicherung für AN jetzt stillschweigend und ohne Veröffentlichung gestrichen worden ist und ich damit einen Arbeitgeber verärgern oder verunsichern würde, wenn ich in einer Bewerbung darauf hinweisen würde! Es betrifft zwar meine Person, denn der Arbeitgeber würde weiterhin einen Eingliederungszuschuss erhalten, aber eigentlich ist das für mein Empfinden eine Unverschämtheit. Ich soll bereit sein, für weniger Geld arbeiten zu gehen und schneide mir damit bei der Rente, Arbeitslosengeld etc. dann ins eigene Fleisch? Und soll für eine Teilzeitstelle (20 Std./Woche) und einem Stundenlohn von 11 Euro 30 km bis XXX fahren? Ich habe meine Bewerbung zurückgezogen, auf Putzfrauenniveau gehe ich nicht arbeiten. frustige und frostige Grüße esbe :blume:

Hallo Esbe,

das ist schon wirklich krass, was Dir so alles passiert

Ich schließe mich Kirsten an - auch ich verstehe nur Bahnhof. Das liegt aber auch daran, weil sich die meisten Mädels hier mit dem Thema überhaupt nicht auskennen

Ich kann durchaus verstehen, dass Du für das Kleckergehalt nicht arbeiten gehen möchtest. Das ginge mir genauso. Allerdings würde ich dann doch lieber für so einen Lohn arbeiten gehen, als nutzlos zu Hause herum zu sitzen.

Sicherlich ist es immer leicht dahin gesagt, wenn man selbst Arbeit und einen guten Verdienst hat. Eigentlich darf man sich solche \\\"Tipps\\\" nicht anmaßen, auch dessen bin ich mir bewusst.

Allerdings muss ich auch aus AG-Sicht sagen, dass wir uns bei Neueinstellungen von Langzeitarbeitslosen schwertun. Uns ist es lieber, es hat ein Bewerber durchgehend gearbeitet, als jemand, der monate-/jahrelang zu Hause gesessen hat.

Das sind harte Worte, aber so sieht zumindest bei uns die Realität aus.

Deswegen bin ich persönlich so gestrickt, dass ich lieber für weniger Geld arbeiten würde, als im Lebenslauf eine große klaffende Lücke mit dem Kommentar \\\"arbeitssuchend\\\" stehen habe. Es sieht für mich immer besser aus, wenn durchgehend gearbeitet wurde - das steht für Engagement und Arbeitsbereitschaft.

Sorry für die offenen Worte. Ich meine das in Bezug auf Dich wirklich nicht böse. Aber so ist bei uns im Büro die Denkweise bzw. die Ansicht.

GGLG, Melsi


Antwort: Re: Entgeltsicherung

Kaiserin
(456 Beiträge)
von Julia am 09.02.2012 um 14:49 zitieren

Hallo esbe,

kann mich Kirsten und Melsi nur anschließen.

Thematisch bin ich kein bisschen in der Materie, aber Deinen Frust kann ich schon nachvollziehen. Es gibt Umstände, da kommt man sich ziemlich rumgeschubst und ohnmächtig vor. Hoffentlich kommen wieder bessere Zeiten auf Dich zu. Drücke Dir ganz fest die Daumen dafür.

Alles Gute

Julia


Antwort: Re: Entgeltsicherung

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 09.02.2012 um 15:37 zitieren
Zitat von esbe:

Hallo, mir schwillt mal wieder der Kamm! :wuetend: Schlechte Nachricht für Ü50, die arbeitslos geworden sind. Eine Dame vom Arbeitgeberservice hat mich gerade angerufen und mir mitgeteilt, dass die Entgeltsicherung für AN jetzt stillschweigend und ohne Veröffentlichung gestrichen worden ist und ich damit einen Arbeitgeber verärgern oder verunsichern würde, wenn ich in einer Bewerbung darauf hinweisen würde! Es betrifft zwar meine Person, denn der Arbeitgeber würde weiterhin einen Eingliederungszuschuss erhalten, aber eigentlich ist das für mein Empfinden eine Unverschämtheit. Ich soll bereit sein, für weniger Geld arbeiten zu gehen und schneide mir damit bei der Rente, Arbeitslosengeld etc. dann ins eigene Fleisch? Und soll für eine Teilzeitstelle (20 Std./Woche) und einem Stundenlohn von 11 Euro 30 km bis XXX fahren? Ich habe meine Bewerbung zurückgezogen, auf Putzfrauenniveau gehe ich nicht arbeiten. frustige und frostige Grüße esbe :blume:

Ihr braucht mich nicht zu beschimpfen!!!!

Ich habe gedacht, dass es vielleicht auch hier in diesem Forum die ein oder andere gibt, deren Arbeitsplatz wackelt.

Zunächst hat eine Bezuschussung durch die BA nichts mit Langzeitarbeitslosen zu tun. Es gab bislang 2 Möglichkeiten, älteren AN, die entweder gerade arbeitslos geworden sind oder auch denen, wo es sich abzeichnet, dass sie demnächst arbeitslos werden, finanziell unter die Arme zu greifen.

1. Möglichkeit für Ü50 ist der Eingliederungszuschuss, den der AG auf Antrag von der BA bekommt. Meist wird für ein halbes Jahr ein monatlicher Zuschuss gewährt. Bei Schwerbehinderten verlängert und erhöht sich der Zuschuss. Aber wie gesagt, hier kassiert der Arbeitgeber.

2. Möglichkeit für Ü50 war die Entgeltsicherung. Hier sollte dem Arbeitnehmer ein geringerer Verdienst in einem neuen Job schmackhaft gemacht werden, indem im ersten Jahr der neuen Beschäftigung ein Zuschuss von 50% der Nettodifferenz vom alten zum neuen Gehalt und im zweiten Jahr noch 30% direkt an den Arbeitnehmer gezahlt wurden.

Das hat nichts mit Langzeitarbeitlosigkeit zu tun! Ich habe sowieso beschlossen, in meinem nächsten Leben Landtagsabgeordnete in NRW zu werden, dann kann ich mir dann mal eben 500 Euro mehr genehmigen!

Ich arme Wurst habe demnächst ein Vorstellungsgespräch, ja klasse, aber wenn ich meine Stunden reduzieren muss und dann insgesamt brutto 1000 Euro im Monat weniger habe, dann würdet ihr freudestrahlend die Stelle annehmen? Kann ich mir nicht vorstellen.

Liebe Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Re: Entgeltsicherung

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 09.02.2012 um 16:04 zitieren
Zitat von esbe:

Ihr braucht mich nicht zu beschimpfen!!!! Ich habe gedacht, dass es vielleicht auch hier in diesem Forum die ein oder andere gibt, deren Arbeitsplatz wackelt. Zunächst hat eine Bezuschussung durch die BA nichts mit Langzeitarbeitslosen zu tun. Es gab bislang 2 Möglichkeiten, älteren AN, die entweder gerade arbeitslos geworden sind oder auch denen, wo es sich abzeichnet, dass sie demnächst arbeitslos werden, finanziell unter die Arme zu greifen. 1. Möglichkeit für Ü50 ist der Eingliederungszuschuss, den der AG auf Antrag von der BA bekommt. Meist wird für ein halbes Jahr ein monatlicher Zuschuss gewährt. Bei Schwerbehinderten verlängert und erhöht sich der Zuschuss. Aber wie gesagt, hier kassiert der Arbeitgeber. 2. Möglichkeit für Ü50 war die Entgeltsicherung. Hier sollte dem Arbeitnehmer ein geringerer Verdienst in einem neuen Job schmackhaft gemacht werden, indem im ersten Jahr der neuen Beschäftigung ein Zuschuss von 50% der Nettodifferenz vom alten zum neuen Gehalt und im zweiten Jahr noch 30% direkt an den Arbeitnehmer gezahlt wurden. Das hat nichts mit Langzeitarbeitlosigkeit zu tun! Ich habe sowieso beschlossen, in meinem nächsten Leben Landtagsabgeordnete in NRW zu werden, dann kann ich mir dann mal eben 500 Euro mehr genehmigen! Ich arme Wurst habe demnächst ein Vorstellungsgespräch, ja klasse, aber wenn ich meine Stunden reduzieren muss und dann insgesamt brutto 1000 Euro im Monat weniger habe, dann würdet ihr freudestrahlend die Stelle annehmen? Kann ich mir nicht vorstellen. Liebe Grüße esbe :blume:

Hallo Esbe,

es hat Dich hier niemand beschimpft! Kein Mensch hier greift Dich an und wenn Du konkret mich damit meinst, dann schreibe es auch so, sprich mich direkt an und lasse die anderen Mädels bitte außen vor - denn von den Mädels hat Dir keine was Böses geschrieben!

Du hast bereits mehrfach hier im Forum geschrieben, was bei Dir so los ist und wir haben immer ein offenes Ohr für Dich.

Aber hier kann Dir niemand helfen, das solltest Du doch bereits schon bemerkt haben. Wir lesen Dir alle zu und versuchen Dich zu trösten und für Dich da zu sein. Aber helfen kann Dir hier niemand wirklich.

Du solltest Dir Rat bei Anwälten oder wo auch immer holen, wo Fachleute sitzen, die sich damit täglich beschäftigen und fundiertes Wissen haben. Alles das, was Du hier vielleicht zu lesen bekommst, muss nicht zwangsläufig Fakt sein und mit Halbwissen ist Dir sicherlich auch nicht geholfen, oder?

Also nimm meine Kommentare nicht krumm. Auch ich versuche nur, Dir irgendwie zu helfen. Manchmal ist die Wahrheit auch nicht leicht zu verdauen. Aber sorry, ich bin auch nicht der Typ, der den ganzen Tag nur herum schleimt und auf schön Wetter macht - denn damit ist Dir auch nicht geholfen. Ich bin ein Mensch der ehrlichen Worte.

Mit meinen Aussagen wollte ich Dir nur nahelegen, vielleicht auch über diese Aspekte nachzudenken, bevor Du zur Langzeitarbeitslosen wirst. Es wird bestimmt nicht einfach werden, einen Job zu finden und das geht vielen Menschen so. Leider ist es heute so, dass man ab 50 (und eigentlich fängt es schon ab 40 an) ganz schlecht einen Job bekommt. Viele Betriebe wollen junge und gesunde Arbeitnehmer. Ab 40 ist man schon altes Eisen - das ist nun mal so und wir alle müssen dieser Tatsache ins Auge blicken! Auch ich bin mit 42 Jahren nicht vor sowas gefeit.

Es muss jeder für sich entscheiden, was er tut oder besser lässt. Ich habe von mir gesprochen, von meinen Erfahrungen in der Arbeitswelt und ich habe geschrieben, dass ICH auch für weniger Geld arbeiten gehen würde, bevor ich zu Hause kaputt gehe. Das ist MEINE Meinung.

Was Du daraus machst, das ist Deine Sache.

LG, Melsi


Antwort: @Melsi

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 09.02.2012 um 16:31 zitieren

Hallo Melsi,

ich weiß nicht, ob Du tatsächlich für den geringeren Lohn arbeiten gehen würdest. Ich stehe so kurz davor, in Rente gehen zu können und da fängt man an zu rechnen.

Eine Langzeitarbeitslose bin ich nie gewesen, ich habe immer wieder relativ kurzfristig einen Job gefunden! Und einen Rat brauchte ich in dieser Sache nun gar nicht, dass war eine reine Info an die Leserinnen, die ja vielleicht auch in diese Situation kommen können und dann baff erstaunt wären, wenn sie feststellen müssen, dass sie draufzahlen müssen. Überleg einmal, was bringt es, wenn Deine Arbeitszeit und Dein Stundenlohn so gesenkt werden, dass sie mal gerade die Fahrzeit bzw. die Fahrtkosten decken.

Und das ich mich aufrege, liegt doch wohl nah, da hilft kein Rechtsbeistand der Welt. Warum wird hier still und heimlich gekürzt? Warum trifft es meine Altersgruppe, die ja angeblich voller Freude bis 67 Jahre arbeiten soll? In welchen Stellen und zu welchem Kurs?

Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du nie in eine solche Situation kommst.

Trotzdem liebe Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Calm down!

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 09.02.2012 um 17:14 zitieren

Hi esbe,

ruhig Blut - man merkt, dass dir das alles ziemlich nahe geht. Und das ist nur allzu verständlich. Hier möchte dir aber niemand etwas Böses (und ich denke, da spreche ich wirklich für alle). Erst recht nicht wir Alten, die wir schon so lange zusammenglucken. Vermutlich nimmst du im Moment vieles zu persönlich. Du weißt doch, einfach mal eine Nacht drüber schlafen und dann sieht vieles schon wieder ganz anders aus. Beschimpfen tut dich hier niemand - das ist einfach eine falsche Wahrnehmung.

Ich muss Melsi leider auch in vielen Punkten Recht geben. Es geht hier nicht darum, dass man mit Kusshand für den vielzitierten Appel und das Ei den Workaholic geben soll. Das hat sie doch aber auch an keiner Stelle geschrieben. Es ging lediglich darum, für sich - und zwar trotz widriger Umstände - das Beste auszuloten. Für mich wäre das vermutlich auch mit superheftig zusammengebissenen Zähnen arbeiten zu gehen. Und zwar solange bis ich - nach zeitgleicher ständiger Suche - etwas anderes gefunden hätte. Und dann hätte ich - je nach Situation mit ausgestrecktem oder lediglich imaginärem Stinkefinger - den Hut dort genommen. In meinem Lebenslauf hätte ich aber eine ausgefüllte Zeit zu verbuchen und keine weitere Phase der Arbeitslosigkeit. Und je nachdem hätte ich mir in dieser Zeit auch noch zusätzliches Wissen erworben - auch das nutzt mehr als dass es schadet.

Du bist jetzt sehr hart unterwegs - und deine Beiträge kommen auch nicht gerade liebevoll rüber. In einem Forum bekommt man nun einmal nicht immer nur die Antworten, die man gerne hören würde. Was du mit deinem Beitrag bezweckst und was dann daraus wird, ist nicht immer steuerbar. Dafür ist es eben auch ein Forum. Und ehrlich gesagt habe ich den Austausch auch deshalb immer sehr geschätzt - sogar zu Zeiten als ich (unter anonymisierten Usernamen) Watschn um die Ohren bekommen habe.

Jeder sollte sich von dem, was andere auf seine Beiträge schreiben, das rausnehmen, was er gebrauchen kann. So handhabe ich das auch. Manchmal ist das einfach ein bisschen Streicheleinheit, wenn es einem mies geht, dann wieder ein fachlich fundierter Tipp und manchmal auch einfach nur ein nicht böse gemeinter zwischenmenschlicher Rat auf Basis der ureigenen Erfahrung.

So, und nun sei wieder gut. Das Leben ist manchmal ätzend genug, da musst du nicht noch die hauen, die dich mögen. Ich habe dir dazu auch schon oft genug meine Meinung geschrieben. Du weißt doch:
Wenn das Leben dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus!

Liebe Grüße und einen gaaaanz besonders dicken Drücker
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: @Melsi

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 09.02.2012 um 18:07 zitieren
Zitat von esbe:

Hallo Melsi, ich weiß nicht, ob Du tatsächlich für den geringeren Lohn arbeiten gehen würdest. Ich stehe so kurz davor, in Rente gehen zu können und da fängt man an zu rechnen. Eine Langzeitarbeitslose bin ich nie gewesen, ich habe immer wieder relativ kurzfristig einen Job gefunden! Und einen Rat brauchte ich in dieser Sache nun gar nicht, dass war eine reine Info an die Leserinnen, die ja vielleicht auch in diese Situation kommen können und dann baff erstaunt wären, wenn sie feststellen müssen, dass sie draufzahlen müssen. Überleg einmal, was bringt es, wenn Deine Arbeitszeit und Dein Stundenlohn so gesenkt werden, dass sie mal gerade die Fahrzeit bzw. die Fahrtkosten decken. Und das ich mich aufrege, liegt doch wohl nah, da hilft kein Rechtsbeistand der Welt. Warum wird hier still und heimlich gekürzt? Warum trifft es meine Altersgruppe, die ja angeblich voller Freude bis 67 Jahre arbeiten soll? In welchen Stellen und zu welchem Kurs? Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du nie in eine solche Situation kommst. Trotzdem liebe Grüße esbe :blume:

Hallo Esbe,

es tut mir leid, wenn meine Nachrichten nicht so bei Dir angekommen sind, wie ich sie gemeint habe. Ich wollte Dich nicht angreifen - ganz im Gegenteil.

Es ist so, wie Kirsten Dir auch schon geschrieben hat. Hier geht es nicht darum, jedem nach dem Mund zu reden bzw. die Dinge zu verschönern. Hier geht es um gut gemeinte Tipps und Ratschläge. Es hilft niemandem, wenn man hier nur positive Dinge schreiben darf. Und ehrlich gesagt, ich sage grundsätzlich meine Meinung offen und ungeschönt - damit mache ich mir nicht immer Freunde, schon gar nicht in diesem Forum. Mit meiner Art muss man sicherlich klarkommen! Ich schreibe hier nicht das, was Du vielleicht gerne lesen möchtest. Du möchtest bestimmt auch nicht von mir bzw. von uns angelogen werden, oder?

Ich versuche immer Trost zu spenden, wenn es angemessen ist oder aber ich versuche zu helfen, auch wenn das nicht immer nur schöne Dinge sind, die ich zu schreiben habe.

Glaube mir, ich kenne etliche Fälle in meinem Umfeld, denen es auch nicht gut geht. Es gibt einige Familienväter, die für 2.500 Euro brutto im Monat arbeiten gehen - sie fahren einfache Wegstrecke knappe 100 km mit Auto/Bahn, müssen noch eine Frau und zwei oder drei kleine Kinder ernähren. Meinst Du, dass es denen mit diesem Gehalt gut geht?

Aber es ändert nichts daran, sie müssen durch oder sie sind arbeitslos. Aber sie gehen auch für einen Appel und ein Ei arbeiten. Bereichern können sie sich damit nicht, aber sie sitzen nicht untätig zu Hause und versumpfen in ihrem eigenen Mitleid - das ist das, was zählt.

Noch ein Beispiel. Meine Mutter ist seit zwei Jahren in Rente. Sie hat halbtags gearbeitet (wegen uns Kindern) und als sie dann Vollzeit arbeiten gehen wollte, ging das nicht mehr. Sie bezieht im Monat 850 Euro Rente, muss davon ihr Haus, ihren Unterhalt, einfach alles bestreiten. Von ihrer Krankenkasse hat sie eine neue Versichertenkarte bekommen, in der sie als Rentner deklariert ist. Weißt Du was passiert, wenn sie Grippe hat und zum Arzt geht? Sie bekommt nichts! Null. Es heißt \"sie sind doch zu Hause und können sich kurieren. Trinken sie Tee und ruhen sie sich aus\" und das wars! Auch schön, wenn man eh schon 67 Jahre alt ist, ein ganzes Leben lang malocht hat und dann das Dankeschön dafür bekommt.

Auch das ist nicht schön und es gibt etliche Beispiele von Leuten, denen es auch nicht gut oder sogar noch viel schlechter geht.

Ich weiß nicht, was mir noch alles passiert und glaube mir, ich bin dankbar für das was ich habe. Aber auch ich weiß nicht, wie es mal im Alter sein wird. Vielleicht gehe ich auch bis 70 oder 72 arbeiten. Ich muss die Dinge nehmen wie sie sind und ich kann diese Dinge auch nicht ändern. Da hilft alles Meckern oder Aufregen nichts. Im Gegenteil, man macht sich nur die Nerven kaputt.

Kopf hoch, auch wenn der Hals noch so dreckig ist - ein netter Spruch, den meine Mutter immer sagt

Jetzt lass uns wieder gut sein

Einen schönen Abend und LG, Melsi


Antwort: Re: Entgeltsicherung

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 09.02.2012 um 22:15 zitieren

Hallo Melsi,

irgendwie sind unsere Beiträge aneinander vorbei gelaufen. Ich wollte mit meiner \"Entgeltsicherung\" kein Mitleid oder tröstende Worte von Euch, ich habe gedacht, dass es die ein oder andere interessieren könnte, sei sie selber betroffen oder auf AG-Seite darüber informiert, dass da so stickum bestehende Vorschriften verschwunden sind.

Ich bin eine sehr engagierte Frau, die ehrenamtlich sehr viel bewegt oder bewegen möchte und immer wieder sieht, wie sehr Menschen zu leiden haben. Auch wenn ich zurzeit krankgeschrieben bin, ich suche für mich und habe keine Langeweile oder Lücken im Lebenslauf, eigentlich sollte ich froh sein, dass ich mich mehr um die Pflege meiner alten Mutter kümmern kann, dass ich mich für Kinder und Jugendliche im Sport einbringe, etc.

Von Euch hier im Forum habe ich mich nicht beschimpft gefühlt und habe wie gesagt auch nicht Trostpflästerchen gesucht, ich wollte euch auch nicht verärgern, mich ärgert einfach unsere Politik und die Vorgehensweisen, wie man mit älteren Arbeitnehmern umgeht.

Also begraben wir dieses Streitgespräch und alles wird wieder gut! Ommmmm
Modus: alle runter von der

nächtliche Grüße schon fast aus dem Bett

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


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