Thema: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin


Newcomer
(4 Beiträge)
von wolkenkratzerin am 30.01.2012 um 13:56 zitieren

Hallo liebe working@office-Ladys,

ich bin seit 4 Monaten bei meinem jetzigen AG als (u.a.) seine Assistenz angestellt und bin an sich sehr zufrieden: Toller Chef, angenehmer Arbeitsplatz, schöne Arbeitsumgebung, eigenes Büro!

Doch es fällt mir sehr schwer, nach der Arbeit abzuschalten und ich setze mich selbst sehr unter Druck. Klar, ich möchte, dass mein Chef zufrieden mit mir ist und eine gute Arbeit leisten. Doch ich fühle mich schnell emotional überlastet und dadurch völlig erschöpft.

Besonders schwer fällt es mir, eine selbstsichere und entspannte innere Haltung zu bewahren, wenn mein Chef da ist (3 Werktage in der Woche).
Ich fühle mich schnell wie ein Dienstmädchen, das rund um die Arbeitszeit für jeden Service voll verfügbar ist und nicht wie eine selbstbewusste, durchsetzungsstarke Mitarbeiterin, die ich gerne wäre.

Ein eigenes Büro ist leider nicht gleichzusetzen mit unbegrenzter Privatsphäre. Meine Bürotür ist aus Glas-d.h. Jeder, der vorbeiläuft, sieht alles. Mich und meinen Chef trennt nur eine Durchgangstür und wenn er da ist, dann kommt er ca. alle 20-30 Minuten unangekündigt rein. Das störte mich ziemlich, daher habe ich mit ihm fixe Termine vereinbart, wann wir Tagesplanung besprechen. Seitdem hat es sich gebessert.

Trotzdem wünsche ich mir oft (noch) mehr Privatsphäre und Rückzugmöglichkeiten, wenn mein Chef da ist.

Hat vielleicht jemand Tipps für mich? Wie kann ich freundlich Grenzen setzen - oder ist das eher etwas, das ich einfach akzeptieren muss, weil der Chef nun mal (fast) alles darf? So auch, trotz der Vereinbarung mit den Fixterminen immer wieder einfach reinkommen -auch, wenn er etwas an Büromaterial benötigt - und es sich einfach nehmen.

Im Falle von \"akzeptieren müssen\": Wie kann ich mich besser abgrenzen und mich selbstsicherer fühlen? D.h. auch mal Kontra geben und \"nein\" sagen?

Was noch mit reinspielt ist, dass mir der Beruf nicht so liegt. Ich fühle mich oft unter meiner Würde, wenn es heißt: \"Bitte machen Sie einen Kaffee für..\" Da komme ich mir schnell vor wie ein Servicemädchen. Ich weiß aber, dass Gästebewirtung nun mal zum Berufsbild gehört. Vielleicht stört mich auch die Formulierung. Es könnte genauso heißen: \"Es wäre sehr nett, wenn Sie Herrn soundso Kaffee bringen könnten\" Oder ist es wieder etwas, das ich einfach akzeptieren muss? Letztlich möchte ich in einen anderen Beruf wechseln bzw. studieren, doch das kann noch 1-2 Jahre dauern, bis ich die Zulassungsvoraussetzungen erfülle und alles geregelt habe.

Über eure Meinung/Feedback/Rat/Tipps zu meinem Anliegen wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße
wolkenkratzerin


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 30.01.2012 um 14:07 zitieren
Zitat von wolkenkratzerin:

Hallo liebe working@office-Ladys, ich bin seit 4 Monaten bei meinem jetzigen AG als (u.a.) seine Assistenz angestellt und bin an sich sehr zufrieden: Toller Chef, angenehmer Arbeitsplatz, schöne Arbeitsumgebung, eigenes Büro! Doch es fällt mir sehr schwer, nach der Arbeit abzuschalten und ich setze mich selbst sehr unter Druck. Klar, ich möchte, dass mein Chef zufrieden mit mir ist und eine gute Arbeit leisten. Doch ich fühle mich schnell emotional überlastet und dadurch völlig erschöpft. Besonders schwer fällt es mir, eine selbstsichere und entspannte innere Haltung zu bewahren, wenn mein Chef da ist (3 Werktage in der Woche). Ich fühle mich schnell wie ein Dienstmädchen, das rund um die Arbeitszeit für jeden Service voll verfügbar ist und nicht wie eine selbstbewusste, durchsetzungsstarke Mitarbeiterin, die ich gerne wäre. Ein eigenes Büro ist leider nicht gleichzusetzen mit unbegrenzter Privatsphäre. Meine Bürotür ist aus Glas-d.h. Jeder, der vorbeiläuft, sieht alles. Mich und meinen Chef trennt nur eine Durchgangstür und wenn er da ist, dann kommt er ca. alle 20-30 Minuten unangekündigt rein. Das störte mich ziemlich, daher habe ich mit ihm fixe Termine vereinbart, wann wir Tagesplanung besprechen. Seitdem hat es sich gebessert. Trotzdem wünsche ich mir oft (noch) mehr Privatsphäre und Rückzugmöglichkeiten, wenn mein Chef da ist. Hat vielleicht jemand Tipps für mich? Wie kann ich freundlich Grenzen setzen - oder ist das eher etwas, das ich einfach akzeptieren muss, weil der Chef nun mal (fast) alles darf? So auch, trotz der Vereinbarung mit den Fixterminen immer wieder einfach reinkommen -auch, wenn er etwas an Büromaterial benötigt - und es sich einfach nehmen. Im Falle von \"akzeptieren müssen\": Wie kann ich mich besser abgrenzen und mich selbstsicherer fühlen? D.h. auch mal Kontra geben und \"nein\" sagen? Was noch mit reinspielt ist, dass mir der Beruf nicht so liegt. Ich fühle mich oft unter meiner Würde, wenn es heißt: \"Bitte machen Sie einen Kaffee für..\" Da komme ich mir schnell vor wie ein Servicemädchen. Ich weiß aber, dass Gästebewirtung nun mal zum Berufsbild gehört. Vielleicht stört mich auch die Formulierung. Es könnte genauso heißen: \"Es wäre sehr nett, wenn Sie Herrn soundso Kaffee bringen könnten\" Oder ist es wieder etwas, das ich einfach akzeptieren muss? Letztlich möchte ich in einen anderen Beruf wechseln bzw. studieren, doch das kann noch 1-2 Jahre dauern, bis ich die Zulassungsvoraussetzungen erfülle und alles geregelt habe. Über eure Meinung/Feedback/Rat/Tipps zu meinem Anliegen wäre ich sehr dankbar. Liebe Grüße wolkenkratzerin

Hallo Wolkenkratzerin,

ich kann gut verstehen, wie Du Dich fühlst. So geht es mir auch oft. Allerdings habe ich nicht einen Chef sondern seit Anfang Januar zwei von der Sorte plus weitere sechs Mitarbeiter, die ständig um mich herum sind und was wollen.

Allerdings bist Du meiner Meinung nach etwas empfindlich, was das Miteinander mit Deinem Chef betrifft.

Als Assistentin bist DU für Deinen Chef da, wann immer er etwas von Dir möchte. Das er ständig bei Dir vorbeischaut, ist irgendwie auch normal. Du kannst ihm kein Zeitfenster vorgeben. So ist zumindest meine persönliche Meinung dazu.

Es ist durchaus Dein Job, ihm und seinen Gästen Kaffee zu servieren. Dich stört die Formulierung, wie er Dir den Auftrag des \\\"Kaffee bringens\\\" sagt. Aber mal ehrlich, das kann es doch irgendwie nicht sein.

Chefs fehlt leider häufig die korrekte Formulierung für diese \\\"belanglosen\\\" Dinge. Er bittet Dich schon, indem er sagt \\\"bitte machen sie für blabla einen Kaffee\\\". Soll er diesen Vorgang denn in ellenlangen Sätzen formulieren? Chefs haben in der Regel keine Zeit für viel blabla. Ist einfach so und entspricht der Realität.

Du solltest froh darüber sein, dass Du so ein tolles Arbeitsklima und ein eigenes Büro hast. Das ist doch heutzutage auch viel Wert und sicherlich auch nicht die Regel.

Meiner Meinung nach solltest Du ein paar dieser Dinge hinnehmen, wie sie sind. Du kannst Deinem Chef keine Vorschriften machen, wann er Dich wie anzusprechen hat. Er ist Dein Chef, Du seine Assistentin. Er hat das sagen, Du hast zu machen. So ist der Job nun mal.

Sorry für die offenen Worte, aber genau so sehe ich den Job nun mal. Wenn Du damit nicht so gut klarkommst, dann solltest Du evtl. mal über eine andere Stelle nachdenken und einen Job suchen, bei dem Du nicht mehr die Assistenz eines Chefs bist - evtl. Sachbearbeiter etc.

LG, Melsi


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Newcomer
(4 Beiträge)
von wolkenkratzerin am 30.01.2012 um 14:18 zitieren

Hallo Melsi,

vielen Dank für deine prompte Antwort. Du bist also der Meinung, dass es eine Frage des Akzeptierens ist bzw. der Beruf so an sich hat.

Ich habe mich hier als Sachbearbeiterin beworben. Erst am Tag meiner Einstellung wurde mir bewusst, dass ich daneben auch den Leiter assistiere. Ich habe das zwar schon vorher ein bißchen geahnt, aber aus der Stellenbeschreibung ging das nicht direkt hervor oder ich habe das verdrängt

Ich mag meinen Chef sehr und habe ein großes Glück mit ihm. Er ist sehr menschlich und verständnisvoll. Außerdem sozial und sympathisch.

Deine Worte bestätigen meine Vermutung, dass die Position mir einfach nicht liegt/nicht mein Ding ist. Das ist nichts Neues und mir war schon vorher ganz deutlich bewusst, dass ich mich auf die längere Sicht in eine andere Berufsrichtung orientieren möchte. Gelernt habe ich Bürokauffrau.

LG
wolkenkratzerin


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 30.01.2012 um 15:45 zitieren

Hallo Wolkenkratzerin,

ich gebe Melsi voll Recht und muss ehrlich sagen, ich kann deine Auffassung gar nicht recht verstehen... ich habe auch das Glück, als Assistenz in einem Einzelbüro zu sitzen und habe auch Glastüren (eine zum Chef, eine zum Flur). Wenn ich ganz für mich allein arbeiten möchte oder eine wichtige Telko habe, werden die Türen einfach geschlossen und dann kommt auch nur in Ausnahmefällen jemand rein.

So was wie Büromaterial haben wir in einem extra Schrank auf dem Gang, so dass Cheffchen mich max. \"stört\" wenn er was Spezielles braucht oder was nicht gefunden hat.

Allgemein finde ich aber, dass du mit nur 3 Tagen / WO, wo dein Chef da ist, schon viel Privatsphäre hast. Meine Kolleginnen z. B. sitzen alle in 3-4 Mann Büros... da kannst du nicht eben mal beim Finanzamt anrufen und was privat nachfragen Den Luxus hast du - und ich hab ihn auch.

Außerdem stimme ich Melsi zu, dass du ja scheinbar nur den einen Chef zu umsorgen hast - ich habe einen direkten Chef, 3 Teamleiter und erledige noch die Assistenz fürs restliche Team (50 Personen).

Ich weiß ja nicht, wie oft bei dir so was wie Kaffee kochen vor kommt, aber ehrlich: einer muss es ja tun. Wenn du noch nicht so lange dort bist, schau doch mal, wie viel Respekt dir gezollt wird... An manchen Tagen fühle ich mich auch nur wie ein Botenjunge, aber dann kommt mein Chef an meinem B-Day mit einem XXL-Blumenstrauß und meint nur \"ohne dich hätt\' ich das nie gewuppt\", genauso wie er mich in seiner Weihnachtsansprache vor der ganzen Mannschaft so hoch gelobt hat, dass ich es nicht zu träumen gewagt hätte.

Ich glaube, das Berufsbild bringt das mit sich und nun wirst du grad mal so weit sein, dass du dich soo langsam in die Firma eingearbeitet hast - ich würde sagen, warte erstmal, bis sich das mit deinem Chef als richtiges Team eingespielt hat - dann ist es ein Geben und ein Nehmen. Wenn es dann immer noch nicht so richtig klappt oder du den Spaß vermisst, kannst du dich ja immer noch umschauen...

LG,
TraumSekki


Antwort: Re: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 30.01.2012 um 16:36 zitieren
Zitat von wolkenkratzerin:

Hallo Melsi, vielen Dank für deine prompte Antwort. Du bist also der Meinung, dass es eine Frage des Akzeptierens ist bzw. der Beruf so an sich hat. Ich habe mich hier als Sachbearbeiterin beworben. Erst am Tag meiner Einstellung wurde mir bewusst, dass ich daneben auch den Leiter assistiere. Ich habe das zwar schon vorher ein bißchen geahnt, aber aus der Stellenbeschreibung ging das nicht direkt hervor oder ich habe das verdrängt ;-) Ich mag meinen Chef sehr und habe ein großes Glück mit ihm. Er ist sehr menschlich und verständnisvoll. Außerdem sozial und sympathisch. Deine Worte bestätigen meine Vermutung, dass die Position mir einfach nicht liegt/nicht mein Ding ist. Das ist nichts Neues und mir war schon vorher ganz deutlich bewusst, dass ich mich auf die längere Sicht in eine andere Berufsrichtung orientieren möchte. Gelernt habe ich Bürokauffrau. LG wolkenkratzerin

Hallo Wolkenkratzerin,

TraumSekki gebe ich auch uneingeschränkt recht

Ich betreue insgesamt 32 männliche Mitarbeiter und ich bin die einzige Frau in unserem Unternehmen. Glaube mir, ein Kindergarten ist nichts dagegen

Intern bin ich auch für alle Bewirtungen zuständig. Allerdings kommt das nicht zu oft vor und wenn, dann mache ich das gerne. Ich verstehe eine gute Betreuung der Gäste als Prio A, sehe mich und meine Arbeit in dem Moment als Aushängeschild des Unternehmens. Meine Gäste fühlen sich wohl und das ist das A&O für mich.

Ein schön gedeckter Besprechungsraum, ein paar Leckerlies für das leibliche Wohl, kühle Getränke und guter Kaffee/Tee gehören für mich einfach dazu. Während des Meetings gehe ich auch immer wieder mal in den Besprechungsraum rein und frage nach frischem Kaffee. Bei uns gibts auch keinen laufwarmen Filterkaffee aus der versifften Thermoskanne, sondern welchen aus dem Vollautomaten, der frisch zubereitet wird. Latte macchiato, Espresso, Milchkaffee, Cappuchino und Co. machen zwar Arbeit, aber es kommt bei den Gästen sehr gut an
Zu jedem Heißgetränk gibts dann noch z. B. eine Kaffeebohne im Schokimantel oder ein Amarettoplätzchen

Unsere Angestellten zollen mir auch bei den Bewirtungen den nötigen Respekt. Sie formulieren ihre Bitten für mich akzeptabel und höflich. Was ich mir nicht bieten lasse, das sind Aktionen vor den Besucher nach dem Motto \\\"Mache mal drei Kaffee und bringe uns Gebäck!\\\"

Man kann solche Dinge positiv formulieren und ein \\\"würdest du uns bitte noch drei Kaffee und etwas Gebäck bringen\\\" sagen. Im Befehlston bin ich sehr eigen und gebe dann auch entsprechend kontra bzw. übernehme beim nächsten Besucher die Bewirtung gar nicht und mein Kollege muss sich selbst darum kümmern. Diesen Luxus nehme ich mir dann auch raus und meine Chefs geben mir Rückendeckung. Ich bin sicherlich hier das Mädchen für alles, aber ich lasse mich nicht behandeln wie eine Aushilfskraft, die 8 Euro in der Stunde verdient

Wenn Du solche Arbeiten positiv aufnimmst und Deine Firma (oder Deinen Chef) repräsentierst, dann siehst Du auch diese niederen Arbeiten positiv. Du bist das Aushängeschild des Unternehmens und mit Spaß an der Arbeit hast auch Du sicherlich viel Freude.

Und nimm\\\' Dir das von TraumSekki auch zu Herzen. Kaum eine Assistentin hat den Luxus eines eigenen Büros Du hast einen tollen Chef, ein super Arbeitsklima, ein eigenes Büro ... also genieße es und nimm es positiv auf

Viel Freude wünsche ich Dir

LG, Melsi - die jetzt erst mal ihrem Chef eine leckere Latte macchiato machen wird


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 31.01.2012 um 09:02 zitieren

Hallo Wolkenkratzerin,

Melsi und Traumsekki haben eigentlich alles schon gesagt (und das auch noch total toll formuliert).
Nach Deiner Antwort kann ich auch nur sagen, überleg und schau, ob Du da am richtigen Platz bist.
Ich bin mit Herz und Seele Sekki und immer für meinen Chef da, wenn etwas ansteht. Für mich gehört sich das so.
Ich fange mir auch mal eine Anweisung im Befehlston ein, wenn es hektisch ist, aber das gleicht sich mit anderem Verhalten wieder aus. Und ich weiß, dass es der Situation und nicht mir geschuldet ist. Und dann überrascht er einen auch immer mal wieder. Wie Traumsekki schrieb, da gibt es dann auf einmal ein riesiges Lob, Blumen, ich darf eher gehen, er bringt was mit..
Rückzugsmöglichkeiten habe ich hier viele oder keine, so wie der Tag gerade läuft, aber mein Büro steht immer offen für ihn. Momentan teile ich es mir auch noch mit einer Kollegin, Anrufe beim Finanzamt oder Doc sind also auch nicht immer drin, aber letztlich bin ich hier auch im Job und nicht zu Hause, da habe ich meine Privatsphäre, hier finde ich, kann man das Wort nicht so anwenden, außer in der Mittagspause.
Ein netter und umgänglicher Chef ist im übrigen nicht zu unterschätzen. Vielleicht gibst Du Dir und ihm und der Situation ja noch eine Chance?

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Newcomer
(2 Beiträge)
von zoso am 31.01.2012 um 14:34 zitieren

Hallo Wolkenkratzerin,

Sekki/Assi \"ist\" man entweder oder man ist es eben nicht ;)
Meinem Selbstbewusstsien tat es nie Abbruch, Kaffee zu kochen/servieren o. ä.
Das tue ich heute noch oft, obwohl ich seit über 25 Jahren auf der anderen Seite des Schreibtisches sitze und Leute im Büro habe, die das tun, was ich früher auch tat ;).
Ich schätze sowohl die berufliche Qualifikation der Mitarbeiter. die soziale Kompetenz ist für mich bei der Beurteilung gleichwertig.


Damit möchte ich zum Ausdruck bringen - verscuhe doch einfach, ein klein wenig selbstbewusster zu sein. Vielleicht schaffst Du das ja ;).
Ich wünsche Dir Glück und Erfolg - egal wie auch immer Du Dich für deinen weiteren beruflichen Weg entscheidest.

LG
zoso


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Newcomer
(2 Beiträge)
von zoso am 31.01.2012 um 14:36 zitieren

...uuups - und die Rechtschreibfehler gehören dem, der sie findet ;).

Entschuldigt bitte.


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Tulpe
(11 Beiträge)
von Summi am 01.02.2012 um 14:13 zitieren

Hallo zusammen

so, ich möchte auch ganz kurz \"meinen Senf dazugeben\"...

Ich denke auch, dass gewisse Dinge zum Assistentinnenjob einfach dazugehören, z.B. mal einen Kaffee für den Chef und evtl. auch für die Kollegen/Gäste/Kunden/Besucher, die mit ihm in einer Besprechung sitzen, zu holen. Der Ton macht hier aber die Musik und so, wie ich gelesen habe, scheinen wir es da ja alle gut mit unseren uns höflich bittenden Chefs getroffen zu haben

Auch, dass der Chef mal unangekündigt ins Büro kommt, finde ich nicht schlimm. @wolkenkratzerin: da hast Du doch schon eine sehr gute Lösung mit den fixen Terminen zur Tagesplanung gefunden

Und: ich wäre froh über eine Glas-Bürotür und ein Einzelbüro!! Ich sitze im Großraumbüro und da ist es manchmal schon SEHR hektisch und laut. Aber auch daran kann man sich gewöhnen...

Liebe Grüße

Summi


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Kaiserin
(456 Beiträge)
von Julia am 01.02.2012 um 15:15 zitieren

Hallo Wolkenkratzerin,

da hast Du ja \"ein Fass aufgemacht\"

Die Postings sind allerdings sehr einhellig und auch ich kann keinen Gegenpol dazu erzeugen.

Sicher gibt es immer wieder Arrangements, Situationen oder Aufgaben, die einem mehr oder weniger liegen. Allerdings macht die Einstellung sehr viel aus.

Kaffee servieren:
- kann ich als \"niedere Tätigkeit\" ansehen und sehr ungern machen,
- kann ich als Service ansehen, der dazugehört und dem Gast dazu verhilft, sich bei uns wohler zu fühlen (krass formuliert: lieber mit uns als mit der Konkurrenz zu arbeiten),
- kann ich als Möglichkeit ansehen, die Besprechung angenehmer zu gestalten und den Teilnehmern damit zu besseren Ergebnissen zu verhelfen.

Auf diese Art und Weise könnte ich noch weitere Beispiele aufzählen.

Meine Einstellung ist: Was immer ich mache, mache ich sehr gut (oder bestmöglich). Damit bin ich bisher gut gefahren.

Kaffee wird also charmant serviert und abschotten muss man lernen.

Mach das Beste draus.

Gruß

Julia


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Komet
(97 Beiträge)
von Serena am 02.02.2012 um 09:15 zitieren

Hi Wolkenkratzerin,

ich stimme meinen Kolleginnen hier im Großen und Ganzen zu.

Der Haken an der Sache, den ich bei Dir rausgelesen habe, Du hast Dich als Sachbearbeiterin beworben auf eine Stelle, die nach Deinem Erleben mehr Assistenzstelle ist. Und Du hast die Punkte im Bezug auf Assistenz verdrängt - so wie Du es schilderst.

Schau es Dir noch einen Moment an, schreib Dir die Pros + Contras auf und wäge ab, wieviel Wert Du auf die einzelnen Punkte legst. Wenn Du wirklich so einen umgänglichen Chef hast und das Team in Ordnung ist, dann schau genau hin, welche Formulierungen Dich warum stören - wo stehst Du an diesen Tagen emotional, privat, gesundheitlich - und auch wenn das hart ist, was treibt dein Ego, deinen Stolz.

Das wäre soweit der Denkansatz von meiner Seite.


Zu den Regelungen, die Du getroffen hast:

Die fixen Termine haben mein Chef und ich auch vereinbart. Er ist viel auf Terminen und ich kann so meine Fragen bündeln, mit ihm konzentriert die Themen abarbeiten. Am Anfang klappte es noch nicht so gut und ich habe ihn dann im Gegenzug konsequent gestört, wenn ich ohne sein Feedback nicht weiterkam. Danach waren wir sehr schnell einig, dass wir feste Termine brauchen, da ich auch viele lange Dokumente bearbeite und er tagsüber seine \\\"Denk\\\"-Phasen hat. Uns gegenseitig aus der Konzentration zu reißen, war da wenig hilfreich. Und mittlerweile hat es sich eingependelt und es steht beiden Seiten das Büro des anderen offen, wenn dringender Bedarf ist.

Unabhängig davon habe ich zum Thema Kaffee eine eigene Meinung, die sich mit den anderen deckt:
Kaffee, Tee, Kaltgetränke sind Service - Zu Wissen wer was mag, ob jemand im Sommer lieber stilles Wasser und im Winter Tee trinkt, jemand seinen Kaffee nur Schwarz wie die Nacht oder Süß und mit viel Milch mag - Du entscheidest mit der Vorbereitung der Besprechung ob Dein Chef und die Kollegen einen guten Start haben mit dem Geschäftspartner oder ob der Geschäftspartner miese Laune hat, weil das Wasser nicht still sondern nur medium, der Kaffee abgestanden und die Milch ungenießbar ist - und Süßigkeiten - Fehlanzeige.
Persönlich, Süßes/Herzhaftes gibt es bei uns wenig, nur zu sehr besonderen Anlässen. Aber die Getränkeauswahl kalt & warm sollte stimmen. Und es ist immer ein Plus, neben Kaffee auch Tee anzubieten.
Nur Kaffee anzubieten, finde ich persönlich sehr unhöflich, da viele Leute (ja, ich gehöre auch dazu) keinen Kaffee trinken. Ich vertrage es nicht und andere mögen ihn einfach nicht.

In Abhängigkeit mit dem \\\"Catering/Besprechungsservice\\\" gehört auch die Tee/Kaffeeküche mit zu dem Aufgabenbereich. Meine Kollegen haben sich da derart daneben benommen, dass ich seit einigen Monaten mich nur noch im Rahmen dessen was an Besprechungen anfällt mit um diesen Raum kümmere. Besprechungsgeschirr wird eingeräumt, alles andere bleibt stehen. Meine Sachen die ich \\\"privat\\\" nutze, räume ich weg, spüle ich auch ggf. mal von Hand.
Meine Kollegin versucht noch immer mich zu überzeugen, dass es mein Job ist, dass Chaos meiner Kollegen, dass sich von der Spüle über Arbeitsfläche und Kochfeld zieht, ebenfalls aufzuräumen.
Nach einem Gespräch mit meinem Chef, wo ich klar gezogen habe, im Rahmen der Besprechungsvor- + nachbereitung, meinen Teil zu erledigen, bin ich da entspannt - und so langsam fangen meine Kollegen an sich zu kümmern, weil sie müssen. Nach mehreren Jahren \\\"reden\\\", renkt es sich nun durch Taten ein.
Ich hab wirklich kein Problem damit, die Küche in Ordnung zu halten, nur wenn sie jeden Tag aussieht wie Schwein und die Spüle voll und eklig ist, streike auch ich.

Büromaterial läuft immer über mich, wenn die Kollegen etwas brauchen, wir haben es über die Leiter der jeweiligen Teams gebündelt. Das funktioniert gut und Kugelschreiber hab ich immer in der Schublade greifbar. Auch Register, Briefumschläge, etc.
Schau einfach womit Du Dich wohl fühlst und was funktioniert - der Materialschrank auf dem Gang geht nur, wenn alle mit Disziplin dran gehen und nicht bei sich dann die Materialien horten - wie sollst Du dann noch gescheit bestellen, wenn Du \\\"Schwund\\\" hast.

Ansonsten muss ich Melsi zustimmen, hab hier auch nur ein zwei Kolleginnen direkt im Bereich, der Rest alles Kerle. - Ein Sack Flöhe ist leichter zu hüten. :)

Ich wünsche Dir viel Glück und Mut mit Deiner Entscheidung.
Und vielleicht fragst Du Deinen Chef einfach was ihm bisher gut gefallen hat, was er mehr oder weniger möchte, und bringst mit, was Du Dir vorstellst - ohne den Holzhammer zu zücken \\\"ich will nur Sachbearbeitung und Assistenz ist Mist\\\".

Die Lösung kommt oft unverhofft.

Viele liebe Grüße

Serena

Lebe lieber ungewöhnlich.


Antwort: Nachtrag: Abschalten

Komet
(97 Beiträge)
von Serena am 02.02.2012 um 09:22 zitieren

Da hab ich doch glatt vergessen das mit meinem \"Abschalten\" zu schreiben.

Ich bin mit den öffentlichen unterwegs und sobald ich aus dem Büro draußen bin, habe ich Musik auf den Ohren und oft ein Buch vor der Nase.
Ganz bewusst auf dem Weg zum Bus/zur Bahn konzentriere ich mich auf den Abend, schaue mir den Himmel an (wir haben hier oft rot-lila Untergänge), atme tief ein und aus - und mache bewusst die Tür zum Büro in meinem Kopf zu.

Das geht nicht von jetzt auf gleich - nach der Ausbildung habe ich etwa ein halbes Jahr gebraucht, die Musik hilft, weil sie meine Umgebungswahrnehmung verändert.

Und Gesprächsthemen in der Familie/im Freundeskreis - es gibt sovieles über das es sich zu unterhalten lohnt, es muss nicht immer die Arbeit sein :)

Grüße
Serena

Lebe lieber ungewöhnlich.


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Newcomer
(4 Beiträge)
von wolkenkratzerin am 02.02.2012 um 09:25 zitieren

Hallo ihr Lieben,

erstmal möchte ich mich herzlich für die offenen Worte und Anregungen bedanken!

Seitdem ich hier ins Forum geschrieben und euer Feedback dazu gelesen habe, ist mir bewusst geworden, dass ich es einfach zu engstirnig und verbissen gesehen habe. Mir ist bewusster geworden, wie gut ich es doch habe UND was für ein Glück ich mit meinem Chef habe!

Und zwar mag ich ihn so sehr, dass ich ihm ruhig auch einfach so mal einen Kaffee machen würde Ich habe mich auch letztens sehr gefreut, als er mich nicht als seine Assistentin vorgestellt hat, sondern es so beschrieben hat, als wären wir ein Team. Es ist für mich auch eine verantwortungsvolle Aufgabe mit großer Ehre. Meine Einstellung war es, die mir die letzten Wochen so schwer gemacht hat.

Ich nehme inzwischen viel mehr wahr, wie viele Freiheiten und Steuerungsmöglichkeiten ich in meiner Position doch habe.
Auch habe ich nicht wenig Privatsphäre. Klar wünsche ich mir an manchen Tagen etwas mehr Ruhe, aber so ist nun mal der Arbeitsalltag und immerhin habe ich nur 1 Chef, nicht mehrere, wie manche hier.

DAAANKE euch vielmals!!

wolkenkratzerin


Antwort: To be or not to be!

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 03.02.2012 um 12:25 zitieren

Hallo zusammen,

es ist wohl wirklich so: Entweder man mag den Sektretärinnen-Job oder man mag ihn nicht. Im Großen und Ganzen schließe ich mich der Denke meiner Vorschreiberinnen an. Habe ja auch selber mehr als 20 Jahre im Office gearbeitet und in der Zeit nicht gerade wenig Erfahrungen gesammelt: Da haben zig Cheftypen meinen Weg gekreuzt, die Umgebung war mal locker jeanslastig, dann aber auch steif und anzugdominiert. Mal war ich eine für alle, zum Schluss die eine für den obersten Häuptling in einem nicht gerade kleinen Laden. Ich habe also das volle Sekki-Parket in mehr als 20 Jahrzehnten durch.

Fakt ist aber auch: Ich habe 20 Jahre einen Job gemacht, der nicht zu meiner Persönlichkeit passte. Die Erwartungshaltung meiner Chefs war dabei völlig okay, aber meine Einstellung passte nicht. Das hatte auch (denke ich zumindest) nichts mit SelbstWERT zu tun, sondern schlichtweg mit meinem Wunsch oder meiner Vorstellung eines Jobs, der mich zufriedenstellt. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich habe - so glaube ich zumindest - einen ganz guten Job gemacht, obwohl ich unzufrieden war. Das eine schließt das andere nicht automatisch aus. Hier halte ich es wie Suse, die in einem anderen Strang sagte: Ich habe eben einen Vertrag, für den ich eine Gegenleistung erbringe. Nur glücklich war ich damit nie. Da war es egal ob der Chef supernett war oder ein Hmpf; tief in mir spürte ich einfach, dass der Sekretärinnen-Job nicht mein Ding war.

Letztlich muss ich sagen, dass ich viel zu lange in diesem Berufsbild geblieben bin. Aus jetziger Sicht hätte ich viel früher etwas ändern müssen, nämlich gleich nachdem ich dieses Unbehagen gespürt, hinterfragt und für mich bestätigt hatte. Denn wenn man diesen Schritt sehr spät geht und bereits ein gewisses Alter hat, dann ist es ungleich schwieriger, noch einmal von vorn anzufangen.

Ich denke, dass man gewisse Gefühle in sich nicht schönreden sollte. Das grenzt an Selbstbetrug und die Unzufriedenheit bricht dann irgendwann doch wieder durch.

Viele Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Wer oder was bist du?

Kaiserin
(382 Beiträge)
von EGE76 am 03.02.2012 um 13:09 zitieren

Hallo zusammen,

es ist schon Alles gesagt. Trotzdem möchte ich Dir mein Motto noch mit auf den Weg geben (egal für welchen Job Du dich auch jemals entscheiden magst):

Du BIST nicht, WAS Du tust. Du BIST wer DU bist!

Also wenn ich Kaffee mache oder auch mal was Privates für meine Chefs erledige, so bin ich dennoch keine unqualifizierte Hilfskraft die man treten kann, ich bin nicht unterwürfig, einschleimerisch oder minderwertig. Es ist einfach mein Job.Punkt.

LG EGE76

Viele Grüße
EGE76


Antwort: Re: Servicemädchen vs selbstsichere Mitarbeiterin

Supernova
(113 Beiträge)
von gitti am 07.02.2012 um 11:40 zitieren

Liebe Wolkenkratzerin,
viele gute Hinweise hast du schon bekommen.
Vielleicht kannst du dir zu dem Thema: wie sehe ich mich selbst? wie sehr wertschätze ich mich? ein paar Gedanken machen.
Du hast du Wahl: dich beim \"Kaffee....\" als DVD sehen, oder als die, die anderen einen wundervollen, durchaus auch liebevollen Service bietet, der Spaß machen kann. (Klar, immer vorausgesetzt, das ist nur ein kleiner Teil....)
Auch sehe ich in der Funktion der Assistenz dieses \"für den Chef bereit sein\" durchaus als Teil des Jobs an. Das hört sich jetzt vielleicht etwas verrückt an, aber ich habe das früher auch oft genossen, wenn wir im Büro wie die Hasen gesprungen sind.
Gitti


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