Thema: Tisch- und Esskultur


Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 28.08.2011 um 18:59 zitieren

Hallo,
einen Streit mit meinem Sohn möchte ich zum Anlass nehmen, hier mal nachzufragen, wie es heute in Deutschland mit der Tisch- und Esskultur aussieht.

Ich habe bis zu meinem Puddingabitur im Jahre 1972 gelernt, dass je kultivierter eine Familie ist, so auch der Tisch gedeckt ist. Man unterschied z.B. bei der Beurteilung eines Haushaltsniveaus in Versicherungsfällen, ob

-die Töpfe auf dem Herd standen und von dort auf die Teller verteilt wurde (entsprach dem Arbeiterhaushalt, wo niemand Zeit hatte, gemeinsame Esszeiten einzuhalten und das Essen über den Tag hinweg warm gehalten wurde),

- gemeinsam in der Küche am Esstisch gegessen wurde, der Tisch mit Tellern, Besteck und Gläsern gedeckt war und die Töpfe zur Selbstbedienung auf den Tisch gestellt wurden,

- gemeinsam am gedeckten Tisch gegessen wurde, Tischdecke, Servietten etc., Speisen alle in (vorgewärmten) Porzellan- bzw Glasschalen auf den Tisch gestellt wurden, jeder bediente sich nach der Rangfolge in der Familie,

- gemeinsam am eingedeckten Tisch gegessen wurde, eingedeckt s.o. Bedienung durch eigenes Personal,

- in heutigen Zeiten auch gemeinsam am Tisch gegessen wird, jedoch haben formschöne Töpfe die Schüsseln zum Teil verdrängt,

- Ausnahme ist das Buffet, bei dem die Speisen aufgebaut sind und jeder dorthin geht, um sich zu bedienen.

Wie kennt ihr das? Kennt ihr eine Quelle, wo man etwas über Tischkultur und Essmanieren findet? Würde meinem erwachsenen Schnösel gerne etwas unterbreiten können, der da alles besser weiß!!

Warte auf Eure Antwort

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Königin
(258 Beiträge)
von Zausel am 29.08.2011 um 09:53 zitieren

Hallo Esbe,

einen Tip zum nachschlagen habe ich nicht. Aber sicher gibt es etwas woraus hervorgeht wie ein perfekter Tisch gedeckt wird. Aber ich glaube, das ist nicht das was Dich vordergründig interessiert.

Ich denke, dass sich die Esskultur in unserer schnellebigen Zeit insgesamt geändert hat. Außerdem kommt es auf das individuelle Empfinden an. Das hängt auch damit zusammen, welchen Stellenwert das Essen an sich hat. Ist es ledigliche Nahrungsaufnahme weil man ohne nicht existieren kann oder ist es ein Stück Lebensqualität.
Manche nehmen sich keine Zeit und essen immer schnell zwischendurch. Andere genießen ein gemütliches gemeinsames Essen.

Ich persönlich genieße mein Mittagessen im Betreibsrestaurant genauso wie ein schönes Abendessen. Egal ob zu Hause das Vesper oder was leckeres im Restaurant. Ich bin ein totaler Genussmensch.
Allerdings bin ich eher praktisch veranlagt. Viele Schüsseln und Tiegelchen machen nur Arbeit und verstopfen die Spülmaschine. Wird kalt gegessen, kommt das Brettchen/Teller, Besteck, Gläser die Wurst- und Käsedose, das Gürkchenglas etc. auf den Tisch. Gibt es warmes Essen, füllen wir unsere Teller in der Küche. Sollte es mal eine Pizza vom Italiener geben (was seltenst vorkommt), wird nicht aus der Schachtel gegessen sondern es gibt einen Teller und Besteck.
Lediglich wenn wir Besuch bekommen, decke ich den Tisch \"schön\" ein, das macht dann auch richtig Spaß.

Generell denke ich, das soll jeder so machen wie es für ihn gerade praktisch ist.

Viel schlimmer finde ich die Tischsitten. Und da habe ich in unserem Betreibsrestaurant und auch anderswo Anschauungsmaterial ohne Ende.
Da sitzen die Leute mit am Tisch festgeklebten Armen und schaufel, den Kopf fast im Teller, das Essen in sich hinein. Hier finde ich, sollte Erziehung stattfinden. Ich hab mal gelesen, dass künftige Manager zum Essen eingeladen werden um festzustellen ob sie Tischmanieren haben. Und so manche Einstellung ist daran gescheitert, obwohl das Fachwissen perfekt gewesen wäre. Das sollten wir unseren Kindern beibringen. Ordentlich mit Messer und Gabel essen und dass der Arm, wenn das Essen zum Mund geführt wird, mit nach oben geht. Und dass beim Suppe löffeln der freie Arm nicht samt Ellenbogen vor dem Teller auf dem Tisch abgestützt wird und auch nicht auf dem Schoß liegt. Dann kann man auch einen \"Burger\" mit Anstand aus der Schachtel essen.

Grüße
Zausel


Antwort: Re: Re: Tisch- und Esskultur

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 29.08.2011 um 10:56 zitieren
Zitat von Zausel:

Hallo Esbe, einen Tip zum nachschlagen habe ich nicht. Aber sicher gibt es etwas woraus hervorgeht wie ein perfekter Tisch gedeckt wird. Aber ich glaube, das ist nicht das was Dich vordergründig interessiert. Ich denke, dass sich die Esskultur in unserer schnellebigen Zeit insgesamt geändert hat. Außerdem kommt es auf das individuelle Empfinden an. Das hängt auch damit zusammen, welchen Stellenwert das Essen an sich hat. Ist es ledigliche Nahrungsaufnahme weil man ohne nicht existieren kann oder ist es ein Stück Lebensqualität. Manche nehmen sich keine Zeit und essen immer schnell zwischendurch. Andere genießen ein gemütliches gemeinsames Essen. Ich persönlich genieße mein Mittagessen im Betreibsrestaurant genauso wie ein schönes Abendessen. Egal ob zu Hause das Vesper oder was leckeres im Restaurant. Ich bin ein totaler Genussmensch. Allerdings bin ich eher praktisch veranlagt. Viele Schüsseln und Tiegelchen machen nur Arbeit und verstopfen die Spülmaschine. Wird kalt gegessen, kommt das Brettchen/Teller, Besteck, Gläser die Wurst- und Käsedose, das Gürkchenglas etc. auf den Tisch. Gibt es warmes Essen, füllen wir unsere Teller in der Küche. Sollte es mal eine Pizza vom Italiener geben (was seltenst vorkommt), wird nicht aus der Schachtel gegessen sondern es gibt einen Teller und Besteck. Lediglich wenn wir Besuch bekommen, decke ich den Tisch \"schön\" ein, das macht dann auch richtig Spaß. Generell denke ich, das soll jeder so machen wie es für ihn gerade praktisch ist. Viel schlimmer finde ich die Tischsitten. Und da habe ich in unserem Betreibsrestaurant und auch anderswo Anschauungsmaterial ohne Ende. Da sitzen die Leute mit am Tisch festgeklebten Armen und schaufel, den Kopf fast im Teller, das Essen in sich hinein. Hier finde ich, sollte Erziehung stattfinden. Ich hab mal gelesen, dass künftige Manager zum Essen eingeladen werden um festzustellen ob sie Tischmanieren haben. Und so manche Einstellung ist daran gescheitert, obwohl das Fachwissen perfekt gewesen wäre. Das sollten wir unseren Kindern beibringen. Ordentlich mit Messer und Gabel essen und dass der Arm, wenn das Essen zum Mund geführt wird, mit nach oben geht. Und dass beim Suppe löffeln der freie Arm nicht samt Ellenbogen vor dem Teller auf dem Tisch abgestützt wird und auch nicht auf dem Schoß liegt. Dann kann man auch einen \"Burger\" mit Anstand aus der Schachtel essen. Grüße Zausel

Hallo Zausel,

nee, ich habe mit meinem Sohn Krach, weil er mir als \"neu und schick\" verkaufen wollte, dass man das Essen im Topf auf dem Herd stehen lässt und jeder daran vorbeischleicht, um sich etwas auf den Teller zu klatschen. Kann er ja machen, wenn er in seiner Junggesellenwohnung vor dem Fernseher dann die Nudeln reinschlingt, sieht ihn ja keiner. Aber in dem Moment, wenn ich offiziell zum Essen einlade?? Dann ist das für mich ein totales \"no go\".

Recht muss ich Dir auch geben, was die Essmanieren der einzelnen Mitmenschen betrifft. Schlimm, was einem da geboten wird! Ich habe gestern bei meiner Suche eine schöne Seite entdeckt, schick Dir mal den Link

http://www.magellanworld.net/deutschland_essen_trinken_esskultur_tischsitten.htm

Aber ist es nicht so, dass wir bald wieder bei Martin Luther gelandet sind??

Ich bin bestimmt nicht soooo konservativ, aber so ein gewisses Maß an Benimm und Tisch- Esskultur sollte man schon haben, oder? Und aus diesem Grund suche ich eigentlich eine Seite im Internet, in nicht erklärt wird, wie man mit Messer und Gabel isst sondern tatsächlich, wie und was auf dem Esstisch steht.

Eigentlich sollte ich ja jetzt statt tschüss \" à votre santé\" sagen

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 29.08.2011 um 11:20 zitieren

Hallo Esbe,

ich hab im Google nur das Buch \"Die Küche: Lebenswelt, Nutzung, Perspektiven\" gefunden, wo man online einige Seiten lesen kann:

http://books.google.de/books?id=n5kLa1KOmvYC&pg=PA25&lpg=PA25&dq=arbeiterhaushalt+tisch&source=bl&ots=8CJQBTyOtN&sig=3IuUy178xgF46CAx7V71jET62KA&hl=de&ei=JVhbToq0OcKSOs684ZUM&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CE0Q6AEwADgK#v=onepage&q=arbeiterhaushalt%20tisch&f=false

(hab leider keine Ahnung, wie es den Link hier gleich darstellt...)

Da steht auf jeden Fall einiges drin, aber so direkt wg. Tisch decken dann auch wieder nichts... (habs nur überflogen)

Ich persönlich habe sowas aber auch nicht mehr gelernt und halte es für nicht mehr aktuell. Ich esse zwar mit meiner Familie auch immer gemeinsam, aber meist bereiten wir alles in der Küche gemeinsam vor, verteilen es vom Herd/Topf aus direkt auf die Teller und setzen uns dann gemütlich zusammen.

LG,
TraumSekki


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 29.08.2011 um 12:51 zitieren

Schönes Thema
Daheim haben wir früher auch direkt vom Topf auf den Teller getan und uns dann in der Küche hingesetzt und bei Besuch wurde eingedeckt.
Für mich alleine halte ich es auch so. Thema Spülersparnis wie Zausel ja auch so schön schreibt, finde ich nicht unerheblich Und für die Optik habe ich schöne Teller.

Tischmanieren finde ich auch immer wieder interessant Den Test bei Einstellungen kann ich verstehen, aber so manches Date ist mir auch schon geplatzt, weil der Herr gegenüber wenige bis keine Manieren hatte und ich mich derartig fremdgeschämt habe, dass ich mich wegwünschte Besonders das Exemplar, das seine Spaghetti beim Italiener in kleine Stückchen schnitt um sie dann mit dem Löffel zu essen, wobei immer noch einiges runterfiel und auch sein Hemd nicht verschonte, jagt mir nach wie vor Gänsehaut übern Körper

Aber zurück zum Thema: Neu und modern, oder was Dein Sohn da meinte, esbe, finde ich das jetzt nicht. Könnte so ein bißchen wie Buffet sein. Aber was genau wollte er Dir damit jetzt eigentlich sagen? Dass Du zuviel Aufwand betreibst?

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Königin
(258 Beiträge)
von Zausel am 29.08.2011 um 16:04 zitieren

also, zu einer \"offiziellen\" Einladung zum Essen gehört selbstverständlich ein schön gedeckter Tisch. Wie üppig drappiert wird muss jedem selbst überlassen bleiben. Es muss ja nicht immer die weiße Tischdecke sein. Schöne Sets tun es auch. Je nach Anlass.
Ein Muss ist in meinen Augen dann allerdings, dass der Tisch vollständig eingedeckt ist. Also bei drei Gängen die entsprechenden Bestecke, Wein (Bier)- und Wasserglas etc. Ob Platzteller sein müssen ? Ist für mich persönlich nicht relevant.

Die Frage ist wirklich : was meint Dein Sohn ? Wie Suse schon schreibt, dass Du in seinen Augen zu viel Aufwand treibst ? Vielleicht meint er es ja nur gut und Du sollst nicht so viel Arbeit haben. Du solltest ihm aber sagen, dass Dir diese Form Spaß und Freude macht und es Dir nicht zu viel ist. Vielleicht liegt ja einfach ein Missverständnis vor. Wenn nicht, mach ihm deutlich, dass das für Dich richtig und wichtig ist und er es einfach akzeptieren und das geimensame Essen genießen soll.
Und beiläufig gelingt es evtl. ihm klar zu machen, dass gutes Benehmen heutzutage wieder absolut IN ist. Siehe Beschreibung von Suse.

Grüße
Zausel

PS: wie alt ist denn Dein Sohn ?


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 29.08.2011 um 16:20 zitieren

Hallo Ihr Lieben,

es ist wirklich ein sehr schönes Thema

Bei uns zu Hause wird ganz unterschiedlich \"gegessen\".

Essen wir nur Abendbrot (mit Wurst, Käse, Gürkchen, Oliven usw.), dann packe ich einfach meine Plastikbehälter auf den Tisch und jeder nimmt sich, was er möchte.

Kochen wir (egal, ob nur mein Mann mit mir isst oder seine Kinder zu Besuch sind), dann nehmen wir ordentliche/schöne Schüsseln, füllen dort die Speisen rein und jeder nimmt sich seine Portion selbst.

Haben wir Freunde, Geschäftspartner etc. zum Essen geladen, dann decken wir festlicher/schöner - also mit schönen Stoffservietten, Gläsern, Platzdeckchen, Kerzen, Tischschmuck usw. und füllen alle Speisen in schöne Schalen, Schüsseln oder was auch immer

Gibt es ein Menü, dann werden im letztgenannten Fall die Teller in der Küche bestückt und einzeln an den Tisch gebracht. Nachschlag kann dann jeder gerne noch haben

Vom Topf auf den Teller gibts bei uns gar nicht, es sei denn, dass jemand sich alleine was kocht und auch alleine isst.

Ansonsten bin ich immer für eine ordentliche Esskultur und die fängt für meinen Geschmack damit an, dass man nicht das Essen auf dem Herd stehen lässt und jeder hinrennt, um sich das Essen auf den Teller zu laden. Das hat für mich was von einem Buffet-Essen im Hotel oder Schnellrestaurant

Von Tischmanieren möchte ich hier gar nicht sprechen. Da gibts ja die gruseligsten Erlebnisse, die man im Laufe eines Lebens mitbekommt

Ach ja ... fast vergessen. Junge Leute laden gerne mal viele Freunde zum Essen ein. Da ist es durchaus üblich, dass jeder sich vom Herd was nimmt. Ich habe das schon öfter mal von den Kindern unserer Freunde gehört. Das passiert meist dann, wenn z. B. 20 Leute geladen sind und nur 6 oder 8 Sitzplätze an der \"Tafel\" zur Verfügung stehen. Dann steht der Rest der Truppe mit den Tellern in der Küche oder wo auch immer und stopft das Gekochte in sich rein - quasi á la Küchenparty

Man muss halt immer sehen, was genau der Anlass ist meiner Meinung nach.

LG, Melsi


Antwort: Sohnemanns Meinung

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 29.08.2011 um 19:12 zitieren

Ja , ja, die jungen Leute!

Bei uns ist es immer üblich gewesen, wenigstens eine Mahlzeit zusammen am Tisch einzunehmen. Beim Frühstück war mein Mann wesentlich früher dran als die beiden Kinder, beim Mittagessen war ich mit den Kindern allein und beim Abendessen waren die Kinder und/oder ich beim Sport. Also blieb am Wochenende das gemeinsame Mittagessen!

Ich bin nicht diejenige, die es 100% genau mit dem Tischdecken nimmt, obwohl gelernt, aber Besteck, Teller, Gläser und Schüsseln gehören auf den Tisch und ich stelle auch warme Gerichte im Topf auf den Tisch. Unser Esstisch mit den Stühlen herum steht ein bisschen eng beieinander und so kann sich jeder selber etwas auf den Teller füllen, auch einen Nachschlag. Und wenn man nicht heran kommt, sagt man auch \"bitte\" und wirft sich nicht bäuchlings über den Tisch. Und man legt auch nicht den Unterarm bis auf die Mitte des Tisches oder benutzt Löffel und Gabel wie ein gesitteter Mensch und nicht mit der Fingerkuppe im Essen!

Die nun Verflossene meines Sohnes hat es wohl nicht anders kennen gelernt, sie hatte jedenfalls eingeführt, dass alle (von meinem Sohn) gekochten Speisen auf dem Herd zu stehen hatten und jeder aufstehen musste und an den Herd gehen musste, wenn er etwas zu essen haben wollte. Egal ob die beiden allein vor der Flimmerkiste aßen oder ein anderes Paar eingeladen war. Und dieses Verfahren wollte mir mein Sohn nun aufs Auge drücken als \"Tischkultur der Neuzeit\", als besser, schickimicki, reiche- Leute- Verhalten! Und ich habe mich gewehrt und habe gesagt, dass eine deutsche Tischkultur anders aussähe und bei mir so nicht gehandhabt würde.

Rums, da war der Krach da!

Und das mit dem Testessen stimmt! Genau dieser Sohn war in diesem Jahr im Kölner Raum zu einem Doktoranden- in - spe- Treffen einer großen Firma eingeladen, und dort gehörte das \"vornehme Essen\" mit Beobachtung dazu!!

Bin mal gespannt, ob noch andere Meinungen hier auftauchen...

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 30.08.2011 um 09:53 zitieren

Ich halte es da wie Melsi vornehm Töpfe und Essen etc. bleibt in der Küche am Herd - da bleibt es ja auch warm, wenn jemand Nachschlag will. Die Teller werden in der Küche bestückt und ich bringe die dann an den Esstisch, wo wir gemeinsam essen. Da auf unserem Tisch immer Blumen und eine Auswahl an Getränken und Gläsern stehen, möchte ich da einfach keine Töpfe stehen haben (den Anblick find ich auch nicht so schön). Und bei den Schüsseln denke ich auch immer an den Abwasch Für mich ist aber auch ganz klar: gemeinsam wird gegessen und wenn jemand Nachschlag möchte, bringe ich ihm den.

Auf jeden Fall, Esbe, modern für eine Küchenparty mag das sein, was dein Sohnemann macht, aber sicher ist das keine Tischkultur in dem Sinne.

LG,
TraumSekki


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Königin
(258 Beiträge)
von Zausel am 30.08.2011 um 13:59 zitieren

Da haben wir es !

\"besser, schickimicki, reiche- Leute- Verhalten\" - das ist MÖCHTEGERNMODERN aber keine neure Lifestyl !

Leute die etwas auf sich halten, haben einen gut gedeckten Tisch und gutes Benehmen, jedenfalls wenn Besuch da ist. Es wird heutzutage wieder sehr viel mehr Wert auf so was gelegt. Das sollte er einmal beobachten.

Ich finde es richtig, dass Du das Deinem Sohn klar machst. Zu Hause kann er ja machen was er will, wenn seine Freundin meint das sei fein. Aber bei Dir hat er sich an Deine Ordnung zu halten.

Grüße
Zausel


Antwort: Re: Tisch- und Esskultur

Rose
(24 Beiträge)
von Cay am 31.08.2011 um 13:52 zitieren

Hallo Ihr alle,

wirklich traumhaftes Thema.

Ich bin gelernte Hotelfachfrau und habe gelernt wie der perfekt gedeckte Tisch aussieht. Sieht toll aus, macht viel Arbeit, aber auch viel Spaß

Meine Frau (wir sind nicht verheiratet aber dem Verständnis wegen bezeichne ich meine Freundin gerne als meine Frau ) und ich haben verschiedenste Stufen des Essens und zelebrieren jede davon mit Genuss.

Zum Einen koche ich jeden Tag für uns. Die Speisen suchen wir und samstags für die kommenden 7 Tage aus und dann gibt es den Menüplan an der Küchentafel. Zum anderen gibt es \'cheating\' Ausnahmen. Solche Ausnahmen entstehen durch Termine, Sport oder bescheidene Tage auf der Arbeit.

Da wir nur zu zweit sind:

kommen die Töpfe mit Schmorgerichten oder Aufläufe mit auf den Tisch, auf eine Warmhalteplatte. Die erste Portion lege ich immer vor. Das Besteck liegt immer korrekt neben den Tellern und wenn es Nachtisch gibt wird auch das Besteck schon eingedeckt.

Suppen bleiben auf dem Herd, weil Suppe heiß sein muss Das Brot dazu kommt ins Körbchen und eventuelle separaten Beilagen in Schlüsselchen.

Nudeln kommen in eine Schüssel, oft schon mit der Sauce vermengt und auf den Tisch (mit Warmhalteplatte)

Wenn ich mir mal was Größeres zumute, z.B. Steak mit Röstkartoffeln und einer Sauce Cafe de Paris, dann gibt es auch das volle Programm.

Tischdecke oder Platzdeckchen
poliertes Besteck
polierte Gläser
Brotteller

Und das Essen wird komplett angerichtet mit Deko serviert. Nachschlag leg ich dann auch vor, meine Freundin darf dann einfach nur genießen.

Dann gibt es noch die Schlumpftage oder auch Cheating Days.
Dann gibt es Asiatische Fertignudelsuppe (Mit Stäbchen) oder Brot und Aufschnitt. Das wird dann ins Wohnzimmer vor den Fernseher gekarrt und dort im Schneidersitz auf dem Boden sitzend verspeist. Ist nicht Stil-echt, aber auch mal schön wenn es nicht der Usus ist.

Was bei uns IMMER ein NO GO ist, ist mit dem Handy spielen, lesen, telefonieren, schmatzen, rülpsen und furzen.
Ellenbogen gehören nicht auf den Tisch , ebenso wie Taschentücher. Der Löffel geht zum Mund und nicht andersherum. (Ich hab schon die dollten dinge gesehen, vor allem damals als ich noch im Restaurant gearbeitet habe)

Sogar unser Kater sitzt artig am Tisch (auf dem freien Stuhl neben meiner Freundin) und wartet, bis wir fertig sind um entweder gestreichelt oder gefüttert zu werden.

Am wichtigsten finde ich, dass man weiß, wie es richtig geht, es beherrscht und jederzeit vorzeigbar ist. Wie man es dann von Fall zu Fall zuhause macht, finde ich jedem selbst überlassen

LG

Cay


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