Thema: Neuer Chef - neues Glück??


Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 21.06.2011 um 12:16 zitieren

Hallo liebe Community,

dies ist mein erster Beitrag im Forum und ich schreibe Euch heute, weil ich mit meinem Latein langsam am Ende bin.

Zum Hintergrund:
Ich bin seit Oktober 2010 Assi der GF in einem mittelständischen Unternehmen mit ca. 180 Mitarbeitern. Die Stelle ist mein absoluter Traumjob! Da meine Vorgängerin bereits Monate vor meinem Eintritt gekündigt wurde, konnte keine Übergabe stattfinden. Ich bin mit 28 Jahren noch relativ jung und habe noch nicht viel Berufserfahrung in einem so großen Unternehmen, bin aber engagiert, Neues dazu zu lernen.

Direkt angebunden an den Bereich meines Vorgesetzten ist die Personalabteilung mit einer Personalleiterin und zwei TZ-Mitarbeiterinnen, die in den direkt anschließenden Büros untergebracht sind.

Ich habe mich mit Unterstützung meines Chefs eingearbeitet und die Probezeit wurde frühzeitig beendet, was ich als gutes Zeichen und Bestätigung wertete, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
Die Zusammenarbeit mit der Personalerin hat anfänglich auch ganz gut funktioniert, auch wenn mir die Tonlage gewisser Anweisungen oftmals eine Spur zu bestimmend und der Umgang miteinander eine Spur zu schroff war.

Dann kam die Nachricht, dass unser direkter Vorgesetzter das Unternehmen verlässt (er wusste das bereits zum Zeitpunkt meiner Einstellung - was mich, nebenbei bemerkt, auch sehr enttäuscht hat). Seit Mitte April ist sein Nachfolger da, mit dem ich ganz gut zurecht komme, den ich aber überhaupt nicht einschätzen kann. Hinzu kommt, dass die Personalleiterin seitdem bei jeder Gelegenheit versucht, sich groß raus zu spielen und Fehler anderer (insbesondere meine) an die große Glocke zu hängen, auch, wenn es sich um ein Missverständnis handelt oder man gar nichts dafür kann. Aktuelles Beispiel: ich habe eine Reisebuchung für meinen Chef an die FiBu weitergeleitet und vorher dort angerufen, um Kostenstelle und Konto zu erfragen. Entweder hat mir die Kollegin eine falsche Kostenstelle genannt oder ich hab mich tatsächlich verhört, jedenfalls stand in meiner E-Mail anschließend missverständlicherweise die Kostenstelle der Personalerin! Daraufhin kam diese gleich rüber in mein Büro und blaffte mich an, wieso ich in ihrem Budget rumbuche und ihr dann nicht mal die entsprechende E-Mail in \"cc\" weiterleite. Ich versuchte ihr zu erklären, dass diese sie gar nicht beträfe und ich die Angaben direkt von der FiBu hätte. Mal ganz ehrlich, wenn ich das alles selbst wüsste, wäre ich Buchhalterin geworden! Ich hab dort nicht umsonst vorher angerufen.

Jedenfalls hat sie gegenüber unserem Vorgesetzten lediglich wiederholt, dass ich in ihrem Budget rumbuche, ohne irgendeine weitere Erklärung dazu.

Genauso wirft sie mir vor, mich nicht abzumelden bzw. mein Telefon nicht umzustellen, wenn ich meinen Arbeitsplatz verlasse. Was ich aber definitiv getan habe und selbst mein Chef mitbekommen hat!

Ich frage mich allen Ernstes, ob sie den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als mich zu überprüfen und es dann jedem, der es hören will, auf\'s Butterbrot schmiert!

Sie ist im Unternehmen bekannt für ihre ruppige Art, mit Mitarbeitern umzugehen und ihr ist schon häufiger gesagt worden, dass sie ihren Ton überdenken solle. Ich habe in den ersten Monaten bereits zwei Gespräche dieser Art mitbekommen und mit ihr selbst diesbezüglich schon eines geführt (Türen schlagen im Büro geht einfach gar nicht!).

Tatsache ist nun, dass der neue, unvoreingenommene Chef sich den Belangen seiner Mitarbeiter annimmt und so auch oftmals etwas verdrehte Sachverhalte für bare Münze nimmt.

Tatsache ist auch, dass meine Befristung nun erst mal um drei Monate verlängert wird, obwohl mein Chef von Anfang an wusste, dass mein Ziel ein unbefristeter Vertrag ist. Laut seiner Aussage will er die Zeit nutzen, um mit mir noch besser zusammenzuarbeiten. Ich vermute, dass er ganz einfach schauen will, ob sich die Zusammenarbeit mit der Personalerin verbessert.
\"Ich soll mich integrativ und kooperativ zeigen, nicht auf ihre emotionale Schiene runtergehen\", sagt er.

Wann ist es noch Kooperation und wo fängt Prostitution an?
Was sollte man für ein interessantes Aufgabengebiet mit (überwiegend) netten Kollegen und dazu einem kurzen Arbeitsweg in Kauf nehmen?

Gestern war ich drauf und dran, ihm zu sagen, dass er sich in fast drei Monaten doch aufgrund seiner umfangreichen Menschenkenntnis sicherlich ein Bild von mir und meiner Arbeitsleistung machen konnte und wenn er mit mir nicht zufrieden ist, er mir\'s einfach sagen soll. Ich hab keinen Bock auf eine weitere Befristung, die für mich lediglich dazu dient, der GF mehr Zeit zu geben, um nach einer alternativen Lösung zu suchen.

Angeblich hätte der Vorgänger meines jetzigen Chefs eine Notiz hinterlassen, nach der er meinen Vertrag ohnehin hätte auslaufen lassen. Das kann man natürlich gut behaupten, wenn der Betroffene sich nicht mehr äußern kann. Wozu hat er dann die Probezeit frühzeitig beendet?

In meinem Kopf überschlagen sich derzeit die Fragen und ich hab auch keine eine Antwort.

Wie ist Eure Einschätzung?

Eine etwas verzweifelte Soulshakerin


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 21.06.2011 um 13:14 zitieren

Liebe Soulshakerin,

dir ein herzliches Willkommen hier im Forum!

An deinem sehr laaaaaaaaangen Bericht merkt man, dass du dir selbst nicht sicher bist, ob du in dem Unternehmen bleiben möchtest oder nicht. Von daher denke ich, dass eine weitere Befristung auf 3 Monate für dich sowie für das Unternehmen OK sind. So kannst du dich weiter umschauen, ob du ggfs. was anderes findest. Ob die Firma jemanden sucht, findest du über die Homepage oder den Flurfunk raus...

Ich denke nicht, dass deine 28 Jahre irgendeine Rolle bzgl. Professionalität spielen - aber ich gebe deinem Vorgesetzten Recht \"nicht auf die emotionale Ebene abzudriften\" - das solltest du hier im Forum und bei deinen Freunden ablassen

Anstatt dich selbst hin- und herzureißen, findest du vielleicht über Xing deinen alten Chef und fragst ihn direkt zu seiner Meinung und dass das gerücht mit dem Zettel umgeht. Bzw. hast du denn von ihm kein Zwischenzeugnis erstellen lassen? Bei einem Chefwechsel sollte man das durchaus fordern.

Bzgl. deiner tollen Kollegin kann ich dir nur raten: wenn sie meint, du hast einen Fehler gemacht - ob es so war oder nicht - nett lächeln, entschuldigen und dir selbst Hilfestellungen anlegen. Wie z. B. mit den Kostenstellen: mach dir eine Wissensliste, wo nun eben drin steht \"never ever diese Kostenstelle nutzen\" und wenn du die von der FiBu noch mal genannt bekommen solltest, lieber noch mal nachfragen und wenn die das noch mal bestätigen, dann sie in CC nehmen und in der Mail schreiben \"wie von der Buchhaltung gewünscht...\"

An den Umgangsformen deiner Kollegin wirst du nichts ändern können. Hier musst du dir einen Filter anlegen. Einige antworten immer kurz und knapp und vielleicht unhöflich, andere sagen wiederum nicht, was sie wollen sondern schwafeln 2 Seiten lang und ham immer noch nix gesagt. Das machen sie aber wahrscheinlich bei jedem so und nicht nur bei dir - es ist eben deren Eigenart und nicht persönlich zu nehmen.

Wünsch dir nur das Beste!

LG,
TraumSekki


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 21.06.2011 um 15:47 zitieren

Ich habe mich immer bemüht, eben nicht emotional zu reagieren und lt. Rückmeldung meines Chefs ist mir das bisher auch gut gelungen. Es sei denn, er sagt mir nicht die Wahrheit und macht mit ihr \"gemeinsame Sache\".

Das ist ein weiteres Problem: Ich kann ihn nicht einschätzen. Wem soll man da noch glauben?

Vielleicht ist die Idee mit der Kontaktaufnahme zu meinem ehemaligen Chef gar nicht so abwegi und bringt etwas Licht in\'s Dunkel.

Soulshakerin


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 21.06.2011 um 22:29 zitieren

Hallo,

da ich eine etwas anders Sicht der Dinge vertrete als weiter unten die Traumsekki, hier einfach mal mein Standpunkt:

Allem voran würde ich tunlichst davon abraten zu versuchen, hinter dem Rücken deines jetzigen Chefs Kontakt mit dem alten Chef aufzunehmen.
Schlimmstenfalls kommt das heraus; du weißt nicht, wer mit wem spricht und wer wen kennt. Wenn einer eine Position aufgibt - egal ob freiwillig oder gezwungenermaßen -, so ist es nach meiner Erfahrung in den wenigsten Fällen so, dass der neue Chef sich vom alten etwas annehmen wird. Was auch immer du also vom alten Chef erfahren würdest, könntest du getrost knicken und mit ziemlicher Sicherheit nicht verwenden, denn jetzt zählen neue Regeln. Und wenn du ihn dann noch mit (s)einer Lüge konfontierst, hast du gleich ganz verloren, denn das wäre ein Gesichtsverlust für ihn, den er sich von seiner ihm unterstellten Mitarbeiterin nicht bieten lassen wird. Euer Verhältnis wäre spätestens dann zerrüttet.

Ich bin mittlerweile 27 Jahre im Job, wenngleich seit ein paar Jahren nicht mehr in der Assistenz - allerdings war ich zuletzt im Vorstandssekretariat eines weit größeren Unternehmens und hinter diesem Hintergrund hier nun auch meine Empfehlungen:

Solange es nicht um rechtlich bedenkliche Belange geht, erwartet ein Vorgesetzter absolute Loyalität. Wenn du diese Schiene verlässt, schaufelst du dein eigenes Grab. Auch unter diesem Aspekt würde ich - so sehr es dich vielleicht wurmt - zum jetzigen Zeitpunkt auf die Kontaktaufnahme mit dem alten Chef verzichten. So sehr man sich als Sekretärin auch von einem Chef wünscht, dass er zu einem hält - schon allein daran, dass er seinen bereits feststehenden Weggang nicht mitgeteilt hat, zeigt dir den Stellenwert, den du für ihn hattest. Nur die wenigsten Chefs - insbesondere in solchen Positionen - haben ein richtiggehendes ihnen persönlich zugetanes Verhältnis.

Regelrecht professionell reagierst du insbesondere bei Konflikten, wenn du diese mit dem vielzitierten \"Ich bin okay - du bist okay\" auflöst. Jeder - also sowohl diese Personalerin als auch du - darf seinen Standpunkt vertreten und geht ohne Gesichtsverlust aus dem Streit heraus. Nur dann ist ein Konflikt konstruktiv gelöst. Manchmal ist es zwar schwierig, auf sein gutes Recht zu verzichten bzw. Trümpfe womöglich nicht auszuspielen. Es ist aber weiser und schafft dir auf Dauer Respekt auch der anderen Kollegen, den du dir als Neuling und Greenhorne ohnehin erst einmal verdienen musst.

Es ist daher eine gute Entscheidung, immer eine Nacht Schlaf über Ereignisse vergehen zu lassen, bevor du überhaupt reagierst. Genauso wichtig ist aber auch, dass du klare Grenzen setzt, die auch eine Personalerin zu akzeptieren hat. So gehören Türen z. B. nicht geschmissen und im Vorstandsserkretariat erst recht nicht. Auch geblafft wird nicht - Punkt! Das muss auch sie lernen und wenn sie es nach deiner Aufforderung nicht tut, würde ich das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen. Letztlich repräsentiert die Dame auch die Firma; und wenn ein solches Verhalten durch den Chef hingenommen wird, fällt das auch auf seine Führungskompetenz zurück. Das kann man auch seinem Chef charmant klarmachen. DU bist die Mitarbeiterin, die ihm am nächsten ist - es ist nicht die Personalerin, selbst wenn sie ständig auf seinen Schoß klettert.

Wenn diese Dame mit Pauken und Trompeten durch das Unternehmen trampelt, wird das auf Dauer Konsequenzen haben. Du solltest hier einfach abwarten, sie katapultiert sich irgendwann selber raus.

M. E. sollte dir das nicht schwerfallen, wenn du ansonsten ein gutes Verhältnis zu den anderen Kollegen hast - und daraus solltest du derzeit auch deine Kraft ziehen. Bei denen mach nur nicht den Fehler und rede über diese Personalerin oder andere. Halte dich bei zwischenmenschlichen Themen sehr bedeckt.

Was ich mit der Zeit ebenfalls zu schätzen gelernt habe, ist der Verbleib beim \"Sie\". Mit dem Duzen können viele Kollegen nicht umgehen und es werden oft Grenzen überschritten, die beim förmlichen Umgang eingehalten worden wären. Das ist sicherlich persönlicher Gusto, aber ich bin damit sehr gut gefahren und würde diese Empfehlung immer wieder geben.

Hinsichtlich des Vorfalls mit der Buchhaltung würde ich mir an deiner Stelle zumindest in der nächsten Zeit alle Infos schriftlich zukommen lassen. Dies kann man so begründen, dass man die Infos für sich dokumentieren möchte, so dass du jederzeit nachschlagen kannst. Ablagen gibt es ja ohnehin größtenteils nur noch elektronisch. Mit der Zeit wirst du sicherer, so dass dir solche Fehler nicht mehr unterlaufen.

Was die Probezeit betrifft, so würde ich mich zwar auch innerlich ärgern, dann aber denken, \"Jetzt erst recht!\". Arbeite deinen Stiefel professionell herunter, bleib auf der Sachebene, soweit es geht auch freundlich. Dienern musst du hier aber nicht und dir auch nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Eine Chefsekretärin zeichnet eine gewisse Gelassenheit aus, aber eben auch, dass sie auf den Tisch hauen kann, wenn es erforderlich ist.

Und sollte es lomöglich wider Erwarten dort doch nicht klappen, dann verbuch es unter Erfahrungen. Tiefgreifende Analysen kannst du dann vornehmen, wenn die Kiste gegessen ist. Ansonsten würde ich mich aufs Arbeiten konzentrieren und dem Chef nicht mit allem Möglichen die Bude einrennen. Falls es zum Gespräch über zwischenmenschliche Probleme kommt, vereinbare explizit hierfür einen Termin (das würde ich eh mal machen, um seine Erwartungen an dich abzufragen), bei dem du systematisch deine Punkte abarbeitest und nicht später noch mit kleckerweisen Fragen ankommen musst.

Und last but not least: Es wird dir immer wieder passieren, dass du auf Menschen triffst, die du nicht lesen kannst wie ein offenes Buch. Gerade das macht den Assistentinnen-Job aber auch spannend. Gib dir Zeit und gehe entspannt mit der Situation um: Nach einer gewissen Zeit weißt du dann auch, wie dieser Mensch tickt und kannst darauf eingehen oder stellst womöglich fest, dass du mit ihm doch nicht zusammenarbeiten möchtest.

Vielleicht sind ja einige Tipps für dich dabei: Letztlich muss es natürlich auch alles zu dir als Mensch passen. Ich sehe es schon auch so, dass du mit 28 Jahren eher jung für einen solchen Posten bist. Ich finde aber gut, dass du dir z. B. hier in diesem Forum Anregungen suchst. So etwas bereichert und eröffnet einem Blickwinkel, die man eventuell außer Acht gelassen hat.

Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 22.06.2011 um 09:27 zitieren

Für mich wäre eine Stellungnahme meines ehemaligen Chefs interessant, um mich besser aufstellen zu können. Ich habe natürlich nicht vor, das irgendwann zur Sprache zu bringen, es würde mir aber helfen, die Dinge und vor allem die getätigten Aussagen einzuschätzen. Wenn mein ehemaliger Chef mir bestätigt, dass tatsächlich geplant war, meinen Vertrag einfach auslaufen zu lassen, kann ich weniger hoch pokern. Und welchen Grund hätte er jetzt noch, mich anzulügen? Ich möchte einfach nur wissen, woran ich bin. (Über seinen Weggang wusste außer der Firmeninhaber und ein zweiter GF Keiner etwas - auch die Personalerin nicht).

Was die Loyalität angeht, bin ich absolut Deiner Meinung, Kirsten: Eine Assistentin sollte voll und ganz hinter ihrem Chef stehen. Und das tu ich auch! Wenn ich weiß, dass es umgekehrt genauso ist und er mir nicht bei nächster Gelegenheit in den Rücken fällt.

Selbst der zweite Geschäftsführer hat bereits gesagt, dass die Personalerin schon länger nicht mehr im Haus wär, wenn es nach ihm ginge. Wenn es so viele Beschwerden gibt, warum wird nichts dagegen getan (sie ist seit drei Jahren im Unternehmen)?? Ist das alles nicht so wichtig, weil man mit ihr nicht in direktem Kontakt steht?

Über die Sache mit dem \"Du\" und \"Sie\" hab ich auch schon nachgedacht. Ich war schon froh, als sie mir im ersten Monat das \"Du\" angeboten hat. Momentan wäre mir jede zusätzliche \"Distanz\" lieber. Wenn ich jetzt allerdings diese Barriere wieder aufbaue, mach ich das ganze m. E. nur noch schlimmer und schaffe nur zusätzliche Mauern.

Allerdings werde ich mich zukünftig wirklich dadurch absichern, alles schriftlich zu machen.

Und ein Gespräch mit meinem Chef bezgl. seiner Anforderungen und Erwartungen an mich wollte ich ohnehin führen. Sollte ich ihn bei dieser Gelegenheit auch fragen, warum er mir jetzt auf einmal wieder Aufgaben aus dem Personalbereich übertragen will, die er vor acht Wochen noch strikt trennen wollte?

Liebe Grüße

Soulshakerin


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 22.06.2011 um 11:19 zitieren

Hey Kirsten, ich stimme dir voll und ganz zu, dass ein Gespräch mit dem alten Chef nicht als \"aber der hat doch das und das wirklich gesagt\"-Waffe dem neuen gegenüber gebracht wird! Das ist für mich selbstverständlich.

Aber ich wöllte das für mich persönlich schon wissen einfach um ggfs. meine Einschätzung/Menschenkenntnis zu justieren und um mich innerlich beruhigen zu können. So hängt man ja in Zweifel, was die Wahrheit ist...

Ich denke, wenn man wie du bereits eine so große Berufserfahrung hat, wäre das auch wieder was anderes - aber mit 28!?

Ansonsten geb ich dir voll und ganz Recht


Antwort: Alten Chef kontaktieren

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 22.06.2011 um 13:07 zitieren

Hallo zusammen,

nur ganz kurz zu diesem einen Punkt, da ich auf dem Sprung bin.

Prinzipiell kann ich den Wunsch schon nachvollziehen, den alten Chef zu kontaktieren. Was aber, wenn der sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht äußern will oder man eine Antwort bekommt, die nicht so ganz in die Strategie passt?!

Es steht immer dieser Kontakt im Raum und die Welt ist klein: Sobald herauskommt, dass man als Sekretärin den alten Chef kontaktiert hat, steht da etwas im Raum, das man u. U. rechtfertigen muss, selbst wenn man kein schlechtes Gewissen zu haben bräuchte oder nichts Dolles erfahren hat.

Es geht also noch nicht einmal darum, dass man selber einfließen lässt, das Gespräch geführt zu haben. Das muss nur jemand mitbekommen oder Alt- und Neu-Chef treffen sich und dann wird geplappert.

Mir wäre das das Risiko einfach nicht wert.

Liebe Grüße

Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Stimme zu

Supernova
(117 Beiträge)
von Bugs am 22.06.2011 um 15:17 zitieren

Ich stimme Kirsten voll und ganz zu. Lass den alten Chef einfach in Ruhe. Seine Regeln gelten nicht mehr und wenn Du mit ihm sprichst kommt das sicher raus und schadet Deiner Position. Das Risiko ist einfach zu hoch.

Ausser Dein alter Chef kann Dir eine neue Stelle verschaffen... aber soweit ich evrstanden habe ist er wohl im Ruhestand.

Ergänzung von meiner Seite: die giftige Pesonalerin gräbt sich auf ihre Weise Schritt für Schritt ihr eigenes Grab. Denk einfach daran, wenn sie wieder ausfällig wird. Auf Dauer wird solches Verhalten nicht toleriert. Am effektivsten ist es, sie ins Leere laufen zu lassen. Wenn Du sie noch anstacheln möchtest, spiel Deine Vorteile aus: Du bist jung, sie nicht. Aber vorsicht, damit kannst Du Dir ernsthaft Ärger einhandeln.

Du bist nur befristet eingestellt und kämpfst um einen unbefristeten Vertrag? Mach Dir einfach klar: es gibt nicht viel, was Du tun kannst. Die Entscheidung wird durch nichts beeinflusst, was Du gut machst, nur durch das, was Du schlecht machst. Wenn der neue Chef Dich nicht will, dann ist es so. Das beste, was Du tun kannst ist authentisch zu bleiben.


Antwort: Re: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 24.06.2011 um 14:10 zitieren
Zitat von Soulshakerin:

Für mich wäre eine Stellungnahme meines ehemaligen Chefs interessant, um mich besser aufstellen zu können. Ich habe natürlich nicht vor, das irgendwann zur Sprache zu bringen, es würde mir aber helfen, die Dinge und vor allem die getätigten Aussagen einzuschätzen. Wenn mein ehemaliger Chef mir bestätigt, dass tatsächlich geplant war, meinen Vertrag einfach auslaufen zu lassen, kann ich weniger hoch pokern. Und welchen Grund hätte er jetzt noch, mich anzulügen? Ich möchte einfach nur wissen, woran ich bin. (Über seinen Weggang wusste außer der Firmeninhaber und ein zweiter GF Keiner etwas - auch die Personalerin nicht). Was die Loyalität angeht, bin ich absolut Deiner Meinung, Kirsten: Eine Assistentin sollte voll und ganz hinter ihrem Chef stehen. Und das tu ich auch! Wenn ich weiß, dass es umgekehrt genauso ist und er mir nicht bei nächster Gelegenheit in den Rücken fällt. Selbst der zweite Geschäftsführer hat bereits gesagt, dass die Personalerin schon länger nicht mehr im Haus wär, wenn es nach ihm ginge. Wenn es so viele Beschwerden gibt, warum wird nichts dagegen getan (sie ist seit drei Jahren im Unternehmen)?? Ist das alles nicht so wichtig, weil man mit ihr nicht in direktem Kontakt steht? Über die Sache mit dem \"Du\" und \"Sie\" hab ich auch schon nachgedacht. Ich war schon froh, als sie mir im ersten Monat das \"Du\" angeboten hat. Momentan wäre mir jede zusätzliche \"Distanz\" lieber. Wenn ich jetzt allerdings diese Barriere wieder aufbaue, mach ich das ganze m. E. nur noch schlimmer und schaffe nur zusätzliche Mauern. Allerdings werde ich mich zukünftig wirklich dadurch absichern, alles schriftlich zu machen. Und ein Gespräch mit meinem Chef bezgl. seiner Anforderungen und Erwartungen an mich wollte ich ohnehin führen. Sollte ich ihn bei dieser Gelegenheit auch fragen, warum er mir jetzt auf einmal wieder Aufgaben aus dem Personalbereich übertragen will, die er vor acht Wochen noch strikt trennen wollte? Liebe Grüße Soulshakerin

Hallo Soulshakerin,

habe heute einen Tag frei, und so komme ich endlich dazu, noch etwas zum Thema zu schreiben:

Zur Kontaktaufnahme mit dem alten Chef hatte ich alles gesagt.

Aber auf deine Bemerkung zur Haltung gegenüber der Personalerin wollte ich noch kurz eingehen. Wir hatten hier einen ähnlichen Fall: Eine Mitarbeiterin überschritt konsequent ihre Kompetenzen, setzte sich über Anweisungen sogar aus der Geschäftsführungsetage hinweg und hat es sich mittlerweile mit dem Gros aller Führungskräfte des Unternehmens verscherzt. Sie besetzt eine zentrale Position, daher haben auch alle Kontakt zu ihr.

Da sie ständig in fremden Gewässern (ganz massiv sogar meinem) herumfischte, gab es viel Verwirrung, Ärger und sie hat auch viel kaputt gemacht, was ich mühsam aufgebaut habe. Eigentlich hinterließ sie überall Chaos und Scherben, ständig gab es neue \"Events\", die einschlugen wie Bomben - allerdings im negativen Sinn. Man(n) schimpfte, polterte.. und ließ sie doch immer wieder machen.

Ich selber bin an dieser Situation fast verzweifelt, da ich - genau wie du - nicht begreifen konnte, dass man so jemanden einfach weitermachen lässt. Warum das so ist, kann ich dir bis heute nicht sagen. Allerdings sagte mir damals ein Coach, ich solle mich zurücklehnen, abwarten und sie machen lassen. Sie würde sich doch ihr eigenes Grab schaufeln und irgendwann wäre es das. Man hat sie tatsächlich noch ein Jahr so wirbeln lassen, doch neulich war es dann soweit. Sie hat dermaßen einen vor den Karren bekommen, dass sie so gut wie weg ist. Dazu muss man wissen, dass sie schwerbehindert ist, also schon einen gewissen Kündigungsschutz besitzt und wir auch einen extrem starken Betriebsrat haben. Bis bei uns jemand fliegt, dauert es aber. Nur sie hat es geschafft. Es gab lange keine Reaktion der Entscheider, doch jetzt dann eine megaheftige. Derzeit ist sie krank, weil die Reaktion wohl für sie völlig unerwartet kam. Ich kann mich, auch wenn man das vermutlich verstehen könnte, nicht wirklich darüber freuen. Denn diese Mitarbeiterin ist schlichtweg schlecht geführt worden. Zu Mitarbeiterführung gehört auch, dass man Mitarbeiter in Schranken weist, damit sie aus ihren Fehlern lernen und weitermachen können. Aber das ist ein anderes Thema. Letztlich wollte ich nur sagen, lehn dich wirklich zurück und beobachte, was passieren wird. Dass deine Personalterin irgendwann weg ist, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

M. E. hängt das damit zusammen, dass (in der Hauptsache) Männer Auseinandersetzungen mit solchen Mitarbeiterinnen scheuen. Man will arbeiten und sich nicht um so einen Mist kümmern; das tut man erst wieder, wenn der erste Tropfen des überlaufenden Fasses offenbar wird. Bis dahin beobachtet man, reagiert aber nicht. Ein großes Problem unserer Führungskräfte ist das und es wird erst ganz allmählich angepackt.

Was das Zurücknehmen des Duz-Angebotes angeht, so hast du völlig Recht: Einmal angeboten, wird eine plötzliche Richtungsänderung als Affront gewertet schlechte Stimmung wäre vorprogrammiert. Fürs nächste Mal weißt du aber Bescheid, und dieser Fehler würde dir vermutlich nicht noch einmal passieren. Prinzipiell spricht ja nichts gegen das Duzen, aber man sollte erst mal einschätzen lernen, ob das Gegenüber damit wohl umgehen kann.

Ich war nach meiner Sekretariatszeit auch in einem Bereich tätig, in dem sich Hinz und Kunz duzten. Ich konnte gar nicht anders, als ebenfalls das Du anzubieten, auch wenn es mir überhaupt nicht gefiel und ich schon Böses ahnte. Das kam dann auch, denn 90 % der Kollegen waren um die 25 und konnten das überhaupt nicht händeln. Und du Arxxx sagt sich eben doch schneller.

Nun bin ich in einem neuen Bereich und sieze mich da mit fast allen. Meine Duz-Kollegen stammen aus alten Zeiten. Bei uns nimmt jetzt ein neuer Chef seine Arbeit auf, und ausgerechnet der hat allen das \"Du\" angeboten. Aktuell muss ich also wirklich in mich gehen und mir überlegen, wie ich hier wohl angemessen reagiere. DAs Angebot finde ich voll daneben, aber er kommt aus den USA und da gibt es diesen Unterschied ja eh nicht. Na, mal schauen!

Was den letzten Punkt angeht, also die Frage nach neuen Aufgaben, die bis vor kurzem nicht zur Disposition standen, so würde ich ruhig fragen.
Aufgaben aus dem Personalbereich übertragen zu bekommen könnte heißen, dass deine Zusammenarbeit mit der Personalerin enger wird. Hier würde ich schon abklären, wie er sich das vorstellt. Ist sie dir gegenüber weisungsbefugt und wie weit reicht diese Befugnis? Toppt Ober immer Unter oder gibt es eine prozentuale Aufteilung deiner Arbeit?

Alles Gute jedenfalls noch für die weitere Zusammenarbeit, ich bin gespannt wie es weitergeht...

Viele Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 27.06.2011 um 15:31 zitieren

Ich komme gerade aus einer Besprechung mit meinem Chef und der Personalerin - es wurde beschlossen, dass ich wieder einige Tätigkeiten der Personalabteilung übernehmen werde, weil die Abteilungsleiterin neue Aufgaben hinzubekommt.

Meine Frage, ob ich dann ihre Assistentin bin, wurde mit \"Ja\" beantwortet, der Titel soll auch in der Stellenbeschreibung ergänzt werden.

Richtigerweise sollte dann doch auch unser Firmenorganigramm aktualisiert werden, oder ist das jetzt zu kleinlich?
Und ist es dann sinnvoll, E-Mails in ihrem Namen zu schicken oder sollte ich auf einer eigenen Signatur mit \"Assistance to the Human Resources Manager\" bestehen?

Und kann ich es wagen, mit den neuen Aufgaben vielleicht auch Einfluss auf meine Befristung zu nehmen? Etwa \"Eine Hand wäscht die andere - ich nehme alte/neue Aufgaben an und ihr kommt mir mit dem Vertrag entgegen\"?

Grüße Soulshakerin


Antwort: Neue Chefin - neues Glück? ;-)

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 28.06.2011 um 11:38 zitieren

Hallo,

na, dann herzlichen Glückwunsch zur Doppelfunktion; wie gefällt dir denn diese Entwicklung? Wurde eigentlich ausdrücklich geklärt, dass der GF im Zweifelsfall immer Vorrang hat? Ein wichtiger Punkt m. E., damit du mit deiner 2. Chefin nicht in Diskussionen gehen musst. Ich drücke die Daumen, dass du deine negativen Gefühle ihr gegenüber händeln kannst, denn nun gilt es, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Das ist sicherlich nicht ganz einfach, wenn sie so ein Elefant im Porzellanladen ist.

Ins Firmenorganigramm gehört deine neue Zuständigkeit eigentlich schon, wobei ich jetzt davon ausgehe, wie es üblicherweise gehandhabt wird. Ob es bei euch in der Firma auch so ist, steht auf einem anderen Blatt. Wichtig ist es insofern, als dass du schnell als Ansprechpartnerin gefunden werden kannst, wenn es um Belange geht, bei denen du vorzuschalten bist. Als ihre Assistentin gehört es ja zu deinen Aufgaben, zu filtern. Dazu ist aber wichtig, dass bekannt ist, dass es dich gibt.

Völlig unabhängig ist das zu sehen von einer eigenen Signatur. Du bist du, deine Chefin ist deine Chefin. Natürlich musst du eine eigene Signatur haben. Das heißt ja nicht, dass du nicht auch Dokumente in ihrem Namen verschicken kannst. Allerdings sollte (insbesondere beim E-Mail-Verkehr) klar hervorgehen, wann du der Absender bist und wann sie, und wann durch dich veranlasst. Gerade im Arbeitsrecht hat das auch juristische Relevanz, hier solltest du schon aus Gründen des Selbstschutzes für Transparenz sorgen.

Korrekt müsste deine Signatur dann m. E. \"Susi Soulshakerin, Assistant to Traudel Tretmine, Head of Human Resources\" lauten.

Was deine neuen Aufgaben angeht, so sehe ich die erst einmal völlig unabhängig von den neuen Aufgaben. Eine Befristung dient ja u. a. dazu, zu schauen, ob man zueinander passt. Und natürlich auch, ob man die Aufgaben bewältigt, die einem gestellt werden. Wenn du hier quasi noch keinen Handschlag getan hast, finde ich es schon ein wenig verfrüht, auf dieser Basis zu argumentieren.

Dass dein Aufgabengebiet nicht starr geregelt ist, sondern den Bedürfnissen angepasst werden kann, sollte m. E. selbstverständlich sein, solange hiermit keine gehaltlichen Einbußen einhergehen. M. E. müsste das auch in deinem Vertrag geregelt sein oder ist darin eine genaue Aufgabenbeschreibung formuliert?

Viele Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Neue Chefin - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 28.06.2011 um 14:05 zitieren

Liebe Kirsten,

vielen Dank für Deine ehrliche Meinung! Ich glaube, ich bin in dieser Sache schon so negativ vorbelastet, dass es für mich keine offensichtlichen \"guten Seiten\" an dieser Konstellation geben kann.

Das Witzige ist ja, dass ich dieselben Aufgaben, die gestern besprochen wurden, schon anfänglich automatisch mit übernommen habe und der neue Geschäftsführer wollte, dass es wieder getrennt wird. Insofern habe ich in diesem Bereich schon \"einen Handschlag getan\".

Zum Vertrag gibt es eine Stellenbeschreibung, die grob meine Tätigkeiten umfasst. Natürlich ist darin nicht jeder Handgriff aufgelistet. Die zusätzlichen Aufgaben für\'s HR sollen Bestandteil dieser Stellenbeschreibung werden.

Für mich stellt sich die Frage, ob ich den Titel \"Assistance to the Head of HR\" auch mit aufnehmen lassen sollte (in meinen Vertrag bzw. den Nachtrag).

Schon allein deshalb, um auch nach außen zu zeigen, dass ich hier mehr mach als nur Tippse vom GF. Sollte ich tatsächlich in drei Monaten den Kürzeren ziehen, kann ich mich auf dieser Basis auch wieder ganz anders bewerben.

Was meinst Du bzw. Ihr?

Liebe Grüße

Soulshakerin


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 28.06.2011 um 19:57 zitieren

allo,

den Profi macht aber aus, dass er sich an neue Situationen anpassen kann, auch wenn sie erst einmal nicht gefallen. Sieh es als Herausforderung an und freue dich, wenn du später das Gefühl hast, es gut gemeistert zu haben. Schon allein das spornt manchmal an.

Hast du denn auch einen neuen Vertrag bekommen, als der neue Geschäftsführer kam? Das wäre m. E. eher unüblich.

Dass die neuen Aufgaben in deinen alten Vertrag aufgenommen werden, finde ich eher ungewöhnlich. Bei der Stellenbeschreibung ist das etwas anderen, wenngleich man die ja eigentlich nur braucht, wenn neu besetzt bzw. bewertet werden soll. Und hier würde ich mir nicht selber den Spielraum für Gehaltsvehandlungen zerschießen, indem ich zum jetzigen Zeitpunkt dort schon alles hineinschreibe. Später heißt es dann, \"Wieso wollen Sie denn mehr Gehalt haben? Sie machen doch nur das, was von Anbeginn vereinbart war!\"

Ich sehe derzeit auch nicht den Vorteil, den dir die Aufnahme des weiteren \"Titels\" bringen soll. Auch nicht für Bewerbungen, denn du bewirbst dich ja schließlich nicht mit deinem alten Arbeitsvertrag, sondern indem du selber beschreibst, was du im Job gemacht hast und wofür du zuständig bist. Belegen tust du das dann durch ein Arbeitszeugnis, und das wiederum ist ziemlich unabhängig von der irgendwann mal angefertigten Stellenbeschreibung. Da geht es dann darum, was du tatsächlch alles gemacht hast.

Nach außen musst immer du verkünden, was du alles gemacht hast. Zur Tippse machst du dich selber, wenn du es bei der bloßen Auflistung pupsgewöhnlicher Sekretariatstätigkeiten belässt. Wenn du aber explizit erwähnst, auch Sachgebiete verwaltet zu haben und das über deine Erfolge näher erläuterst, ist das zigmal besser als eine hervorgezogene Stellenbeschreibung, von der kein Mensch mehr weiß, ob sie - da aus 2010 stammend - auch 2017 noch Gültigkeit hat. Papier ist ja bekanntlich geduldig.

Ich würde jetzt erst einmal weniger auf Formalitäten pochen, die dir m. E. gar nicht so viel bringen. Hau lieber rein und schau dabei, welche anspruchsvollen Arbeitsgebiete du noch übernehmen kannst. Damit kannst du dann später bei potenziellen anderen Arbeitgebern punkten. Die Vorteile, die su oben schilderst, kann ich nur in Grenzen nachvollziehen.

Liebe Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 04.07.2011 um 14:36 zitieren

Liebe Mädels,

es gibt Neues auf der Vertragsfront: ich hatte letzte Woche noch eine E-Mail an meinen ehemaligen Chef verfasst und ihn nach der Behauptung mit der Befristung gefragt. Laut seiner Aussage gab es von ihm keine Vorgabe/Festsetzung bezüglich meines Vertrages, das hätte nach seiner Meinung auch keinen Sinn gemacht. Natürlich hat aber auch er keinen Einfluss auf den Arbeitsablauf mit dem neuen Chef, so dass er mir nahelegte, mich auf die neuen Umstände und die Gegebenheiten mit seinem Nachfolger einzustellen.

Durch einen Zufall war ich gestern bei meinem ehemaligen Chef zum Essen eingeladen. Das Gespräch kam auch auf seinen neuen Job und natürlich fragte er mich, ob seine E-Mail etwas gebracht hätte und was ich denn nun gedenke, weiter zu tun. Ich sagte ihm, dass ich in einem Gespräch mit seinem Nachfolger dessen Anforderungen abfragen würde und sich hoffentlich alles Weitere ergeben würde.

Ihr glaubt nicht, wie ich mir die letzte Nacht den Kopf zerbrochen hab!
Dementsprechend mies fühle ich mich heute auch. Von Kopfschmerzen, über Appettitlosigkeit, bis hin zu Gliederschmerzen.
Der Nachtrag, nachdem mein Vertrag zum Ende des Jahres dann endgültig ausläuft, wartet noch auf eine Unterzeichnung meinerseits.
Mein ehemaliger Chef meinte, ich solle unterschreiben und mir was Neues suchen. Aber eigentlich möchte ich das Unternehmen nicht wechseln. Ich möchte lediglich Ehrlichkeit und Objektivität aller Beteiligten und eine faire Chance, einfach nur meinen Job zu machen! Ist das denn heutzutage zuviel verlangt?

Eine bessere Ausgangsposition hätte ich, wenn ich mich aus der regulären Befristung heraus neu bewerbe. Wie soll ich denn eine Verlängerung der Befristung um 3 Monate rechtfertigen? Der Personaler würde wohl zu dem Schluss kommen, dass ich mich mit dem neuen Chef nicht verstanden habe. Was ja so nicht stimmt.

Was soll ich denn nun tun? Alles auf eine Karte setzen und bei meiner Einstellung bleiben, dass ich keiner Verlängerung der Befristung zustimme? Oder unterschreiben, dann zum Ende des Jahres aufhören und nicht wissen, was ich als akzeptablen Grund für neue Bewerbungen beim Vorstellungsgespräch sagen soll?

Liebe Grüße

Soulshakerin


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 04.07.2011 um 15:42 zitieren
Zitat von Soulshakerin:

Hallo liebe Community, dies ist mein erster Beitrag im Forum und ich schreibe Euch heute, weil ich mit meinem Latein langsam am Ende bin. Zum Hintergrund: Ich bin seit Oktober 2010 Assi der GF in einem mittelständischen Unternehmen mit ca. 180 Mitarbeitern. Die Stelle ist mein absoluter Traumjob! Da meine Vorgängerin bereits Monate vor meinem Eintritt gekündigt wurde, konnte keine Übergabe stattfinden. Ich bin mit 28 Jahren noch relativ jung und habe noch nicht viel Berufserfahrung in einem so großen Unternehmen, bin aber engagiert, Neues dazu zu lernen. Direkt angebunden an den Bereich meines Vorgesetzten ist die Personalabteilung mit einer Personalleiterin und zwei TZ-Mitarbeiterinnen, die in den direkt anschließenden Büros untergebracht sind. Ich habe mich mit Unterstützung meines Chefs eingearbeitet und die Probezeit wurde frühzeitig beendet, was ich als gutes Zeichen und Bestätigung wertete, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Zusammenarbeit mit der Personalerin hat anfänglich auch ganz gut funktioniert, auch wenn mir die Tonlage gewisser Anweisungen oftmals eine Spur zu bestimmend und der Umgang miteinander eine Spur zu schroff war. Dann kam die Nachricht, dass unser direkter Vorgesetzter das Unternehmen verlässt (er wusste das bereits zum Zeitpunkt meiner Einstellung - was mich, nebenbei bemerkt, auch sehr enttäuscht hat). Seit Mitte April ist sein Nachfolger da, mit dem ich ganz gut zurecht komme, den ich aber überhaupt nicht einschätzen kann. Hinzu kommt, dass die Personalleiterin seitdem bei jeder Gelegenheit versucht, sich groß raus zu spielen und Fehler anderer (insbesondere meine) an die große Glocke zu hängen, auch, wenn es sich um ein Missverständnis handelt oder man gar nichts dafür kann. Aktuelles Beispiel: ich habe eine Reisebuchung für meinen Chef an die FiBu weitergeleitet und vorher dort angerufen, um Kostenstelle und Konto zu erfragen. Entweder hat mir die Kollegin eine falsche Kostenstelle genannt oder ich hab mich tatsächlich verhört, jedenfalls stand in meiner E-Mail anschließend missverständlicherweise die Kostenstelle der Personalerin! Daraufhin kam diese gleich rüber in mein Büro und blaffte mich an, wieso ich in ihrem Budget rumbuche und ihr dann nicht mal die entsprechende E-Mail in \"cc\" weiterleite. Ich versuchte ihr zu erklären, dass diese sie gar nicht beträfe und ich die Angaben direkt von der FiBu hätte. Mal ganz ehrlich, wenn ich das alles selbst wüsste, wäre ich Buchhalterin geworden! Ich hab dort nicht umsonst vorher angerufen. Jedenfalls hat sie gegenüber unserem Vorgesetzten lediglich wiederholt, dass ich in ihrem Budget rumbuche, ohne irgendeine weitere Erklärung dazu. Genauso wirft sie mir vor, mich nicht abzumelden bzw. mein Telefon nicht umzustellen, wenn ich meinen Arbeitsplatz verlasse. Was ich aber definitiv getan habe und selbst mein Chef mitbekommen hat! Ich frage mich allen Ernstes, ob sie den ganzen Tag nichts anderes zu tun hat, als mich zu überprüfen und es dann jedem, der es hören will, auf\'s Butterbrot schmiert! Sie ist im Unternehmen bekannt für ihre ruppige Art, mit Mitarbeitern umzugehen und ihr ist schon häufiger gesagt worden, dass sie ihren Ton überdenken solle. Ich habe in den ersten Monaten bereits zwei Gespräche dieser Art mitbekommen und mit ihr selbst diesbezüglich schon eines geführt (Türen schlagen im Büro geht einfach gar nicht!). Tatsache ist nun, dass der neue, unvoreingenommene Chef sich den Belangen seiner Mitarbeiter annimmt und so auch oftmals etwas verdrehte Sachverhalte für bare Münze nimmt. Tatsache ist auch, dass meine Befristung nun erst mal um drei Monate verlängert wird, obwohl mein Chef von Anfang an wusste, dass mein Ziel ein unbefristeter Vertrag ist. Laut seiner Aussage will er die Zeit nutzen, um mit mir noch besser zusammenzuarbeiten. Ich vermute, dass er ganz einfach schauen will, ob sich die Zusammenarbeit mit der Personalerin verbessert. \"Ich soll mich integrativ und kooperativ zeigen, nicht auf ihre emotionale Schiene runtergehen\", sagt er. Wann ist es noch Kooperation und wo fängt Prostitution an? Was sollte man für ein interessantes Aufgabengebiet mit (überwiegend) netten Kollegen und dazu einem kurzen Arbeitsweg in Kauf nehmen? Gestern war ich drauf und dran, ihm zu sagen, dass er sich in fast drei Monaten doch aufgrund seiner umfangreichen Menschenkenntnis sicherlich ein Bild von mir und meiner Arbeitsleistung machen konnte und wenn er mit mir nicht zufrieden ist, er mir\'s einfach sagen soll. Ich hab keinen Bock auf eine weitere Befristung, die für mich lediglich dazu dient, der GF mehr Zeit zu geben, um nach einer alternativen Lösung zu suchen. Angeblich hätte der Vorgänger meines jetzigen Chefs eine Notiz hinterlassen, nach der er meinen Vertrag ohnehin hätte auslaufen lassen. Das kann man natürlich gut behaupten, wenn der Betroffene sich nicht mehr äußern kann. Wozu hat er dann die Probezeit frühzeitig beendet? In meinem Kopf überschlagen sich derzeit die Fragen und ich hab auch keine eine Antwort. Wie ist Eure Einschätzung? Eine etwas verzweifelte Soulshakerin

Hallo Soulshakerin,

willkommen im Club. Ich bin gestern Nacht aus dem Urlaub zurück gekommen und habe heute so im Schnellverfahren die langen postings überflogen.

Hast Du einmal an die rechtliche Seiten von Befristung und deren Verlängerung gedacht? Möchte Dir dazu folgenden Link schicken:

http://www.essen.ihk24.de/recht_und_fair_play/arbeitsrecht/1021704/Befristung_von_Arbeitsverhaeltnissen.html


Ansonsten gebe ich Kirsten da Recht, mache Dir eigene Notizen und halte Dich bedeckt. Lass die Personalerin in ihr eigenes Messer sprich Unglück rennen.

Liebe Grüße

sonnenbraune esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 05.07.2011 um 10:27 zitieren

Hallo Soulshakerin,

ich verstehe dein Problem nicht ganz: bis zum Jahresende hast du nun noch fast 6 komplette Monate!? In der Zeit kannst du dich doch jetzt locker neu bewerben und rein schreiben, dass du ab 01.01. zur Verfügung stehst!? Du musst doch in die Bewerbungsunterlagen nichts von der Befristung rein schreiben, sondern einfach, dass du eine neue Herausforderung suchst. Und wenn ein Unternehmen sieht, dass du erst ab 01.01. anfangen kannst, wissen/sehen die ja auch, dass du aktuell in einer Anstellung bist und das ist doch top!

Natürlich kann ich nachvollziehen, dass du deinen Job machen und das Unternehmen nicht gern wechseln magst, aber ehrlich: wenn die Personalerin so eine ist und dein Chef auch nicht 100 % zu dir steht, dann hat es keinen Sinn, dort zu bleiben. Am Ende würdest du dich nur selbst fertig machen!?

LG,
TraumSekki


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 05.07.2011 um 13:43 zitieren

Natürlich kann ich im Bewerbungsschreiben von einer neuen Herausforderung schreiben.

Aber spätestens beim Vorstellungsgespräch wird man mich nach meinem letzten Anstellungsverhältnis und dem Grund für dessen Beendigung fragen. Dann muss ich von der Befristung erzählen und die Personaler können auch rechnen. Für die bedeutet eine unübliche Befristungszeit (was 1,25 Jahre m. E. nunmal sind) vermutlich erst mal \"hellhörig werden\".

Ich an deren Stelle würde mich dann schon fragen, warum der befristete Vertrag um 3 Monate, aber anschließend nicht mehr verlängert wurde.

Oder seh ich das zu skeptisch?

LG Soulshakerin


Antwort: Re: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 05.07.2011 um 15:38 zitieren
Zitat von Soulshakerin:

Natürlich kann ich im Bewerbungsschreiben von einer neuen Herausforderung schreiben. Aber spätestens beim Vorstellungsgespräch wird man mich nach meinem letzten Anstellungsverhältnis und dem Grund für dessen Beendigung fragen. Dann muss ich von der Befristung erzählen und die Personaler können auch rechnen. Für die bedeutet eine unübliche Befristungszeit (was 1,25 Jahre m. E. nunmal sind) vermutlich erst mal \"hellhörig werden\". Ich an deren Stelle würde mich dann schon fragen, warum der befristete Vertrag um 3 Monate, aber anschließend nicht mehr verlängert wurde. Oder seh ich das zu skeptisch? LG Soulshakerin

Es muss nirgends im Zeugnis o.ä. erwähnt werden, dass Du einen befristeten Arbeitsvertrag hattest!

Wenn Du früher einen neuen Job findest, musst Du ja kündigen, und da wird Dir ja wohl ein anderer Grund einfallen, warum Du den derzeitigen Betrieb verlassen möchtest. Wenn Deine Fantasie da nicht ausreicht, hast Du uns ja!

Liebe Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Newcomer
(8 Beiträge)
von Soulshakerin am 11.07.2011 um 09:09 zitieren

Hatte letzten Freitag ein erneutes Gespräch mit meinem Chef bezüglich der Verlängerung. Er rechtfertigte seine vorgeschlagenen 3 Monate damit, dass er in dieser Zeit zum einen die Zusammenarbeit zwischen ihm und mir verbessern und außerdem sehen will, ob die Personalerin und ich klar kommen - oder lasst es mich treffender formulieren: ob ich mit der Personalerin klar komm.

Er bietet mir an, jedes Monat ein kurzes Feedbackgespräch zu führen, was ist gut gelaufen und was nicht (hatte ich ganz am Anfang bereits vorgeschlagen, ist aber von ihm nicht aufgegriffen worden).

Er erwartet von mir, dass ich auch eine mit deutlichen Defiziten im Soft-skills-Bereich ausgestattete Personalerin zu managen weiß und mit ihrem Verhalten klar komme. Außerdem könne er einen längeren Zeitraum aus Gesellschaftersicht nicht verantworten, da er damit ein zu großes finanzielles Risiko (!) im Falle einer Freistellung o. ä. (soweit denkt er also schon) eingehen und dies außerdem in\'s nächste Geschäftsjahr übernehmen müsste.

Hat er eigentlich irgendeinen Schimmer von Vertrauen in mich? Nach dieser Aussage muss ich doch davon ausgehen, dass er ohnehin nicht glaubt, dass das Ganze funktioniert.
Einen schöneren Freibrief hätte er ihr gar nicht ausstellen können! Im Zweifelsfall wird es immer auf mich zurückfallen. Wenn es nicht klappt, hab ich mich nicht genug bemüht. Wo bleibt denn da bitte die Fairness? Ich kann jemanden nur managen, wenn derjenige sich auch managen lässt. Außerdem ist das meiner Meinung weniger eine Frage des Miteinander-Auskommens, sondern mehr eine des Umgangs miteinander. Man kann alles besprechen - es ist nur die Frage in welchem Ton. Ein gewisser Respekt meinem Gegenüber sollte IMMER vorhanden sein - unabhängig von Position, Geschlecht o. ä.

Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Auch mein Gespräch mit unserem Betriebsrat hat nur zur Erkenntnis geführt, dass ich wohl machtlos bin. Es gibt unzählige Beschwerden im Unternehmen, die Gespräche hierzu hat mein ehem. Chef geführt, insofern komm ich auf der Schiene nicht weiter. Kündigen werden sie sie auch nicht, da sie sonst keinen mehr für die Verkündung von schlechten Nachrichten oder die Durchführung von unangenehmen Gesprächen haben. Ist doch schön, wenn man für alles einen Sündenbock hat und selbst gut dasteht.

Von den anderen beiden Assistentinnen im Unternehmen hab ich vollstes Verständnis und \"Mitgefühl\". Eine meinte, ich solle das Ganze aussitzen - sie hätten sich auch blenden lassen. Hierfür wird mir aber wahrscheinlich die Zeit fehlen...

Traurige Grüße

Soulshakerin

P.S.: Danke für\'s \"Zuhören\".


Antwort: Re: Neuer Chef - neues Glück??

Supernova
(138 Beiträge)
von TraumSekki am 11.07.2011 um 09:32 zitieren

Hallo Soulshakerin,

ich kann verstehen, dass du nieder geschlagen bist und kann dir nur nochmal empfehlen, dich aus der Anstellung heraus weg zu bewerben.

Und ehrlich: mich hat nie einer gefragt, warum ich das Unternehmen wechseln will. Ich habe immer angegeben, dass ich eine neue Herausforderung suche. Wenn man mich dann gefragt hat, warum ich mich ausgerechnet da beworben habe, konnt ich dann einfach sagen:
- sie sind international tätig und ich wollte meine Sprachkenntnisse weiterhin anwenden (bei dem Unternehmen habe ich dann aber abgelehnt )
- ich war bisher in der Automobilbranche tätig und will das auch weiterhin sein, jedoch suche ich ein neues Aufgabenfeld (da bin ich dann auch hin und seitdem supi-zufrieden)

Du könntest auch sagen
- du möchtest näher an der Arbeitsstelle dran sein um für eine bessere Work-Life-Balance zu sorgen, da du dich 100%ig im Job einbringst
- du suchst eine Stelle, bei der du mehr Verantwortung übernehmen kannst, da dein Chef vieles selbst gemacht hat (ohne negativ über ihn zu werten) oder du möchtest neue Aufgaben betreuen (je nachdem, was in der Stelle ausgeschrieben ist)
- etc. pp.

Sollte dich einer fragen, warum deine Stelle befristet war, könntest du genauso sagen, du wurdest als Vertretung/Entlastung für eine Person eingestellt - evtl. sogar als Schwangerschaftsvertretung!? Dein Arbeitszeugnis bekommst du allerdings erst, wenn du dort aufhörst, d. h. es sieht vorher keiner und nachreichen musst du es auch nicht - von daher muss keiner erfahren, dass es eine befristete Stelle war/ist. Sei also kreativ, ohne zu lügen

LG,
TraumSekki


Antwort: Bewirb dich...

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 13.07.2011 um 11:47 zitieren

Hallo zusammen,

hier boxt der Papst, daher nur kurz:

Ein Arbeitszeugnis bekommt man nicht erst, wenn man aufhört. Man kann jederzeit ein Zwischenzeugnis verlangen, z. B. wenn man sich anderweitig bewerben möchte. Und das würde ich vermutlich unter diesen Umständen auch tun. In einem Zwischenzeugnis darf nichts von der Befristung stehen, lediglich \"dieses Zeugnis wurde auf Wunsch von Frau Bliblablubb erstellt... und was du gemacht hast. Die Befristung würde ich dann bei Bewerbungen auch erst einmal gar nicht erwähnen. mich stattdessen auf die \"neuen Herausforderungen\" konzentrieren.

Soll der Chef doch ruhig merken, dass du dich anderweitig umschaust. Er hat den Acker dafür doch schließlich bestellt. Wenn er dann doch eine Verlängerung des Einsatzes haben will, hat er womöglich eben Pech gehabt.

Ich finde, man muss sich nicht um jeden Preis klein machen und jede Kröte schlucken, einmal weniger, wenn du dir nichts hast zu Schulden kommen lassen.

Alternativ kannst du übrigens auch an Headhunter herantreten und dich mal nach neuen Jobs erkundigen.

Viele Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


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