Thema: Arbeitspflicht bei Insolvenz


Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 01.02.2011 um 13:59 zitieren

Hallo,

am vergangenen Freitag war es soweit: Cheffe hat Insolvenz beantragt!
Aber keiner weiß von uns jetzt so recht Bescheid. Mir hat er mündlich gesagt, er hätte Freitag die Insolvenz angemeldet und ich bräuchte ab Montag erst einmal nicht zur Arbeit zu erscheinen, wäre von der Arbeit freigestellt, bis der Insolvenzverwalter meine Hilfe braucht. Also bin ich Montag nicht ins Büro gefahren. Heute Morgen habe ich zusammen mit meinem Mann mein Eigentum wie Stuhl, Blumen, Wasserkocher, etc. aus dem Büro abgeholt, denn meine Sachen brauchen nicht in die Insolvenzmasse fließen, weil Chef meint, es wären seine Sachen!

Als wir im Büro ankamen, meinte der Herr jedoch, ich könne mal eben alle Gläubiger anschreiben und informieren und für die Arbeiter die Anträge zum Insolvenzgeld ausfüllen! Ich habe für Januar kein Gehalt bekommen, soll eigentlich zu Hause warten und jetzt mal eben alle Schriftsätze bearbeiten? Der Insolvenzverwalter hat sich überhaupt noch nicht gemeldet, es steht noch nicht einmal fest, ob genügend Insolvenzmasse vorhanden ist.

Kennt sich jemand von Euch mit der Arbeitspflicht in einem solchen Fall aus? Wäre Euch für eine Rückmeldung dankbar.

Liebe Grüße von einer ratlosen

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Arbeitspflicht bei Insolvenz

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 01.02.2011 um 14:32 zitieren

Hallo Esbe,

meine Personalerin sagt, dass es bei angemeldeter Insolvenz vom Arbeitsamt 3 Monate das sog. Insolvenzgeld gibt. Für diesen Zeitraum ist man verpflichtet, zu arbeiten.
Und in der Zwischenzeit muß der Insolvenzverwalter entscheiden, was mit den Arbeitsverträgen geschieht.
Aber wenn Du da noch in der Schwebe bist, dann würde ich doch einfach mal das Arbeitsamt anrufen und fragen. Oder den Insolvenzverwalter ansprechen.
Insolvenzrecht ist leider ganz speziell.

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Re: Re: Arbeitspflicht bei Insolvenz

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 01.02.2011 um 15:52 zitieren
Zitat von Suse:

Hallo Esbe, meine Personalerin sagt, dass es bei angemeldeter Insolvenz vom Arbeitsamt 3 Monate das sog. Insolvenzgeld gibt. Für diesen Zeitraum ist man verpflichtet, zu arbeiten. Und in der Zwischenzeit muß der Insolvenzverwalter entscheiden, was mit den Arbeitsverträgen geschieht. Aber wenn Du da noch in der Schwebe bist, dann würde ich doch einfach mal das Arbeitsamt anrufen und fragen. Oder den Insolvenzverwalter ansprechen. Insolvenzrecht ist leider ganz speziell. Suse

Hallo Suse ,

die ganze Sache ist ja noch so frisch, dass es noch keinen Insolvenzverwalter gibt! Und es steht ja noch nicht einmal fest, ob überhaupt genügend Insolvenzmasse vorhanden ist. Und erst wird Dir gesagt, Du sollst zuhause bleiben, bekommst kein Januargehalt und dann soll man normal weiterarbeiten ohne einen Cent zu sehen?

Und Arbeitsamt? Hast Du schon mal nach endloser Warteschleife mit einem Callcenteragenten gesprochen, dessen Fachgebiet nicht gerade das Insolvenzverfahren ist? Hat mich gestern viel Zeit und Geld gekostet, aber schlauer bin ich jetzt eigentlich nicht.

resignierte Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: Arbeitspflicht bei Insolvenz

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 01.02.2011 um 16:24 zitieren

Hallo esbe,

weiter weiß ich leider keinen Rat. Dass das Arbeitsamt da keine Auskunft geben kann, kann ich mir gar nicht vorstellen, denn wenn der Insolvenzverwalter Arbeitsverträge kündigen muß und die Leute freigestellt werden, weil kein Geld zum bezahlen da ist, zahlt das Arbeitsamt denen Arbeitslosengeld.

Dann ruf doch mal die Krankenkasse an und frag was mit Deinen Beiträgen ist und hör doch mal nebenbei ob die nicht was wissen könnten. Oder die Kammer? Und zu guter Letzt fällt mir noch recht.de ein und da das entsprechende Forum..

Tut mir leid für den Ärger, den Du jetzt am Hals hast.

Suse

PS. Habe übrigens einen richtigen Bandscheibenvorfall, nicht nur einen leichten. Mist. Aber ich bin schon aktiv.

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Insolvenz

Sternschnuppe
(53 Beiträge)
von waldfee am 02.02.2011 um 09:07 zitieren

Hallo Esbe,

auch wenn die Sache ganz frisch ist, wenn Dein Chef Insolvent beantragt hat, dann wird innerhalb von 5 Tagen ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt.

Du kannst beim Amtsgericht anrufen und Dich in den Bereich \"Insolvenzgericht\" weiterverbinden lassen und dort nach dem vorläufigen Insolvenzverwalter fragen. Die müssten das eigentlich heute schon wissen und den nächsten Tagen wird das dann auch offuziel bekanntgegeben.

Desweiteren gebe ich Suse Recht, Ihr bekommt Insolvenzgeld vom Arbeitsamt und der Insolvenzverwalter wird in den nchsten Tagen prüfen ob genug Masse da ist um den Betrieb fortzuführen, zu veräußern oder \"einzustampfen\".

Wenn Du weitere Fragen hast, schick mir déine Mailadresse. Hab so nen bisschen Plan, arbeiten mit einem Rechtsanwaltsbüro zusammen, dass überwiegend Insolvenzen bearbeitet.

LG Waldfee


Antwort: Re: Insolvenz

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 03.02.2011 um 16:22 zitieren
Zitat von waldfee:

Hallo Esbe, auch wenn die Sache ganz frisch ist, wenn Dein Chef Insolvent beantragt hat, dann wird innerhalb von 5 Tagen ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestimmt. Du kannst beim Amtsgericht anrufen und Dich in den Bereich \"Insolvenzgericht\" weiterverbinden lassen und dort nach dem vorläufigen Insolvenzverwalter fragen. Die müssten das eigentlich heute schon wissen und den nächsten Tagen wird das dann auch offuziel bekanntgegeben. Desweiteren gebe ich Suse Recht, Ihr bekommt Insolvenzgeld vom Arbeitsamt und der Insolvenzverwalter wird in den nchsten Tagen prüfen ob genug Masse da ist um den Betrieb fortzuführen, zu veräußern oder \"einzustampfen\". Wenn Du weitere Fragen hast, schick mir déine Mailadresse. Hab so nen bisschen Plan, arbeiten mit einem Rechtsanwaltsbüro zusammen, dass überwiegend Insolvenzen bearbeitet. LG Waldfee

Hallo Waldfee,

vielen Dank für Dein Angebot, habe Dir mal meine Mail hinterlegt.

Ich habe gestern telefoniert wie ein Weltmeister, man sollte nicht meinen, wie unterschiedlich die Arbeitsagentur Auskunft gibt, wenn überhaupt.

Ich habe dann sogar bei der Hotline des Bundesministerium Arbeit und Soziales angerufen, um Klarheit zu bekommen. Also, deren Aussage ist, dass ich 2 Monate lang weiter arbeiten gehen muss und im dritten Monat nach Insolvenzantrag dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen kann, dass ich nicht mehr zur Arbeit erscheinen würde.

Fraglich sind bei mir auch die Einträge in den Anträgen. Die Umschreibung, welches Entgelt eingetragen wird, übersteigt meine Denke! Ich werde jetzt mein ganz normales Gehalt laut Arbeitsvertrag eintragen!

Mir wurde übrigens empfohlen, neben dem Insolvenzgeldantrag mich direkt auch arbeitslos zu melden. Ich bin mit dieser Auskunft zur BA gefahren, wurde auch sofort so eingetragen. Der gewerbliche Arbeitnehmer, dem ich diesen Tipp gegeben habe, hat beim gleichen Amt zu hören bekommen, dass man sich ohne Kündigung nicht arbeitslos melden könne! Laut google- Wissen geht es aber in diesem Falle doch!

Verstehe im Moment die Welt nicht mehr ganz, aber wenn Du Tipps hast, bitte schick Sie mir, ich werde bestimmt den ein oder anderen gebrauchen können.

Liebe Grüße und schon einmal Dank im Voraus

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


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