Thema: Wie überzeuge ich meinen Chef, Geld für mich auszugeben?


Rose
(48 Beiträge)
von Tessa am 05.05.2010 um 15:57 zitieren

Ich habe die Frage eben schonmal in einem anderen Posting gestellt, aber vielleicht könnt Ihr mir hier auch weiterhelfen:

Ich möchte so gerne die Weiterbildung zur Management Assistentin machen, aber ich traue mich fast nicht, meinen Chef zu fragen, weil das ja doch ne Stange Geld kostet ....

Habt Ihr Tipps für mich, mit welchen Argumenten ich ihn davon überzeugen kann, so eine Weiterbildung zu zahlen?

Das Problem bei ihm ist: Wenn er einmal \"nein\" gesagt hat, bleibt er dabei, auch wenn er irgendwann noch seine Meinung ändert. Er kann einfach nicht zugeben, wenn er sich mal irrt oder vorschnell ein Statement abgegeben hat. Deshalb muss ich ihn gleich im ersten Anlauf überzeugen und deshalb schiebe ich das auch immer wieder vor mir her ... Wäre wirklich total klasse, wenn Ihr mir dabei weiterhelfen könntet!

DANKE! von der Tessa


Antwort: Re: Wie überzeuge ich meinen Chef, Geld für mich auszugeben?

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 05.05.2010 um 16:04 zitieren

Hallo Tessa,

informiere Dich doch einmal über den Bildungsscheck. Für NRW gibt es den jedenfalls noch und zwar in der Form, dass einmal Du den beantragen kannst und auch Dein Chef kann ihn beantragen. Wenn ich das richtig gelesen habe, bekommst Du einen Zuschuss für eine berufliche Weiterbildung in Höhe bis zu 500 Euro (Cheffe dann auch). Ist vielleicht dann ein Anreiz zu sagen \"Frau Tessa, den Rest übernimmt die Firma!\"

Lieber Gruß

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Bezahlte Weiterbildung

Kaiserin
(4152 Beiträge)
von heddix am 06.05.2010 um 09:15 zitieren

Hallo Tessa,

bei uns wollte auch mal eine Kollegin \"auf Kosten des Hauses\" diese Weiterbildung machen. Die Absage seitens der Geschäftsführung ließ nicht lange auf sich warten.

Begründung: Frau Meier erledigt die ihr übertragenen Aufgaben mit ihrem derzeitigen Wissen und Können zu unserer vollsten Zufriedenheit. Sollte eine Weiterbildung für eine ganz spezielle Aufgabe (z. B. neue Software) nötig werden, wird diese durchgeführt.

Bedeutet: Nur Frau Meier hätte einen (persönlichen) Vorteil. Sie hätte eine Weiterbildung (auf Kosten des Arbeitgebers) gemacht, die sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiterbringt. Allerdings würde sich bei einer neuen Jobsuche die Weiterbildung gut im Lebenslauf machen.

Warum sollte der Arbeitgeber hier investieren? Außerdem würde die Weiterbildung keine Verbesserung der Stelle bzw. des Gehalts bringen.

So denken nunmal die meisten Arbeitgeber ... leider.

Tessa, dennoch solltest du es versuchen. Sicherlich findest du bei dem Anbieter der Weiterbildung Argumente, die auch deinen Chef überzeugen. Frag\' einfach dort mal nach. Auch eine Kostenteilung könntest du anbieten. Den Tipp von esbe finde ich gut.

Viel Erfolg und Gruß
heddix


Antwort: Re: Wie überzeuge ich meinen Chef, Geld für mich auszugeben?

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 06.05.2010 um 09:30 zitieren

Hallo Tessa,

ich schließe mich zunächst mal Heddix an. Leider ist es so, wie sie schreibt.

Sollte der AG dennoch die Weiterbildung zahlen, so kann es Dir passieren, dass Du Dich über einen längeren Zeitraum arbeitsvertraglich verpflichten musst. Verlässt Du vorzeitig das Unternehmen, dann musst Du (zumindest anteilig) die Weiterbildung zurückzahlen.

Diese Klausel nehmen viele AG in den Arbeitsvertrag mit auf, knebeln Dich also damit und versuchen zu vermeiden, dass Du kündigst.

Auch das solltest Du mit berücksichtigen.

Generell würde ich solche Weiterbildungen privat zahlen. Es ist ja eine eher private Weiterbildung von der der AG nicht immer etwas hat. Die AG argumentieren gerne damit, dass \\\"Frau xyz ja bereits seit vielen Monaten/Jahren ihren Job erfolgreich erledigt und eine Weiterbildung für den derzeitigen Bereich einfach nicht nötig ist\\\".

Früher konnte man die Weiterbildungskosten auch von der Steuer absetzen. Vielleicht geht das heute ja auch noch?!

Ansonsten ist der Tipp von Esbe auch nicht schlecht. Wenn es solche Schecks gibt, dann würde ich mich da auch mal schlau machen.

Viel Erfolg und LG, Melsi


Antwort: Gute Vorbereitung und \"Rückzugskompromisse\" überlegen

Kaiserin
(382 Beiträge)
von EGE76 am 06.05.2010 um 10:32 zitieren

Guten Morgen Tessa,

ich werde in diesem Jahr meine 2. Weiterbildung auf Kosten des AG machen. Zwar handelt es sich bei mir um ein zweitägiges Seminar und keinen Lehrgang, dennoch möchte ich Dir verraten, wie ich meinen Chef überzeugt habe:

1. nach gründlicher Recherche habe ich zwei Fortbildungen herausgesucht. Du weißt ja, einem Mann darf man NIE eine Entscheidung vorsetzen! Er muss immer das Gefühl haben, dass es SEINE Wahl war und er die MACHT hat

2. Für beide Seminare habe ich mir die Inhalte genau angeschaut und ihm gesagt, wie ich die behandelten Themen erhoffe künftig (besser) umsetzen zu können.

3. Ich habe mir Rückzugsargumente überlegt (die ich aber nicht brauchte). Die wurden in der vorangegangen Postings ja schon beschieben: Du bringst die Zeit (also Urlaubstage kein Sonderurlaub), Kosten halbe/halbe, Verpflichtung auf ein oder zwei Jahre (ist doch kein Problem, wenn es Dir das gefällt!)etc..

4. Motivationsgründe anführen: Du würdest diese Anerkennung sehr schätzen und es als Motivation auffassen, sowas sei Dir wichtiger als eine Gehaltserhöhung (Gehaltserhöhung muss er jeden Monat dann bezahlen, die Fobi nur ein Mal , du möchtest mehr eigenständige Aufgaben übernehmen um ihn noch besser entlasten zu können, etc..

5. Wenn Dir seine Antworten nicht gefallen, dann setze ruhig Deine Mimik ein! Du ahnst garnicht, wie genau Chef gerade in solchen Situationen beobachten!

Mehr Tipps habe ich leider nicht, aber ganz ehrlich: Wenn Du es nicht versuchst, dann ist Deine Chance auf die Fobi=0! Wenn Du es probierst hast Du immerhin eine 50/50-Chance! Also für mich würde sich das lohnen!!

Also ran an den Speck...ähhh...MANN )

Viele Grüße
EGE76


Antwort: Re: Gute Vorbereitung und \\

Newcomer
(7 Beiträge)
von Ginger1971 am 06.05.2010 um 11:33 zitieren

Hallo EGE76,

es muss nicht zwingen Urlaub geopfert werden. Es gibt ein Bildungsurlaubsgesetz, das von Bundesland zu Bundesland variiert. Demnach stehen einem jährlich Urlaubstag zum Zwecke der beruflichen und politischen (ja, auch das) Weiterbildung zu.

Gruß Ginger


Antwort: Rückzugsargument (Sonder-)Urlaub

Kaiserin
(382 Beiträge)
von EGE76 am 06.05.2010 um 11:52 zitieren

Hallo Ginger1971,

danke für den Hinweis, das ist mir bekannt. Wie oben erwähnt, kann das ein Kompromiss/Entgegenkommen sein, um beim AG weiterzukommen. Recht haben und recht bekommen sind zwei Paar Schuhe und gerade, wenn man Etwas möchte, sollte man doch auch zu Kompromissen bereit sein. Dieses \"rechtliche\" Argument würde ich jetzt nicht in meine Überzeugungs-(!)arbeit einbauen....

Viele Grüße
EGE76


Antwort: Die passenden Argumente für den Chef ...

Rose
(48 Beiträge)
von Tessa am 06.05.2010 um 13:39 zitieren

Total Peinlich: Jetzt habe ich gerade ein neues Posting aufgemacht, obwohl ich doch nur wieder antworten wollte ...

Danke für Eure vielen Antworten - EGE da sind ein paar richtig gute Tipps dabei, danke! Aber richtig mutig bin ich jetzt trotzdem nicht, weil Ihr das teilweise so negativ seht, z.B. \"Weiterbildung lieber selbst bezahlen\" hat mich echt schockiert - Melsi, ist das bei Euch wirklich so? Also klar, wenn ich ein Englisch-Seminar machen wollte, obwohl ich das im Job gar nicht brauche, würde ich es natürlich nicht über meinen AG laufen lassen, aber das ist doch auch was anderes, oder?

Bei uns wird Weiterbildung grundsätzlich ziemlich groß geschrieben, zum Glück! Trotzdem ist so eine ganze Seminar-Reihe, wie bei der Management-Assistentin, natürlich auf den ersten Blick eine andere Hausnummer.... und ich muss mir einen wasserdichten Plan für meinen Chef überlegen ... :o)

Wer hat denn schonmal so eine Art der Weiterbildung gemacht - und hatte für seinen Chef die passenden Argumente? Und verrät mir die???

Übrigens Melsi, man kann Weiterbildungskosten nach wie vor von der Steuer absetzen - das hat mein Freund z.B. letztes Jahr mit seinem Computerkurs gemacht.

Allen noch einen schönen Tag (trotz grausligem Regenwetter - bei Euch auch?) wünscht die Tessa


Antwort: Weiterbildung

Kaiserin
(4152 Beiträge)
von heddix am 06.05.2010 um 14:32 zitieren

Hi Tessa,

alles schön und gut.

Aber die Frage ist doch schlicht und einfach: Wird für deine jetzig Stelle eine \"Office Managerin\" gebraucht? Wohl eher nicht, da du die Funktion bereits erfolgreich ausübst - auch ohne diese Weiterbildung.

Für dich mag diese Weiterbildung ja toll und klasse sein, aber für deinen AG? Pure (Geld-/Zeit-)Verschwendung!

So einfach ist das ... leider.

Wenn dir diese Weiterbildung so viel bedeutet, dann musst du sie in der Freizeit machen und selbst zahlen. Das wäre genauso, wenn du ein Kleidungsstück trägst - das noch in Ordnung ist/seine Funktion erfüllt - gegen ein neues austauschen möchtest. Kannst du gerne tun, aber eben auf deine Kosten ...

Nochmal Grüße
heddix


Antwort: Re: Wie überzeuge ich meinen Chef, Geld für mich auszugeben?

Kaiserin
(361 Beiträge)
von Allesora am 07.05.2010 um 12:21 zitieren

Hallo Tessa,

einige der aufgeführten Argumente finde ich richtig super und hab sie mir kopiert, für meine nächste mögliche Fobi-Argumentation

Aber eine schrieb, da du ja den Job eh schon erfolgreich machst, könnte dein AG darauf argumentieren, du benötigst diese Fortbildung nicht bzw. ist sie für den AG/deinen jetztigen Job nicht unbedingt notwendig.

Da argumentiere ich jedoch anders: nur weil man das seit 20 Jahren macht, muss es noch lange nicht gut sein. Man kann immer noch etwas lernen, wie man seinen Job besser und effektiver machen kann. Das macht man natürlich für sich, aber es kommt dem AG doch auch zugute, wenn Prozesse vereinfacht oder schneller werden.

Ein Schwenk aus meiner Erfahrung: Ich bin wie \"die Jungfrau zum Kinde\" zur Fuhrparkmanagerin erkoren worden. Das ging ganz profan... mir wurde innerhalb einer halben Stunde, an demletzten Arbeitstag der vorherigen Fuhrparkmangerin, alles \"erklärt\" und übergeben. Punkt. Da hatte ich dann die Fahrzeuge an der Backe. Mein Glück: in meiner vorherigen Firma hatte ich das schonmal gemacht, also hatte ich ein bisschen Vorkenntnisse. Allerdings gibt es ja dabei einige gesetzliche Bestimmungen und Vorschriften zu beachten z. B. regelmäßige Führerscheinüberprüfung - um nur eine zu nennen.
Nun, ich hatte den Job bereits ein halbes Jahr gemacht, als ich versuchte eine Fuhrparkmanagement-Fobi durchzuführen. Was es da alles für Argumente gab, warum ich das nicht bräuchte!
Das beste war: \"Frau allesora, Sie machen das jetzt schon seit einem halben Jahr sooo erfolgreich! Was wollen Sie denn da noch lernen?\" Ich habe also Argumente gesammelt (wie hier auch beschrieben wurde), und eine meiner Begründungen war u.a.: \"nur weil wir das seit 20 Jahren so machen, wie es mir in einer gezeigt wurde, muss es noch lange nicht perfekt sein. Im Übrigen haftet der AG/Halter wenn im Fuhrpark etwas schief läuft. Also müsste es doch im Interesse der Firma sein, dass ich über alle neuesten Bestimmungen und Gesetze informiert und auf dem laufenden bin und in einer - zumindest kurzen und knackigen - Fobi erfahre, wie man es besser und prozessorientierter und möglicherweise kostengünstiger machen könnte.\" \"Kostengünstig\" ist meist ein gutes Schlagwort. Wir (vor allem unsere AG) wollen doch, dass es immer schneller, schöner, größer - aber vor allem immer schön billig - sein soll!? Nun, nach einigen Diskussion habe ich meine Fobi erhalten. Und siehe da, was ich alles gelernt habe und was ich alles nicht wusste!! Bei manchen Infos, habe ich ganz wackelige Beine bekommen, weil ich das ganz anders gemacht habe und wenn etwas passiert wäre, hätten wir gehaftet! Es ist nix passiert, aber es hätte sein können. Man schließt ja auch eine Versicherung ab, für den Fall abgesichert zu sein. Als ich das meinem Chef erzählt habe, dass diese Fobi sich für uns mehr als gelohnt hätte´, hat er vor sich hin gebrummelt, er wollte ja schon immer, dass ich diese Fobi mache

Mittlerweile habe ich hier einen Fuhrparkmanagementservice aufgebaut, der mit dem alten nicht zu vergleichen ist.
Aber das hat nichts damit zu tun, dass meine Vorgängerin das nicht richtig gemacht hat! Sondern sie hat in den ganzen Jahren nie eine Fobi genehmigt bekommen und sie ist somit um um die Möglichkeiten gekommen, es für sich und den AG besser machen zu können, weil sie die Möglichkeiten gar nicht kannte!

Ich will damit sagen, dass eine Fobi in der Regel immer für beide einen Sinn macht. Es sei denn, man will eine Fobi für \"Fußreflexzonenmassage\" machen - ja dann würde ich dem AG Recht geben, dass man dabei wirklich nix für unseren eigentlich Job lernt

Gruß allesora

Lieber verrückt das Leben genießen, als normal langweilen!


Antwort: Fobi-Nutzen

Kaiserin
(4152 Beiträge)
von heddix am 07.05.2010 um 14:36 zitieren

Hallo zusammen,

was Allesora beschreibt ist richtig. Man lernt aus und immer dazu.

Dennoch: Unter dem Strich muss für einen Arbeitgeber eben ein \"rechenbarer\" Nutzen herauskommen. Es ist also ein Unterschied, ob ich eine Fobi mache, wo ich hinterher wirtschaftlicher arbeite (also, etwas eingespart werden kann) oder ob ich eine Fobi mache, bei der kein wirklich kostensparender Effekt dabei herauskommt.

Ich spreche jetzt mit der Stimme von Arbeitgebern.


Für mich persönlich ist eine sachbezogene Fobi immer sinnvoll und wird gerne angenommen.

Mädels, jetzt aber ein schönes Wochenende

Viele Grüße
die heddix


Antwort: Re: Fobi-Nutzen - Man lernt NIE aus

Kaiserin
(4152 Beiträge)
von heddix am 07.05.2010 um 14:37 zitieren

Meine natürlich: Man lernt NIE aus ...


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