Thema: Gesundheitsmanagement


Königin
(209 Beiträge)
von Maira am 18.03.2010 um 11:58 zitieren

Hallo die Damen,
laut einer Studie kümmert sich nur jedes dritte Unternehmen systematisch um die Gesundheit seiner Mitarbeiter.

(Wie) Wird dieses Thema bei Euch umgesetzt? Gibt es klare Strukturen/Vorgaben/Leistungen/Angebote?

Oder gibt es zumindest einen wöchentlichen Kegelabend ?
Nicht mal das gibt es bei uns, zumindest nicht in meiner Abteilung!

Viele Grüße und auch ein dankeschön, bin mal gespannt, ob Eure Antworten die Studie belegen können!

Maira

Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere!


Antwort: Re: Gesundheitsmanagement

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 18.03.2010 um 12:12 zitieren

Hallo Maira,

also wir sind entweder Unternehmen 1 oder 2

Unser Chef stellt uns Wasser zur Verfügung, ausreichend trinken können wir also. Er läßt auch immer mal vom Markt, der hier in der Nähe 1x wöchentlich stattfindet, Obst für alle mitbringen, da können wir uns dann bedienen. Aber ansonsten.. Und von dem, was diese Studie wohl meinen wird, denke mir z. B. Sportangebote, läuft hier gar nichts. Kegeln oder solche gemeinsamen Aktivitäten gibt es auch nicht. 1x im Jahr sorgen wir gemeinsam für Hüftgold, da schlemmen wir beim Spargelessen, zu dem Cheffe uns einlädt

Habe aber schon in schlechteren Bedingungen gearbeitet, für mich ist es okay wie es ist.

Kirsten hat meiner Meinung nach mal in diesem Bereich gearbeitet, aber das ist auch ein großes Unternehmen. Ich denke, die gehen da mit dem Thema ganz anders um und haben sicherlich auch andere Möglichkeiten und Interessen als so ein 10 Kopf Betrieb.

Wie ist es denn bei Dir?

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Re: Gesundheitsmanagement

Kaiserin
(1269 Beiträge)
von Melsi am 18.03.2010 um 12:18 zitieren

Hallo Maira,

also bei uns gibts für alle Mitarbeiter im Büro kostenlose Getränke (Kaffee, Tee, Kaltgetränke) - das wars auch schon.

Vor Jahren haben wir mal eine Art Betriebssportgruppe gehabt. Wir sind 1 x im Monat mit der Sippe zum Badminton gegangen, haben auch extra Shirts dafür anfertigen lassen.

Nach ca. 6 Monaten war da Schicht im Schacht, weil die Mannschaft keinen Bock mehr hatte.

Schade eigentlich

Erfahrungsgemäß kommen nicht alle \\\"Goodies\\\" von den AG positiv bei den AN an. Viele trennen gerne geschäftliches vom privaten. Auch dafür sollte man Verständnis haben.

Wir treffen die Mitarbeiter zwei Mal im Jahr zu Firmenevents (Sommerfest mit Familien, Weihnachtsfeier mit Partner) und zwischendurch zum Meeting. Da gibts ausreichend Essen und Trinken für alle

Nicht mehr, nicht weniger

LG, Melsi


Antwort: Re: Gesundheitsmanagement

Königin
(201 Beiträge)
von Frau-Urmel am 18.03.2010 um 12:32 zitieren

Hallo Maira,

bei uns gibt es einige Angebote zum Gesundheitsmanagement:

- Auswege aus der Stressfalle
- Entspannte Augenblicke
- Gesund und voller Energie
- Fit durch den Tag
- Das Highlight - Drei in Einem
- Starker Rücken
- Für ein kräftiges Herz
- Das Highlight - Drei in Einem
- Geistige Fitness
- Fahrsicherheitstraining

Bei diesen Angeboten müssen wir etwas dazu zahlen. Ansonsten haben wir noch eine Betriebssportgemeinschaft mit Sportgruppen für:

Badminton
Fitness
Nordic Walking
Sauna
Squash
Volleyball
Wassersport

Tischtennis oder Billard kann in den Räumlichkeiten auch kostenlos gespielt werden. Das schöne daran ist, das findet alles auf unserem Betriebsgelände statt, man muss also nicht so weit fahren.

Dann wird bei uns im Haus 5 mal im Jahr zur Blutspende gebeten, wer möchte kann gern hingehen. Das kann man während der Arbeitszeit machen, muss aber zur Pause stempeln.

LG
Frau Urmel


Antwort: Wow!

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 18.03.2010 um 12:42 zitieren

Euer Angebot finde ich wirklich beeindruckend!! Auch wenn ich mich mit an Melsi`s Gedanken, dass man u.U. gerne berufliches und privates trennt, mit dran hängen würde, würde mich das eine oder andere bei Euch schon reizen.
Bist Du selber auch aktiv in Euren Angeboten?

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Re: Wow!

Königin
(201 Beiträge)
von Frau-Urmel am 18.03.2010 um 13:38 zitieren

Ich trenne auch lieber privates vom dienstlichem. Aber das Gesundheitsmanagement ist gut. Die Termine sind gut planbar. Die sportlichen Aktivitäten haben feste Uhrzeiten, die nicht immer mit meinen Dienstzeiten zusammenpassen.

LG
Frau Urmel


Antwort: Re: Gesundheitsmanagement

Kaiserin
(355 Beiträge)
von Schaf am 18.03.2010 um 14:11 zitieren

Hallo,

bei uns gibt es kein Gesundheitsmanagement in dem Sinne. Ich denke mal das ist auch immer eine Frage der Möglichkeiten die ein Arbeitgeber hat.

Ich finde größere Unternehmen haben es da schon einfacher als kleinere.
Sowas ist ja auch meistens mit Kosten verbunden und dann müssen es die Mitarbeiter auch annehmen.

Wie ist es denn bei Euch geregelt?

Sonnige Grüße
Schaf


Antwort: Re: Re: Gesundheitsmanagement

Königin
(209 Beiträge)
von Maira am 18.03.2010 um 15:40 zitieren

Hallo Frau-Urmel,
kommt Ihr bei soviel Gesundheitsanstrebungen überhaupt noch zum Arbeiten ??

Leider gibt es bei uns keine Angebote (geringe Ausnahmen wie Sehtest, eigentlich ist das die einzige Ausnahme!).

Wie lauten denn Eure aktuellen Stellenanzeigen??

Dank an alle!

Maira

19,5 Grad - wer bietet mehr??

Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere!


Antwort: Re: Gesundheitsmanagement

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 19.03.2010 um 13:25 zitieren

Hallo zusammen,

Suse schreibt ja unten schon, dass ich mit diesem Thema unterwegs war. Das ist FAST richtig, denn ich bin es immer noch. Man braucht allerdings eine extrem hohe Frustrationstoleranz, denn es geht ja sooooo schleppend voran. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Um die Gesundheit der Mitarbeiter dringendst kümmern sollten sich alle Unternehmen - egal ob groß oder klein. Mal von der sozialen Verantwortung abgesehen wirft auch die demografische Entwicklung jetzt schon ihre Schatten voraus. Nur wer rechtzeitig (und das wäre GESTERN) etwas tut, wird die daraus resultierenden Probleme später dann auch handeln können. Die Deutschen werden weniger und sie werden immer älter. Das ist eigentlich die Kernherausforderung, der sich die Unternehmen bewusst werden sollten. Man muss also zusehen, dass man frühzeitig dafür sorgt, dass die Mitarbeiter gesund älter werden und auch, dass man als Unternehmen attraktiv bleibt für den wenigen Nachwuchs, der da noch kommt.

Die Möglichkeiten zur Installation eines Gesundheitsmanagement-Systems ist übrigens faktisch keine Kostenfrage, auch wenn es auf den ersten Blick mal so aussieht. Es muss sich allerdings jemand um das Thema kümmern, es in die Firma reinbringen und dann ständig controllen. Kleine Firmen können sich das zumeist nicht leisten, aber für die gibt es externe Agenturen.

Es gibt für fast alle Gesundheitsmaßnahmen Zuschüsse von zig Institutionen, nicht zuletzt den Krankenkassen: Gesunde Mitarbeiter sind schließlich auch gesunde Kassen-Mitglieder, die entsprechend geringere Krankheitskosten verursachen. Es gibt dort also mittlerweile regelrechte Programme, um das Thema in die Betriebe zu tragen.
Der Laie wird also breit unterstützt und findet dort kompetente Ansprechpartner. Die Krankenkassen stehen aber nur stellvertretend für Möglichkeiten, Kosten für die Gesundheitsmaßnahmen zu reduzieren. Vieles wird kostenlos angeboten, macht man den Mitarbeitern klar, dass Gesundheit auch sehr viel mit Eigenverantwortung zu tun hat, sind auch die bereit, selber zu investieren. Und dann gibt es noch diverse Einrichtungen (z. B. Berufsgenossenschaften, das Rote Kreuz, die Polizei), die unentgeltlich ihre Maßnahmen anbieten.

Übrigens sind schon jetzt Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Mitarbeiter bis 500 Euro/Mitarbeiter und Jahr steuerfrei! Könnt ihr ja mal euren Chefs stecken!

Und letztlich ist es auch ein Rechenexempel, das jede Firma für sich mal aufmachen muss: Gesundheitsmanagement hat - und zwar nachweislich - einen hohen ROI, d. h. die Firma investiert zwar zuerst einmal, die investierten Gelder kommen aber z. B. durch reduzierte Krankheitszahlen oder auch zufriedenere Mitarbeiter, die letztlich viel produktiver arbeiten, gleich mehrfach wieder rein. Das allerdings muss erst noch in die Köpfe der Entscheider, die sich dann mit Gesundheitsmanagement befassen.

Die meisten vertreten eben noch die Auffassung, die Mitarbeiter sollen arbeiten und sich nicht mit sonem Kram befassen.. aber diese Denke können sie sich nicht mehr allzu lange leisten!

Falls jemand bei sich das Thema ins Unternehmen bringen will, empfehle ich als Einstieg einen Fachvortrag. Bei uns ist es z. B. so, dass unsere Manager nur etwas annehmen, wenn das von absolut fachkompetenen Personen vorgetragen wird. Ich selber fühlte mich damals noch nicht sattelfest genug, um das Thema in geeigneter Form vorzustelen. Wir hatten dann Herrn Professor Badura bei uns (Uni Bielefeld, Fakultät für Gesundheitswissenschaften und so etwas wie der Papst für Betriebliches Gesundheitsmanagement) - hier übrigens nur beispielhaft genannt; es gibt sicherlich viele gute Referenten. Er hat wissenschaftlich fundiert erklärt, wo die Reise hingeht, wenn man nichts tut und was man erreichen kann, wenn man etwas tut. Und er hat erst einmal erklärt, was alles Gesundheitsmanagement umfasst - und das sind eben nicht nur die von euch hier aufgezählten Maßnahmen der GesundheitsFÖRDERUNG! Dazu gehört weitaus mehr.. das beginnt bei den Arbeitsanforderungen, der Arbeitsumgebung, der Arbeitsorganisation, der Arbeitszeit, dann kommen das Führungsverhalten dazu, die Gesundheitskultur im Unternehmen, Möglichkeiten zur Selbstbestimmung, soziale Unterstützung durch Kollegen, weiter geht es mit der Qualifikation der Mitarbeiter und deren Kompetenzen, wie man sich selber managen kann und auch der Kenntnis über Bewältigungsstrategien. Auf der einen Seite hat man Aufgaben, auf der anderen Seite Ressourcen, um sie zu bewältigen. Je nachdem, ob und wie man diese Aufgaben mit den vorhandenen Ressourcen bewältigen kann, gibt es sog. Beanspruchungsfolgen. Und die können im schlimmsten Fall krank machen.

Habt ihr eigentlich schon mal vom Präsentismus-Phänomen gehört? Das sind die Mitarbeiter, die (aus welchen Gründen auch immer) arbeiten gehen, obwohl sie dazu eigentlich gar nicht fit genug sind. Die tauchen in keiner Krankenstatistik auf, sorgen aber - mehr als die, die dem Unternehmen fern bleiben - dafür, dass die Leistung nicht stimmt.
Ein Unternehmen also, das auf den ersten Blick recht gesund wird, muss es beim zweiten Blick gar nicht mehr sein. Das mal zu checken, gehört z. B. auch zum Gesundheitsmanagement dazu.

Natürlich muss man auch fit sein dabei - mit schmerzendem Rücken sitzt es sich schlecht am Rechner. Aber das allein ist es nicht. Wenn du körperlich fit bist und hast den Tyrannosaurus Rex als Chef, kannst du auch nicht gut arbeiten. Auch das ist Gesundheitsmanagement.

Und wenn du die Schale mit den Süßigkeiten gegen Obst tauschst, ist das sicherlich ebenfalls lobenswert, bringt aber DAUERHAFT überhaupt nichts. Gesundheitsförderliche Maßnahmen allein kann man also getrost vergessen - man muss wirklich ganzheitlich an das Thema rangehen und das dauert und kostet auch erst mal, bevor es sich auszahlt. Nur dass es sich auszahlt, ist mittlerweile wissenschaftlich unbestritten.

Ach, mit dem Thema könnte man noch endlos Seiten füllen. Ich breche an dieser Stelle erst mal ab. Das Thema ist superinteressant und zukunftsweisend - für mich bedeutete es übrigens den Sprung aus der Assistenz in die Projektarbeit. Mittlerweile ist es kein Projekt mehr; vielmehr soll bei uns Gesundheitsmanagement dauerhaft ins Unternehmen implementiert werden. Ich habe hier meine neue Bestimmung gefunden, und aufgrund der o. a. demografischen Entwicklung ist das echt ein Job mit Zukunft.

In diesem Sinne
gesunde Grüße
von Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


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