Thema: Berufliche \"Umorientierung\"


Königin
(209 Beiträge)
von Maira am 10.03.2010 um 16:44 zitieren

Hallo die Damen,
ich habe eine wirklich sehr nette und vor allem sehr \"taffe\" Kollegin, von der ich immer dachte, sie ist bereits mit dem Stenoblock auf die Welt gekommen, sprich, sie ist Sekretärin mit Leib und Seele, und das seit vielen Jahren, eigentlich schon immer.

Und jetzt?
Nach Jahrzehnten im Dienste eines netten Chefs möchte sie diesen Job aufgeben. Nicht, dass ihr die Arbeit keinen Spaß mehr macht - sie will einfach mal was anderes tun. Zitat: Was nützt einem eine erfolgreiche Karriere, wenn es eine Ewigkeit her ist, dass man sich richtig wohl und unbeschwert gefühlt hat.

Ich bin sprachlos - sie möchte in die Hotelbranche, aber nicht ins Management, sondern in den Servicebereich, Schichtdienst inbegriffen.

Das Rad der Zeit erfordert sicherlich Veränderungen, auch die Bereitschaft dazu, in allen Lebensbereichen, aber ..... dieser Schnitt/Schritt meiner Kollegin kommt wirklich überraschend.

Kennt Ihr auch solche Situationen? Oder habt Ihr sogar einen ähnlichen Sprung gewagt?

Ich schlafe jetzt erst mal darüber.

Bis morgen, einen schönen Abend!
Viele Grüße,
Maira

Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere!


Antwort: Umorientierung

Kaiserin
(355 Beiträge)
von Schaf am 11.03.2010 um 09:21 zitieren

Hallo Maria,

da kann man mal sehen wie man sich täuschen kann.

Deine Kollegin hat ja selbst gesagt das sie sich nicht richtig wohl fühlt und von unbeschwert wollen wir nicht reden. Ich denke viele von uns haben ähnliche Erfahrungen gemacht, das es Phasen im Job gibt wo man sich fragt ist dass das richtige, ist es der richtige Arbeitgeber, oder oder oder????

Man hat dann die Möglichkeit die Dinge auszusitzen und wenn man Pech hat ändert sich nie was, außer das man wahrscheinlich unzufriedener wird. Oder man zieht einen Schlußstirich, wie Deine Kollegin, und orientiert sich neu. Und da spielt es ja auch keine Rolle ob man was ganz neues machen will oder einfach \\\"nur\\\" den Arbeitgeber wechseln will.

Ich finde es toll das Deine Kollegin den Schritt wagt, auch wenn das sicher für Euch in vielen Dingen nicht nachvollziehbar ist. Aber gönnt ihr den Schritt und wünscht ihr das Beste - was ihr ja sicher tun werdet . Wird für sie sicher am Anfang auch erstemal vieles neu sein und seine Zeit brauchen.

Für Dich hoffe ich das Du einen nette Nachfolgerin Deiner Kollegin bekommst.

Liebe Grüße
Schaf



Der Satz \\\"Was nützt einem eine erfolgreiche Karriere, wenn es eine Ewigkeit her ist, dass man sich richtig wohl und unbeschwert gefühlt hat.\\\"


Antwort: Re: Berufliche \\

Rose
(42 Beiträge)
von JoAnna am 11.03.2010 um 11:31 zitieren

Liebe Maira,

Hut ab vor der Entscheidung Deiner Kollegin. Ich finde es richtig und sehr mutig.

Ich selbst bin Anfang 30 und habe einen tollen Arbeitgeber, super Chef und und und. Eigentlich müsste ich eine glückliche Sekretärin sein. Und eigentlich bin ich es auch.
Trotzdem gibt es Tage, wo ich mich frage, ob es DAS gewesen sein soll ?!? Es gibt für mich zwei andere Berufsfelder, die mich auch sehr interessieren würden, die aber so gar nichts mit Sekretariat zu tun haben. Und dann kommen die Überlegungen: Umschulung ja/nein? Was gibt man auf (fester Job, etc.) und natürlich der finanzielle Aspekt!

Ich glaube so geht es jedem von uns mal, oder? Deswegen finde ich es toll, dass Deine Kollegin sich traut. Ich denke mal, die Entscheidung hat sie sich auch nicht leicht gemacht. Bewundernswert! Ich drücke Ihr ganz doll die Daumen

Liebe Grüße
JoAnna


Antwort: Re: Umorientierung

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 11.03.2010 um 13:30 zitieren

Hallo Maira,

auch mir nötigt dieser Schritt Respekt ab. Dass man mal Lust hätte, was anderes zu machen, kann ich nachvollziehen. Drüber nachgedacht habe ich in jüngeren Jahren auch schon mal.
Ich habe schon immer gerne und viel gelesen. Und kam auf die Idee, auf Mallorca (damals war ich fanatisch nach dieser Insel und wollte da unbedingt leben) eine fahrbare Leihbücherei zu gründen, das kenne ich hier noch aus meinen Kindertagen. Die Idee habe ich lange verfolgt, aber mein Drang sie zu verwirklichen hat sich gelegt. Heute sage ich, ich möchte hier alt werden auf diesem Posten, es liegt mir, ich habe Spaß, das Umfeld paßt, Cheffe obendrein auch. Und ich hätte heute mehr als früher Existenzängste.
Ich glaube, wenn so eine Idee erstmal geboren ist, kann sie ganz schön antreibend sein und man setzt sich damit auseinander und vormals Angst oder unsicher machende Faktoren verlieren an Bedeutung.
Finden wir es nicht letztlich alle reizvoll und bewundernswert, dass da jemand macht, wonach ihm der Sinn steht? (Meine jetzt im beruflichen Sinne). Also mir geht es so. Auch wenn ich nicht tauschen wollte, Schichtdienst wäre mir ein Greuel.
Ich hoffe, sie findet in dem neuen Job, was sie sucht und dass Ihr Mut belohnt wird. Vielleicht setzt sie für den ein oder anderen damit einen Impuls?
Und Dir wünsche ich eine symphatische Nachfolgerin, mit der Du auch gut zurecht kommst.

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: fast ebenso

Rose
(37 Beiträge)
von asadu am 11.03.2010 um 16:36 zitieren

Hallo Maira,

in gewissem Sinne kann ich Deine Kollegin verstehen, auch wenn der Schritt momentan tatsächlich etwas krass erscheint und die Motivation sich nicht so ganz erschliesst. Vielleicht kommen bei Nachfragen noch ganz interessante Antworten auf ihren Weg hoch.

In gewissem Sinne habe ich ein wenig Jobhopping im wahrsten Sinne betrieben. Habe meine Lehre als Zahnarzthelferin richtig gut abgeschlossen, aber war so unglücklich auf der Stelle, dass ich gleich abends die ersten Stenokurse besucht habe und Unternehmen anrief, um herauszufinden, was man für das Büro so bräuchte. Und schließlich hat das dann über einige Zeit ja auch geklappt mitsamt kompletter Fortbildung.

Im Mutterschaftsurlaub haben mich die wenigen Sportkurse hier sehr gereizt, das Hobby zum Beruf zu machen, also wurde sich durchgebissen im Fitnessbereich und das war Einiges, Wochenendfortbildungen, wieder viel Lernen (hier half die vorherige Ausbildung), Abendkurse und ein bischen der Traum, irgendwann alles zusammenzubringen, der manchmal immer noch ein wenig nachhängt.

In allen Fällen war es der Spaß am Lernen, die neuen Blickwinkel und der Kick, eine neue Herausforderung zu bewältigen, die immer einen großen Reiz ausmachten. Ich kann aber auch sagen, dass man immer wieder an diesem Punkt ankommen wird. Und vieles sich erstmal relativiert, wenn man mitten drin steckt. Das berühmte \"Hobby zum Beruf\" wie bei mir die Trainerin ist nämlich gar nicht mehr so doll, wenn man die ersten Stunden mit über \"Anfänger\" moppernde Frauen hinter sich hat. In der Kehrseite habe ich in erster und letzter Ausbildung aber sehr viel über Menschen gelernt.

Also warum nicht? Schau Dir den Spaß an und bleib in Kontakt. Ich glaube, über den Tellerrand zu schauen, kann sehr interessant sein

lg Anja


Antwort: Re: Berufliche \\\"Umorientierung\\\"

Kaiserin
(456 Beiträge)
von Julia am 11.03.2010 um 16:56 zitieren

Hallo Maira,

Deine Kollegin nötigt mir Respekt ab. Den Mut bringe ich nicht auf. Glücklicherweise brauche ich das auch nicht, denn die zufriedenen Tage in meinem Job und mit meinem beruflichen Umfeld überwiegen.

Mit dem Gedanken eines mehr oder weniger radikalen Wechsels habe ich selbstverständlich auch gespielt. Bei mir lief das dann auf einen Fernlehrgang aus, bei dem ich meine schriftstellerischen Ambitionen ein wenig untermauert habe. So kann ich immer noch - wenn ich es mal ganz schlimm finde - meine halbfertigen Romane und Storys aufgreifen und weiterspinnen. Mehr als ein Hobby ist es allerdings nicht.

Mit einer ähnlich überraschenden Aussage wurde ich während meiner Ausbildung konfrontiert. Die Kollegin damals ging allerdings gleich ganz ins Kloster. In ein richtiges und echtes mit Nonnentracht und ganz in eine spirituelle Welt versunkenes, also keins von der Sorte, die vielen sozialen/karitativen Dingen nachgehen. Mehr ora als labora. Da kann ich Deine Kollegin schon viel besser verstehen.

Ihr wünsche ich alles gute für den Weiteren Weg und Dir eine nette Nachfolgerin.

Liebe Grüße
Julia


Zurück zur ÜbersichtSie müssen sich einloggen zum Antworten