Thema: Krebs


Sternschnuppe
(52 Beiträge)
von Elena am 02.10.2009 um 09:25 zitieren

Hallo Ihr Lieben,

heute wende ich mich mit einem nicht so efreulichen Thema an euch.
Wir haben einen Azubi bei uns, der an Krebs erkrankt ist.
Ihm wurde ein Hautstück entnommen und er hat sich herausgestellt, dass es bösartig ist. Nun muß er in Chemo und wir sind alle serh betroffen, da er noch so jung ist.

Jetzt möchten wir ihm gerne zur Seite stehen bzw. zeigen, dass wir ihn unterstützen.
Hat eine von euch soetwas schon erlebt? Wie könnten wir ihn unterstützen. Habt ihr eine Idee?

1000000 Dank für Eure Unterstützung!

Gruß
Elena


Antwort: Oh je :-(

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 02.10.2009 um 11:24 zitieren

Hallo Elena,

das ist eine ganz üble Sache.

Wir stecken derzeit in der gleichen Situation. Einer unserer MA (28 Jahre) hat seit Monaten Probleme mit dem Darm - etliche Spiegelungen, ohne Ergebnis bzw. Befund. Die Schmerzen wurden immer unerträglicher in den letzten Monaten, so dass sein Arzt ihn ab heute in die Uniklinik eingewiesen hat. Dort werden nun ausgiebige Untersuchungen (u. a. MRT/CT) durchgeführt.

Sein und unser Bauchgefühl sind absolut nicht gut. Wir alle haben Angst, dass seine Diagnose Krebs sein könnte.

Der MA hatte bis Mitte des Jahres einen befristeten Arbeitsvertrag, den wir (trotz seiner Krankheit) in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis umgewandelt haben. Mein Chef hatte nun Anfang der Woche mit dem MA ein Gespräch. Der MA hat nun ein schlechtes Gewissen, weil der Arbeitsvertrag unbefristet ist und er nun für die nächsten Wochen oder gar Monaten nicht arbeitsfähig ist. Cheffe hat ihm zwar gesagt, dass er sich keine Gedanken machen und erst mal wieder gesund werden muss ... aber man kann sich vorstellen, wie sich der MA im Moment (generell) fühlt.

Es ist sehr schwer mit so einer Krankheit umzugehen. Viel kann man als Kollege da nicht tun, denke ich. Das alles muss sich beim betroffenen MA erst mal sacken und da ist sich jeder erst mal selbst am nächsten. Es hilft anfangs niemanden, wenn man als Arbeitgeber/Kollege den MA mit irgendwelchen Dingen überschüttet.

Sollte ich meinen Kollegen am Telefon haben oder falls er mir eine Mail schreibt, dann werde ich ihm erst mal zuhören und ihm dann mit ein paar lieben Worten mein Mitgefühl ausdrücken. Aber ich warte ab, bis er sich meldet.

Ich habe in der Vergangenheit viele Krebspatienten getroffen und viele von denen haben mir bestätigt, dass sich jeder erst mal sammeln muss und zuviel Zuspruch vom Umfeld nicht immer gut ankommt. Viele verdrängen auch erst mal die Krankheit, was bei manchen Patienten und Krankheitsbildern sicherlich auch zunächst OK ist. Da ist meiner Meinung nach Zurückhaltung gefragt.

Aber jeder Mensch ist eben anders gestrickt. Als Standard würde ich erst mal abwarten, was passiert und ob der MA sich meldet, bevor ich ihn mit irgendwelchen Sprüchen/Wünschen etc. überfalle und am Ende sogar noch nerve.

Ich selbst bin auch so, dass ich erst einmal meine Ruhe haben möchte. Ich mag es nicht, wenn mich jeder auf meine Krankheit anspricht. Das ist mir unangenehm und ich möchte mich auch nicht mit Hinz und Kunz darüber austauschen, meine Krankheit im Detail erklären müssen und mir am Ende noch gut gemeinte Ratschläge anhören. Vielleicht sogar von Leuten, die mir nicht besonders nahe stehen - das kann ich nämlich gar nicht ab.

Du kanns die Situation mit dem Kollegen am ehesten abschätzen

LG, Melsi


Antwort: Re: Krebs

Supernova
(115 Beiträge)
von gitti am 05.10.2009 um 10:49 zitieren

Liebe Elena,

eine nicht so ganz enge Freundin hatte auch Krebs und ist jetzt nach sehr, sehr langem Leiden von ihrem Schmerz befreit.

Ich bin ganz normal mit ihr umgegangen.
Ein häufiges Eingehen auf ihren Krankheitszustand lässt sie ja nur an ihre Krankheit denken. Also ganz normale Themen, so wie immer.
Natürlich auch die Nachfrage, wie es geht/was die Behahdlung macht. Aber es dann auch gut sein lassen. Es sei denn, du kriegst deutlich mit, dass sie darüber reden möchten.

Später dann habe ich versucht, sie mit was auch immer irgendwie zu erfreuen. Sei es, dass ich sie auf positive Gedanken gebracht habe, oder ihr was leckeres zum Essen gebracht habe, oder hinterher nur noch etwas, was sie fühlen/berühren konnte.

Ich habe bei anderen Menschen in ihrem Umkreis mitbekommen, dass diese sich nicht an sie \"ran trauten\", wussten nicht, wie sie mit ihr umgehen sollen und haben es dann gleich gelassen. Das finde ich dann schlimm und schade. Wenn ich mir vorstelle, ich werde gemieden, weil andere nicht wissen, wie mit mir und meiner Krankheit umzugehen.
Oder wenn Menschen sich jetzt total verändert präsentieren, ich denke, auch das kommt einem kranken Menschen nicht zugute.

Gleichzeitig unterstelle ich, dass ein schwer erkrankter Mensch unglaublich viel Gedanken und Ängste durchlebt und dementsprechend sensibel wird und auch körperlich nicht so belastbar ist. Dem würde ich Rechnung tragen.

Soweit in Kurzfassung meine Erfahrungen.
Gitti


Antwort: Re: Oh je :-(

Sternschnuppe
(52 Beiträge)
von Elena am 09.10.2009 um 13:46 zitieren

Hi Melsi,

danke für deinen auführlichen Erfahrungsbericht.

Leider weiß ich nun immer noch nicht, was wir ihm zukommen lassen könnten. Wir wollen ihm gerne ein kleines Geschenk schicken.

Gruß und ein schönes Wochenende
Elena


Antwort: Re: Re: Oh je :-(

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 09.10.2009 um 13:59 zitieren

Hallo Elena,

mit Geschenken ist das auch so eine Sache.

Etwas zum Essen und/oder Trinken würde ich nicht empfehlen. Viele Krebspatienten haben während der Chemo keinen oder wenig Appetit - zumindest oft nicht auf das, was sie vor der Chemo gerne mochten. Krebspatienten sind empfindlich, was die Geschmacks-/Geruchsempfindungen betreffen.

Vielleicht wäre ein schönes Buch oder Hörbuch etwas für den Azubi?

Hörbücher sind meiner Meinung nach ein sehr schönes Geschenk. Oft sind die Augen auch zu müde, um in einem Buch zu lesen. Während über einen mp3-Player kann man entspannt zuhören.

Ich würde etwas lustiges empfehlen (z. B. \\\"Resturlaub\\\", \\\"Millionär\\\" oder \\\"Vollidiot\\\" von Tommy Jaud). Lachen ist immer noch die beste Medizin

LG und ein schönes WE, Melsi


Antwort: Geschenk

Supernova
(121 Beiträge)
von Michelle am 09.10.2009 um 16:34 zitieren

Hallo Elena,

vielleicht würde er sich über ein Buch freuen. Gerade wenn man viel ins Krankenhaus oder dann zur Chemotherapie muss.

Wenn er nicht gerne liest oder es ihm schon schlechter geht, wäre ein Hörbuch sich auch eine Alternative.

Viele Grüße
Michelle


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