Thema: Schlendrian


Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 29.05.2009 um 12:47 zitieren

Hallo,

hatte gerade ein längeres Gespräch mit meinem Chef, der verzweifelt, wenn es um die korrekte Ausführung von Arbeiten seiner gewerblichen Arbeitnehmer geht. Er erklärt, gibt Probestücke zur Hand, liefert technische Datenblätter, etc. etc. Und was passiert? Bei der nächsten Baustelle wird wieder unordentllich gearbeitet und die Kosten steigen aufgrund der dauernden Nachbesserungen immer höher.

Wie würdet ihr Arbeitnehmer dazu kriegen, korrekt und ordentlich zu arbeiten und nicht so gleichgültig zu sein? Ih habe ihm gesagt, dass er vor Einführung von Lohnschmälerung erst einmal den Spieß umdrehen soll und jeden Einzelnen Vorschläge machen lassen soll, wie er in Zukunft besser den Auftrag umsetzt und ordentlich arbeitet.

Hat jemand einen Buchtipp für mich, wie man \"Qualität\" in den Kopf eines Mitarbeiters bekommt?

Schöne Pfingsten

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Motivation hilft meist :-)

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 29.05.2009 um 13:26 zitieren

Hallo Esbe,

also den Mitarbeitern irgendwelche Konsequenzen bzw. Drohungen anzukündigen, halte ich persönlich für den falschen Weg.

Wir haben auch früher Probleme mit unserer Mannschaft gehabt. Sie haben den IT-Support beim Kunden nur halbherzig gemacht, haben pünktlich den Stift fallen lassen und das wars dann.

Drohungen haben überhaupt nicht geholfen. Ganz im Gegenteil, die Motivation war letztendlich komplett im Keller.

Statt dessen haben wir den Mitarbeitern Bonuszahlungen angeboten mit einer Art Punktesystem. Ist was hervorragend gelaufen, dann gab es mehr Gehalt. Wenn alles in die Hose ging, dann blieb der Obolus aus.

Wir zahlen mittlerweile gerne kleine bis große Boni aus. Die Geschäfte laufen super, wir legen nicht drauf, also können die Mitarbeiter dadurch profitieren.

Gehts der Mannschaft gut, dann laufen auch die Geschäfte gut. Gehts der Mannschaft schlecht, dann laufen auch die Geschäfte schlecht und die Kunden werden unzufrieden und wechseln den Dienstleister.

Schriftlich fixiert wurde der Bonus bei uns nicht, aber alle Mitarbeiter vertrauen uns auch und wissen, dass die Zahlungen kommen.

Ich persönlich bin der Meinung, dass man durch Motivation besser fährt, als den Mitarbeitern zu drohen. Unser Modell hat uns gezeigt, dass die Mannschaft viel sorgsamer arbeitet und auch gerne mal zu Überstunden bereit ist - was bei früheren \"Drohgebärden\" nicht der Fall war.

Die Mannschaft ist zufrieden, der Chef hat nichts mehr zu meckern und die Kunden sind glücklich

Vielleicht hilft diese Vorgehensweise bei Euch ja auch

LG und vorab ein schönes WE, Melsi


Antwort: Re: Motivation hilft meist :-)

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(450 Beiträge)
von Kerstin_K am 29.05.2009 um 16:52 zitieren

Da bin ich mal gespannt, was Esbes Chef dazu sagt.

Der ist ja etwas speziell, der gute.

Viele Grüße aus Hannover

Kerstin


Antwort: Re: Schlendrian

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(5168 Beiträge)
von Suse am 02.06.2009 um 10:57 zitieren

Hallo esbe,

grundsätzlich finde ich es ja schade, dass den Leuten das Mitdenken so abgeht und auch nicht der Rückschluß gezogen wird, dass ständiges Drauflegen wegen der Nacharbeiten ihre Jobs nicht gerade sichert. Von den Kosten abgesehen, schadet das ja auch dem Ruf einer Firma und wirkt sich auf die Auftragslage aus.
Das Denken Deines Chefs kenne ich aus meiner damaligen Baufirma her auch, kann es auch ein Stück weit nachvollziehen, trotzdem halte ich Deinen Ansatz und Melsis Vorschlag für besser! Wie ich Deinen Chef einschätze, werden Bonuszahlungen nicht auf offene Ohren bei ihm stoßen, kostet ihn ja nur wieder Geld, was er ja eh meist nicht hat. Aber Dein Vorschlag ließe sich sicher erstmal angehen, schlampiges Arbeiten auf breiter Flur hat ja seine Hintergründe. Frage ist, ob Dein Chef das erkennt und bereit ist, sich mit seinen Leuten auseinander zu setzen..
Motivation und Führung sind hier sicherlich die Schlagworte, die die Literatur Deines Chefs bestimmen sollte, Qualitätsdenken werden sich die Mitarbeiter kaum anlesen wollen. Ich glaube nicht, dass Du mit einer Buchidee bei ihnen landen kannst. Das Bewußtsein dafür sollte an sich da sein, ansonsten muß es geweckt werden, aber ich wage zu behaupten, dass selber drüber lesen, nicht der richtige Weg zum Erfolg ist. Es sollte vorgelebt werden, Firmenphilosophie sein. Und da kämen wir dann auch wieder zu den Anreizen von Melsi..
Hast Du schon einen Vorstoß bei Deinem Chef unternommen in Sachen Gespräch mit den Leuten?

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: ach nee,nee, nee (kopfschüttel)!

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(1158 Beiträge)
von esbe am 02.06.2009 um 11:16 zitieren

Hallo Suse,

man kann sich ja Gdanken machen wie man will. Ich habe am Freitag nach meinem Posting noch einmal mit Cheffe gesprochen: beratungsresistent auf der ganzen Linie!!

Gestern Abend hat sich ein AN bei mir privat zu Hause über Cheffe beschwert und ich kann auch die andere Seite verstehen. Cheffe ist wohl so plemplem im Kopf, dass er vergisst, dass er bei der einen Baustelle den Mist höchstpersönlich selber verzapft hat und bei der anderen Baustelle 2 bereits ausgeschiedene Mitarbeiter und er am Werk gewesen sind. Aber wäscht den neuen Mitarbeitern den Kopf, dass Angestellte des Auftraggebers ihn bremsen mussten! Das muss man sich einmal vorstellen! Und anschließend setzt sich der Herr ins Auto, kommt ins Büro und erzählt mir Geschichten, die total verdreht sind und ihn als Allroundkönner und Superduperchef darstellen. Der Mann ist krank!

Das Buch wollte ich mir gönnen, ich scheine hier ja die einzige Person zu sein, die ein Fachbuch lesen und umsetzen kann. Meine alten Wirtschafts- und Betriebspädagogikbücher sind verschollen!

Mein Mann hatte Cheffe auch schon einmal dieses Bonus- Mallus- System vorgeschlagen, ich kann aber nicht umhin zu denken, dass Cheffe das nicht kapiert hat! Und wie will er mit so einem System arbeiten, wenn er alle Arbeitsanweisungen unrichtig macht und binnen Minuten immer wieder umwirft. Und der Hase liegt dann schon schwer im Pfeffer, wenn die Arbeitnehmer mitkriegen, dass Cheffe von NICHTS eine Ahnung hat. Es ist schon eine sehr verworrene und in den Dreck gezogene Sache.

Ich schüttele nur mein greises Haupt, oder habe ich etwa Parkinson?

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Re: ach nee,nee, nee (kopfschüttel)!

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 02.06.2009 um 11:34 zitieren

Sorry, Esbe, aber das geht ja gar nicht.. Mir fallen keine Worte mehr für diesen Menschen ein und ich kann mich nur wiederholen, sieh zu dass Du da Land gewinnst.
Und ich muß jetzt leider auch sagen, meine Liebe, keine \"helfenden/unterstützenden\" Antworten mehr von mir zu Postings zu Deinem Chef. Das ist ja sowas von vergebliche Liebesmüh.. Schade um die Zeit, die man sich nimmt um drüber nachzudenken und es dann auch noch zu formulieren..
Aber wir finden andere Bereiche, in denen wir uns austauschen können

Suse, die Dir gerne eine anderen Job verschaffen würde, damit Du einfach mitten im Satz den Griffel fallen lassen könntest

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Re: Re: ach nee,nee, nee (kopfschüttel)!

Kaiserin
(1158 Beiträge)
von esbe am 02.06.2009 um 11:50 zitieren

Huhuh,
vielleicht kommt für mich das Buch von Robert Sutton in frage: \"Der Arschlochfaktor\"....Lustiger Titel, ernstes Thema: Robert Sutton erklärt, welchen Schaden Arschlöcher in Unternehmen anrichten und wie man mit ihnen umgeht!!!

Sollte ich nicht auch mal so ein Buch schreiben??

Liebe Grüße

esbe

Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher.


Antwort: Wenn der Fisch am Kopf anfängt zu stinken

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 03.06.2009 um 12:05 zitieren

Hallo Esbe,

also mir fehlen da auch die Worte und ich schließe mich Suse an. Dein Chef ist wirklich der allerletzte Mensch!

Hier fällt mir der Spruch ein \"der Fisch fängt zuerst am Kopf an zu stinken\".

Wie können/sollen denn die Mitarbeiter ordentlich arbeiten, wenn der Chef selbst so ein Chaot ist und zudem noch die Tatsachen verdreht? Kein Mitarbeiter wird sich bemühen, seine Arbeit ordentlich zu verrichten, wenn der Chef selbst keinen Dunst von der Materie hat und zudem noch vor den Kunden die eigene Mannschaft in den Senkel stellt und schlecht redet. An Stelle der Mitarbeiter wäre mir das dann auch alles Wurst!

Schon allein die Tatsache, dass er bereits im Vorfeld Drohungen ausspricht (von wegen \"was kann ich Schlimmes tun, damit meine Mannschaft rund läuft\") zeigt doch schon mal, wie krank dieser Typ und wie negativ er drauf ist!

Sorry. Aber wenn Dein Chef nicht langsam mal das Ruder herumreißt, dann geht irgendwann die Firma den Bachgraben runter. Kein Kunde lässt sich so ein Verhalten bzw. eine solche Arbeitsweise auf Dauer bieten. Schlechte Kritik verbreitet sich schneller als positive Kritik. Arbeitet ein Unternehmen schlecht, dann ist das schneller durch die Runde, als wenn eine Firma sehr gute Arbeit leistet.

Ich sehe für Deinen Chef wirklich schwarz, denn er ist wirklich Beratungsresistent.

Er sollte sich besser mal jemanden ins Unternehmen holen, der die Sache neutral beäugt und bewertet (Unternehmensberater gibts wie Sand am Meer). Aber vermutlich ist er zu geizig, als dass er das Geld hierfür in die Hand nehmen würde.

Weder ein Buch, noch Du oder Dein Mann können diesem Menschen auf Dauer helfen und an Deiner Stelle wüßte ich auch nicht, ob ich weiterhin meine Energie verschwenden würde. Ich persönlich würde mich nach einem neuen Arbeitgeber umschauen - bloß wech da!

Weiterhin frohes Kämpfen an der Front

LG, Melsi


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