Thema: über Kollegin geärgert - ansprechen oder nicht?


Rose
(48 Beiträge)
von Luzie am 21.04.2009 um 16:31 zitieren

Hallo zusammen,

ich war letzte Woche im Urlaub und dementsprechend sieht mein Schreibtisch jetzt etwas chaotisch aus. Chefe hat letzte Woche meine Vertretung per Mail darum gebeten, etwas Dringendes zu erledigen. Heute schickt mir eben diese Kollegin die Mail unerledigt zurück mit dem Hinweis, sie hätte sie heute erst gesehen. So nach dem Motto, jetzt bist du ja wieder da und kannst es selbst machen. Jetzt bin ich der Depp und ärgere mich hier grad grün und blau. Meiner Ansicht nach ist es doch ihre Aufgabe, die sie schon letzte Woche als meine Vertretung hätte erledigen sollen, also soll sie sie wenigstens jetzt machen, wenn sie es schon verpennt hat und nicht an mich zurück delegieren! Ich weiß im Moment echt nicht wie ich mich verhalten soll, soll ich es ansprechen und u. U. einen Streit provozieren oder es einfach stillschweigend erledigen? Soll ich meinen Chef einschalten? Oder ihren? Oder beide? In meinen Augen ist so ein Verhalten absolut unkollegial, vor allem weil wir uns beide gegenseitig vertreten und ich nach Kräften bei ihr immer alles Dringende gemacht habe, wenn sie nicht da war. Ich hätte es ja noch eingesehen, wenn sie gesagt hätte tut mir leid, ich bin nicht dazu gekommen, aber einfach etwas übersehen oder verpennen und dann zurückdelegieren, geht in meinen Augen gar nicht.

Was meint Ihr?

Viele Grüße

Luzie


Antwort: Zwei Seiten

Kaiserin
(1270 Beiträge)
von Melsi am 21.04.2009 um 16:36 zitieren

Hallo Luzie,

zunächst verstehe ich Deinen Ärger absolut.

Aber hast Du Beweise dafür, dass sie die Mail Deines Chefs bewußt ignoriert bzw. unbearbeitet liegen gelassen hat? Wenn ja, dann würde ich die Dame wirklich direkt darauf ansprechen bzw. eine Mail schreiben (am Besten auch \"cc\" mit Deinem Chef) und ihr sagen, dass Du der Meinung warst, es wäre erledigt bzw. sie fragen, warum die Mail unbearbeitet liegen geblieben ist! Dann muss sie irgendwie Stellung dazu nehmen und den Sachverhalt aufklären.

Aber es kann ja auch gut sein, dass sie die Mail tatsächlich übersehen hat! Manchmal bekommt man so viele Mails, dass man vor lauter Mails das Outlook/Notes nicht sieht

Sowas kann dann einfach jedem passieren und es war somit keine böse Absicht.

Ich würde erst mal vorsichtig bei der Dame nachhaken

LG, Melsi


Antwort: Ist es die Aufregung wirklich wert?

Kaiserin
(355 Beiträge)
von Schaf am 21.04.2009 um 17:04 zitieren

Hallo Luzie,

wenn Du Dich jetzt darüber die ganze Zeit ärgern willst, versaust Du nur die Laune und ist es das wert ?

Wenn es Dir so im Magen liegt dann sprich Deine Kollegin darauf an.
Ein Gespräch finde ich aber passender als eine Mail. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen Sender und Empfänger verstehen sich bei Mails auch oft falsch und Dinge werden dann einfach noch hochgepuscht.

War es eine einmalige Sache oder kommt so etwas häufiger vor wenn Du im Urlaub bist?

Ich würde meinen Chef erst dann einschalten wenn es bereits mehrmals vorgekommen ist und auch ein Gespräch nichs gebracht hat.

Ich finde es okay das sie Dir dann die Mail, nachdem Du ja wieder da bist, zugeleitet hat. Ich möchte dann auch nicht das meine Vetretung noch was macht, außer eine Übergabe .

Lass Dich nicht ärgern und genieße das wunderschöne Frühlingswetter
Schaf


Antwort: Chefs außen vor lassen!

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 21.04.2009 um 17:35 zitieren

Hallo Luzie,

ich sehe es ähnlich wie das Schaf und würde versuchen, über den Dingen zu stehen. Natürlich ist so etwas ärgerlich, vor allem, wenn du der Meinung bist, dass du deine Vertretung vorbildlich erledigst, es von der anderen Seite aber nicht so gehandhabt wird. Wahrscheinlich spürst du ein Ungleichgewicht und das verursacht deinen Ärger.

Vor allem aber würde ich unter keinen Umständen die Chefs in so einen - sorry - Pille-Palle-Vorfall mit reinziehen. Ob du dich zurecht ärgerst oder nicht ist ja die eine Sache, aber solche Dinge nicht untereinander regeln zu können, eine andere.

Überleg dir einfach, was dir das alles wert ist.. und vor allem schlaf mal eine Nacht drüber. Am nächsten Tag sieht vieles schon wieder ganz anders aus, die Emotionen sind heruntergekühlt und man ist wieder fähig, den Stein des Anstoßes ein wenig distanzierter zu betrachten.

Wenn dieses Verhalten typisch ist für deine Kollegin, dann sprich sie morgen mal an und frag, ob sie mal Lust auf einen Kaffee hätte. Du hättest dich sehr geärgert und wolltest das mal mit ihr - auch im Hinblick auf die Zukunft - bereden. Dann kannst du deine Erwartungshaltung formulieren, mal ihre Meinung hören, gemeinsam ein Vorgehen für zukünftige Fälle vereinbaren und gut ists.

Was geschehen ist, ist geschehen. Ich würde das nicht weiter zerpflücken, meinen Job erledigen, Cheffe vielleicht noch sagen, dass sich alles in bisschen verzögert hat, da Frau XY seine E-Mail übersehen hatte. Aber das ist es auch. Du musst für sie nicht den Kopf hinhalten, aber mach sie auch nicht schlecht. Das ist professionell. Wenn ihr weiter zusammenarbeiten wollt oder müsst, könnte sich ein Hochstilisieren dieser Bagatelle m. E. sehr kontraproduktiv auswirken.

Einen Streit bricht man schnell vom Zaun, aber es dauert um ein Vielfaches länger, die Wogen dann wieder zu glätten.

In diesem Sinne \"Take it easy\" oder \"Don\'t worry, be happy!\"

Gruß
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Chefs außen vor lassen!

Rose
(48 Beiträge)
von Luzie am 22.04.2009 um 11:35 zitieren

Hallo Kirsten und alle anderen,

danke für Euer Feedback. Ich habe eine Nacht darüber geschlafen und rege mich heute schon nicht mehr drüber auf. Mein Bauchgefühl hat mir das gesagt, was Ihr mir auch geraten habt, nämlich die Sache zu erledigen mit Hinweis an den Chef, dass es liegen geblieben ist, weil die Kollegin die Email übersehen hatte. So habe ich es auch gemacht, Chef hats eingesehen und nu ist wieder gut.

Generell bin ich aber immer noch der Ansicht, dass es ihre Aufgabe gewesen wäre, da Chef ihr in meiner Abwesenheit den Arbeitsauftrag mit dem Hinweis \"Dringend\" erteilt hat und sie ihn hätte erledigen müssen, auch wenn sie die Mail zunächst übersehen hatte. Absicht unterstelle ich ihr dabei keine, das wäre ja noch schöner. Mich regt bloß ihre Schusseligkeit auf und dass sie den Fehler nicht wieder geradebiegt, sondern mir den schwarzen Peter wieder zuschiebt. Ich bin halt der gewissenhafte und gründliche Typ und bemühe mich auch im Vertretungsfall immer alles zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu erledigen und nichts liegen zu lassen, wohingegen sie einen, sagen wir mal, recht \"lockeren\" Arbeitsstil hat. Na ja, kann man wohl verschiedener Auffassung sein darüber.

Gruß
Luzie


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