Thema: Zwei Bewerber - wen nehmen?


Kaiserin
(382 Beiträge)
von EGE76 am 27.11.2008 um 08:32 zitieren

Guten Morgen in die Runde!

Ich brauche mal wieder einen Rat von Allen hier!

Wir haben schon einige Kandidaten für ein Bewerbungsgespräch eingeladen (Außendienstmitarbeiter). Neben Branchenkenntnissen ist es auch wichtig, dass der neue MA beständig ist und er einige Zeit in dem zu betreuenden Gebiet bleibt. Hier gab es nämlich in den letzten Jahren drei Wechsel.

Nun waren noch zwei Kandidaten da. Der eine wird es wohl nicht (scheint zu ruhig und verschlossen) und der andere hatte bereits ca. 4 Stellenwechsel (Er ist glaube ich 27 J). Ansonsten würden die Anforderungen stimmen. Er ist halt schon noch ein bißchen jung und sieht auch so aus.

Wir sind eine eher konservative Firma (wobei sich das meiner Meinung nach ruhig ändern darf) und legen großen Wert auf Seriosität, Beständigkeit, Fachkompetenz und verbindliches Auftreten.
Was würdet ihr machen?

Risko und einen jungen Mann ins Boot nehmen, der schon einige Wechsel hatte? Dem Ruhigen eine Chance geben (hat einige Jahre Erfahrung im Außendienst, deshalb verstehe ich meinen Chef da eh nicht so ganz). Oder doch lieber nochmal eine Anzeige schalten? wobei ich da kaum auf noch bessere Ausbeute hoffe.

Habt Ihr Rat? Ideen? Vorschläge?

Gruß
EGE76

Viele Grüße
EGE76


Antwort: Re: Zwei Bewerber - wen nehmen?

Kaiserin
(355 Beiträge)
von Schaf am 27.11.2008 um 09:03 zitieren

Hallo EGE76,

da stellst Du uns ja eine recht schwierige Frage.

Es schwer Dir einen dirketen Rat zugeben da man ja die beiden Bewerber nicht kennt und auch nicht im persönlichen Gespräch kennengelernt hat.

Was sagt denn Dein Bauchgefühl? Zu wem tendiert Dein Chef?

Was spricht gegen den ruhigen Mann der ja anscheint ganz gut passen würde? Aber da man sich noch nicht direkt für ihn entschieden hat muss es ja Dinge geben die nicht passen, oder?

Warum hat der jüngere schon so oft gewechselt? Nur weil man oft gewechselt hat, heißt es nicht das man was längerfristiges sucht. Vielleicht waren die vorherigen Stellen nichts für ihn ....

Wenn jetzt eine Entscheidung zwischen den beiden getroffen werden muss, würde ich eine Pro-Contra Liste erstellen. Wenn man aber von beiden nicht überzeugt ist, sollte man sich generell eine Einstellung gut überlegen.

Da ich aber nicht im Personalbereich arbeite ist das meine ganz persönliche Meinung. Ich denke aber das Dir sicher noch ein paar personalerfahrende Tipps geben werden.

Meld Dich mal wie es ausgegangen ist.

Einen schönen Start in den Tag wünscht
Schaf


Antwort: Re: Zwei Bewerber - wen nehmen?

Kaiserin
(5168 Beiträge)
von Suse am 27.11.2008 um 09:23 zitieren

Hallo EGE76,
keiner von beiden ist also der Wunschkandidat, aber für jeden spricht etwas. Stille Wasser sind manchmal tief und manch einer taut erst im Job auf bzw. kann zeigen, was er kann, sich verkaufen. Bei dem jungen hätte ich mit die Bedenken, dass er bereitwillig das Handtuch schmeißt, wenn ihm die Arbeit nicht zusagt, die vielen Jobwechsel würden mich da mit unruhig machen.Aber frisches Blut tut manchmal gut, wie Du schon sagst.

Ob eine neue Anzeige andere Bewerber auf den Plan ruft, ist eine gute Frage. Wir haben das auch mal gemacht und Erfolg gehabt, zwischen unseren Anzeigen lagen allerdings auch mehr als 2 Monate, da gab es also schon wieder neue Interesssenten auf dem Markt. Hatten allerdings auch Anrufe von denen, die beim ersten Mal rausgefallen waren.

Bestände die Möglichkeit, beide im Job zu erleben? Sie mal mit auf Runde zu schicken, sie fiktive Gespräche führen zu lassen? Eine andere Idee habe ich momentan nicht.

Im privaten würde ich sagen, wenn ich mich für keinen von beiden entscheiden kann, ist es keiner, aber das läßt sich so leicht ja nicht übertragen..

Suse

Behandele andere so, wie Du selber behandelt werden möchtest!


Antwort: Viele Stellenwechsel = unbeständig?

Kaiserin
(2043 Beiträge)
von Kirsten am 27.11.2008 um 12:57 zitieren

Hallo EGE,

wenn jemand sehr ruhig ist, aber ständigen Kundenkontakt hat und eigentlich aufgeschlossen sein müsste, wäre er sicherlich auch für mich nicht der optimale Kandidat. Schüchternheit im Vorstellungsgespräch hin oder her.. aber auch zum Kunden kommt der Mitarbeiter irgendwann das erste mal.. und da kann er auch nicht erst mal Anlaufzeit benötigen. M. E. ist ein ausgeprägtes kommunikatives Verhalten sehr wichtig - Ladehemmung, da Bewerbungssituation würde ich da nur im Maßen als Entschuldigung akzeptieren.

Kommen wir zu den 4 Jobs des 27-Jährigen. Damit triffst du bei mir einen empfindlichen Nerv und ich möchte - obwohl ich diesen Kandidaten nicht kenne - zumindest mal grundsätzlich etwas dazu loswerden: Früher gab es den Mitarbeiter, der in ein Unternehmen kam und dort alt wurde, sprich nach Jahrzehnten dort auch pensioniert wurde. Das hat sich heute allerdings schwer geändert - Jobs werden nicht mehr derart langfristig besetzt, die Angestellten wechseln eher. Darauf sollten sich auch die Unternehmen einstellen und nicht mehr verbohrt nach Mitarbeitern suchen, die an ihren Rechnern alt und grau werden.

Die andere Seite der Medaille sind die Unternehmen selber. Wie oft wird ratzfatz wieder entlassen.. betriebsbedingt gekündigt.. und diese Kündigungen treffen dann die jungen, alleinstehenden Mitarbeiter, denn die sind ja so flexibel. Schnell hat ein solcher Mitarbeiter dann einen Patchwork-Lebenslauf und wird argwöhnisch beäugt von nächsten potenziellen Arbeitgebern. Denn irgendwas muss ja dran sein, dass dieser Mensch nicht lange in den Unternehmen war. Und die Schuld liegt bestimmt beim MA.. ;-(

Ich betone das, weil auch wir (= mein Mann) in exakt so einer Situation war: Nach dem Studium (einer ganz anderen Fachrichtung) ist er als Seiteneinsteiger in die damals florierende IT-Branche gerutscht. Eine tolle Karriere wurde ihm prognostiziert. Anfangs lief es auch gut, er machte seine Erfahrungen, kletterte Treppchen hoch.. Dann ging es der Wirtschaft nicht mehr so gut.. es wurde gespart.. und zwar an denen, die nicht unmittelbar am Umsatz beteiligt waren, ja, eher noch als Kostenfaktor betrachtet wurden. Schwups.. hatte mein Liebelein die erste betriebsbedingte Kündigung. Er war jung.. alleinstehend.. eben flexibel. Das nächste Unternehmen.. der nächste Job.. the same procedure.. bis hin zur betriebsbedingten Kündigung. Das ganze hat er x-mal durch mittlerweile.. und wenn er sich bewirbt, dann sieht es für die Unternehmen immer so aus als käme da jemand, der total sprunghaft ist und es an keiner Stelle lang aushält. Da ich ja nun sein Wesen sehr gut kenne, weiß ich aber, dass er alles andere als das ist: Er hat echt was drauf, engagiert sich, ist fleißig, grundehrlich.. und wünscht sich nichts mehr, als bei einem guten Arbeitnehmer lange angestellt zu sein, um auch selber mal zur Ruhe kommen zu können.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist euer vermeintlich wechselhafter Kandidat doch beim Vorstellungsgespräch gewesen. Was sagte er denn zu seinen 4 Jobs? Habt ihr ihm überhaupt die Möglichkeit gegeben, sich zu erklären?

Manchmal ist es ganz anders als es aussieht.. man muss den Menschen nur eine Chance geben, sich zu erklären. Natürlich könnt ihr auch eine weitere Anzeige schalten, vielleicht findet ihr dann jemanden, der auch gemäß seiner Historie so aussieht, als würde er zu euch passen. Die ultimative Sicherheit hast du aber bei keinem..

Viele Grüße
Kirsten

Derjenige, der sagt: 'Es geht nicht', sollte den nicht stören, ders gerade tut.


Antwort: Re: Zwei Bewerber - wen nehmen?

Newcomer
(6 Beiträge)
von Angela65 am 29.11.2008 um 10:42 zitieren

Hallo Ege76,

mein Unternehmen würde sich für keinen der beiden entscheiden und neu suchen. Weil mein Chef überzeugt ist, dass es 100% passen muss. Deshalb suchen wir auch immer bis in die Steinzeit . Ich bin davon nicht überzeugt und manchmal nervt mich die konservative Haltung. Ich bin ganz und gar Kerstins Meinung. Man muss auch Chancen geben. Und heutzutage sind häufige Wechsel, gerade wenn man jung ist, angesagt. Da wird sich in den nächsten Jahren etwas ändern müssen im Denken.

Bin gespannt, wie entschieden wird.

Entspanntes Wochenende.

Angela


Antwort: Danke - Entscheidung ist gefallen

Kaiserin
(382 Beiträge)
von EGE76 am 01.12.2008 um 11:38 zitieren

Hallo zusammen!

Die Entscheidung ist gefallen - für keinen von beiden.

Es soll, wie hier auch angemerkt wurde, einfach 100% passen. Bei beiden scheint was im Busch zu sein und deshalb wollen wir jetzt über einen Headhunter gehen. Naja, wer\'s Geld hat......

Gruß

EGE76

Viele Grüße
EGE76


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