Thema: Weihnachtsgeld


Tulpe
(15 Beiträge)
von Pamina am 03.11.2008 um 07:31 zitieren

Hey!

Ein leidiges Thema, aber wie ergeht es Euch so?

Bei uns waren Zahlungen von 50 % vom Brutto zum Sommer und 50 % zu Weihnachten üblich. Es war für alle gleich, ob mit oder ohne Vertrag.

Im Sommer 2003 gab es das letzte Mal 50 %. Zu Weihnachten 2003 waren es schon nur noch 25 % und seit dem Sommer 2004 erhalten wir gar keine Sonderzahlung mehr. Einen Ersatz (Bonussystem o.ä.) gibt es nicht.

Zum eigentlichen Auszahlungszeitpunkt ist die Stimmung in unserem Geschäft immer besonders schlecht, weil jedem klar wird, dass es wieder keine Sonderzahlung gibt.

Können wir irgendetwas dagegen unternehmen? Unser Anspruch verfällt doch auch irgendwann, oder? Gibt es eine Betriebliche Übung auch für Nichtzahlung?

Viele Grüße
Pamina


Antwort: Re: Weihnachtsgeld

Sternschnuppe
(55 Beiträge)
von Susanne1 am 03.11.2008 um 09:09 zitieren

Hallo Pamina,

wir bekommen 50% im Juli, 50% im November. Ich denke, durch die Finanzkrise sieht es jetzt allgemein schlecht aus. Bei uns wird weniger produziert. Viele Kollegen sind schon in Urlaub geschickt worden - doof, oder? Die Produktionszahlen für das nächste Jahr sind auch nicht zum Jubeln.

Mal sehen was noch auf uns zukommt.

Gruß

Susanne


Antwort: Re: Weihnachtsgeld

Gräfin
(200 Beiträge)
von Nachtelfe am 03.11.2008 um 09:36 zitieren

Habe folgendes gefunden:

Wer Urlaubsgeld gezahlt bekommt, hängt grundsätzlich von dem jeweiligen Tarifvertrag ab, sowie von der Betriebsvereinbarung bzw. dem individuell mit dem Arbeitgeber geschlossenen Arbeitsvertrag.

Wurde in dieser Richtung nichts vereinbart, hat der Arbeitnehmer auch keinen Anspruch auf Urlaubsgeld. Die einzige Ausnahme ist, wenn der Anspruch aufgrund \"BETRIEBLICHER ÜBUNG\" stillschweigend vereinbart worden ist. Die betriebliche Übung zeigt ein regelmäßiges Verhalten des Arbeitgebers an. Das bedeutet, wenn der Arbeitnehmer an drei aufeinander folgenden Jahren regelmäßig Urlaubsgeld erhalten hat, dass dieser sich laut der Rechtsprechung auch ohne schriftliche Vereinbarung darauf verlassen kann, dass das Urlaubsgeld auch weiterhin gezahlt wird.

Ausnahmen sind wenn die Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträge gekündigt worden sind oder befristet waren. Fehlt dann eine Anschlussvereinbarung, ist der Arbeitgeber nicht weiter dazu verpflichtet das Urlaubsgeld zu zahlen und kann dies verweigern. Ist das Urlaubsgeld in einem Arbeitsvertrag festgelegt worden, besteht für den Arbeitgeber die Möglichkeit einer Änderungskündigung, zum Beispiel bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Ebenfalls kann der Arbeitgeber in den Arbeitsverträgen schriftlich festhalten, dass er jedes Jahr aufs Neue über die Zahlung von Urlaubsgeld entscheidet.

Quelle: http://www.eurogrube.de/ausbildung-beruf-karriere/urlaubsgeld-anspruch.htm

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. (Mahatma Gandhi)


Antwort: Weihnachtsgeld

Tulpe
(15 Beiträge)
von Pamina am 03.11.2008 um 11:08 zitieren

Hey Nachtelfe!

Vielen Dank für die Ausführungen.

Eine betriebliche Übung tritt nach 3 Jahren erfolgter Zahlung ein. Das ist mir klar.

Aber tritt die betriebliche Übung auch in die andere Richtung und zu Gunsten des AG ein? Also wenn 3 Jahre n i c h t gezahlt wurde. Verfällt der Anspruch der AN dann?

Viele Grüße
Pamina


Antwort: Re: Weihnachtsgeld

Kaiserin
(938 Beiträge)
von Sandra am 03.11.2008 um 12:10 zitieren

Hallo Pamina,

wie Nachtelfe bereits sehr richtig zitiert hat:

Wenn vertraglich nichts vereinbart ist hinsichtlich Urlaubs-/Weihnachtsgeld, dann existiert kein Anspruch.

Folglich kann auch kein Anspruch verjähren.

Ein Anspruch könnte entstanden sein, wenn der AG drei Mal hinter einander gezahlt hat, ohne darauf hinzuweisen, daß daraus keine betriebliche Übung abzuleiten ist.

Hat der AG bei der Zahlung darauf hingewiesen, ist ebenfalls kein Anspruch für die weiteren Jahre entstanden.

Blöd für die Arbeitnehmer, ist aber leider so.

Gruß
Sandra


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