Altersvorsorge sinnvoll planen
- Finanztest-Spezial Altersvorsorge -
Vorsorge fürs Alter zu treffen spielt eine wichtige Rolle – aber wie legt man sein Geld optimal an. Worauf es bei der Altersvorsorge ankommt und welche Förderungen es gibt, greift die Zeitschrift Finanztest in einer Sonderausgabe auf.
97 Prozent der Frauen halten eine Altersvorsorge für wichtig, doch ist Sparen häufig nicht möglich. Wie soll man Rücklagen schaffen, wenn das Gehalt gerade zum Leben reicht. Das Durchschnittseinkommen von Frauen liegt weiterhin deutlich unter dem der Männer, daher ist für Frauen nur eine geringe Rente zu erwarten. Private Vorsorge ist daher wichtig.
Bei der Altersvorsorge gilt es, Förderungsmöglichkeiten – wie staatlich geförderte Altersvorsorge und Betriebsrente – voll auszuschöpfen. "Nur sechs Prozent der Frauen haben über den Arbeitgeber eine Betriebsrente abgeschlossen. Bei den Männern sind es immerhin 26 Prozent," weiß Simone Weidner, Journalistin bei Finanztest. "In eine Riester-Rente zahlen Frauen im Durchschnitt 530 bis 560 Euro im Jahr ein – einschließlich der staatlichen Zulagen. Männer sparen 710 bis 720 Euro jährlich für die Riester-Rente."
Der richtige Zeitpunkt für private Altersvorsorge
Gerade wer früh anfängt finanziell vorzusorgen, hat es leichter – daher kann man nicht zu früh beginnen sich Rücklagen zu schaffen. Schon mit einem kleinen Beitrag ist ein Sparvertrag möglich. "40 Euro monatlich können zum Beispiel in einen Vertrag über vermögenswirksamen Leistungen fließen, zu denen ein Arbeitgeber häufig etwas dazu gibt. Bei der Riester Rente gibt der Staat einen Bonus von 200 Euro dazu, wenn jemand nicht älter als 24 Jahre ist. Jedoch bestimmen die tatsächlichen Lebensverhältnisse, wie viel Geld monatlich zum Sparen übrig bleibt. So haben Azubis selten Sparpotenzial", berichtet Simone Weidner.
Potenzial der Riester Rente
Der Gesetzgeber fördert die private Vorsorge, danach unterstützt der Staat diejenigen, die für das Alter etwas zur Seite legen mit Zulagen – so die Idee der Riester-Rente. Das Verfahren ist jedoch nicht ganz unkompliziert, dennoch bietet die Riester-Rente eine gute Möglichkeit für später vorzusorgen.
"Wer fünf Euro im Monat übrig hat, sollte unbedingt die Riester-Förderung mitnehmen," rät Simone Weidner. "Die Riester-Rente ist für Frauen ideal. Sie ist flexibel und die Beiträge können der aktuellen Einkommenssituation angepasst werden. In Zeiten von Arbeitslosigkeit oder Elternzeit kann ein Vertrag weiterlaufen - die Zulage von 154 Euro pro Person und Kinderzulagen zahlt der Staat weiter. Sogar mit einem 400-Euro-Minijob ist riestern möglich. Diese Flexibilität beim Sparen bietet keine private Rentenversicherung."
Vorsorgestrategie für Single-Frauen
"Berufstätige sollten zunächst die staatlich geförderte Altersvorsorge nutzen, also die Betriebsrente und die Riester-Rente. Für weit über dem Durchschnitt verdienende Frauen kommt auch eine Rürup-Rente in Frage – vor allem für Selbstständige," empfiehlt Simone Weidner. "Darüber hinaus ist ein Vorsorge-Mix sinnvoll. Hier bieten sich klassische Bankprodukte, eine private Rentenversicherung oder Immobilien an. Bei reinen Aktieninvestments sind die Ertragschancen höher, aber wegen des damit verbundenen Risikos eignet sich diese Strategie nicht für die Altersvorsorge."
Ohne Job
Wer nicht erwerbstätig ist, wird nur eine sehr kleiner Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erwarten, daher sollte man versuchen etwas dagegen zu tun. "Als Ehepartnerin können Sie die mittelbare Riester-Förderung ausschöpfen. Dafür müssen Sie und Ihr Mann einen Riester-Vertrag abschließen. Beide Ehepartner erhalten die volle Grundzulage von 154 Euro pro Person, wenn der erwerbstätige Partner mit dem Hauptvertrag den jährlichen Mindestbeitrag einzahlt. Das sind vier Prozent des Bruttovorjahreseinkommens. Maximal können jährlich 2.100 Euro in einen Riester-Vertrag fließen", so Simone Weidner.
"Für Kinder ab Jahrgang 2008 gibt es dann 300 Euro Zuschuss, für ältere Kinder 185 Euro im Jahr. Eine Familie mit zwei kleinen Kindern kann so jährlich 908 Euro staatliche Zulagen bekommen. Dem Riester-Vertrag der Frau werden die Kinderzulagen gut geschrieben- sofern das Paar nichts anderes vereinbart. Die Frau muss in ihren Vertrag 60 Euro jährlich einzahlen und erhält 754 Euro Zuschuss vom Staat. Im Idealfall trifft das Paar weitere Vorsorgen, um die Frau finanziell abzusichern. Sinnvoll ist auch eine Risikolebensversicherung. Verstirbt der Ehepartner, erhält die Ehefrau die vereinbarten Versicherungssumme."
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Autor(en): Anika Kleinert