Ein rumänisch-deutsches Märchen
- working@office-Porträt: Liliana Armbrust, Vorstandsassistentin des COO bei der solvadis commodity chemicals GmbH, Frankfurt -
Als kleines Mädchen reist Liliana Armbrust durch Deutschland - und ist beeindruckt von der Stadt Frankfurt. Fortan träumt sie von einer Karriere im Bankenviertel. Viele Jahre später hat die gebürtige Rumänin ihren Traum verwirklicht: als Assistentin in der Vorstandsetage eines internationalen Unternehmens in Frankfurt. Mit Bildergalerie.
Kaum haben wir uns im Besprechungszimmer hingesetzt, legt die 42-jährige Assistentin los. Liliana Armbrust erzählt von ihrer Kindheit.
Start in ein neues Leben
Die Tochter eines deutschstämmigen Vaters und einer Rumänin wuchs in einer kleinen Stadt im Norden Rumäniens auf. Die Eltern waren im Hotelgewerbe tätig. "Das Leben in Rumänien war kompliziert", sagt Liliana Armbrust, "weil mein Vater österreichische Wurzeln hatte, hörten wir oft "Was wollt ihr hier? Geht nach Deutschland." Als das Mädchen 16 Jahre alt ist, fährt die Familie in den Sommerferien nach Deutschland. Aus dem Urlaub wird ein Start in ein neues Leben. "Meine Eltern eröffneten mir, dass wir in Deutschland bleiben würden", erinnert sich die Assistentin. "Das hatte ich nicht geahnt und war alles andere als begeistert. Ich konnte damals nur drei Dinge auf Deutsch sagen: "Guten Tag", "Auf Wiedersehen" und "Sporthose". Das hatte ich irgendwo aufgeschnappt." Ihre Eltern hatten der Tochter ihr Vorhaben verheimlicht, aus Angst, sie könnte es versehentlich verraten.
Fleiß ist ihr Startkapital
Am 1. August 1984 beginnt Liliana Armbrusts neues Leben in Düren mit einem Deutsch-Sprachkurs für Spätaussiedler. Nach dem Intensiv-Sprachkurs besucht sie die zehnte Klasse auf der Hauptschule in Düren. Die Schule fällt ihr leicht; im Sommer 1986 wechselt sie auf das Gymnasium in Hilden. Dort absolviert sie die elfte Klasse und besucht anschließend die Höhere Handelsschule in Kall in der Eifel. Liliana Armbrust träumt davon, Richterin oder Staatsanwältin zu werden. Doch ein Studium ist zu kostspielig. Sie bewirbt sich um einen Ausbildungsplatz zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Mechernich. "Eigentlich wollte ich nicht in die Verwaltung gehen, aber ich betrachtete es als Übung für Vorstellungsgespräche", blickt die 42-Jährige zurück. Für drei Ausbildungsplätze gingen rund 1.200 Bewerbungen ein; Liliana Armbrust erhält eine Zusage.
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Warum sie sich zunächst als Übersetzerin selbstständig machte, wie Zeitarbeit zweimal als Sprungbrett für ihre Karriere funktionierte und warum der jetztige Chef ihr häufig eine SMS schickt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von working@office.
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Autor(en): Michaela Kreuzpointner
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