Von der Backstube ins Hightech-Büro
- working@office-Porträt: Beate Krüger, Assistentin CFO, Sony Deutschland GmbH Berlin -
Alles können, jeden kennen und immer möglichst schnell eine Lösung parat haben – ohne diese Talente hat man es im Assistenzberuf schwer. Ein ganz besonderes Exemplar der Spezies "Multitalent" hat working@office in Berlin getroffen: Eine gelernte Bäckergesellin und Karate-Meisterin berichtet von ihrem Office-Alltag bei einem Hightech-Weltkonzern.
Unter dem Schreibtisch von Beate Krüger stapeln sich Kartons mit Schuhen für (fast) jede Gelegenheit: ein paar richtig bequeme für die langen, gläsernen Flure hier im Berliner Sony Center, ein paar schicke für das spätere Board-Meeting ...
Für jede Situation
"Das mit den Schuhen hat sich hier schon herumgesprochen", grinst die 41-Jährige. Ihr ist es wichtig, für jede Situation gerüstet zu sein, und auf diese Weise kann sie sich stets den Gegebenheiten des japanischen Weltkonzerns Sony anpassen.
Ein ungewöhnlicher Werdegang
Darüber wundern kann sich eigentlich nur, wer den ungewöhnlichen Werdegang der kecken Frau nicht kennt. Denn bevor die Assistentin in den Büros des Unterhaltungselektronikkonzerns Sony unterwegs war, hat sie die verschiedensten beruflichen Wege beschritten. Dabei wollte sie eigentlich immer schon gerne ins Büro. Doch begonnen hat alles ganz anders ...
Start im Handwerk
Es liegt nahe, dass die gebürtige Berlinerin nach dem Schulabschluss in der kleinen Bäckerei im Berliner Osten beginnt – nicht nur, weil der Familienbetrieb im gleichen Haus wie die Wohnung der Krügers liegt. Die beiden Brüder machen es ihr vor: Der älteste ist ebenfalls Bäcker, Beate Krügers Zwillingsbruder beginnt eine Konditorlehre. Die junge Frau tritt kurz entschlossen in die Fußstapfen ihrer Brüder und startet ihr Berufsleben als Bäckerlehrling.
Das einzige Mädchen im Karate-Center
Handwerkliches Geschick ist nicht das einzige Talent, das Beate Krüger recht früh an sich entdeckt. "Mir war es schon immer wichtig, möglichst viele verschiedene Seiten an mir auszuprobieren und weiterzuentwickeln." Mit 14 Jahren begleitet sie ihren Zwillingsbruder zu einem Kampfsportcenter, weil der unbedingt Karate lernen möchte. Der Bruder verliert schnell den Spaß an der Sportart, doch Beate Krüger ist sofort Feuer und Flamme – und bleibt dabei. Dass sie zu Beginn der 80er-Jahre das einzige Mädchen im Center ist, stört sie wenig. Zielstrebig treibt die junge Frau ihre sportliche Leidenschaft voran und hat bald viele Berliner und einen deutschen Meistertitel in der Tasche. Mittlerweile engagiert sie sich im Berliner TSC ehrenamtlich als Trainerin und unterstützt die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Sportlich gesehen bereitet sie sich gerade auf ihren 3. Dan vor, das ist der 3. schwarze Gürtel – etwa wie im Judo.
Vielseitig und doch zielstrebig
Bei so vielen Interessen ist es nicht einfach, sich auch beruflich möglichst vielseitig zu entwickeln. Einen einzigen Traumberuf gab es daher für die Assistentin noch nie: "Ich wollte vielmehr schon immer Teil eines großen Ganzen sein ... mit Verantwortung, Mitdenken und Eigeninitiative." Die Bäckerei, so sehr ihr das handwerkliche Geschick im Blut liegt, ist dafür nicht der richtige Ort. Ihr wird klar: "Ich will mehr!"
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Wie es dann mit Beate Krüger weiterging, welchen Weg sie wählte, um bei ihrem bevorzugten Arbeitgeber zu landen und warum ihr Chef sie "Sparringspartner im Büro" nennt, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von working@office.
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Autor(en): Annette Rompel