Mit Ausdauer und Lernwille
- working@office-Porträt: Anne-Rose Geißler, Bürovorsteherin Kanzlei Dr. Michael Roggen, Düsseldorf -
Den Studienpreis DistancE-Learning in der Kategorie "Lebenslanges Lernen" hat in diesem Jahr Anne-Rose Geißler erhalten. Die Bürovorsteherin einer Rechtsanwaltskanzlei bildet sich seit mehr als 15 Jahren kontinuierlich mit Fernlehrgängen weiter. Über ihre Motivation dazu und ihre beruflichen Erfolge sprach sie mit working@office.
Der Arbeitsplatz von Anne-Rose Geißler, die Kanzlei Dr. Roggen, liegt mitten in der Düsseldorfer Innenstadt.
Stilvolles Ambiente
Die belebten Einkaufs- und Geschäftsstraßen bieten nur selten einen freien Parkplatz; die Bürovorsteherin fährt deshalb am liebsten mit der Straßenbahn von ihrem Wohnort Meerbusch ins Stadtzentrum.
Die Kanzleiräume belegen das Parterre und die erste Etage eines Gebäudes, das sich im Besitz der Familie Roggen befindet. Das Ambiente ist gediegen: Holzdielenboden, hohe lichte Räume, edle Möbel und stilvolle Gemälde empfangen Klienten und Gäste. Ein Arbeitsambiente, das sich von den üblichen Bürozimmern abhebt.
Von der Arzthelferin zur Bürovorsteherin
Anne-Rose Geißler arbeitet im ersten Stock, als Bürovorsteherin von Rechtsanwalt Dr. Michael Roggen. Im Erdgeschoss halten ihre zwei Mitarbeiterinnen die Stellung. Mit Ausdauer und Lernwille hat sich die 54-Jährige von der Arzthelferin zur Bürovorsteherin hochgearbeitet. Als siebtes Kind einer Braunschweiger Familie zieht es sie nach der Volksschule zunächst einmal ins Ausland – als Aupair-Mädchen arbeitet sie ein halbes Jahr lang in der französischen Schweiz. Nach ihrer Rückkehr absolviert sie ein freiwilliges soziales Jahr im Müttergenesungswerk in Hamburg und beginnt anschließend eine Ausbildung zur Arzthelferin. 1973 macht Anne-Rose Geißler ihr Examen und zieht nach Düsseldorf, wo sie eine Stelle in der Unfallchirurgie antritt.
Manchmal kommt es anders ...
Fünf Jahre lang bleibt sie in der Unfallambulanz. Gerade hat die Arzthelferin Unterlagen des Deutschen Entwicklungsdienstes angefordert, um noch einmal ins Ausland zu gehen, da wird sie schwanger. Die Unterlagen wandern direkt in den Papierkorb. Als im September 1978 ihre Tochter Gwendolin geboren wird, ist für die alleinerziehende Mutter klar, dass sie den Schichtdienst als Arzthelferin in der Unfallambulanz nicht mehr ausüben kann.
Als junge Mutter in die Selbstständigkeit
Doch ausschließlich Mutter und Hausfrau zu sein, das kommt für Anne-Rose Geißler nicht infrage. Sie macht sich mit einem ärztlichen Schreibdienst selbstständig, und das in einer Zeit, da die Kinderbetreuung noch allein Sache der Mütter ist. Die Betreuungssituation ist denn auch alles andere als befriedigend und so wird die junge Mutter aktiv: Sie ist eines der ersten Mitglieder der "Tagesmütter in Meerbusch".
Handwerkszeug einer Sekretärin
Nach zweieinhalb Jahren Selbstständigkeit bewirbt sich Anne-Rose Geißler auf eine Stelle als Sekretärin in einer Rechtsanwaltskanzlei. Sie ist zwar fachfremd in der Juristerei, verfügt aber als Arzthelferin über das Handwerkszeug einer Sekretärin. Das fachliche Wissen eignet sie sich selbst an, über Fachliteratur und Fortbildungen.
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Nach zwölf Jahre Tätigkeit als Sekretärin beschließt Anne-Rose Geissler, sich mit einem Fernlehrgang weiterzubilden. Wie es dann mit ihr weiterging und welches neue Ausbildungsziel sie gerade begonnen hat, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von working@office.
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Autor(en): Michaela Kreuzpointner