Frauen kommen besser durch die Krise
- Finanzberatung für Frauen -
Auf den Finanzmärkten tobt ein Sturm, wie wir ihn noch nie erlebt haben. Niemand konnte ahnen, wie schlimm die Krise werden würde. Allerdings gibt es eine gute Nachricht für Frauen: Sie werden geringere Verluste davontragen als die Männer. Sie sind die klügeren Anleger.
Frauen können nerven. Zum Beispiel, weil sie sich lieber schnell mal nach dem Weg erkundigen. Oder auch, weil sie unheimlich viel wissen wollen, während ihr Bankberater eine Entscheidung herbeisehnt.
Fragen statt herumirren
Vielleicht fragen sie manchmal zu ausführlich. Aber: Sie ersparen sich oft stundenlange Irrwege durch unbekannte Gegenden – und viele Frauen haben sich in den letzten Monaten genau dadurch böse Verluste erspart.
Frauen wollen es ganz genau wissen
Wir erfahren es täglich: Frauen stellen ganz andere Anforderungen an die Finanzberatung. Männliche Berater haben damit meist Schwierigkeiten - sie machten sich manchmal sogar darüber lustig. Das dürfte jetzt vorbei sein. Frauen möchten alles ganz genau wissen. Sie wollen nicht von einem "Experten" mit Fachbegriffen eingenebelt und überredet werden. Von ein paar bunten Grafiken und einem Schwall englischer Fachbegriffe lassen sie sich nicht beeindrucken. Sie erwarten, dass man ihre Fragen konkret beantwortet und sich Zeit für sie nimmt. Sie wollen ernst genommen werden und verlangen transparente Angebote. Wenn sie ein Produkt nicht verstehen, lassen sie lieber die Finger davon.
Männer sehen Risiken als Herausforderung
Männer dagegen geben ungern zu, dass sie etwas nicht verstanden haben. Für Männer ist es wichtig, dass sich etwas gut anhört - und dass sie sich als Person gut darstellen. Das gilt für Kunden wie für Berater.
Frauen zocken nicht. Sie übernehmen Verantwortung und denken über die Folgen einer Entscheidung intensiver nach. Sie haben kein Problem zu sagen: "Nö, der Sache traue ich nicht!" Männer sehen Risiko oft als Herausforderung. Und wenn nicht, dann gestehen sie es nicht gern ein. Diese Mentalität ist ziemlich bequem für den Bankberater. Er muss nicht zugeben, dass er selbst nicht wirklich versteht, was er da verkaufen soll. Und schließlich: Super-Gewinne gibt’s halt nicht ohne ein gewisses Risiko …
Maßgeschneiderte Lösungen
Frauen sind sicherheitsbewusst. Das erlebe ich im Beratungsgespräch: Eine Kundin will wissen, ob sie jederzeit wieder an ihr Geld kommt, die andere macht klar, dass sie lieber keine größeren Kursschwankungen erleben will. Und sie verlangt, dass eine Summe zum anvisierten Termin sicher ausgezahlt wird. Die nächste ist zwar bereit, ein gewisses Risiko einzugehen, aber dafür will sie genau wissen, wo ihr Geld landet. Frauen denken und handeln generationenübergreifend. Und: Sie akzeptieren nicht einfach das Standard-Anlagemodell, das ein Bankberater vielleicht gerade loswerden muss. Frauen wollen Lösungen, die auf ihre Lebenssituation zugeschnitten sind.
Frauen investieren klug
Wenn Frauen ihre Finanzplanung selbstbewusst in die Hand nehmen, sind sie kluge Investorinnen. Sie streuen ihre Geldanlagen und wählen sowohl sichere, als auch etwas riskantere, aber chancenreichere Anlageklassen. Sie verteilen die Investitionen auf verschiedene Themen und Länder. Sie interessieren sich für Nachhaltigkeitsfonds und investieren damit in Zukunftsthemen, die langfristig ein solides Marktpotential haben.
Frauen sollten ihre Stärken erkennen. Und sie ganz bewusst nutzen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten zeigt sich: Die Männer können von den Frauen lernen.
Über die Autorin
Constanze Hintze ist Geschäftsführerin bei - Finanzdienstleistungen für Frauen. Das Unternehmen mit Hauptsitz München existiert seit über 20 Jahren, weitere Niederlassungen befinden sich in Hamburg und im Rhein-Main-Gebiet.
Autor(en): Constanze Hintze