Grünes Geld beruhigt – und macht Sinn!
- Finanzen: Ethisch anlegen -
Mit ruhigem Gewissen Geld anlegen, das wollen immer mehr Menschen. Das bedeutet keineswegs Renditeverzicht, sagt Finanzexpertin Ute Regina Voß, wenn man bei der Auswahl genau hinschaut und den richtigen Mix wählt.
Nachhaltig orientierte Anleger hinterfragen ihre Anlageentscheidungen und setzen bewusst nicht auf kurzfristige Profitaussichten, sondern auf langfristiges Wachstum. Sie streben eine doppelte Rendite an: Ihr Geld soll nicht nur eine angemessene Verzinsung einbringen, sondern außerdem einen gesellschaftlichen und ökologischen Nutzen erzielen. Auf diese Weise wollen verantwortungsvolle Anleger zur Erhaltung der Umwelt und zur Sicherung der Lebensverhältnisse heutiger und zukünftiger Generationen beitragen. Dazu gehört auch, rechtzeitig ausreichend Geld für das Alter zurückzulegen, um nicht auf Kosten der nachfolgenden Generationen zu leben.
Wie sieht es mit der Rendite aus?
In den Fonds-Dauertests der Stiftung Warentest haben die ethisch-ökologischen Fonds über die letzten fünf Jahre zufriedenstellend abgeschnitten. Es war zwar kein absoluter Überflieger dabei, dafür gehörten sie aber nie in die untere Kategorie. Eine Ausnahme bilden die ethisch-ökologischen Banken wie die Bank für Kirche und Diakonie oder die Umweltbank. Hier reichen die Zinsen für Geldanlagen wie Tages- oder Festgeld oder Banksparpläne in der Regel nicht an die der Spitzenangebote konventioneller Banken heran.
Das Angebot an ethisch-ökologischen Anlageprodukten ist mittlerweile groß genug, um – fast – jedem Wunsch gerecht zu werden: Es gibt staatlich geförderte Produkte wie die Riesteroder Basisrente, private Rentenversicherungen, Investmentfonds und unternehmerische Beteiligungen. Also alles, was es auch sonst auf dem „herkömmlichen“ Finanzmarkt gibt: sicher, riskant(er), fest, flexibel, kurz oder auch lang laufend.
Der Umgang mit Geld beziehungsweise mit einer Geldanlage ist immer abhängig von der individuellen Lebens-, Einkommens- und Steuersituation, von den Wünschen, finanziellen Zielen, dem bereits vorhandenen Vermögen, der Risikoneigung und dem Anlagehorizont.
Die Patentlösung für eine optimale Geldanlage gibt es leider nicht. Hier heißt es, innerhalb einer strategischen Geldanlage den passenden Mix zu finden. Dafür gibt es viele Möglichkeiten:
Tages- und Festgeld oder Banksparpläne: Sie gibt es bei ökologisch-ethischen Banken. Tages- und Festgeld sind für eine schnelle Verfügbarkeit und den kurzfristigen Bereich geeignet. Die eher mageren Renditen werden meist gleich wieder von der Inflation „aufgefuttert“.
Staats- und Unternehmensanleihen: Mittlerweile gibt es verschiedene Öko-Rating-Agenturen, die sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen einer Nachhaltigkeitsprüfung unterziehen. Dabei hat sich gezeigt, dass Länder und Unternehmen, die sozialen und ökologischen Ansprüchen gerecht werden, krisenfest sind. Firmen, die auf breiter Front nachhaltig wirtschaften, schaffen langfristig die besten Werte. Rückenwind bekommt diese These von eine Studie der WHU Otto Beisheim School of Management aus Vallendar. Die Studie ergab, dass von den über 200 befragten Großfirmen immer jene in ihrer Vergleichsgruppe die höchsten Umsatzrenditen erzielten, die sich auch in sozialen und Umweltfragen hervortaten.
Ethisch-ökologische Investmentfonds: Sie können auf eine Einzelaktie setzen oder eine Anleihe eines Staates oder eines Unternehmens kaufen. Das ist riskanter, als sein Geld in einem Fonds zu investieren, der – je nach Art des Fonds – das Geld der Anleger beispielsweise weltweit in verschiedene Unternehmen steckt, sodass auch Währungsrisiken besser verteilt sind.
Öko-Aktienfonds gehören zu den Branchenfonds, sind eher in mittlere und kleinere Firmen investiert und geben sich durchaus volatiler als andere Fonds. Das heißt, sie hüpfen gern mal in großen Sprüngen wie die Kängurus auf und ab. Sie eignen sich daher nicht als Grundbaustein eines Depots, sondern eher als Beimischung. Wer mehr Ruhe möchte, sollte sich Renten- oder Mischfonds ins Depot legen.
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Nach welchen Ansätzen Fonds unterschieden werden, welche Kategorien es für Fonds gibt und eine Auswahl von Banken mit ethisch-ökologischem Anspruch finden Sie in der Januarausgabe von working@office.
Autor(en): Ute Regina Voß
Quelle: working@office Ausgabe Nr.: 2012-01
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