Aber bitte mit Gefühl
Der südostasiatische Staat ist nicht nur Urlaubsparadies für viele Deutsche, auch die geschäftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten sind seit Langem intensiv. Es gibt viele gewachsene Strukturen, die vor allem vom einfühlsamen Miteinander profitieren.
Nicht erst die Globalisierung der letzten Jahrzehnte hat die beiden so verschiedenen Länder Deutschland und Thailand einander näher gebracht. Bereits im Jahr 1858 schlossen die Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen den ersten Handelsvertrag mit dem damaligen Königreich Siam.
Über 500 deutsche Firmen in Thailand
Deutsche Kaufleute hatten fortan eine große Bedeutung für das siamesische (thailändische) Wirtschaftsleben. Heute sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes über 500 deutsche Firmen in Thailand vertreten, darunter viele mittelständische Unternehmen aus den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Chemie, Automobilindustrie, Umwelttechnologie und Energie. Die deutschen Investitionen sind 2010 deutlich gestiegen und betrugen rund 61,5 Millionen Euro.
Arbeit gibt es für alle genug
Nach einem deutlichen Einbruch des Wirtschaftswachstums im Jahr 2009 hat sich die thailändische Wirtschaft trotz der anhaltenden innenpolitischen Konflikte im Jahr 2010 schon wieder erholt. Der Handelsbilanzüberschuss Thailands im Jahr 2010 betrug rund 13 Milliarden US-Dollar. Der Finanzsektor war von der Krise nicht unmittelbar betroffen. Thailands Banken hatten sich nach der Asienkrise 1997 von spekulativen Geschäften weitgehend ferngehalten.
Deutschland ist wichtiger Handelspartner
Die Wachstumsprognose für 2011 liegt nach Angaben des Auswärtigen Amtes zwischen drei und fünf Prozent. Deutschland blieb 2010 für Thailand wichtigster Handelspartner in der Europäischen Union. Das bilaterale Handelsvolumen lag bis zum November 2010 bei knapp sechs Milliarden Euro - eine Steigerung von knapp einem Drittel gegenüber dem Vergleichszeitraum.
Gute Leute werden dringend gesucht
Auch in Thailand herrsche ein war for talents, bestätigt Rolf Daufenbach, Experte für Business-Verhalten in Süd-Ostasien und Trainer beim Institut für Interkulturelles Management in Rheinbreitbach bei Köln. In ganz Asien herrsche Fachkräftemangel, die Firmen müssten sich überlegen, wie sie gute Mitarbeiter halten. Daufenbach weiß aus eigener Erfahrung und aus vielen Gesprächen mit Kunden, dass Geld allein hier nicht zufriedenstellt.
Betriebsklima ist wichtig
Für Thailänder ist eine angenehme Atmosphäre und ein familiäres Betriebsklima im Unternehmen sehr wichtig: „Thais feiern gern während der Arbeit.“ So habe eine deutsche Chemiefirma mit ein paar hundert Mitarbeitern extra eine Mitarbeiterin zur Organisation von Geburtstagen in Abteilungen und Firmenfesten abgestellt. Dabei spielt auch eine große Rolle, eine Form von Zugehörigkeit zur Firma zu entwickeln. Daufenbach rät, T-Shirts mit dem Unternehmenslogo anfertigen zu lassen, mit denen die Mitarbeiter zeigen können: „Ich gehöre zu einer tollen Marke“. Allerdings tue die deutsche Führungskraft dann auch gut daran, intern selbst ein solches T-Shirt zu tragen ...
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Autor(en): Isabel Nitzsche
Quelle: working@office Ausgabe Nr.: 2012-01
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