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Faszination und viele Fragen

- Business-Porträt: Tansania -

Wer in Ostafrika erfolgreich sein möchte, sollte sich vor Klischees hüten. Zugegeben, die Motive für ein bestimmtes Verhalten sind für Westler nicht immer einfach nachzuvollziehen. Deshalb raten Experten, die tansanische Business-Welt am besten mit einem Mentor zu erkunden.

Einst deutsche Kolonie, ist Tansania heute eines der ärmsten Länder der Welt und einer der größten Empfänger internationaler und auch deutscher Entwicklungshilfe. Rund ein Drittel des tansanischen Staatshaushalts wird auf diese Weise finanziert. Ein jährliches Bevölkerungswachstum von knapp drei Prozent, Korruption und Leistungsschwäche der öffentlichen Verwaltung sieht das Auswärtige Amt als Hindernisse für eine schnelle, flächendeckende Bekämpfung der Armut.

Viel mehr als touristische Highlights
Dabei hat Tansania nicht nur viele touristische Highlights wie den Kilimandscharo, die tierreiche Serengeti oder Bilderbuchstrände zu bieten. Das Land verfügt über große natürliche Ressourcen wie Edelsteine, Edelmetalle, Öl, Gas, Kohle, Eisenerz und Industriemineralien. Laut Auswärtigem Amt hat Tansania seit 1986 den Übergang zu marktwirtschaftlichen Verhältnissen weitestgehend vollzogen. Allerdings gebe es Rückschläge und Verzögerungen bei Privatisierungen und Reformen, und das Investitionsklima sei für ausländische Investoren nicht gerade ermutigend.

Weltfinanzkrise hat Tansania nicht direkt getroffen
Die makroökonomische Lage bezeichnet das Auswärtige Amt als vergleichsweise gut: Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts lag in den letzten Jahren bei durchschnittlich rund sechs Prozent. Die Weltfinanzkrise hat Tansania nur indirekt betroffen. Im Jahr 2009 wuchs die Wirtschaft um fünf Prozent. Deutschland exportierte 2009 Waren im Wert von 140 Millionen Euro nach Tansania und bezog von dort vor allem Kaffee, Tee, Nüsse, Edelsteine und Gold im Wert von 75 Millionen Euro.

Gastfreundschaft wird hoch geschätzt
Geschäftliche Begegnungen mit Kollegen aus Tansania werden von Europäern oft nicht richtig eingeschätzt. Trainer Christian Boness, der seit zehn Jahren Manager schult, die für Großunternehmen nach Ostafrika gehen, spricht von „Wertekonstellationskonflikten“: „Die Deutschen nehmen zu 90 Prozent eine falsche Hypothesenbildung vor, denn sie haben unzulängliche Informationen darüber, wie sich eine Situation für die Tansanier darstellt.“

So wunderten sich beispielsweise die deutschen Vertreter eines Kreditinstituts beim Besuch einer tansanischen Zementfabrik, dass die Kapazität des Unternehmens nur zu einem Drittel ausgelastet war. Das Topmanagement bereite sich auf den Empfang der Deutschen vor, lautete die Antwort auf die diesbezügliche Frage. Und dazu wurden alle Kräfte benötigt, zumal mit den Vorbereitungen erst begonnen wird, wenn die Besucher schon im Lande sind. Den Delegierten war nicht bewusst, dass Gastfreundschaft in Tansania einen so hohen Wert hat, dass alle anderen Tätigkeiten erst einmal zurückgestellt werden.

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Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Septemberausgabe von working@office.

Autor(en): Isabel Nitzsche

Quelle: working@office Ausgabe Nr.: 2011-09

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