Arbeiten in der Welt der Diplomatie
Am Werderschen Markt 1 in Berlin geht es täglich um das diplomatische Weltgeschehen. Daran, dass die Kommunikation zwischen den Ländern und Kontinenten funktioniert, arbeiten die fast 6 900 Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes. Eine davon ist Assistentin Tatjana Tenner, wir haben sie in Berlin besucht.
Es ist gar nicht so einfach, mal schnell am Arbeitsplatz von Tatjana Tenner vorbeizuschauen: Ohne Personalausweis geht gar nichts, Gepäck und die Taschen werden wie am Flughafen durchleuchtet. Wer die Sicherheitskontrollen hinter sich gelassen hat, dem kann es durchaus noch passieren, dass er sich in den unendlichen Gängen und Fluren, in alten und neuen Gebäudeteilen des Auswärtigen Amtes verläuft. Das Referat 701, Protokoll Diplomatische und Konsularische Vertretungen, liegt im Erdgeschoss des alten Gebäudeteils. Seit dreieinhalb Jahren arbeitet die gebürtige Kasachin Tatjana Tenner hier.
„Mein Arbeitsplatz ist die Welt“
„Wer einen Arbeitsvertrag beim Auswärtigen Amt unterschreibt, erklärt sich uneingeschränkt versetzungsbereit“, erklärt Markus Hatzelmann vom Pressereferat des Auswärtigen Amtes. Einmal pro Jahr wird intern die sogenannte Vakanzliste veröffentlicht. Die darauf befindlichen vakanten Stellen geben die neuen möglichen Einsatzorte auf der ganzen Welt für die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes an. Amerika, Asien, Australien – 230 Auslandsvertretungen repräsentieren gemeinsam mit der Zentrale in Berlin die Bundesrepublik Deutschland in der Welt.
St. Petersburg, Kiew, Minsk
Für einen längeren Aufenthalt im Ausland hat sich Tatjana Tenner bislang noch nicht entscheiden können. Dennoch war sie schon als Abgesandte international unterwegs: Für zwei Monate in St. Petersburg, für mehrere Wochen in Kiew und auch im weißrussischen Minsk. Dort sorgte sie in den Botschaften mit Kolleginnen und Kollegen dafür, ein übermäßiges Arbeitsaufkommen zu bewältigen.
Stewardess, Dolmetscherin oder Assistentin?
Tatjana Tenner ist zehn Jahre alt, als sie mit den Eltern aus dem kleinen Städtchen Karaganda in Kasachstan nach Deutschland kommt. Die Familie lebt sich schnell in Deutschland ein. Nach dem Abitur steht für die junge Frau fest: „Ich muss etwas machen, wo ich meine Sprachkenntnisse einsetzen kann!“ Sie überlegt, Stewardess zu werden, auch Dolmetscherin steht zur Wahl. Zufällig wird sie auf eine Anzeige des Euro-Business-College in Hamburg aufmerksam. Drei Tage vor Bewerbungsschluss schreibt sie sich ein und beginnt ein Studium dort: „Das war genau das, was ich gesucht hatte“. Etwas Wirtschaftswissen, vor allem aber Fremdsprachentraining, mit Praktika im Ausland und in Unternehmen.
Neujahrsempfänge und Akkreditierungen
Das Aufgabengebiet von Tatjana Tenner ist vielfältig. Ihr Referat betreut rund 180 Botschafter. Die Assistentin beantwortet schriftliche und telefonische Anfragen von Bürgern, aber auch von Botschaften. Sie koordiniert die Termine des Referatsleiters Thomas Pröpstl und des stellvertretenden Referatsleiters Götz Reimann. Das Referat ist auch dafür zuständig, die Telegramme, die der Bundespräsident verfasst, zu bestimmten Anlässen wie Glückwünsche zu Nationalfeiertagen oder Wahlen zum Beispiel, zu bearbeiten und weiterzuleiten. Die Telegramme gehen dann auch über Tatjana Tenners Schreibtisch...
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Autor(en): Annette Rompel
Quelle: working@office Ausgabe Nr.: 2011-01
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