Karriere mit Kochtopf
Das Thema Gastlichkeit scheint prägend zu sein für die Berufslaufbahn von Cornelia Paul: Angefangen hat sie als Hotelfachfrau, heute assistiert sie dem Marketingchef des wohl bekanntesten Küchenausrüsters Europas. Das schmeckt nach Erfolg!
Der helle Ausstellungsraum der Firma Fissler lässt Herzen von Koch- und Küchenfreunden höher schlagen: In den Regalen blitzen Töpfe in allen Formaten, scharfe Messer, die alles klein schneiden, Küchenhelfer von klassisch bis originell und die ganz neue Gusseisen-Serie arcana® in Rot und Schwarz – die gesamte Produktpalette eben, für die Cornelia Pauls Abteilung das Marketing betreibt.
Traumberuf Büro
Als Assistentin dort hat die heute 56-Jährige ihren Traumberuf verwirklicht. Denn ins Büro wollte sie schon als kleines Mädchen. Doch der Vater hatte zunächst andere Pläne für seine Tochter, und so begann Cornelia Paul eine Ausbildung zur Hotelfachfrau. Das Schönste daran war der Lehrgang danach, erinnert sie sich: ein einjähriger Lehrgang zur Hotelsekretärin an der Hotelfachschule in Garmisch-Partenkirchen, einem Internat.
Internationale Erfahrungen in der Schweiz und in Afrika
Ihre erste feste Stelle führt die junge Frau an die Rezeption eines Hotels in Idar-Oberstein. Ein knappes Jahr später zieht es sie in die Schweiz. Die Sommersaison 1974 verbringt Cornelia Paul in einem Grand Hotel in Montreux, wo sie an der Rezeption arbeitet. „Die Station hat mir sehr viel gebracht, vor allem habe ich Französisch gelernt", sagt die Assistentin. Ein weiteres Jahr verbringt sie in Interlaken in der Schweiz und lernt dort ihren Freund kennen. Dann entschließen sich die beiden, zusammen mit zwei Freunden nach Amerika zu gehen. Doch mit der Greencard gibt es Probleme: Der Freund als Koch hätte sie bekommen, Cornelia Paul als Hotelsekretärin leider nicht. Als sich die Möglichkeit bietet, in Afrika eine Anstellung zu erhalten, zögert das abenteuerlustige Paar nicht lange. Im November 1975 heuern die beiden im Mövenpick Restaurant in East London in Südafrika an. Im Mai 1976 wechseln sie zum Hotel Kaiserkrone nach Windhoek in Namibia. Ihr Ausflug auf den afrikanischen Kontinent dauert nicht lange: Als die politischen Unruhen stärker werden, kehren die beiden in die Schweiz zurück. Die Zeit im Ausland möchte Cornelia Paul nicht missen. „Das hat mich offen und tolerant gemacht, mir Verständnis für andere vermittelt. Ich würde es jederzeit wieder machen."
Langer Ausflug in die Selbstständigkeit
Im Januar 1977 übernimmt Cornelia Paul gemeinsam mit ihrem Mann das Café und Restaurant ihrer Eltern in Idar-Oberstein. Die beiden führen es dreizehn Jahre lang. Als die Nahe überbaut wird – der Fluss durchquert die Stadt – ändert sich die regionale Situation. Das Gastro-Paar nimmt das zum Anlass, sich von der Selbstständigkeit zu verabschieden; das Restaurant wird einem Nachpächter übergeben. Cornelia Paul macht sich auf die Suche nach einer Halbtagsstelle, damit ihr genug Zeit für ihren mittlerweile zwölfjährigen Sohn bleibt. Bei einer Edelsteinschleiferei fängt sie als kaufmännische Angestellte an. Sie ist an der Telefonzentrale, erledigt allgemeine Bürotätigkeiten und führt Betriebsführungen mit Verkaufstätigkeiten durch. Doch die Bürozeiten sind ungünstig für ihre familiäre Situation, denn sie muss nachmittags arbeiten. Als sie eine Stellenanzeige der Firma Fissler entdeckt, bewirbt sie sich dort als Rezeptionistin für den Empfang und die Telefonzentrale.
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Wie es weiter ging mit Cornelia Pauls beruflicher Karriere und was sie an ihrem Beruf schätzt, lesen Sie in der Septemberausgabe der working@office.
Autor(en): Michaela Kreuzpointner
Quelle: working@office Ausgabe Nr.: 2010-09
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