Hi Wolkenkratzerin,
ich stimme meinen Kolleginnen hier im Großen und Ganzen zu.
Der Haken an der Sache, den ich bei Dir rausgelesen habe, Du hast Dich als Sachbearbeiterin beworben auf eine Stelle, die nach Deinem Erleben mehr Assistenzstelle ist. Und Du hast die Punkte im Bezug auf Assistenz verdrängt - so wie Du es schilderst.
Schau es Dir noch einen Moment an, schreib Dir die Pros + Contras auf und wäge ab, wieviel Wert Du auf die einzelnen Punkte legst. Wenn Du wirklich so einen umgänglichen Chef hast und das Team in Ordnung ist, dann schau genau hin, welche Formulierungen Dich warum stören - wo stehst Du an diesen Tagen emotional, privat, gesundheitlich - und auch wenn das hart ist, was treibt dein Ego, deinen Stolz.
Das wäre soweit der Denkansatz von meiner Seite.
Zu den Regelungen, die Du getroffen hast:
Die fixen Termine haben mein Chef und ich auch vereinbart. Er ist viel auf Terminen und ich kann so meine Fragen bündeln, mit ihm konzentriert die Themen abarbeiten. Am Anfang klappte es noch nicht so gut und ich habe ihn dann im Gegenzug konsequent gestört, wenn ich ohne sein Feedback nicht weiterkam. Danach waren wir sehr schnell einig, dass wir feste Termine brauchen, da ich auch viele lange Dokumente bearbeite und er tagsüber seine \"Denk\"-Phasen hat. Uns gegenseitig aus der Konzentration zu reißen, war da wenig hilfreich. Und mittlerweile hat es sich eingependelt und es steht beiden Seiten das Büro des anderen offen, wenn dringender Bedarf ist.
Unabhängig davon habe ich zum Thema Kaffee eine eigene Meinung, die sich mit den anderen deckt:
Kaffee, Tee, Kaltgetränke sind Service - Zu Wissen wer was mag, ob jemand im Sommer lieber stilles Wasser und im Winter Tee trinkt, jemand seinen Kaffee nur Schwarz wie die Nacht oder Süß und mit viel Milch mag - Du entscheidest mit der Vorbereitung der Besprechung ob Dein Chef und die Kollegen einen guten Start haben mit dem Geschäftspartner oder ob der Geschäftspartner miese Laune hat, weil das Wasser nicht still sondern nur medium, der Kaffee abgestanden und die Milch ungenießbar ist - und Süßigkeiten - Fehlanzeige.
Persönlich, Süßes/Herzhaftes gibt es bei uns wenig, nur zu sehr besonderen Anlässen. Aber die Getränkeauswahl kalt & warm sollte stimmen. Und es ist immer ein Plus, neben Kaffee auch Tee anzubieten.
Nur Kaffee anzubieten, finde ich persönlich sehr unhöflich, da viele Leute (ja, ich gehöre auch dazu) keinen Kaffee trinken. Ich vertrage es nicht und andere mögen ihn einfach nicht.
In Abhängigkeit mit dem \"Catering/Besprechungsservice\" gehört auch die Tee/Kaffeeküche mit zu dem Aufgabenbereich. Meine Kollegen haben sich da derart daneben benommen, dass ich seit einigen Monaten mich nur noch im Rahmen dessen was an Besprechungen anfällt mit um diesen Raum kümmere. Besprechungsgeschirr wird eingeräumt, alles andere bleibt stehen. Meine Sachen die ich \"privat\" nutze, räume ich weg, spüle ich auch ggf. mal von Hand.
Meine Kollegin versucht noch immer mich zu überzeugen, dass es mein Job ist, dass Chaos meiner Kollegen, dass sich von der Spüle über Arbeitsfläche und Kochfeld zieht, ebenfalls aufzuräumen.
Nach einem Gespräch mit meinem Chef, wo ich klar gezogen habe, im Rahmen der Besprechungsvor- + nachbereitung, meinen Teil zu erledigen, bin ich da entspannt - und so langsam fangen meine Kollegen an sich zu kümmern, weil sie müssen. Nach mehreren Jahren \"reden\", renkt es sich nun durch Taten ein.
Ich hab wirklich kein Problem damit, die Küche in Ordnung zu halten, nur wenn sie jeden Tag aussieht wie Schwein und die Spüle voll und eklig ist, streike auch ich.
Büromaterial läuft immer über mich, wenn die Kollegen etwas brauchen, wir haben es über die Leiter der jeweiligen Teams gebündelt. Das funktioniert gut und Kugelschreiber hab ich immer in der Schublade greifbar. Auch Register, Briefumschläge, etc.
Schau einfach womit Du Dich wohl fühlst und was funktioniert - der Materialschrank auf dem Gang geht nur, wenn alle mit Disziplin dran gehen und nicht bei sich dann die Materialien horten - wie sollst Du dann noch gescheit bestellen, wenn Du \"Schwund\" hast.
Ansonsten muss ich Melsi zustimmen, hab hier auch nur ein zwei Kolleginnen direkt im Bereich, der Rest alles Kerle. - Ein Sack Flöhe ist leichter zu hüten.
Ich wünsche Dir viel Glück und Mut mit Deiner Entscheidung.
Und vielleicht fragst Du Deinen Chef einfach was ihm bisher gut gefallen hat, was er mehr oder weniger möchte, und bringst mit, was Du Dir vorstellst - ohne den Holzhammer zu zücken \"ich will nur Sachbearbeitung und Assistenz ist Mist\".
Die Lösung kommt oft unverhofft.
Viele liebe Grüße
Serena